Auszüge aus der Chronik:
In der Zeit von 1938 bis 1949 bestand der MGV nur noch aus wenigen Mitgliedern. Erst 1950 wurde durch den Eifer der alten Sänger und vielseitigen Wunsch der Ortsbevölkerung die Liebe zum deutschen Lied wieder entfacht. Bei der Eröffnungsversammlung am 17. Juni 1950 wurde Herr Josef Luxen aus Vussem gebeten, den Verein in gesanglicher und musikalischer Hinsicht zu führen. Er nahm den Posten als Dirigent an mit dem ausdrücklichen Hinweis, daß er dafür keine Vergütung erhalten wolle. Am 13. August 1950 fand dann im „Gasthaus Schneider“ eine vorläufige Vorstandswahl statt. Gewählt wurde zum:
1. Vorsitzenden Johann Sistig
(nicht zu verwechseln mit dem Vater von Heinz Sistig,
wie irrtümlich kürzlich im Kölner Stadtanzeiger zu lesen war).
Schriftführer wurde Josef Hein,
Kassenwart mein Vater Alex Wielspütz.
Der vorläufige Vorstand sollte die Geschäfte bis zum 31. Dezember 1950 führen.
Es wurden gewählt:
Ehrenvorsitzender: Johann Sistig,
Vorsitzender: Josef Hein,
Schriftführer: Franz-Josef Linden,
Kassenwart: Alex Wielspütz.
Mit 26 Sängern konnte Josef Luxen die wöchentlichen Chorproben beginnen, die in der „Gastwirtschaft Schneider“ in einem Nebenraum abgehalten wurden. Als Eintrittsgeld in den MGV verlangte man ] DM. Pro Monat wurden 0,20 DM Beitrag erhoben (jährlich 2,40 DM). Als erstes Ehrenmitglied konnte Albert Hein Senior gewonnen werden.
Die Sänger der ersten Stunde nach dem Kriege waren:
| Name | Eintritt | Hinweis |
|---|---|---|
| Sistig Johann (Vater von „Zäh‘) | 1920 | verstorben |
| Schmidt Hubert | 1900 | verstorben |
| Gülden Hubert | 1895 | verstorben |
| Gülden Josef | 1892 Mitbegründer | verstorben |
| Dreesen Fritz | 1920 | verstorben |
| Wielspütz Alex | 1930 | verstorben |
| Dreesen Wilhelm | unbekannt | verstorben |
| Hein Josef | 01.08.50 | inaktiv Vussem |
| Höller Stefan | 01.08.50 | verstorben |
| Sistig Hubert („Zäh“) | 01.08.50 | verstorben |
| Linden Theo | 01.08.50 | Mechernich |
| Linden Franz-Josef | 01.08.50 | Köln |
| Dreesen Peter | 01.08.50 | aktiv Vussem |
| Berners Bertram | 01.08.50 | verstorben |
| Zalven Heinz | 01.08.50 | verstorben |
| Pütz Fritz | 01.08.50 | aktiv Vussem |
| Schmidt Matthias | 01.08.50 | inaktiv Vussem |
| Luxen Josef | 01.08.50 | verstorben |
| Klinkhammer Fritz | 01.08.50 | Köln |
| Wollenweber Anton | 01.08.50 | verstorben |
| Helbig Arno | 01.08.50 | ? |
| Wolfgarten Heinz | 01.08.50 | Köln |
| Frings Josef | 01.08.50 | verstorben |
| Frings Johann | 01.08.50 | verstorben |
| Klinkhammer Anton | 01.08.50 | verstorben |
| Hein Anno | 01.08.50 | verstorben |
| Elsner Clemens | 01.08.50 | verstorben |
Die Vorbereitungen und Proben zum Chorkonzert begannen schon im vorigen Jahr nach der Sommerpause. Zusätzlich wurden noch Satzproben abgehalten. Alle aktiven und inaktiven Jubilare erhielten eine schriftliche Einladung. Man verständigte den Vorstand des Sängerkreises Schleiden, der die Ehrungen der aktiven Sänger vornehmen sollte. Zwei Tage vor dem großen Ereignis wurde eine Generalprobe abgehalten und das Instrumentalplayback mit unserem Solisten Berthold Kurth abgestimmt. Da der Saal noch nicht mit Teppichboden ausgelegt war, mussten die Akteure den Parkettboden auf Socken bzw. mit Pantoffeln betreten. Am Freitag wurde dann der Teppichboden ausgelegt und verklebt, die Bühnenelemente herbeigeschafft und die Bestuhlung vorgenommen. Alles klappte wie am Schnürchen, weil die Beteiligung der Sänger am Aufbau trotz des heißen und schwülen Wetters zufriedenstellend war, Plakate und Zeitungsberichte wiesen auf das große Chorkonzert hin, das am Pfingstsamstag um 20:00 im „Das Haus“ (Feldenkrais-Zentrum) stattfinden sollte. Alles war bis ins kleinste Detail vorbereitet.

FOTOS: HARDY HAWINKELS

Da ich des Öfteren gefragt werde: „Was ist das eigentlich, das Feldenkrais-Zentrum? Was wird hier gemacht? Ist das eine Sekte?“ Nein, ganz im Gegenteil!
Hier wird nach dem Grundsatz von Moshe Feldenkrais (1904 – 1984) gearbeitet, auf den die Feldenkrais Methode begründet ist, die da lautet: „Wenn ich nicht weiß, was ich tue, kann ich nicht tun was ich will“. Mit der Feldenkrais-Methode lernt man das auf faszinierende Art und Weise kennen, wie man seine körperliche und auch geistigen Fähigkeiten angenehm und mühelos verbessern kann. Freude und Wohlgefühl sollen wiederentdeckt werden, wenn man sich leicht, gut koordiniert und ohne unnötige Anstrengungen bewegt. Unter anderem geht es um ganz alltägliche Dinge: Locker gehen, Kopf und Arme frei bewegen, problemlos bücken und wieder aufrichten, tiefer und freier atmen, Arbeiten leichter erledigen. Und es geht darum, die innere und äußere Haltung wahrzunehmen und zu verbessern, das körperliche Vermögen zu entdecken. Über die Feldenkrais Methode werden, über das ganze Jahr verteilt, Seminare abgehalten.
Chronologie historische Daten und Erzählungen:
Ja wenn „Das Haus“ erzählen könnte. Viele Generationen Pächter und Eigentümer hat es überlebt. Etwa um 1880 erbaute Heinrich Schneider, der aus Harzheim stammte und mit Mechthild Heinen aus Bergheim verheiratet war, ein Haus mit landwirtschaftlichen Gebäuden und Stallungen. Neben der Landwirtschaft unterhielten die Schneiders, auch „Tillisch“ genannt, ein Kolonialwarengeschäft, sowie ab 1871 eine Gastwirtschaft. Nachdem der Sohn Franz Schneider, der schon mit 38 Jahren zum Nachfolger vom verstorbenen Peter Girards Senior zum Gemeindebürgermeister gewählt wurde, die Gast- und Landwirtschaft übernommen hatte, baute er 1926 einen neuen großen Saal an die bestehenden Gebäude. Seine Frau war schon 1920 mit 35 Jahren verstorben und hinterließ ihrem Ehemann sieben Kinder im Alter von sechs Monaten bis 13 Jahren. Zur Einweihung des Saales sangen und spielten der MGV 1892 Vussem, der MGV Eiserfey und die Vussemer Musikkapelle. Am Abend konnte erstmals im neuen, vollbesetzten Saal getanzt werden. Seit 1929 war der Ackerer und Gastwirt Franz Schneider Ehrenmitglied des MGV.
Nachdem die Söhne Jean und Josef aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt waren, übernahmen sie die Landwirtschaft. Um die Felder bestellen zu können, hatten sie sich ein Kettenfahrzeug von der Wehrmacht wieder flottgemacht und zogen damit die Iandwirtschaftlichen Geräte. Nach ein paar Jahren gründete Jean Schneider ein Busunternehmen. Die Landwirtschaft wurde zunächst an eine große Bauernfamilie mit Namen Mostert aus Abenden verpachtet, dann übernahm Rudi Dardenne, der spätere Wirt auf dem „Josefshof“ in Bergheim, dieses Ressort. Josef Schneider und seine Frau Maria, geb. Lückerath aus Breitenbenden, hatten die Gastwirtschaft übernommen. Über diese Zeit könnte man ein Buch schreiben.
Ich wurde fast zeitgleich mit Peter Velser zur Bundeswehr eingezogen (1960 – 1961). Wenn wir einmal gemeinsam Urlaub hatten und uns in der Gastwirtschaft trafen, mussten wir zur späten Stunde mit Josef „Angriff und Verteidigung“ spielen und Soldatenlieder singen. Diese Manöver dauerten oft bis zum frühen Morgen und endeten meistens im Bierkeller. Wenn wir dann noch andächtig seinen Kriegserlebnissen gelauscht hatten, wurde uns die Zeche erlassen, und als Dank bekamen wir noch eine Packung Zigaretten geschenkt.
1960 verstarb mit 80 Jahren der langjährige Gemeindevorsteher Franz Schneider, auch „Himmelzackere“ genannt. Nach ihm wurde auch im Zuge der kommunalen Neugliederung eine Straße benannt. Unvergessen bleiben auch seine Wirtschafterinnen Wwe. Grete Leichenich und Frl. Grete Berkenbusch, die einige Zeit Ehrenmitglieder des MGV waren.
Zu Anfang der 60er Jahre übernahm bzw. kaufte die Familie Jakob Wüllenweber aus Hoengen bei Aachen die Gastwirtschaft und benannte sie in „Margaretenhof‘ um. Nach den Umbauten ließ Jakob eine vollautomatische Kegelbahn installieren, der Saal mußte deshalb verkleinert werden. 1969 hatte Jakob die Wirtschaft an einen gewissen Herrm Lothar Liebetrau verpachtet, der aber nur ein kurzes Gastspiel gab, weil er seinen Verpflichtungen nicht nachkam. Am 13. Juli 1973, zwei Tage vor dem Margaretenfest, zog ein neues Gastwirtspaar ein. Der bisherige Eigentümer Jakob Wüllenweber hatte einen Käufer gefunden. Die Eheleute Werner und Christa Anklam aus Köln übernahmen die Gastwirtschaft. Die Stallungen wurden anderweitig verkauft. Viele Anekdötchen gäbe es aus dieser Zeit zu erzählen, aber das würde den Rahmen dieser Chronik sprengen. Fast 20 Jahre waren die Wirtsleute hier tätig, dann verkauften sie das Anwesen an das Feldenkrais-Zentrum, das es nochmals zum heutigen „Das Haus” umbaute.
Zum Konzert.
Unter dem Motto „50 Jahre lang Freude am Gesang” gab der MGV 1892 Vussem eine Kostprobe seines Könnens. Zum zweiten Mal konnte der Chor im ehemaligen „Margaretenhof“ ein Festkonzert veranstalten. Unter der Leitung von Heinz Sistig verwöhnten die 28 Sänger die Zuhörer mit einem breitgefächerten Programm. Neben Chorsätzen aus der klassischen Literatur wurde auch folkloristisches Liedgut mit solistischen Einlagen dargeboten. Beim Konzert wirkten mit:
Berthold Kurth: Trompete
Udo Greuel: Flügel und Akkordeon
MGV 1892 Vussem:
Chorleitung: Heinz Sistig
Moderation: Alfred Brell
1. Tenor
Bertram Berners, Johannes Eversheim, Edmund Freitag, Josef Kaltwasser, Heinz Sanden, Willi Schütt, Carsten Vogel, Matthias Vogelsberg.
2. Tenor:
Klaus Bernitt, Friedhelm Breuer, Peter Dreesen, Philipp Fünfzig, Udo Greuel, Bernd Wenderdel, Winfried Kreuser
1 . Baß
Peter Gülden, Bernhard Mießeler, Hans Nellesen, Fritz Pütz, Franz Sebastian, Norbert Wieder
2. Baß
Werner Borker, Alfred Brell, Hans Höller, Bernhard Hoffmann, Arnold Mies, Wolfgang Schulz, Michael Wielspütz.
Mit großem Applaus wurden die Sänger vom zahlreich erschienenen Publikum empfangen, als sie gegen 20:05 die Bühne betraten. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache durch unseren Vorsitzenden Willi Schütt konnte das vielseitige Programm gestartet werden, das von Sbr. Alfred Brell humorvoll moderiert wurde.
Mit einem Klassiker, „Weihe des Gesangs“, Priesterchor aus der Oper „Die Zauberflöte”, die von W. A. Mozart 1791 komponiert wurde, begann der Chor sein Konzert, begleitet am Flügel von Udo Greuel. Dieses Werk zeichnet sich durch melodischen Reichtum, Durchsichtigkeit und feinstes Klangempfinden aus, das von den Zuhörern mit entsprechendem Applaus honoriert wurde.
Als zweites Chorwerk wurde nun ein Vagantenlied mit dem Titel: „Liebeslied für Lu“, Text: Heinz Haubrich, Musik: Wilhelm Heinrichs, vorgetragen. Dieses Lied wurde ruhig, fließend, bewegt und strahlend zu Gehör gebracht.
Vaganten begleiteten die fahrenden Spielleute, in Frankreich Goliarden oder auch Scholaren genannt. Es waren meistens Studenten oder Schüler aus dem 12. und 13. Jahrhundert, die des Studierens müde waren. Sie wurden durch hochgestellte Persönlichkeiten bewirtet. Die Vagantendichtung besingt Spiel, Liebe und Trunk, verspottet weltliche und geistliche Herren. Die berühmte Sammlung „Carmina burana” (lat. = Lieder aus Beuron) wird 1803 im Kloster Benediktbeuern aufgefunden. Es sind 250 handschriftliche, lateinische und 55 deutsch-lateinische Lieder der mittelalterlichen Vagantendichtung. Sie werden heute in der Staatsbibliothek München aufbewahrt.
Nun kam das „Schifferlied“ aus der Provence, das Friedrich Sicher im 19. Jahrhundert komponiert hatte und vorwiegend pp gesungen wurde, zum Vortrag.
Die Provence ist eine historische Landschaft im Südosten Frankreichs gelegen, zwischen mittelländischem Meer, unterer Rhone und den Meeralpen. Es herrscht ein mildes, subtropisches Klima. Auf den Gebirgshängen wird Schaf und Ziegenzucht betrieben, in tieferen Lagen werden Getreide, Gemüse, Wein, Lavendel, sowie Obst-, Öl- und Mandelbäume angebaut, an der Küste Edelkastanien, Südfrüchte und Blumen. Der Fremdenverkehr hat besonders an der französischen Riviera erheblich zugenommen.
Ein besonderer Hörgenuss stand nun auf dem Programm: „Heilige Berge“ (Montagne sante) das mit Instrumentalplayback gesungen und von Berthold Kurth an der Solo Trompete hervorragend zur Geltung gebracht wurde. Stürmischer Applaus belohnte diesen Vortrag. Der Text stammt von Bernd Meinunger, die Musik von Ralph Siegel.
Ein immer wieder gern gesungenes Lied kam nun zu Gehör: “ Im Abendrot “ (O, wie schön ist Deine Welt) von Franz Schubert, 1797 – 1828, für vier stimmigen Männerchor gesetzt von Jakob Christ, wurde erstmals von Udo Greuel am Flügel begleitet. Donnernder Applaus war der Lohn für diese hörenswerte Darbietung.
Gesungen wurde nun ein wallonisches Volkslied aus Belgien: „Die Maiennacht“ von Olivier Lebierre, gefolgt vom „Rennsteiglied“, Originalsatz des Montanarachores, eine Neueinstudierung. Text: Karl Müller, Musik: Herbert Roth, Satz: Heinz Buchold. Der Rennsteigweg auf den Höhen des Thüringer Waldes, von der Saale bis zur Werra, hat eine Länge von 168 km.
Im Marschtempo und markant gesungen, gelangte dieses Lied zur Aufführung: „Heija Safari“ (Wie oft sind wir geschritten), Originalsatz des Montanarachores, Worte: A. Aschenborn, Weise: Robert Götz, Satz: Walter Höfling, Akkordeonbegleitung: Udo Greuel.
Nun folgte wieder eine Uraufführung mit dem Titel: „Slowenischer Weinstrauß“ (En hribcek bom kupil), Satz und deutsche Übersetzung: Walter Pappert. Die Solisten Bernd Wenderdel und Philipp Fünfzig glänzten in ihren Soloparts und wussten mit Ihren brillanten und vibratoreichen Stimmen die Zuhörer zu Überzeugen.
Nachdem der rauschende Beifall verklungen war, schritten der Vorsitzende des Kreissängerbundes Schleiden Friedrich Hunsicker und der Geschäftsführer Udo Meurer zur Tat und zeichneten folgende Sänger mit Nadel und Urkunde aus:
Für 50 Jahre Vereinstreue:
Bertram Berners, Peter Dreesen, Josef Kaltwasser, Fritz Pütz, der zusätzlich noch eine Plakette für 30 jährige Kassierertätigkeit erhielt.
Für 40 jährige aktive Vereinszugehörigkeit erhielt Sbr. Arnold Mies eine Auszeichnung.
Für 25 Jahre aktive Vereinstätigkeit wurden Phillip Fünfzig, Hans Nellesen, Bernhard Mießeler, Werner Borker und Hans Höller geehrt. Sbr. Klaus Reddig war verhindert.

Anschließend bekamen aus der Hand vom Vorsitzenden Willi Schütt treue, inaktive Mitglieder eine Urkunde überreicht, Erschienen waren: Matthias Schmidt, 50 Jahre, Albin Wilke, 40 Jahre, Josef Reinartz, 40 Jahre. 25 Jahre: Michael Schröteler, Werner Anklam und Richard Eversheim.
Nach einer kurzen Pause wurde mit einem Knüller das Programm fortgesetzt. Zur Aufführung gelangte das Bläck-Fööss-Lied „MGV Concordia“ (Freude nur durch Harmonie), Text: H. R.Knipp, Musik: Tommi Engel, G. Lückerath, H. Priess, P. Schütten, W. Schnitzler, E. Stoklosa, Chorsatz und Bearbeitung: Werner Dies. Dieses Lied wurde in kölscher Mundart geschrieben. während der Chor die folgende Melodie sang, zog Hans Klinkhammer, der den Landrat verkörperte und mit Schal und Zylinderhut bekleidet war, unter dem Gelächter der Konzertbesucher in den Saal ein.
1. Strophe:
Auge noh rächs, d’r Landrat kütt,
all ston se stramm en Reih un Jiied.
D’r Derijent böck sich deef bes op de Ad,
nüngzich Jrad, wat seng Botz nit verdrät.
De Mehrzweckhall weed enjeweiht,
d’r Männerchor weiß schon Bescheid,
denn su e Fess läuft nit ohne in,
feine Tön brängen Jlanz he eren.
Deef es d’r Baß, volles et Faß,
huh d’r Tenor, schön singt der Chor.
Un jeder Mann jitt wat hä kann.
Lang es dat Leed, dat nie verjeit.
MGV Concordia
ist immer und für alle da.
Un zweschedurch de Stemm jeölt,
et fällt kaum op,
wenn einer fählt.
De Hälfte steht schon an d’r Thek,
d’r Ress singk jetz dat Abscheedsleed.
2. Strophe
Leer es et Faß, voll es d’r Baß,
breit der Tenor, kommt schon mal vor.
Un jeder Mann jitt wat hä kann,
scheif klingk dat Leed, dat nie verjeit.
Solo 1. Tenor:
Jo d’r MGV Concordia
ist immer und für alle da,
hä bringk Freude un och Harmorie,
un dat verjiss mer wirklich nie.
Dieses Solo wurde von den Bässen mit Fingerschnippen und „E-Bu Bap, Bu-Bap und U-Bap“ begleitet, wogegen der 2. Tenor mit seinen Einwürfen „Sa-Bup Bio U-Bap, Se Didn Du Bap Du Da“ und „Snup Deo Duäää“ zu gefallen wußte. Unter großem Gelächter gab es tosendem Beifall vom amüsierten Publikum. Die tiefen Männerstimmen verliehen dem Chorklang ein sattes Fundament und gute Fülle. Der Chor zeigte sich wendig, vor allem dynamisch, flexibel und ausdrucksstark. Man konnte hören, daß diese Aufführung auf eine sehr sorgsame Einstudierung schließen ließ. Über ein Jahr wurde daran geprobt.
Anschließend trat Udo Greuel wieder in Erscheinung, der auf seinem Flügel gekonnt den Chor bei dem Lied „Das ist die Liebe der Matrosen“ aus dem Film „Bomben auf Monte Carlo“, im Marschtempo begleitete. Text: Robert Gilbert, Musik: Wemer Richard Heymann, Bearbeitung: Willy Porten.
Das nächste Lied war wieder eine Uraufführung im 3/4-Takt mit dem Titel: „Wir wollen zu Land ausfahren”, Originalsatz des Montanarachores, Worte: Hjalmar Kutzleb, Melodie: Kurt von Burkesroda, Chorsatz: Walter Höfling.
Mit Akkordeonbegleitung kamen nun zwei Shanties zum Vortrag:
1. Finster war die Nacht, von Richman/ Davis,
2. Das Gorch-Fock-Lied (Weiß ist das Schiff, das wir lieben), Musik und Text: Terry Gilkysan, Frank Miller und Richard Den. Beide Lieder fanden Gefallen beim aufmerksamen Publikum.
Das vom Marinechor der Schwarzmeerflotte gesungene Lied „Doswidanja heißt Auf Wiedersehn“ wird immer wieder gerne vorgetragen und gelangte nun mit Instrumentalplayback zur Freude der Zuhörer zur Aufführung. Text und Musik stammen von Irma Holder und Günter Noris.
Mit dem schottischen Volkslied „Amazing Grace“ (Zum Abschied) wollte sich der MGV von den Festgästen verabschieden, aber der tosende Beifall und die Zurufe „Zugabe, Zugabe“ veranlassten den Chorleiter, den „Frei weg-Marsch“ für Männerchor mit Klavierbegleitung. geschrieben von Jakob Christ, noch vorzutragen. Hierbei konnte Sbr. Udo Grevel dem staunenden Publikum seine Fingerfertigkeiten am Flügel unter Beweis stellen.
Nachdem der rauschende Applaus verklungen war, wurde noch einmal das Bläck-Fööss-Lied „MGV Concordia” erklingen lassen, weil bei der ersten Aufführung dieses Liedes durch das große Gelächter der Text nicht verstanden worden war.
Danach war endgültig Schluß. Die Akteure verließen die Bühne, um an der Theke, die man draußen aufgebaut hatte, die stark strapazierten Kehlen mit einigen Bierchen zu befeuchten. Es wurde noch lange mit den Gästen geplaudert und gefeiert bis weit nach Mitternacht.
Resümee der Veranstaltung:
Dieses Konzert fand durch die überzeugende Darbietung des Chores eine überaus gute Resonanz beim Publikum und den anwesenden Herren vom Kreissängerbund Schleiden und war eine hervorragende Werbung für den Chorgesang. Hierbei konnten die gestandenen Sänger auf das energische Dirigat ihres Leiters Heinz Sistig bauen. Er spornte seine Mannen stets zur Höchstleistung an. Unterstützt wurde der Chor dabei von Udo Greuel am Flügel und mit dem Akkordeon mit viel musikalischem Feingefühl.
