Gründung 1990/ 91

Der eigentliche Beginn des Heimat- und Geschichtsvereins beginnt mit der Erstellung der 1. Chronik von Vussem durch Albert Velser – so zumindest die aktuelle Aktenlage.

In seiner Sitzung vom 09. September 1989 beschloss der Bürgerverein Vussem, das spätere Ortskartell, dass sich ein Ausschuss „Dorfchronik Vussem“ mit der Erstellung einer gebundenen Ausgabe der von Albert Velser zusammengetragenen 1. Dorfchronik befassen sollte. Wie man den Unterlagen entnehmen kann, hat dann das Ortkartell über die Zeit wohl gegenüber dem Ausschuss den Eindruck vermittelt hat, die Veröffentlichung der Chronik würde in Frage gestellt. Am 1. Februar 1990 hat man sich dann im Ortskartell darauf verständigt bis Ende August eine Finanzplanung vorzulegen. Um weitere Verzögerungen und Irritationen zu vermeiden hat dann der Ausschuss „Dorfchronik Vussem“ am 4. September gebeten, bis zum 15. September eine Sitzung des Ortskartells einzuberufen.

Ziel der Sitzung sollte die Klärung der folgenden Fragen sein:
„1. Warum soll der Druckstock der Dorfchronik einem weiteren Gremium zur
Vorlesung und Kontrolle vorgelegt werden. obwohl es einen protokollierten
Beschluss des Ortskartells gibt, der dem Chronisten die Druckreifen seines
Konzepts bereist bescheinigt hat?
2. Inwieweit steht das Ortskartell noch hinter den von ihm gefassten Beschlüssen
bezüglich der Finanzierung über Einnahmen aus Spenden und den Einnahmen
eines Dorf- und Kinderfestes sowie einer Theaterveranstaltung?“

Abschließend verweist der Autor des Briefs auf den §2 der Satzung des Bürgervereins zur Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde verbunden mit dem Satz:
„Sollten sich einzelne Mitglieder des Ortskartells diesen Zielen weiterhin entgegenstellen, so ist von Seiten der Unterzeichneten mit Konsequenzen zu rechnen.“

Anmerkung des Webmaster: „Da war wohl Zoff in der Bude!“

Offensichtlich waren damit die Würfel gefallen und der Ausschuss „Dorfchronik Vussem“ firmiert sich um zum Heimat- und Geschichtsverein Vussem“. Auf Buß- und Bettag am Mittwoch, 21.11.1990 zwischen 10:30 und 12:30 trafen sich 8 Personen zur Gründung des Vereins. Arnold Mies, als Protokollführer, hatte zu diesem Zweck bereits eine Mustersatzung verfasst, mit der der Verein startete.

Die Gründerväter und ersten Mitglieder waren:

1.Friedhelm BreuerSchriftführer
2.Albert Velser2. Vorsitzender
3.Wolfgang Dreesen
4.Johannes KlinkhammerKassierer
5.Peter Dreesen1. Vorsitzende
6.Helmut MehrenKassenprüfer
7.Arnold Mies
8.Johannes HeinKassenprüfer

Der Vereinsbeitrag wurde auf 1 DM pro Monat festgelegt.

Das nächste Kapitel folgte in der Sitzung des Ortkartells am 04.03.1991 mit der Ablehnung der finanziellen Beihilfen für die Herausgabe der „Chronik des Dorfes Vussem 1890 – 1990“ ab. Von den 16 anwesenden Mitgliedern stimmten 14 gegen eine Unterstützung und 2 enthielten sich der Stimme. Nur der Karnevalsverein als einziger Ortsverein lies dem Heimat- und Geschichtsverein eine Spende zukommen.

Da der Heimat- und Geschichtsverein Vussem mit dem Autor der vorliegenden Schrift schnell überein kam, sollte die Chronik zu Ostern 1991 veröffentlicht werden. Die Finanzierung wurde durch zahlreiche Spender aus Vussem und auch Mechernich sichergestellt.

Am 24. März 1991 als noch vor Ostern konnte anlässlich einer kleinen Feierstunde in der Schneidmühle die Chronik des Dorfes Vussem 1890 – 1990 vorgestellt unter Beteiligung zahlreicher Vussemer und geladener Gäste vorgestellt werden.

Vorstellung der Chronik

Und ob nun wahr oder nur Legende, Irmgard Mehren ist das erste in den Unterlagen neu registrierte Mitglied am 1. März 1991.

Eisengießerein und Werkzeug-maschinenbau Dörries/ Dörries Scharmann 1954 – 1998

Übergang Girards-Dörries:

Die Spartenteilung der Firma O.Dörries AG, Düren

Am 15.März 1954 übernahm auf Grund des Konkurses der Firma Girards die Firma O. Dörries AG, Düren, das Werk Neuhütte einschließlich 35 Mitarbeiter.
Zwei Gründe waren sicherlich für Otto Dörries, Vorstand der O.Dörries AG von Bedeutung:
Das Werk in Düren verfügte nicht über eine Gießerei, denn Graugussbauteile waren die Basis für den Papiermaschinenbau und mussten von Unterlieferanten bezogen werden. Die Entwicklung und der Bau von Senkrechtdrehmaschinen hatte für Dörries seit 1933 Tradition und war eine zusätzliche Produktionsparte.
Sein Werk in Neisse, Oberschlesien, gegründet 1872 von Hahn und Koplowitz, fertigte Senkrechtdrehmaschinen. 1945 waren Fachleute neben denen vom damaligen Hauptwerk –mit der Sparte Papiermaschinenbau- in Bad Warmbrunn, Unterschlesien, von Neisse an der Glatzer Neisse nach Düren geflüchtet, um hier eine neue Heimat und Arbeit bei ihrem früheren Arbeitgeber zu finden.
1953, also schon vor der Übernahme von Neuhütte entwickelten die ehemaligen Spezialisten unter Leitung von Erich Plaen eine hochmoderne Senkrechtdrehmaschine mit einem Lastschaltgetriebe und visionären Vorschubkasten.
Der Ausbau der Gießerei war 1954 vorrangig. Danach erfolgte der Bau von Fabrikgebäuden zum Bau der Senkrechtdrehmaschinen. Die Kenntnisse für Bohrmaschinen der übernommenen Belegschaft reichten nicht die Senkrechtdreh-Technologie. Deshalb vollzog sich die Spartenteilung Papiermaschinen in Düren und Werkzeugmaschinen / Senkrechtdrehmaschinen in Neuhütte in gut überlegten Schritten.
Für die Gießerei stand nur das ehemalige Girards-Personal zur Verfügung. Für dringend benötigte zusätzliche Fachkräfte wurden naheliegende Gießereien abgeworben, wie z.B. Simon Ulrich in Mechernich und Zimmermann und Jansen in Düren.
Im Maschinenbau konnte der Austausch von Fertigungsplätzen und Personal flexibler gestaltet werden. Die Montageplätze der Girards-Bohrmaschinen reichten in den Flächen- und Krankapazitäten nicht. Die Schulungen für den Bau von Senkrechtdrehmaschinen erfolgten für eine Basisgruppe in Düren. In dieser Periode nutzte der Dürener Papiermaschinenbau die neuen Neuhüttener Montagehallen.
Das Werk Düren lieferte im Zeitraum von 1953 bis zum 11.01.1958 36 Senkrechtdrehmaschinen,
Typ: SD 100, SD 125 und SD 160 an Kunden. Die erste in Neuhütte gefertigte Maschine, Typ SD 160 erhielt am 23.12.1957 die Firma Hackforth & Co in Wanne-Eikel.
Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass das Produkt „Girards-Bohrmaschine“ 1954 unbeachtet blieb.
Die Firma Varta in Hagen fertigte bis in die 1970’er Jahre die Maschinen, danach die Firma Cegielski in Posen, Polen. Die Fertigung von Bohrmaschinenkomponenten in Neuhütte, wie Innen- und Außensäulen für die Firma Varta endete erst in den 1970’er Jahren. Die Firma Dörries fertigte aus Girards-Restbeständen Bohrmaschinen bis 1955. Die letzte Einheit blieb in Neuhütte und ist heute ein Exponat Dokumentation des Verein zur Förderung und Erhaltung der Werkzeugmaschinenbautradition in der Eifel E.V..
Die letzte in Neuhütte gefertigte Senkrechtdrehmaschine, Typ: VCE 2000/160, wurde im März 1998 an die Firma Hopkinson in Hudderfield, Großbritannien, geliefert.
Die Firma DS-Technologie GmbH, Mönchengladbach, verzeichnete am 30.06.1998 ein Auftragsvolumen in der Höhe von 21 Neuhüttener-Produkte.

Abriss zur Endwicklung der Senkrechtdrehmaschine

Auszüge aus der englischen Patentschrift von 1839
zur Entwicklung der ersten Senkrechtdrehmaschine von Johann Georg Bodmer

Quelle: Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik Maschinenbauer und Erfinder von Norbert Lang, Nussbaumen bei Baden 1987 Verein für wirtschaftliche Studien, 8002 Zürich

Johann Georg Böhmer

Wiege der Dörries Senkrechtdrehmaschine

Hahn & Koplowitz, gegründet 1872,
Ab 1933 NEMA und NEMA Dörries in Neisse, Oberschlesien
NEMA: Neisser Eisengießerei und Maschinenbau-Anstalt

Senkrechtdrehmaschine, Baujahr ca. 1925
Quelle: Deutsches Museum, München

Exponat auf dem Gebäudevorplatz:

Senkrechtdrehmaschine
Modell NEMA EKS 1
Baujahr 1942
Planscheiben-Ø 1100 mm
Drehdurchmesser 1250 mm
Drehhöhe 1000 mm
Antriebsleistung 18,4 kW

Der technische Fortschritt
Quelle: Dokumentation Neuhütte

Erste Dörries Senkrechtdrehmaschine
Modell SD 100
Baujahr 1953
Planscheiben-Ø 1000 mm
Drehhöhe 1100 mm
Antriebsleistung 37 kW

Teilansicht von Neuhütte nach Übernahme durch die Firma Dörries AG im Jahre 1954
Montagehalle der Firma Girards
(Anmerkung: Obere Fensterreihe aus Gusseisen, Exponat im Treppenhaus des Ausstellungsgebäudes)
Neubau und Erweiterung der Gießerei
Bau der Endmontagehalle für Senkrechtdrehmaschinen
1956, Montage von Papiermaschinen-Baugruppen
nach der Fertigstellung der Halle für die Senkrechtdrehmaschinen-Endmontage
1970, Baugruppen- und Endmontage für Senkrechtdrehmaschinen
Neuhütte zum Ende der 50’er Jahre
Ansicht von der Bundesstraße zum Haupteingang
Gießerei
Formerei und Kupolofenanlage (unten) in den 1960’er Jahren
Kupolofenanlage für den Abstich von Gusseisen und Schlacke
Dreherei und Fräserei zum Ende der 60’er Jahre
Lehrwerkstatt der Fa. Dörries Anfang der 1970’er Jahre
Lehrlinge Anfang der 1970’er Jahre mit ihrem Ausbilder Richard Hoppe

Eine Senkrechtdrehmaschine bei der Bearbeitung eines Werkstücks

Senkrechtdrehmaschine Bauform Zweiständer mit 3 Meisselschieber Modell Bauzeit 1970 – 1985
Ca. 1970 Arbeiten an einer Gussform für Senkrechtdrehmaschinen-Ständer
Former beim Setzen der Kerne
Arbeitspause in der Grossgussputzerei
Gießereiarbeiter Franz Haas und Andreas Schmitz

Das Reinigen und Putzen der Gussteile war sicherlich aus heutiger Sicht Schwerstarbeit. Besonders schwierig erwies sich die Entfernung des Formsandes aus dem Innern der Gussteile. Die sogenannten Gusskerne hatten besonders bei Großteilen Eisenarmierungen. Auf Grund der Stabilität und äußeren Formgestaltung waren die Versteifungsrippen in den Hohlräumen platziert. Diese Gestaltung erschwerte zusätzlich die Arbeit der Gussputzer.

Die fertiggestellte Form vor dem Auflegen des Oberkastens
Gießereimeister Albin Wilke und Wilhelm Schnichels beim Füllen
der Form mit flüssigem Gusseisen von ca. 1.500°C

Graugussgießerei Dörries in den
1960’er Jahren

Unter Aufsicht von Meister
Hubert Kuck wird die Gussform
– Papiermaschinewalze –
mit flüssigem Eisen mittels Krangießpfanne gefüllt.

Erste von der Fa. Dörries in Neuhütte gebaute Maschine
Typ SD 160
geliefert am 23.12.1957
an die Fa. Hackforth
in Wanne Eikel

Endmontage der Senkrechtdrehmaschinen in den 1960’er Jahren
Mitarbeiter der Modellschreinerei im Jahre 1959 und
im Jahre 1965
Tisch links: Otto Kohl und Horst Walter in der Werkskantine (1965)
Maschinenschlosser Josef Mießeler, Franz Hilger und Walter Wolfgarten

Elektromonteure Arnold Wielspütz und Dieter Unger beim Aufbau und der Montage der Maschinensteuerung 1968
Ehemaliges Herrenhaus von Neuhütte 1968
Neuhütte im Jahre 1973 nach der letzten baulichen Erweiterung
Die beiden schwarzen Fahnen zeigen die Schließung der Gießerei im Jahr 1978 an

Das Dörries-Kantinenpersonal

Elisabeth Schneider, Christa Weiler, Ursula Kaschula, Gisela Dalbenden, Lydia Hildebrand
Kücheneinrichtung Die „Pommespresse“

Firmensport, Fußball und Tennis

Fußballmannschaft der Fa. Dörries um ca. 1972
stehend von links: Fritz Richartz, Rainer Andreolli, Friedhelm Schmelzer, Heinz Steffens, Peter Hermes, Hans Höller
hockend von links: Bernd Schmitz, Erich Offermann, Peter Jumpertz, Ludwig Glehn, Heinz Weiler, Leo Stolz, Peter Bertram

Links
Laurenz Ludwigs Wanderpokal 1985
Nach dreimaligem Gewinn verblieb der Pokal bei Hannelore Harperscheidt

Der Dörries Tennisklub verfügte auf dem Parkplatzgelände über zwei Turnierplätze mit Klubhaus.

Drehspanquerschnitt: 50 x 4 mm, Werkstoff: Stahl C 45

1981: Endmontage der Senkrechtdrehmaschine Typ CT 800/V14 mit verfahrbarem Portal, Planscheibendurchmesser: 8 Meter, max. Werkstückdurchmesser 14 Meter, Werkstückhöhe 8 Meter, Maschinenhöhe: ca. 12 Meter, Gesamtgewicht: ca. 450 Tonnen, Lieferland: Südafrika

Zweiständer-Senkrechtdrehmaschine Typ SD 600
Planscheiben-Ø 6.000 mm
Dreh-Ø max. 6.500 mm
Einständer-Senkrechtdrehmaschine
Typ SDE 500 V 10

Antrieb der Dörries-Senkrechtdrehmaschinen

Hauptantrieb
Hohe Antriebsleistung
bis 150kW für alle Maschinen
Stufenlos regelbar
Antrieb durch Thyristorgesteuerten Gleichstrommotor
3 Regelbereiche
Am Hauptantrieb können durch Elektromagnetkupplungen 8 verschiedene Regelbereiche gewählt werden.
Konstante Leistung
Durch 3 Schaltstufen ergibt sich ein gesamter Regelbereich bei konstanter Leistung 1:24
Nach anschließendem Regelbereich bei konstantem Drehmoment 1:17,5. Gesamtregelbereich 1:420
Großes Drehmoment
SDE 500 M=400.000 Nm
SDE 600 M=400.000 Nm
SDE 630 M=630.000 Nm
SDE 700 M=630.000 Nm
SDE 800 M=630.000 Nm
SDE 1000 M=630.000 Nm

Größenvergleich zweier Maschinen

1979, Endmontage, Senkrechtdrehmaschine Typ SDE 800 V 12, Petrosawosk, UDSSR,
mit hydraulischem Querbalken- und Meißelschieber-Gewichtsausgleich.

Größenvergleich Mensch und Maschine


Väter der neuen Dörries Senkrechtdrehmaschine vom ehem. Werk Dörries Neisse in Oberschlesien. Die erste Maschine wurde 1953 im Werk Düren gebaut und in die eigene Fertigung übernommen.

Erich Plaen
Direktor

Rudolf Staskiewiecz
Chefkonstrukteur

Funktionen
• Zentrale Bedienstation
(nur wenige Schalthebel)
• 24-Stufen Lastschaltgetriebe
(Drehzahlwechsel bei laufender Planscheibe)
• 16-Stufen Vorschubgetriebe
• 2 m/ min Eilganggeschwindigkeit für die
Meißelschieber
• Anschlagdrehen
• Kegeldrehen mit Wechselrädern
• Längs- und Plan-Gewindeschneiden
• Kopierdrehen
• Konstante Schnittgeschwindigkeit beim
Plandrehen

Fotos: Broschüre „100 Jahre Werk Düren“
Archiv Neuhütte, Familie Heinrich Dörries,
Frau Staskiewiecz

                     

Chronik des Industriestandortes Neuhütte von 1954 bis 1998

JahrEreignis
1954Konkurs der Firm Girards (Gießerei und Werkzeugmaschinenbau)
Übernahme durch die Firma O. Dörries AG, Düren
(Papier- und Werkzeugmaschinenbau)
1966Die Firma J.M. Voith GmbH, Heidenheim an der Brenz übernimmt die
50 % Aktienanteile des Aktionärs Hans Kohn.
Neue Firmierung:
O.Dörries GmbH, Düren
1967Die Firma J.M. Voith GmbH, Heidenheim an der Brenz übernimmt die Anteile von der Gesellschafterin Othilie Dörries
1986Die Firma O. Dörries GmbH, Düren, übernimmt die Firma Scharmann GmbH & Co Mönchengladbach-Rheydt (Werkzeugmaschinenbau)
Neuer Firmenname:
Dörries Scharmann GmbH, Düren
1989 Spartenteilung der Dörries Scharmann GmbH, Düren
Firmierungen: Dörries GmbH, Düren (Papiermaschinenbau)
Dörries Scharmann GmbH, Mönchengladbach
(Werkzeugmaschinenbau)
1992Realteilung der Firma J.M. Voith, Heidenheim an der Brenz
Quelle: Vertrag J.M Voith GmbH ./. Vulkan Industrie Holding GmbH


Realteilung des Konzern Unternehmens Voith und Verkauf der Firma Dörries Scharmann GmbH (alt), Mönchengladbach

DatumEreignis
30.09.1991Ergebnisabführungsverträge zwischen Dörries Scharmann GmbH (alt) und Voith (Gesellschafter und Konzernleitunternehmen) werden beendet
1. Verschmelzung: der Dörries Scharmann GmbH (alt) mit der
J. M. Voith GmbH, Heidenheim a. d. Brz.
2. Realteilung: Übertragung (der Geschäftsbetriebe Mönchengladbach,
Mechernich und deren Geschäftsbeteiligungen) auf den
Verkäufer die Firma Dörries Scharmann Werkzeugmaschinenbau
GmbH, Amtsgericht Heidenheim an der Brenz, HRB 938
3. Ausgliederung: Übertragung auf die Scharmann
Verwaltungsgesellschaft mbH,
Amtsgericht Mönchengladbach Nr. 18 HRB 2035
4. Umbenennung: der Scharmann Verwaltungsgesellschaft mbH in
Dörries Scharmann GmbH (neu)
01.10.1991
0.05 Uhr
5. Verkauf: Dörries Scharmann GmbH, Mönchengladbach (neu)
neuer Gesellschafter: Vulkan Industrie Holding GmbH, 2820 Bremen,
Lindenstr. 110, Amtsgericht Bremen HRB 12498
29.04.1992Vertrag rückwirkend zum 01.10.1991, 00.05 Uhr
zwischen J.M. Voith GmbH und Vulkan Industrie Holding GmbH
1993Die Firma Bremer Vulkan übernimmt von der Metallgesellschaft, Frankfurt, die Firma Schiess AG, Düsseldorf, mit einer Vielzahl von der Treuhand erworbenen Standorten (Sparten: Werkzeugmaschinenbau)
1994Verschmelzung der Schiess AG mit der Dörries Scharmann GmbH
1. Dörries Scharmann GmbH wird der Schiess AG eingliedert.
2. Die Schiess AG wird umbenannt in Dörries Scharmann AG
02.1996 Konkurs der Firma Vulkan Industrie Holding GmbH, Bremen
06.1996Konkurs der Firma Dörries Scharmann AG, Mönchengladbach
02.-06.1998 Verlagerung des Produktbereiches nach Mönchengladbach
01.07.1998IHZ Feytal übernimmt das Werk Mechernich Neuhütte

Das Ende der Neuhüttener Hochtechnologieepoche!

Beginn mit dem Streit der „Voith-Stämme“ (Hanns /J.M. Voith GmbH, Heidenheim an der Brenz und Hermann Voith / Firma Schuler, Göppingen)

Nach dem 30.06.1998 im IHZ (Industrie- und Handwerkszentrum Feytal) vormals Neuhütte aktive Firmen

DS Technologie Mönchengladbach, Materiallager von 1998 bis 2004

EDM-Technik Maschinenbau GmbH: Montage und Reparaturen von Werkzeugmaschinen
Gesellschafter: Ehemalige Dörries Scharmann AG Mitarbeiter

Laaf Papiermaschinen-Walzenservice und Zubehör

MFT: Maschinenbau und Fertigungstechnologie Mechernich GmbH vom 08.05.1998 bis 2013, Teilefertigung/ mechanische Fertigung

Sonstige:
Maschinenservice Frings, Reparatur und Montage von Werkzeugmaschinen
Mekro, Metallverarbeitung
Staplerhaus Kemper, Staplerreparaturen und Verkauf

MD: Fertigungstechnik und Maschinenbau

Schneider Werner, Dreh- und Frästechnik

Comtrans International, Internationale Spedition
BCM, Büro Centrum Mießeler, Buchführung
Witax, Steuerberatung
Eifel Medical, Sanitätsartikel und Krankenhauseinrichtungen
Empt, Verpackungsservice

HAMA-Holzhaus GmbH, Holzausbau

Gebr. Dederich, Hochbau
Hobra, Verwertung von Havariegütern, Insolvenzware, Überproduktion und sonstigen Posten
Holz Design Hamacher, Tischlereiwerkstätte

Holzbau Bruns, Holzbau, Zimmerei (Pächter des Parkplatzes)

H+L Bedachungen, Dachdeckerei
H&P Verwertungs-GmbH, An- und Verkauf von Havariegütern, Restposten, Insolvenzware, Überproduktion und sonstigen Sonderposten
Ingenieurbüro Mießeler/ Regh, Planungsbüro für Tiefbau
JHK, Hydraulikschläuche
Logic Control, Software im Maschinenbau
Löbel, Dachdecker- und Maurerarbeiten/ Lager
Lutz Lorenz, Sanitärtechnik
Polovic, Schreinerei
Pro Security, Sicherheitsdienst
R.u.S., Elektrotechnik
Andreas Reinartz, Elektrotechnik

Naschwerk, Schokolade- und Marzipanmodellierung

Prosenius, Versicherungsagentur

Vogelsberg, Innenausbau

Weiss-Display, Messebau

Die Holzmakler, Holzhandel & Holzvermittlung

Mangianiello, Weinimport

Lena Bruns, Logopädie

Sport Wheels, Pkw-Felgen, Auspuffanlagen

Secotec, Sicherheitskleidung

LEDWV GmbH &Co KG, LED-Leuchtkörper

ROADRUNNER, Musik-Künstleragentur

Vereine:
TCD: Tennisclub Dörries
Verein zur Förderung und Erhaltung der Werkzeugmaschinenbautradition in der Eifel e.V.

Wellness- und Entspannungstherapie

Pkw-Sportauspuffmontage

Verkauf von Tierspielzeugen

Säuglingsernährung

Rheinische Bohrmaschinenfabrik GmbH Girards von ca. 1920 – 1954

Prospekt der Firma Rheinische Bohrmaschinen GmbH.

Es ist zu vermuten, dass zusätzlich zu Frau Girards weitere Gesellschafter beteiligt waren und damit die Gesellschaft als GmbH gegründet wurde.

Perfekt: Technik, Design und Ergonomie:

Die Neuhütte gegen Ende der 30’er Jahre
(links, Fachwerkanbau mit Glockenturm, die Vussemer Notkirche)

Peter Girards jun.
1912 – 1992

Um das Jahr 1936 trat Peter Girards in die Bohrmaschinenfabrik ein, die zwischenzeitlich in Fa. Girards umbenannt wurde. Er wurde neben seiner Mutter, sowie einem Herrn Josef Wilsberg Teilhaber des Unternehmens. Die technische Leitung lag in den Händen des Ingenieurs Ludwig Fuhrmann.

Werkhalle vor 1940

Dreherei nach 1940
Fräserei nach 1945
Bohrmaschinen Endmontage ab 1945
von links: Meister Josef Schmitz aus Eiserfey und
Ingenieur Joe Wulschner aus Mechernich/ Vussem nach 1945
Eine besonders große Ausleger-Radialbohrmaschine
Maschinentransport zum Kunden
Selbstgefertigter gusseisener Fensterrahmen der Girards-Fabrikhallen
(Exponat im Gebäude-Eingangsbereich)

Werksanlage Girards ca. 1950

Eine Säulenbohrmaschine
Typ: SB 50 oder SB 60
der 1950-er Jahre.

Von der Firma Girards sind keine ausreichenden Produktionsdaten bekannt, um die dekorierte
1000. Bohrmaschine seit ca. 1922 oder einem Typ zuzuordnen.

Gemälde des Anstreichers und
Hobbymalers Neuerburg zur
regionalen Ausstellung Ende der 1940’er Jahre in Schleiden-Gemünd.
Das Bild wurde nur kurzzeitig auf dem Stand der Firma Girards präsentiert.
Gem. Zeitzeugen sollte es den Streit zwischen Peter Girards und dem Schleidener Kreisdirektor den Besuchern symbolisieren

1954 Ende der Girards- und Bohrmaschinen-Epoche.
(Geschenk 2013, der Firma MFT an „Verein zur Erhaltung der Werkzeugmaschinenbautradition in der Eifel e.V,)

Girards Säulen-Bohrmaschine

Typ: SB 60
Säulen-Bohrmaschine, Spindeldurchmesser = 60 mm

Baujahr: 1954/ 1955
Letzte in Neuhütte von der Firma O.Dörries AG gebaute
Bohrmaschine aus Restbeständen der Firma Girards

Gewicht: 9750 N (975 kg)

Werkzeugaufnahme: MK 4 nach DIN 228 mit Spannschlossöffnung für Rückzugbearbeitung

Spindeldrehzahlen:
75 / 119 / 188 / 299 / 473 / 750 U/min

Maschinelle Vorschübe:
0,08 / 0,13 / 0,2 / 0,3 mm pro Spindelumdrehung

Automatische Vorschubabschaltung / einstellbar
Handvorschub: Handrad oder Drehkreuz

Antriebsleistung: 2,2 kw

Spindelhub: 280 mm

Werkstück-Tischbelastung: ca. 200 kg

Höhenverstellung des Tische: 500 mm

Maximale Werkstückhöhe über Tisch: 600 mm
Maximale Werkstückhöhe über Basistisch: 1100 mm

Drehtisch und Säulenklemmung: Manuell (Reibschluss)

Eisengießerei und mechansische Bearbeitung Girards 1883 – ca. 1920

Vermutlich die älteste Ansicht der Neuhütte

Anmerkung: Die Graphik wirkt unrealistisch. Daher ist sie vermutlich ein Versuch der Firma Depiereux, Düren, eine Graphik ihres ehemaligen Werkes für die Jubiläumsbroschüre von 1969 zu herzustellen. In der Festschrift ist ein Ausschnitt des Briefkopfes der Firma Girards von 1899 wiedergegeben.
Erste Erweiterungsbauten der Firma Girards (Rote Markierung)
Peter Girards mit Familie und Beschäftigten vor 1900
Obwohl die Fa. Gebr. Girards kein eigenes Produkt hatte,
wurden bereits um 1900 mechanische Vorrichtungen gebaut
Briefkopf der Firma Gebrüder Girards aus dem Jahr 1899
(Älteste nachvollziehbare realistische Graphik von Neuhütte)
Lageplan von 2010 mit markierten Gebäuden Anno 1899
Briefkopf der Firma Girards Anno 1902
Ansicht der Firma Girards, Gebäude und Freifläche mit Lokomobil, Villa-Girards im Hintergrund
(Das später errichtet Gebäude hat eine deutlich abweichende Architektur)

Transportfahrzeuge der Firma Gebrüder Girards

Bis zur Verfügbarkeit des elektrischen Stroms hatte der Industriestandort Neuhütte durch die Wasserkraft des Veybaches beste Voraussetzungen zum Betrieb von Bearbeitungsmaschinen und Blasebälge der Eisengießerei. Engpass war der Transport von Materialien vom ca. vier Kilometer entfernten Bahnhof Mechernich nach Neuhütte. Der Bau von dampfgetriebenen Maschinen (Lokomobile) für Landwirtschaft und Verkehr ermöglichte der Firma Girards den Transport an seinen Bedarf anzupassen. Das „Girads-Lokomobil“ war gem. Zeitzeugen ein Erzeugnis der Firma Fouler, England. Das Fahrzeug wurde 1914 zu Wehrzwecken auf dem Bahnhof Mechernich verladen.
(Quelle: Albert Velser, Chronik Vussem)

Die Dampf-Straßenzugmaschine
diente vornehmlich dem Materialtransport vom und zum Bahnhof Mechernich. Die Firma Girards inserierte in der Lokalzeitung, dass sie auch für Straßen- und Wegebau geeignet war.

Peter Girards Bruder,
Hubert Girards, verkaufte seine
Transportausrüstung, die er sicherlich im Weiteren auch landwirtschaftlich nutzte.

Führerschein von Johann Wienand aus Vussem zum Führen des Dampflokomobils

1907 wird Neuhütte an die Stromerzeugung der Urfttalsperre angeschlossen
(Quelle: WDR-Dokumentation „Wie der Strom in die Eifel kam“)

Mit dem Bau der Urfttalsperre und des Wasserkraftwerkes Heimbach wurde relativ spät die Nutzung elektrischer Energie in der Eifel möglich. Der Betrieb von Kohlekraftwerken war auf Grund der mangelhaften Transportmöglichkeiten zu aufwendig. Offensichtlich war das Mechernicher Bleibergwerk für die Stromversorgung vorrangig, da sie dem Untertagebau erhebliche Vorteile brachte. Die elektrische Beleuchtung entlastete vor allem die Luftversorgung. Die Nähe zum Bergwerk ermöglichte eine wenig aufwendige Stichleitung bis Neuhütte.
Die Leistung ist unbekannt. Allein eine elektrische Beleuchtung war eine wesentliche Verbesserung für die Arbeit in der Winterzeit und die erforderliche Nachtarbeit zum Betrieb der Kupolöfen der Gießerei.

1922 wird der Ort Vussem an das elektrischem Stromnetz angeschlossen.
Bestimmend war über Jahrhunderte die Wasserkraft; die Industrie 1.0.
Dem Mechernicher Bleibergwerk ermöglichte der Eisenbahnbetrieb ab ca. 1870 eine Dampfmaschine zu betreiben, die Industrie 2.0.
Die elektrische Energie ermöglichte Neuhütte ab 1907 den Anschluss an die Industrie 3.0.

Man kann vermuten, dass für Neuhütte der elektrische Strom zuerst zur Beleuchtung diente. Gem. Zeitzeugen waren die Wasserräder bis zur Mitte des 20-sten Jahrhunderts zur Fertigung von Maschinenkomponenten in Betrieb.

Girards-Werksanlage und Villa 1912 (ältestes Foto der Werksanlage)

Das Herrenhaus, teils erbaut 1722, Abriss ca. 1968

Das Herrenhaus, teils erbaut 1722, Abriss ca. 1968

Frau Magdalena Girards, geb. Distelrath 1876 – 1966

Peter Girards, sen, verstarb 1920

Seine zweite Ehefrau, Magdalena, geb. Distelrath begann unter der technischen Führung von Oberingenieur Paul Kneisel mit dem Bau von Bohrmaschinen.
Paul Kneisel hatte sehr wahrscheinlich seine Werkzeugmaschinenkenntnisse
bei der Firma Hettner in Bad Münstereifel erworben.

Eisengießerei Depiereux ca. 1850 – 1883

Berechtigungsurkunde von 1855 zum Betrieb einer Graugussgießerei
(Quelle: Jubiläumsbroschüre der Firma Depiereux, Düren)

Gießerei im sogenannten Kastenguss
Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden und Umgegend 1878

Produktionsstatistik von 1812 bis 1860.

Schneidmühle und Hammerwerk von ca. 1725 – 1954

Die Schneidmühle

Technik:
Durch Wasserkraft betriebene Anlage zum Schneiden von Metallblechen. Zwei gehärtete, sich gegenläufig drehende, runde Stahlscheiben waren durch gegenseitigen radialen u. axialen Versatz so angeordnet, dass die sich jeweils zugewandten Stirnflächen leicht überlappten. Zwischen beiden rotierenden Scheiben entstand somit eine kleinere Berührungsfläche, innerhalb derer die Scheiben unter axial aufgebrachtem Druck gegeneinander liefen. Während die Drehbewegung für einen Einzug u. Vorschub der zu schneidenden Bleche sorgte, ergab sich durch die radiale Überlappung der Stahlscheiben eine Scherung u. Trennung des Materials.
Technologisch gilt die Schneidmühle als Vorläufer des Walzwerke.

Skizze: F. Holtz

Ansicht eines Eisenwalz- und Schneidewerks nach Swedenborg 1734 (Johannsen 1929, 259)
Quelle: Christian Kleinen
Das Zinkwalzwerk Hoesch und die Geschichte der frühen Walztechnik
v. d. Linnepe
Verlagsgesellschaft Hagen

Die Vussemer Schneidmühle

Das Hammergebäude mit einem unfertigen Umbau kurz vor dem Abriss gegen Mitte der 1950er Jahre
(Repro: A. Velser)
Betriebsamkeit in der Hütte
Hammermeister Peter Rutt und Familie und zwei Beschäftigte ca. 1934 im Hammerwerk
Blick ins Hammerwerk

Eisenproduktion im Hüttenbetrieb von 1722 bis 1850

Diederich Rotscheidt und Nachfahren bis ca. 1785,
Carl Henseler und Nachfahren bis ca. 1840,
Heinrich Wilhelm Schruff u. Ernst Theodor Fingerhut aus Eiserfey und Franz Schmitz von der Burg Heistert

Die Bezeichnung „Neuhütte“ ergibt sich aus der Hüttengründung vom 26.Januar 1722 besagt aber im Weiteren, dass es sich um einen neuen Hüttenbetrieb handelt.
Die Dokumente bezeugen, dass bereits 1593 eine Hütte existierte.
(Quelle: Albert Velser)

Eindeutiger Hinweis auf eine ältere Vorgängerhütte der Neuhütte in Vussem

Aus dem Vussemer Schöffenweistum 1593 (Sammlung von Grimm)
Weistumsabschrift 1629*) Manderscheid-Blankenheimer Akte im Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf
Hinweis auf einen Hüttengarten im Vussemer Zehntprotokoll 1696 *)

Eisenhütte und Übertage-Eisenerzabbau in der Eifel

Holzkohle Hochofen Anfang des 17. Jahrhunders
Gemälde von Jan Breughel d. Älteren

Am Anfang war der Eisenstein

Hier die Abbaugrube „Dachslöcher“ in der Weyerer Flur Wimmels
bei den Aussiedlerhöfen Heinen und Breuer

Der Eiserfeyer Eisenerzstollen

Bild: Links: Transportweg
Mitte: Stützmauer
Rechts: Abbau des Eisenerzes

In den östlichen Hang des Veybachtales wurde der Stollen über eine Länge von ca. 80 Meter eingearbeitet. Das Abbauvolumen wird geschätzt in der Höhe von ca. 3000 m³.
Am Kopfende waren Luftschächte, um einen natürliche Zustrom für Frischluft für die Arbeiter und Petroleumlampen zu sichern. Der Zeitraum des Erzabbaus ist nicht exakt bekannt. Sicherlich wurden die Eiserfeyer Hütten bevorzugt beliefert oder betrieben den Abbau selbst. Interessierte können nur mit Zustimmung und Begleitung der Parzelleneigentümer, Mechernich-Eiserfey, Hauserbachstraße 38, den Stollen besichtigen. An Festtagen der Eiserfeyer Dorfgemeinschaft sind Führungen ohne Voranmeldung.

Natürliche chemische Verbindungen mit 16,531 % Eisenoxyd (Fe2O3)

Der Eisenanteil einer Erzprobe aus dem Eiserfeyer Erzstollen beträgt 11,56 %.
Heute stehen Erze mit einem Anteil bis zu ca. 70 % zur Verfügung.

Holzmeiler am Eisenwanderweg in Gemünd
Darstellung der ungefähren Menge Holz bzw. der daraus gewonnenen Holzkohle, um die Eisenmenge der beigelegten Schraube produzieren zu können
(Die letzten beiden Fotos: Rebekka Kehren Gemünd)

Erste Seite der 15 Punkte umfassenden Genehmigung zur Errichtung der Neuhütte in Vussem aus dem Jahre 1722

Transkription der Hüttenkonzession

Hüttenkonsession
des Grafen Franz Georg von Manderscheid-Blankenheim
für Johann Diederich Ratscheidt
1722 Januar 24

Graf Franz Georg zu Manderscheid-Blankenheim erteilt dem Reidt- und Hüttenmeister Johann Diederich Ratscheidt von Gemünd die Erlaubnis, zu Vussem auf des Grafen Hoheit unterhalb des Dorfes an der Bach und der nach Breitenbenden führenden öffentlichen Strass auf seine eigenen Kosten ein neues Reidt- und Hüttenwerk zu errichten.

Mannheim, 1722 Januar 24



Wir, Frantz Georg Graf zu Manderscheidt – Blankenheim und Gerolstein, Freyherr zu Jünkerath und Cronenburg, Herr zu Bettingen, Dhaun und Erp, des Ertzstifts Collen Erbhofmeister, Ihro Röm. Kayserl. Auch Königl. Majestät Wurcklicher geheimer Rath, Sr. Churfurst. Durchl. zu Pfalz geheimer Conferential und stats Minister, Grosshofmeister und Ritter des ordens S. Huberti ato. Thun hiermit kundt und zu wissen:

Nachdem unss der Ehrsame Johan Diederich ratscheidt, reidt- und Hüttenmeister von Gemündt, underthänig zu erkennengegeben, Huttenwerck zu errichten gesinnet, und deshalb unsere Landtsherche gnadige Bewilligung Ihm zu ertheilen gezimend gebeten hatt, dass wir dahero nach reiflicher zu sachen und allen dabey einschlagenden Umbständten Erwegung besagten Johann Diederchen Ratscheidt underthänges suchen gnädig bewilliget und demselben die erbawung solchen newen Huttenwercks in gnaden gestattet haben, allermaesen wir dan auch hiemit vor unss und unsere Nachkomblingen auf nachfolgende conditionen und vorwarten es gestatten und bewilligen.

1)
Dass nemblich I mo vorgemalter Ratscheidt das Huttenwerck und der unseren Dorf Vussem bey der bach ah der gemeinen nach Breitenbenden gehenden strassen auf seine eigene spesen undt Kosten fordersamst auffahren und sobalt möglich in gebührenden standt und gang bringen und darin bestandig unterhalten solle.
2)
Wobey wir Jedoch zum Zweyten demselben erlaubt haben undt hiemit erlauben , dass Er unsere underthanen der Dörfer Lorbach, Vossem undt Berchem gegen einige reichende erkentlichkeit an Kost und krank zu leistung ein- und anderer frohnen und fuhren auf gutliche weise willig machen könne und möge, wobey wir aber in geringesten nicht gestatten, dass darin einer von unseren Underthanen, durch wen es auch immer seye, sollte beschwertund gleicherfalss darzu wider seinen freyen Willen ahngehalten werden, widerigenfalss wir denselben mi schwarster straf ahnzusehen wissen werden.
3)
Also viel aber pro 3tio den grund, darauf dass Huttenwerckerbawet werden solle, ahnbelangt, da erlauben wir hiermit, dass er dazu den vorhandenen gemeinen weg nehmen und gebrauchen, hingegen aber gleich dabey einen anderen genugsamen weg wider ahnschaffen, den ubrigen erfordertan grundt und Huttenplatz aber von denen in der nähe gelegenen Erben kauflich erhandelen solle undt möge, Woll verstanden Jedoch, dassihm nicht zugelassen sein solle, neben dem gemeinen weg mehr alss drey morgen in allem zu dem huttenwerck und dessen bezirck einzuziehen , gleich dan auch sothaner drey Morgiger bezirck vor ahnfandenden baw gemessen, abgesteiniget und darauf nach seiner gelegenheit beschrieben werden solle.
4)
Wurde er aber zum Vierten ausserdem beschriebenen und abgesteinigten Huttenbezirck einige Erbguter ahn garten, Wiesen oder ackerfelder Erblich oder auch pfandweiss ahn sich bringen können, ein sölches soll Ihm zwar freystehen, sothane anderswertige und ausser dem Huttenbezirck gelegene stucker aber keineswegss darunter verstanden, noch in der sölchen bezirck zugeeigneter hiernach beschriebener freyheit mit begriffen, sonderen hingegen bey ihrer vorheriger natur und art, wie auch allen darauf haftenden real – und personallasten und beschwerden gelassen werden.
5)
Alss viel nun aber den eigentlichen Huttenbezirck, die Wohnung und Hutte ahnbetrifft, dieselbe sollen von allen herschaftl. Und Landtsteuern frohn- und diensten frey und exempt sein und bleiben und völlige werckfreyheit haben, auch keiner anderer alss unserer eigener und unser Cantzeley Jurisdiction in real- und personal sachen unterwofen seyen.
6)
Wan nun dass Huttenwerck wurcklich errichtet und im standt seyn wirt, alssdan und sölcherfalss sollen unsera underthanen dess gerichts Gaw, Wie such der Dörfer Vossem, Berchem und Lorbach – vermitz dass sich wie andere mit Lohn wergnugen- in fahren und sonstiger arbeit den Vorzug haben und von Ihme, Huttenmeisteren, darauf Jederzeit besondere Absicht getragen, mithin von ihm.
7)
Zum siebten soviel thunlich befördert werden, damit der von benachbarten orten inzubringender Eisenstein auf unserer Hochheit gewaschen und uns also der halbe Zehend entrichtet werden möge.
8)
Wan auch sonsten Achtens auf unserer Hochheit er, Huttenmeister, oder unsere underthanen hiernechst eisenstein graben und finden werden, davon wirt unss der völlige Zehend wie brauchlich abgstattet.
9)
Gleichwie auch Neuntens in obgemelten dreyen Doferen Lorbach, Vossem und Berchen keine Zollstatt vorhandenist, also sollen auch sein, Huttenmeisters, in und aussfuhrende Wahran auf gemelter dreyer dörfer territorio zollfrey passieren, auf anderen unserer Zollstätten aber, darauf etwa ferner ahnkommen mögten, die gewöhnliche Zollgebuhr entrichetn.
10)
Von solcher Zollgebuhr aber werden hiermit die in unserer Grafschaft Blankenheim gemacht Kohlen ausdrucklich aussgenohmen, und gestatten wir gnadig, dass diese Kohlen in besagter unserer grafschaft Blanckenheim alllein, nicht aber in ubrigen unseren Graf – und herschaften, Zollfrey gelassen werden sollen.
11)
Damit auch dem Newen Huttenwerck besser geholfen und die dazu nöhtige kohlen desto besser ahngeschaft werden mögen, so versprechen wir ihm, huttenmeisteren, gnadig und wollen, dass er den vorzug in orhandlung der Kohlen auf den in unserer Grafschaft Blanckenheim und freyherschaft Junckerath diesseite der Kill ihm gelegenen bäschen vor anderen aussländischen Werkmeisteren haben und geniesen solle, vermitz dass wie andere zutun erpielig, die wehrschaft auch bezahle.
12)
Weil auch fast durchgehents bey allen reiht – und huttenwercheren eine Schleif – und Mahlmulle vorhandenzu sen pflegt, so wirt zwar dieselbe auch hiermit in gnaden gastattet, ke soll Jedoch dadurch unserer Vossener Mahlmullen nicht der geringste schadt und abgang verursachet, sonderen nur allein darauf zu dess huttenmeisters, seiner haussgenossen und standig auf dem Werck sich aufhaltender hutten – und Hammerschmidten und dazu alleinig nothwendiger arbeiter nöthiger consumtion, keineswegs aber vor andere Ein- und Ausslandische gemahlen, vielweniger aber einen Inlandischen Vossemer Mahlgenossen, auch anderen, so Ihme etwas für lohn fahrenoder sonst ausswerts und nicht Huttenwerck arbeiten ohne besondere Noth dass geringste ahn meel oder brodt uberlassen werden.
13)
Wurde aber widder Verhoffen und huttenmeisters verbindtlich gethane Zusage vorsetzlicher weise und ohne besonder noth gegen gleich gesetzten 12, art, und dessen einhalt mit mahlen, Meel oder brodt verkaufen uber Kurtz oder lang gehandelt werden, sölchen falss solle Er, Huttenmeister, unss in eine straf von 25 ggl. Unnachlasslich zu bezahlen erfallen seyn.
14)
Nachdem auch in erwegung, dass ab dem Huttenwerck verholfen nutzen die gemeinde zu Vossen bey unserer Cantzley erklart hatt, den Huttenmeisteren vier Kuhe frey und unahngeschlagen bey der gemeiner Herde mit weiden zu lassen, also hat es auch hierbei vermitz abtrag des Hirtenlohns sen Bewenden.
15)
Auf dass auch ein zeitlicher Huttenmeister, wie anderwerts brauchlich, zu dem werck einige Ergötzlichkeiten haben möge, als erlauben wir demselben dass auf unseres dorfs Vossem district alleinig und nicht weiter frey und ungehindert, jedoch unserenWalat- und fischordnungen gemass frey und fischen dorfe, unserer daselbst unss hiermit ausstrucklich vorbeltender Mitjagt und – Fischerey aber keinen vorgesetzlichen schaden unverhinder-muss zufugen solle.
16)
Dahingegen dan nun unss und unseren Erben ein Zeitlicher Huttenmeister und seiner Erben wegen Landtsherlichen schutz und schirm, auch wasserlaufs Jährliche und alle Jahr in termino martini zwantzig funf Rthr.per 80 al. Collnisch, dearab die erste zahlung martini 1723 fällig, entrichten und unserer Rent Cammer zu Blanckenheim ohne einigen nachlass eintragen sollen. Wurde Jedoch schliesslich dass huttenwerck, so gott verhuten solle, ohno sein verschulden durch Krieg, brandt oder anderen unverschuldenen Unglucklichen Zufall in unstand oder abgang gerathen, solchen unverhofenden falss werden wir auch ahn vorgemeldeter pfacht Ihm und den seinigen den billigmassigen naclass gnadig ahngedeyen lassen.

Geben Manheim, den 24. Jan. 1722
F(rantz) Georg Graf zu Manderschaidt

Die wörtliche Übereinstimmung dieser Abschrift mit der im Staatsarchiv zu Kolblenz befindlichen Vorlage, nämlich dem nach der Ausfertigung coorigierten Entwürfe der Privilegs wird hiermit amtlich bescheinigt

Kolblenz den 5. August 1904
Königlicher Staatsarchiv.
Unterschrift

Längsschnitt Durch einen Eifeler Hochofen
Verhüttungsschema Eifeler Reitwerke vom Eisenerz zum schmiedbaren Eisen
von Nikolaus Kley, aus der Festschrift 100 Jahre Eifelverein Ortsgruppe Kall 1895 – 1995

Vom Eisenerz zum Stahl/ Arbeitsgänge in der Hüttenanlage

Erzaufbereitung

1. Pochwerk: Zerkleinern des Eisenerz

Hochofenbetrieb

2. Hochofenbeschickung: Eisenerz und Holzkohle
3. Schmelzprozess: Reduktion des Sauerstoffs und Anreicherung
mit Kohlenstoff (ca. 1500 °C)
(Luftzufuhr durch wasserbetriebene Blasbälge)
4. Hochofenabstich: Ablass des flüssigen Roheisen und Erkaltung

Stahlerzeugung durch Frischfeuer, Frühschmiede und Reckhammer

5. Frischen: Reduktion von Kohlenstoff auf 0,2 -1,5 %,
Schwefel und Phosphormittels Schlaghammer
des erhitzten, teigigen Roheisens
6. Stahl: Formgebung zu handelsüblichen Halbzeugen
(z.B. Flachstahl, Rundstahl, Blech usw.)

Arbeiten in der Hütte

Lageplan von ca. 1905
Ortschaft Vussem

Schneidmühle
Hammer-
und Schneidwerke
Vorratsteichteich
(ehem. Dörries-Parkplatz)

Neuhütte Werksanlage Girards
Fertigungs- und Bürogebäuden
Wasserräder zum Betrieb der Bearbeitungsmaschinen.
(Bohr-, Dreh- und Hobelmaschinen)

Dorf Vussem, Neuhütte und Schneidmühle im Kartenwerk:
Tranchot-Müfflingsche Aufnahme rheinischer Gebiete 1803 – 1813 bzw. 1816 – 1820

Ältester Lageplan von Neuhütte
Entstanden während der französischen Besatzungszeit Anfang des 19. Jahrhunderts.

Rotmarkierte Gebäudestandorte von Schneidmühle und Neuhütte.
Hüttenbach und Hüttenteiche parallel verlaufend zum Veybach im östlichen Berghang.

Produktionsvolumen 1820/21:
(Quelle: Gabriele Emrich)

Hüttenwerk zu Vussem. Letzteres mit 5220 Ztr. (1820) und 5000 Ztr. (1821) Eisenfabrikate, keine rohen Produkte, ungefähre Durchschnittspreise pro Ztr. 3 Rthlr. 3 Gr. 7 Pf. für 1820.

Weitere Produktionsgebiete auf dem Betriebsgelände Neuhütte

Der Standort Neuhütte mit dem Eisenhüttenwerk, einer Schleif und Mehlmühle, einer Bleischmelze, einer Lohmühle sowie einer Gerberei war zeitweise auch in früherer Zeit ein Industrie- und Handwerkszentrum.

Spezielle Zeichnung zur Bleischmelze aus dem Jahr 1828

Abschrift der Permissionsurkunde (Genehmigungsurkunde) zu einer Bleischmelze in Neuhütte
Quelle: Amtsblatt der Regierung zu Aachen
Permission für das den Erben Henseler zu Vussem vermissionirte Bleihüttenwerk b. Vussem

Die nachstehende von der Königl. Ober-Berghauptmannschaft im Ministerio des Innern unterm 14ten November c. ausgefertigt und vollzogene Permissions – Urkunde für die Bleischmelze der Erben Henseler zu Vussem, wird hierdurch zu allgemeinen Kenntniß gebracht.

Bonn, den 14. Dezember 1831

Königl. Pr. Ober-Bergamt für die Niederrheinischen Provinzen

Die Ober-Berghauptmannschaft im Ministerio des Innern beschließt auf den Antrag des Königl. Ober-Bergamts für die Niederrheinischen Privinzen vom 14ten d. J. wie folgt:

Art. 1

Den Erben des zu Vussem, in der Bürgermeisterei Vussem, verstorbenen Karl Henseler, namentlich Julie Henseler, verehelichte Rothscheid, wohnhaft zu Gemünd, Carl, Alexander und Sophie Henseler, wohnhaft in Vussem, und Ferdinand Appolo Henseler, jetzt in Düren wohnhaft, wird hiermit die Erlaubnis erteilt, eine schon früher an der Stelle einer ihrem Eisenhütten – Werke Neue – Hütte zu Vussem, laut ursprünglicher Berechtigung anhängigen Schleif- und Mahlmühle, vorgerichtete Bleihütte betreiben zu dürfen.

Art. 2

Dieses Bleihüttenwerk soll nach dem der Urschrift des Gegenwärtigen beigefügten, von den Königl. Ober-Bergamt für die Niederrheinischen Provinzen unter dem 21ten Juni 1831 beglaubigten Plan der Situation und der Anlage bestehen, in einem gewöhnlichen Krummofen mit einem Balg. Der Aufschlag für das fünf Fuß eilf Zoll hohe oberschlächtige Schaufelrad erfolgt aus einem Sammelteich, welcher das für die Räder des Eisenhüttenwerks Neuhütte überflüssige Aufschlagwasser aufnimmt, in einem Gefälle von eilf Fußacht acht Zoll Höhe von der Sohle des Aufschlaggerinnes bis auf die Sohle der Radstube gemessen.

Art. 3

Dieser Bestand der Anlage darf ohne anderweitige von der unterzeichneten Behörde zu ertheilende Berechtigung nicht erweitert, umgeändert oder einen anderen Ort versetzt werden; auch ist es nicht gestattet, den auf dem im vorigen Artikel bezogenen Plan bezeichneten Wasserfall oder das Gebläse zu verändern, in Ansehung welches der Betrieb dieser Bleihütte allezeit von dem Eisenhüttenwerk abhängig bleibt.

Art. 4

Die Permissionaires erhalten die gegenwärtige Permission zur Anlage der im Art. 2 bezeichneten Bleihütte unter der ausdrücklichen Bedingung; dass jene Anlage in sechs Monaten Frist, vom Tage der genehmigten Permissions-Urkunde an, in Betrieb darf sodann, oder Vermissen und Genehmigung der Behörde , nicht über die gewöhnliche Zeit unterbrochen werden. Sollte die Hütte über Jahr und Tag außer Betrieb bleiben, so kann solche ohne eine neue Berechtigung nicht wieder in Betrieb gesetzt werden.

Art. 5

Jede Werks-Veränderung sowohl des ganzen Werkes als einzelner Antheile an demselben, soll dem Cölner Bergamt durch Vorlegung der authentischen Übertragungs-Akten angezeigt werden.

Art. 6

Da die Permission einer Gesellschaft erteilt ist, so ist dieselbe verbunden, einem Repräsentanten zu ernennen, welcher dieselbe bei Verhandlungen mit der Bergwerk-Behörde zu vertreten hat,

Art. 7

Die Permissionaires haben sich übrigens in allen Stücken, sowohl nachden bestehenden, als in Zukunft erscheinenden Gesetzen und Instruktionen, die Berg- und Hütten-Werke betreffend, zu richten und zu verhalten; demzufolge

Art. 8

Dem Königl. Bergamte an jedem Jahresschluß, und außerdem so oft es verlangt wird, richtige Nachweisungen über die stattgehabte Production, über den Materialverbrauch und die Arbeiterzahl einzureichen, und

Art. 9

Für gegenwärtige Permission nach Vorschrift des Art. 75 im Gesetz vom 21 April 1810 einfür allemal eine Tare von fünfzehn Tahlern an die Bergzehnt-Kasse zu Düren zu bezahlen.

Art. 10

Sollten die Permissionaires oder deren Nachfolger im Eigenthum den allgemeinen und besonderen Verpflichtungen, welche mit gegenwär4tiger Berechtigung verbunden sind, nicht nachkommen, so findet Seitens der Staatsbehörde Klage auf den Verlust der Permission statt.

Art. 11

Das Königl. Oberbergamt für die Niederrheinischen Provinzen, istr mit der Ausführung dieses Beschlusses beauftragt, welcher durch das Amtsblatt der Königl. Regierung zu Aachen zur öffentlichen Kenntnis gebracht werden soll.

Berlin, den 14. November 1821


(L. S.)
Köngl. Ober-Berghauptmannschaft im Ministerio des Innern,
(gez.) Gerhard

Das einst in Neuhütte stehende Haus gehörte zur Gerberei. Vermutlich im Zusammenhang mit dem Ausbau der Prämienstraße (der späteren Bundestraße B477) Mechernich – Tondorf wurde das Haus 1841 auf Abbruch von der Vussemer Familie Kolvenbach gekauft und im Ort an der gleichen Straße wieder aufgebaut. Später hieß es dann hier „An Kollevebachs“.

Stammbäume der Hüttenbetreiber Rothscheidt und Henseler
(Quelle: Gabriele Emrich)

300 Jahre Eisen-Geschichte im Veybachtal

Einführung

Die Dokumentation zum Industriestandort Neuhütte ist ein Zeugnis der Eifeler Eisengeschichte. Der Wandel von der Eisenerzverhüttung bis zum heutigen Industrie- und Handwerkerzentrum wird sehr detailliert und anschaulich vermittelt.
Die Vielzahl der Eifeler Eisenhütten bis ins 19. Jahrhundert ist kaum noch bekannt und wird auch nicht in den namhaften Museen abgehandelt. Über die Ursachen des Untergangs im 19. Jahrhundert berichten die betroffenen Hüttenmeister, Geschichtsschreiber und öffentlichen Verwaltungen. Der Mangel an Holzkohle steht im Mittelpunkt. Die Abhängigkeit von der witterungsbedingten Wasserkraft zum Betrieb der Hochöfen erlaubte keine kontinuierliche Stahlproduktion.

Die entstehenden großtechnischen Hüttenanlagen in den Kohlerevieren an Ruhr und Saar waren von der Holzkohle unabhängig, weil ihnen Steinkohle und Koks zur Verfügung standen. Außerdem war der Transport von hocheisenhaltigem Erz gegenüber dem Eifeler mit ca. 12 Prozent über die Wasserstraßen möglich.
Das 1850 entwickelte Flussstahlverfahren – Einsatz von Kalk – ersetzte das energieaufwendige und langwierige Frischen.
Für die erforderlichen Dampfmaschinen stand genügend Steinkohle zur Verfügung.

Neuhütte verfügte nur über die Energie des Veybachs; also Wasserräder. Der Transport von Steinkohle und weiteren Grundstoffen per Eisenbahn ab ca. 1870 war nur bis zum ca. 4 km entfernten Bahnhof Mechernich möglich. Der elektrische Strom
war erst seit 1907 in Verbindung mit dem Bau der Urfttalsperre und des Heimbacher Turbinenwerks eine alternative Energie zur Wasserkraft.

Es ist wohl der Wasserkraft des Veybaches und den Visionären für zukünftige Produkte zu verdanken, dass der Industriestandort Neuhütte das 20. Jahrhundert überlebte. Peter Girards erkannte, dass der Standort auf Grund der Wasserkraft gute Voraussetzungen für mechanische Bearbeitungen, wie Drehen, Bohren und Hobeln, an Werkstücken aus Grauguss und Stahl hatte.
Die Werkzeugmaschine, genannt „Mutter aller Maschinen“ war die Existenzbasis für das 21-te Jahrhundert.
Die Firma Girards produzierte von 1922 bis 1954 Bohrmaschinen.

Den technologischen Höchstpunkt erreichte Neuhütte in den Jahren 1954 bis 1998 mit dem Produkt Senkrechtdrehmaschinen unter den Gesellschaftern Dörries und Voith. Im Mittelpunkt der Weiterentwicklung stand die Herausforderung der beginnenden Industrieepoche 4.0, die Verknüpfung der bestehenden Produktions- und der sich entwickelnden Informationstechnologie.

In der Dokumentation kann der interessierte Besucher Aufschluss darüber gewinnen, warum diese Neuhüttener Epoche ein Ende gefunden hat.

Abriss der Technologieepochen in Neuhütte:

Metallerzeugende und verarbeitende Epochen

Hüttenbetrieb von 1722 bis 1850

Gründung:
Hüttenkonzession 24. Januar 1722 des Grafen Franz Georg von
Manderscheid-Blankenheim für Johann Diederich Rotscheidt aus Gemünd. Errichtung einer Eisenhütte und Eisenschneidmühle.
Der Standort erfüllte die Voraussetzungen für den Hochofenbetrieb:
• Holzkohle
• Eisenerz
• Wasserkraft
Die Erwähnung einer älteren Vorgängerhütte ist dem
Vussemer Weistum aus dem 1593 zu entnehmen

Hüttenbetreiber bis 1850:
Diederich Rotscheidt und Nachfahren bis ca. 1785,
Carl Henseler und Nachfahren bis ca. 1840,
Heinrich Wilhelm Schruff u. Ernst Theodor Fingerhut aus Eiserfey und Franz Schmitz von der Burg Heistert.

Graugussgießerei von 1855 bis 1979, Firmen:
Depiereux, Girards, Pokorny & Wittekind / Frankfurt, O. Dörries / Düren

Spanungstechnische Fertigung 1899, Firmen:
Girards, Rheinische Bohrmaschinenfabrik von 1899 bis 1954
Dörries Düren und Dörries Scharmann, Mönchengladbach von 1954 bis 1998
MFT Maschinenbau und Fertigungstechnologie von 1998 bis 2013
Laaf seit 1998
DFS-Dreh- und Frästechnik Schneider seit 2008
MDM Mechernicher – Dürener – Maschinenbau seit 2013

Werkzeugmaschinenbau seit 1922, Firmen:
1. Bohrmaschinen 1922 bis 1954
Girards und Rheinische Bohrmaschinenfabrik
2. Senkrechtdrehmaschinen von 1955 bis 1998
O. Dörries, Düren und Dörries Scharmann, Mönchengladbach
DS Technologie GmbH, Mönchengladbach
3. Zulieferer für den Maschinen- und Anlagenbau seit 1998
EDM-Technik Maschinenbau seit 1998
4. Werkzeugmaschinenservice Dirk Frings

Walzenservice für die Papiererzeugung seit 1998
Firma Laaf

Der Lageplan umfasst nur die Betriebsstätte in der Größe von 32 493 m² (1992)
Die Flächenbilanz beinhaltet alle Parzellen im Bereich der Ortschaft Mechernich-Vussem
Ausbaustufen
(V. l.) Wilhelm Mausbach, Hans Josef Schmitt, der Vereinsvorsitzende und der bereits verstorbene Lokalhistoriker Albert Velser vom „Verein zur Förderung und Erhaltung der Werkzeugmaschinenbautradition in der Eifel“ vor einer der letzten Dörries-Bohrmaschinen im örtlichen „Museum“.
Archivbild: pp/Agentur ProfiPress

Chronik 2011 – 2020

2011

Januar
Einen großen Erfolg errangen die zwölf Tänzerinnen der Vussemer Tanzgarde unter der Leitung von Tina Höller: Sie errangen zum ersten Mal den Titel im Gardetanz beim Tanzwettbewerb im Altkreis Schleiden. Disziplin und harte Arbeit sind die Hauptmerkmale, wenn man auf einem so hohen Niveau tanzen will. Und das ist offenbar gelungen! 148)
Die erste Gelegenheit, ihr Können vor heimischem Publikum unter Beweis zu stellen, war dann die Karnevalssitzung am 15. Januar 2011.

29. Januar
Auch in diesem Jahr wurde in der Pfarrkirche St. Margareta wieder die sog. Karnevalsmesse gefeiert. Pater Ralf Winterberg trug dazu bei, dass diese hl. Messe im rheinischen Dialekt ein High-light der Vussemer Karnevalssession war. Die Liedtexte wurden von Anneliese Klinkhammer in die rheinische Mundart umgedichtet. Der Musikverein Vussem mit seinem Dirigenten Hans-Hubert Schmidt und die Flötengruppe unter der Leitung von Resel Feyen sorgten für den musikalischen Rahmen. 149)

9. Februar
Helga Hartinger, der gute Geist von Vussem, wurde heute 80 Jahre alt. Jeder im Dorf kennt sie, nicht zuletzt deshalb, weil sie die Kranken zu Hause und im Krankenhaus besucht. Sie gehört zu den Menschen, die niemals nein sagen können. Und das, was sie tut, macht sie gerne. Das beginnt beim Kaffeekochen, geht über die Betreuung von alten Menschen, deren Angehörige einmal ausspannen wollen, bis zu Vorbereitung und Mitarbeit bei sehr vielen Festen hier bei uns im Dorf. Nicht zuletzt ist sie zusammen mit Irmgard Mehren eine Begründerin des Dienstagstreffs, wo viele Leute aus unserem Dorf einmal im Monat die Möglichkeit haben, sich bei Kaffee und Kuchen auszutauschen.
Helga Hartinger bringt auch einen Flair der großen, weiten Welt nach Vussem: Denn ihre Leidenschaft ist das Reisen. Sie war unter anderem schon in China, Chile, Indien, Südafrika und Neuseeland. Von ihren Reisen bringt sie immer eine Menge schöner Dias mit, die sie dann mit großem Engagement im Pfarrsaal zeigt. So lässt sie uns die schöne Welt miterleben. Fit ist sie noch immer. Sie springt über eine kleine Mauer, um ihre Wohnung zu verlassen. „Ansonsten müsste ich ja einen Umweg in Kauf nehmen“, lautet ihr Kommentar dazu. Und Umwege sind nicht Helga Hart-ingers Art. 150)
Als kleines Dankeschön wurden auf private Initiative hin Freunde, Nachbarn, Bekannte und Wegbegleiter zum Brunch in den Pfarrsaal eingeladen. Helga Hartinger hat es verdient!

5. März
Pünktlich zum Start des Karnevalszuges um 14.15 Uhr lachte die Sonne an diesem bis dahin trübem Tag den Vussemer Narren zu. Das ist man so gewohnt und entsprechend zahlreich waren die Besucher. Dem Dreigestirn hat es so gut gefallen, dass es spontan für ein weiteres Jahr verlängern wollte. 151)

April
In diesem Jahr ist es bisher sehr trocken geblieben. Es hat seit zwei bis drei Monaten nicht mehr richtig geregnet. Auch der Winter war sehr niederschlagsarm. An Karsamstag (23. April) sind es 23° C. Es konnte sich niemand daran erinnern, ein solches Wetter erlebt zu haben. Die Trockenheit machte der Landwirtschaft sehr zu schaffen. Man wartete dringend auf Regen. Der Graswuchs war so schlecht, dass man für das Jahr Schlimmes befürchten musste. 152)

2. April
Im Anschluss an die Vorabendmesse, die der Männergesangverein mitgestaltete, fand im Pfarrheim die Mitgliederversammlung mit Neuwahl statt. Der Vorstand des MGV Vussem bestand aus:
Willi Schütt (1. Vorsitzender),
Udo Greuel (2. Vorsitzender),
Matthias Vogelsberg (1. Kassierer),
Hans Nellessen (2. Kassierer),
Wolfgang Schulz (1. Schriftführer),
Michael Wielspütz (2. Schriftführer) und
Alfred Brell als Notenwart.
Bis auf den 2. Schriftführer handelte es sich um Wiederwahlen. 153)

16. April
Auch in diesem Jahr lud Ortsvorsteher Hans Klinkhammer wieder zu einem Umwelttag ein. Nachdem Wege, Wald und Flur von allem, was nicht dahin gehört, gereinigt war, traf man sich bei Kaffee und Erbsensuppe zur Manöverkritik. 154)

30. April
Der Männergesangverein Vussem stellte beim Mai Singen seinen neuen Dirigenten vor: Gerhard Half wird in Zukunft den Taktstock schwingen. Der bisherige Chorleiter Heinz Sistig trat von seinem Amt zurück, bleibt dem Chor aber als Sänger erhalten. In diesem Jahr fand die Veranstaltung zum Maibeginn nicht draußen, sondern im Probenraum des Musikvereins statt. 155)

Mai
Das Aquädukt am Vussemer Sportplatz wurde fein herausgeputzt. Die Fugen wurden ausgebessert, die Leitungsrinne hoch oben im Brückenkopf wurde gereinigt. Der Nachbau des römischen Denkmal soll am 3. Oktober in altem Glanz erstrahlen. Dann ist das Aquädukt eines der Highlights der diesjährigen Archäologietour Nordeifel. 156)

Mai
Nach einer Pause im Jahr 2010 nahm die Familie Voigt auch in diesem Jahr wieder an dem Projekt der Offenen Gartenpforte teil und man beabsichtigte, in Zukunft in jedem Jahr teilzunehmen.

16. Juli
In diesem Jahr wurde das Margaretenfest wieder um einen geselligen Teil bereichert. Das Ortskartell Vussem lud nach der hl. Messe an der Kapelle zu einem gemütlichen Beisammensein in den Probenraum des Musikvereins ein. 157)

27. August
Olaf Henning war der Star der 15. Mallorca Fete, die der Karnevalsverein und der TSV Feytal auf dem Sportplatz in Vussem veranstalteten. Dabei stand die Veranstaltung leider wegen des starken Regens unter einem ungünstigen Stern:
Noch am Samstagmorgen war der Festplatz ein See und man musste mit viel Sand begehbare Bedingungen herstellen. Ein Glück, dass 80 Helfer zur Verfügung standen. Am Abend und in der Nacht tat das aber der ausgelassenen Stimmung der wiederum 2000 Besucher keinen Abbruch.
Wenn die Veranstaltung auch sehr friedlich verlief, so hatte sie doch einen bitteren Nachgeschmack: Unbekannte Besucher hatten ein Wegekreuz zerstört.
„Wo rohe Kräfte sinnlos walten“, kommentierte Ortsvorsteher Hans Klinkhammer das Desaster mit einem Ausflug in Schillers „Glocke“. Die Beschädigung ist umso bedauerlicher, da das Wegekreuz an den alten Kirchweg nach Holzheim erinnern soll und in ehrenamtlicher Arbeit hergstellt worden ist. 158) 159)
Die Ballermann-Fete 2011 sollte die letzte in Vussem sein. Der Aufwand lohnte sich nicht mehr.

September
Zum 40-jährigen Bestehen konnte der Wohnverbund Sanden in Vussem mit einer Ergänzung überraschen: Man kann wieder ein Brot in Vussem kaufen, und nicht nur das. Der neue Hofladen im ehemaligen Missionshaus in Vussem bietet ein breites Angebot von Wurst- und Fleischwaren, Gebäck und Kuchen bis hin zu allem, was man in einem landwirtschaftlichen Betrieb erzeugt. Nachdem in der letzten Zeit in Vussem nur geschlossen wurde (z.B. Schule, Bäckerei Sistig, Margaretenhof, Schneidmühle) wurde jetzt etwas eröffnet. Eine Trendwende? 160)

28. Oktober
Der Männergesangverein Vussem lud seine Mitglieder zu einem geselligen Abend ins Pfarrheim ein.
Neben dem Gesang des MGV war die Eifeler Mundartgruppe aus Bad Münstereifel, die einige Sketche aufführte, der Höhepunkt des Abends. 161)

November
Ein schöner Zimmermann aus Holz steht nun an der Triererstr. an der Zimmerei Bruns und grüßt alle vorbeifahrenden Autofahrer. Er macht unser Dorf sofort freundlicher. Eine gute Idee! 162)

12. November
In ihrer Freizeit spielen sie Blöckflöte bei den Feybachfinken. Die Rede ist vom neuen Vussemer Damendreigestirn: Prinz Elisabeth I. (Schneider), Jungfrau Steffi (Quednau) und Bauer Wilma (Bertram). Sie werden den Vussemer Narren die Flötentöne beibringen! 163)

20. November
Wie immer in einem ungeraden Jahr war in Vussem Basarjahr. Die Feybachfinken luden in die Turnhalle zu ihrem traditionellen Adventsbasar ein. Der Erlös kommt wie immer Pater Leo in Indien zugute.

31. Dezember
Die Einwohnerzahl von Vussem betrug an diesem Stichtag 791, davon 414 männlich und 377 weiblich. Davon waren 24 Ausländer.

2012

21. Januar
Auf der Prunksitzung des Karnevalsvereins in der Turnhalle erwartete das Damendreigestirn dieser Session (vgl. November 2011) eine tolle Überraschung: Da alle drei Tollitäten Mitglieder in der Flötengruppe „Feybachfinken“ sind, traten die übrigen Feybachfinken als Zwerge auf. Eine schöne Idee! 164)

18. Februar
Das Highlight des Vussemer Karnevals, de Zoch, zog auch in diesem Jahr bei schönem Wetter durch den Ort. Der Vussemer Karnevalszug ist längst kein Geheimtip mehr, sondern ein Muß für alle Karnevalsjecken. So stieg die Zahl der „Kamelle, Kamelle“ rufenden Besucher am Zugrand ein weiteres Mal. Das Sessionslied „Zwischen Himmel un Höll – Vussem Alaaf“ entwickelte sich dabei zum Ohrwurm. Das schmucke Damendreigestirn lachte dabei mit der Sonne um die Wette. 165)

30. März
Es verstarb Peter Dreesen, ein Vussemer Urgestein und Vereinsmensch durch und durch. Er war jahrelang 1. Vorsitzender des Männergesangvereins Vussem, Mitgründer und 1. Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, Jugendabteilungsleiter des SV Vussem und später des TSV Feytal. Wir werden sein Andenken in Ehren halten! 166)

2./ 3. Juni
Der Männergesangverein Vussem lud anlässlich seines 120-jährigen Bestehens in die festlich geschmückte Turnhalle zu einem Festkomers ein. Der Abend stand unter dem Motto: „Lieder, die vom Herzen kommen“ und wurde musikalisch ausschließlich vom Männergesangverein gestaltet.
Der 13. Juli 1892, der Tag des Festes der hl. Margareta, gilt als der Gründungstag des Männergesangvereins – also in einer Zeit als Vussem noch mit „h“ geschrieben wurde. Johann Disternich war damals der Initiator der Gründung. Näheres vergleiche das Jahr 1892 dieser Chronik. Im Jubiläumsjahr ist Gerhard Half Chorleiter, dem Vorstand gehören Willi Schütt (1. Vorsitzender), Udo Greuel (sein Stellvertreter), Wolgang Schulz (Schriftführer), Michael Wielspütz (sein Stellvertreter und Chronist), Matthias Vogelberg (Kassierer), Hans Nellessen (sein Stellvertreter) und Alfred Brell als Notenwart an.
Am 3. Juni fand nachmittags in der Turnhalle ein Freundschaftssingen mit zahlreichen befreundeten Chören statt. Da auch der Wettergott mitspielte, war es ein durchaus gelungenes Fest und lässt für die Zukunft hoffen! 167) 168)

Die Spielgemeinschaft Feytal/ Weyer erreichte in der Kreisliga A nur den 14. Tabellenplatz und musste daher in der neuen Saison in der Kreisliga B antreten. Drei Jahre lang konnte man sich in der Kreisliga A halten. Drei Punkte fehlten letztendlich zum Klassenerhalt. Schade! 169)

14. Juli
50-jähriges Bestehen des Musikvereins Vussem! (Vergleiche hierzu die Jahre 1962 und 1985 dieser Chronik). Der Musikverein wurde damals als Abteilung des Männergesangvereins gegründet und beide Gruppen traten zunächst immer gemeinsam auf. Erst im Jahr 1985 kam es zu einer vollständigen Trennung von Männergesangverein und Musikverein.
Das „Goldene“ Jubiläum wurde zusammen mit dem Margaretenfest bei einem Dämmerschoppen im Probenraum des Musikvereins gefeiert. Dort konnte man auch mit Matthias Schmidt und Alfons Bertram zwei Gründungsmitglieder für 50 Jahre Mitgliedschaft ehren. Da Matthias Schmidt außerdem auch noch bei der Gründung zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde und dieses Amt 40 Jahre inne hatte, ernannte der jetzige 1. Vorsitzende Franz-Josef Schmidt ihn zum Ehrenvorsitzenden. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Resel Schmidt und Josef Winter geehrt. Für 30 Jahre aktive Tätigkeit im Verein wurden Ralf Schneider, Franz-Josef Schmidt, Bruno Gülden, Marietta Schneider und Bernd Zervos geehrt. 25 Jahre ist Willfried Hellweg und 20 Jahre sind Frank Still, Daniela Holzem und Ingo Holzem aktive Musikanten. Walter Winter wurde für 10 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet.
Der Verein umfasst zur Zeit 22 aktive Musiker, die es im Jahr unter der Leitung von Hans-Hubert Schmidt auf ca. 20 Auftritte bringen. Das ist schon allerhand! 170)

10. August
Am 10. August startete Sheila Klinkhammer nach Rio de Janeiro. Von dort ging es mit dem Bus weiter bis San Ramón de la Nueva Orán im Norden von Argentinien. Was wollte sie dort, was will ein Vussemer Mädchen in Argentinien?
Sheila Klinkhammer hat sich einen langgehegten Wunsch erfüllt, eine Zeit lang ehrenamtlich in einem fremden Land Dienst an den Menschen zu leisten. Indien, ihr Geburtsland, kennt Sheila, also geht es nach Argentinien, denn dort konnte sie im Rahmen des Projektes „Jesuit European Volunteers“ als ausgebildete Physiotherapeutin ihren Dienst in Centro San Jose beginnen.
Dies ist ist ein ambulantes Zentrum, in dem Kinder aus den Armutsvierteln der Stadt physiotherapeutisch, logopädisch und psychologisch betreut und gefördert werden. Eine wichtige Aufgabe ist auch die Betreuung und Beratung der Eltern.
All diesem wollte Sheila ein Jahr lang ihre ganze Kraft schenken. Ein wahrhaft guter Entschluss. 171)

11. August
Bei strahlendem Sonnenschein wurde der neue Spielplatz in Vussem, unmittelbar neben der Kirche, eingeweiht. Die Pfarrgemeinde hatte das Grundstück zur Verfügung gestellt, die Stadt Mechernich durch ihren Bauhof die notwendigen Erdarbeiten durchgeführt. Zahlreiche Sponsoren und private Spenden von Bürgern aus Vussem hatten es ermöglicht, die sehr attraktiven Spielgeräte zu beschaffen. Initiiert hatte das Ganze eine Elterngemeinschaft aus Vussem. Zu Beginn sprach Pfarrer Pühringer seinen Segen über den neuen Spielplatz und Bürgermeister Dr. Hans Peter Schick sprach in seiner Eröffnungsrede von einer gelungenen Investition in die Zukunft. Wohl wahr!
Der alte Spielplatz gegenüber der Kirche musste aufgegeben werden, da die zahlreichen notwendigen Renovierungsarbeiten sich nicht mehr lohnten. Dazu kam, dass das Grundstück verkauft werden sollte, um die Renovierung der Kirche zu finanzieren. 172)

21. – 24. September
Traditionell wird in Vussem noch zum Fest des hl. Lambert (17. September) die Kirmes gefeiert. Das geht auf die Zeit zurück, als Vussem noch keine selbständige Pfarrgemeinde war, sondern zu Holzheim gehörte. Und dort ist der hl. Lambert Pfarrpatron. Das tut allerdings der fröhlichen Stimmung keinen Abbruch.
Am Freitagabend wurde in erster Linie die Jugend mit der Gruppe Cadillacs und einem Double von Helene Fischer angesprochen. Sie sah ihr zum Verwechseln ähnlich.
Zur Festmesse am Samstag hatte der Musikverein unter der Leitung von Hans-Hubert Schmidt die Deutsche Messe von Schubert einstudiert. Es folgte der Kirmestanzabend im Festzelt mit der Gruppe déjà vue.
Der Sonntag war der Blasmusik vorbehalten. Bei Kaffee und Kuchen – und nicht nur das – sorgten die Uedelhover Dorfmusikanten für eine prächtige Stimmung.
Am Montag nach der hl. Messe im Festzelt folgte der Gang auf den Friedhof, um bei aller Fröhlichkeit an die zu denken, die zu uns gehörten und jetzt nicht mehr mitfeiern.
Nach dem Frühschoppen mit dem Musikverein Vussem sorgte die Gruppe Happy Heart nicht nur für ein fröhliches Herz sondern auch für einen schönen Ausklang der Kirmes 2012. 173)

1. November
Nun wurde der Priestermangel auch in Vussem bemerkbar: Zu Allerheiligen war erstmals keine hl. Messe in Vussem. Nach der Pensionierung von Pfarrer Hoberg in Kallmuth umfasst die GdG St. Barbara Mechernich nun 15 Gemeinden von Berg bis Kallmuth und von Kalenberg bis Nöthen. Daher ist es für Pfarrer Pühringer und seinem Seelsorgeteam unmöglich, überall an Allerheiligen eine hl. Messe zu lesen. So traf man sich mit Subsidiar Pfr. Dörpinghaus an der Schule, um zum Friedhof zu gehen. Auf dem Friedhof war eine kurze Andacht mit anschließender Gräbersegnung. Der Musikverein trug zur musikalischen Gestaltung der Prozession bei. Leider war die Teilnahme an der Prozession nur mäßig. 174)

10. November
Man kann es schon traditionell nennen: Im Anschluss an den St.-Martinszug wird die Karnevalssession in Vussem mit der Bekanntgabe des neuen Dreigestirns eröffnet. Und auch in diesem Jahr wurde wieder ein Damendreigestirn vorgestellt:
Prinz Silke (Altendorf) aus Breitenbenden,
Jungfrau Maritta (Franke) aus Vussem und
Bauer Marika (Empt) aus Urfey
waren das diesjährige Dreigestirn aus drei Dörfern. Offenbar haben die Vussemer mit einem Damendreigestirn gute Erfahrung gemacht. Sollten die Drei ihr Sessionslied „Drei Wiever, weld un jeck, han et Hätz am reechte Fleck“ wahr machen, dürfen sich die Vussemer auf einiges gefasst machen.
Vussem Alaaf, dem 11. Dreigestirn des Karnevalsvereins! 175)

30. November
„Die Kunst der letzten Stunde“ heißt der erste Krimi, den Thorsten Wirtz aus Vussem zusammen mit seiner Frau Rosa geschrieben hat. Der Krimi ist so gut, dass den beiden in ihrem jetzigen Wohnort Nettersheim im September der „Jacques Berndorf-Preis“ überreicht wurde. Nun luden die beiden zu einer Autorenlesung in den gut besuchten Probenraum des Musikvereins ein. Mit einem handsignierten Exemplar des neuen Krimis traten viele Besucher den Heimweg an. Da die Autoren auf ein Honorar verzichteten, gab es einen Erlös von 201€ zur Renovierung der Vussemer Pfarrkirche.

Dezember
Seit 40 Jahren singen Resel Feyen aus Vussem und Dieter Krämer aus Breitenbenden im Kirchenchor von St. Margareta Vussem-Breitenbenden. Grund genug für den 1. Vorsitzenden Arnold Mies, die Jubilare zu ehren und ihre vielfältigen Verdienste herauszustellen. Beide bekamen die Ehrenurkunde des Bistums Aachen und die Ehrennadel des Kirchenchores. Herzlichen Glückwunsch! 176)

9. Dezember
Mitten in der Adventszeit fand in der Pfarrkirche St. Margareta wiederum ein vorweihnachtliches Konzert statt. Lieder und Texte, die die Zeit vor Weihnachten besinnlich gestalten sollten, wech-selten sich harmonisch ab. Zum Schluss sangen der Chor und die Besucher in einem Vorgriff auf das nahe Fest „O Tannenbaum“ und „O du fröhliche“. 177)

31. Dezember
Die Einwohnerzahl von Vussem betrug an diesem Stichtag 782, davon 412 männlich und 370 weiblich. Davon waren 24 Ausländer.

2013

Januar
Dunkle Wolken zogen über Vussem auf:
Das Vussemer Unternehmen MFT (Maschinenbau und Fertigungstechnologie GmbH) war zwar noch nicht zahlungsunfähig, aber der Geschäftsführer Dr. Alois Kreins leitete bereits im Dezember 2012 einen Antrag auf ein Schutzschirmverfahren beim Bonner Amtsgericht ein.178)
Allgemeine Erläuterung:
Das Schutzschirmverfahren wurde am 1. März 2012 in die Insolvenzordnung aufgenommen. Es ist eine Kombination aus dem Vollstreckungsstopp des vorläufigen Insolvenzverfahrens und der Eigenverwaltung. Letztere wird zunächst für höchstens drei Monate angeordnet, um einen Insolvenzplan für das insolvente Unternehmen auszuarbeiten. Am Ende des Schutzschirmverfahrens steht entweder die fristgerechte Vorlage eines Insolvenzplanes oder die Sanierung des Unternehmens, worauf wir in Vussem natürlich alle hofften. 179)

24. Januar
Für seine vielfältigen Verdienste um den Taekwondo-Sport wurde Josef Wagner aus Vussem von Landrat Günter Rosenke mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Er wirkte damit stellvertretend für Bundespräsident Joachim Gauck.
Mit dieser bei uns recht seltenen koreanischen Kampfsportart begann Josef Wagner 1968 beim ESV Euskirchen. Als Sportler war er zweimal nordrhein-westfälischer Meister und einmal Deutscher Meister. Als Trainer erreichte er das Amt des Bundestrainers der Damenmannschaft, mit der er zahlreiche Titel errang. Die Anzahl der Gurtprüfungen, die er abgenommen hat, geht in die Tausende.
Als Funktionär zeichnet er sich als Gründer des Taekwondo Clubs Schleiden und für die Errichtung eines Bundesleistungszentrums verantwortlich. Viele Jahre war er Präsident der Nordrhein-Westfälischen Taekwondo Union und zeitweise zusätzlich Vizepräsident der Deutschen Taekwondo Union (DTU). Der hochdekorierte Sportfunktionär war ebenso maßgeblich an der Errichtung der Landesstützpunkte in Bonn, Essen, Düsseldorf und Lüdenscheid beteiligt. 180)
Taekwondo ist ein koreanischer Kampfsport. Der Name besteht aus drei Silben, die für Fußtechnik, Handtechnik und Weg stehen. Es ist eine Sportart, die sehr auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt ist, wobei die Fußtechnik ausgeprägter ist als in anderen Kampfsportarten. 181)

7. Februar
Auch in diesem Jahr feierten die Damen – und natürlich auch die Herren – den Wieverdach im Pfarrheim. Die Veranstaltung hat schon Tradition und einen festen Ablauf: Den Einstieg bildete die hl. Messe um 9.00 Uhr, anschließend wurde zum Frühstück ins karnevalistisch geschmückte Pfarrheim gebeten. Gegen 10.30 Uhr begann die karnevalistische Sitzung mit ausschließlich einheimischen Kräften. Den Abschluss bildete der Besuch des Vussemer Dreigestirns. Durch das Programm führte Pfarrer Pühringer. Die Seele und der Motor der Veranstaltung war wie in jedem Jahr Resel Feyen. 182)

9. Februar
Blauer Himmel, viel Schnee – ein herrlicher Wintertag: Das war das richtige Wetter für den Vussemer Karnevalszug. Das Damendreigestirn mit Prinz Silke (Altendorf), Jungfrau Maritta (Franke) und Bauer Marika(Empt) zog durch das jecke Treiben entlang des Zugweges. Über 28 Gruppen im Vussemer „Winterzug“ freute sich Zugleiter Kalle Franke, zumal seine Frau als Jungfrau Maritta zum Dreigestirn gehörte. 183)

31. März
Am 31. März beschloss der Kirchenvorstand der Kath. Pfarrgemeinde St. Margareta Vussem-Breitenbenden, den Chorraum unserer Pfarrkirche von außen zu sanieren. Durch die teilweise Einrüstung der Kirche wurde allen deutlich, dass die Bauarbeiten begannen. Erneuert wurden in diesem Teil das Dach und der Außenputz. Dazu wurde dieser Teil der Kirche trocken gelegt. Die Dachdeckerarbeiten wurden von der Firma Spilles aus Euskirchen durchgeführt, für den Verputz und die Trockenlegung zeichnete sich die Firma Hubert Poth aus Marmagen verantwortlich und das Gerüst baute die Firma Jochen Löbel aus Vussem auf. Die Gesamtkosten des Projektes beliefen sich auf knapp 50.000€, 10.000€ mehr als am Anfang geplant war. Dieser zusätzliche Betrag wurde durch Spenden, Aktionen und Kollekten aufgebracht. Das Bistum beteiligte sich mit ca. 23.000€ an der Sanierung. Der Rest wurde durch Eigenmittel der Pfarrgemeinde finanziert. Da sich in der Bauphase nicht vorhergesehene Mängel zeigten, zog sich die Sanierung bis im November hin, aber dann verschwanden die Gerüste. 184)

9. April
Im Pfarrheim Vussem referierte Albert Velser in einem Dia-Vortrag über den Industriestandort Vussem. Das genaue Thema lautete: Von Neuhütte zum Industriezentrum IHZ. Sehr viele Besucher verfolgten den beeindruckenden und durch zahlreiche Bilder sehr anschaulichen Vortrag über diesen wichtigen Teil der Geschichte unseres Dorfes. 185)

29. Mai
Der Heimat- und Geschichtsverein setzte seine Wanderungen entlang des „Eifelsteig Wanderweges“ fort. In diesem Jahr wurde die Strecke von Olef nach Steinfeld gegangen. Nach getaner Wanderung war eine Einkehr in Steinfeld geradezu Pflicht. Wanderführer war in diesem Jahr Heinrich Reinartz. 186)

29. Mai
„Die Hoffnung auf ein Übernahmegespräch der Vussemer Maschinenbau und Fertigungstechnologie GmbH (MFT) haben sich nicht erfüllt. Der Plan, dass Mitarbeiter um den bisherigen geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Alois Kreins das offenbar angeschlagene Expertenunter-nehmen übernehmen könnten, war gescheitert. Folge: „MFT schließt Mitte Juni“, so schrieb der Schleidener Wochenspiegel am 29. Mai 2013. Die MFT produzierte für den weltweiten Markt große Maschinenteile von unvorstellbarer Präzision. MFT garantierte eine Präzision von bis zu fünf tausendstel Millimeter. Konnte das Unternehmen lange Zeit erfolgreich am Weltmarkt operieren, so musste man doch im April den Insolvenzantrag stellen. Als Insolvenzverwalter wurde Dr. Rolf Bornemann bestellt. Sein letzter Akt wird der Verkauf der Maschinen der MFT sein. Gottlob konnten einige Mitarbeiter an andere Firmen vermittelt werden. Zur Zeit hielten 23 von ehemals 61 Mitarbeitern den Betrieb noch aufrecht. 187)

5. Juni
Es wurde recht heiß in Vussem – nein nicht das Wetter. Mit zwei Bautrupps gleichzeitig wurde die Fahrbahndecke auf gefräst und neu asphaltiert. Das Ziel war, die Belästigung für die Anlieger möglichst gering zu halten, denn die Arbeiten waren mit einer Vollsperrung verbunden. Grund für diese Arbeiten war, dass die B 477 von der Bundesstraße zur Landstraße herabgestuft wird. Dies geschieht mit allen Bundesstraßen, die quasi parallel zu einer Autobahn verlaufen. Das Land übernimmt die Straßen aber nur in einem guten Zustand. Daher war die Sanierung notwendig. Die Abstufung ist geplant für das Jahr 2014.188)

Juli
Der letzte Akt der Auflösung der MFT, die aus Dörries-Scharmann hervorgegangen war, stand an. Der Auktionator Michael Blum schwang seinen kleinen silbernen Hammer und alles kam unter denselben. Werkbänke, Schraubstöcke, Teleskopschubladenschränke, Fräsen, Plattenbohrwerke, Flachschleifmaschinen und alle nur erdenklichen Gerätschaften wurden versteigert. Die Stimmung war schon bedrückend. Der Gründer der MFT Johannes Mießeler war zu keinem Kommentar fähig. Ein ganz schwarzer Tag für Vussem! 189)

9. November
In diesem Jahr wurde sogar zwei Tage vor dem 11. 11. das Dreigestirn in Vussem präsentiert:
Prinz Ralf II. (Schneider),
Jungfrau Franzi (Schmidt) und
Bauer Arno (Groß)
sollten nun nach zwei Sessionen, die von Damen angeführt wurden, endlich wieder die Männerwelt in den Vordergrund stellen. Das machten sie auch in ihrem Sessionslied deutlich, in dem es u.a. heißt:
„Vussem Alaaf, et ös vollbracht, des Johr senn de Männer widder an d’r Macht“. Besonders erfreut war Präsident Ralf Schumann darüber, dass er mit der Jugendshowtanzgruppe und der Juniorengarde gleich zwei Vussemer Sieger des Gardewettstreites in Hellenthal begrüßen durfte.
Für 22-jährige Vereinstreue wurden Petra Hein, Tina Höller, Ute Kreuser, Annemie Linden, Anita Löbel und Anke Wieder geehrt. 190)

29. November
Nach ihrem sozialen Jahr in Argentinien (vgl. August 2012 dieser Chronik) berichtete Sheila Klinkhammer im Probenraum des Musikvereins über ihr aufregendes Jahr dort. Dieser Abend sollte ein Dankeschön für das Interesse und die Unterstützung sein, die Sheila aus der Heimat erfahren hat. Alle Besucher bekamen einen authentischen Einblick in das Leben der Menschen vor Ort und die Arbeit einer Physiotherapeutin in sehr gewöhnungsbedürftiger Umgebung. 191)

14. Dezember
Wie in jedem Jahr lud das Ortskartell Vussem die Bürgerinnen und Bürger ab 65 Jahren zu einem gemütlichen Nachmittag bei Kaffee, Kuchen und allerlei Vorträgen ein. Dabei schwankte das Programm zwischen Karneval und Weihnachten. Zum Schluss zauberte der Männergesangverein Vussem durch seine weihnachtlichen Liedvorträgen eine besinnliche Atmosphäre in den Proben-raum des Musikvereins. 192)

31. Dezember
Die Einwohnerzahl von Vussem betrug an diesem Stichtag 778, davon 366 männlich und 388 weiblich. Davon waren 28 Ausländer.

2014

2014 war ein Jahr, das uns zum Nachdenken anregen sollte: Es gab keinen Schnee. Seit der Aufzeichnung des Wetters im Jahre 1880 gab es das aber schon einmal, denn der diesjährige Winter erreichte in der „milde-Winter-Skala“ den Platz 4. Wegen der warmen Temperatur kehrten auch die Zugvögel früh zurück. Am 24. Februar waren es in Euskirchen 15,1° C. Die Autofahrer freuten sich, aber was bedeutet diese Klimaänderung für uns? 193)

4. Februar
Vom 4. bis zum 25. Februar besuchten 10 Personen, die zum größten Teil aus unserer Pfarrgemeinde kamen, Dubai und Indien. In Indien besuchte man in erster Linie Pater Leo und das Kinderheim Aloysian Boys Home in Mangalore, das aus Vussem sehr tatkräftig unterstützt wird. Die Reise war natürlich voller Erlebnisse und Eindrücke. Besonders ergreifend waren die große Gastfreundschaft und die Dankbarkeit aller Bewohner des Kinderheimes. Überreicht wurde der Erlös des Basars, das Sammelergebnis der Junggesellen vom Allerheiligensingen und die Erlöse aus zahlreichen Reibekuchenverkäufen. 194)

1.März
Karnevalsumzug in Vussem, das bedeutete: parkende Autos bis Breitenbenden, zahlreiche Teilnehmer aus Vussem und den umliegenden Orten, tolle Stimmung am Zugweg und ein völlig über-fülltes Festzelt nach dem Zug. Der Vussemer Zug hat endgültig den Ruf als Kultzug im Kreis Euskirchen erreicht. Ein herrlicher Tag für alle Karnevalisten, Schaulustige und nicht zuletzt für das Dreigestirn! 195)

24. März
Was ist ein Gesangverein ohne Noten? Er ist hilflos. Und damit dieses nicht geschieht, dafür sorgte seit 25 Jahren Alfred Brell als Notenwart im Männergesangverein. Der 1. Vorsitzende Willi Schütt überreichte ihm eine Silbermedaille nebst Urkunde und Anstecknadel. Herzlichen Glückwunsch! 196)

April
Bertram Berners aus Vussem hat zwölf Jahre lang seine schwerkranke Ehefrau mit viel Liebe und unermüdlicher Geduld gepflegt und ihr ein Leben in der gewohnten Umgebung bis zu ihrem Tod im August 2012 ermöglicht. Zwei Jahre später verlieh ihm Landrat Günter Rosenke in einer Feierstunde die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Herzlichen Glückwunsch! 197)

29. Mai
Die Wanderung des Heimat- und Geschichtsvereins über den Eifelsteig geht weiter (vgl. 2013). Der Zielort Steinfeld des vergangenen Jahres war nun Startpunkt. Von dort wanderte man wiederum unter der Führung von Heinrich Reinartz nach Nettersheim, wo zum Abschluss eingekehrt wurde. 198)

August
Vorbildliche Energienutzung in Vussem, so könnte man das Energiekonzept des Wohnverbundes Sanden in Vussem bezeichnen. Strom wird über die Photovoltaikanlage erzeugt und zu 100% selbst genutzt, warmes Wasser erzeugt die Solartherme und für warme Räume sorgt die eigene Holzschnitzelanlage. Nur in Spitzenzeiten muss durch eine moderne Ölheizung dazu geheizt werden. Dieses Energiekonzept gilt für die drei Häuser, die Bäckerei, die Wäscherei und den Hofladen. 199)

30. August
Die Gruppe „Häzzblood“ aus Mutscheid gastierte im Probenraum des Musikvereins. Die Männer-vokalband mit Marietherese Görgen am Klavier und als Dirigentin begeisterte durch ihr breites Repertoire an Mundartliedern, Schlagerschnulzen, Pop- und Rocksongs, Klassik und Volksliedern. „So was Tolles haben wir noch nie gehört“, war die übereinstimmende Meinung der zahlreichen Besucher. Dem Ortsvorsteher Johannes Klinkhammer und dem Musikverein Vussem konnte man zur Einladung dieser Gruppe nur gratulieren. Der Erlös von 520€ kam der Renovierung der Pfarrkirche zugute. 200)

19. – 22. September
Kirmes und 50-jähriges Jubiläum des Musikvereins in Vussem! Hierzu hatte der Musikverein zu einem besonderen Leckerbissen eingeladen: Vlado Kumpan und seine Musikanten, ihres Zei-chens Europameister der Blasmusik. Jung und alt strömten ins Festzelt und sie sollten es nicht bereuen. Die Musikanten beherrschten Polka, Walzer und Landler bis ins Feinste und waren ein Garant für hochkarätige Blasmusik. Da hat der Musikverein Vussem eine gelungene Geburtstagstorte präsentiert! 201)

27.- 29. September
Das „Feldenkrais-Zentrum Chava Shelhav Hilden“ feierte in seinem Vussemer Seminarhaus, der ehemaligen „Gaststätte Margaretenhof“, sein 30-jähriges Bestehen. Aus diesem Grund gab der kanadische Feldenkraislehrer und Pianist Alan Fraser am 27.9. ein Konzert in Vussem. Am Wochenende fand ein Sonderkurs zur Einführung in die Feldenkrais-Methode statt. 202)
Der israelische Physiker Moshe Feldenkrais hat diese Methode entwickelt. Verkürzt ausgedrückt besteht sie darin, dass man durch Bewegung lernt, was dem Körper gut tut. So wird ein Zusammenhang zwischen Körper, Denken und Sinnesempfindung hergestellt. 203)

30. September
Seit dem 30. September ist Vussem von der Außenwelt abgeschnitten. Durch den Brückenbau in Eiserfey wurden die Telefonleitungen durchtrennt. Es dauerte eine Woche, bis man das Telefon wieder benutzen konnte. Arm dran, wer kein Handy hatte!

Oktober
„Ich habe immer versucht, meine Träume zu verwirklichen“, sagte Hermann Klinkhammer aus Vussem. Und so hat er sein Haus in Vussem zu einer kompletten Ritterburg umgebaut. Nicht nur von außen fühlt man sich ins Mittelalter zurück versetzt, sondern auch innen ist die Burg mit Ritterrüstungen, Bärenfellen und römischen Masken ausgestattet. Als Mitglied der „Reiter der Legio Rapax“ und als mittelalterlicher Ritter war er schon in verschiedenen Fernsehsendungen zu sehen. Beneidenswert, wer sich eine solche Illusionswelt aufbauen kann! 204)

17. Oktober
Die Indienfahrer (vgl. 4. Februar dieses Jahres) hatten natürlich viel erlebt und zu erzählen. Daher luden sie zu einem Bild- und Filmabend in den Probenraum des Musikvereins ein. 205)

November
200 Arbeitsstunden und 2.500€ Materialkosten haben die Vussemer Feuerwehrleute investiert, um aus einer ca. 150 qm großen Wiese einen schmucken Grillplatz zu zaubern. Dazu kamen noch Unterstützungen durch die Firma Arns aus Weyer, dem städtischen Bauhof und dem RWE-Sozialprojekt „Aktiv vor Ort“. „Ohne diese Hilfe wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen“, so Löschgruppenführer Achim Nießen. Alle zusammen haben einen befestigten Grillplatz gebaut, so dass die gesamt Feuerwehranlage durch ein weiteres Highlight bereichert wurde. Dies ist umso wichtiger, da neben dem Feuerwehreinsatz auch die Geselligkeit für den Zusammenhalt einer solchen Truppe außerordentlich wichtig ist. 206)

1. November
Auch in diesem Jahr wurde die alte Tradition des „Arme-Seelen-Singens“ wiederum fortgesetzt.
Die Junggesellen zogen von Haus zu Haus, um dafür zu sammeln, dass hl. Messen für die gelesen werden, an die keiner mehr denkt. Der größte Teil des Erlöses ist jedoch für das Kinderheim von Pater Leo in Indien bestimmt. 207)

2. November
Drei Einakter brachte die Eifeler Mundartgruppe Bad Münstereifel im Probenraum des Musikvereins zur Aufführung. „Die Pfarrausschusssitzung“ strapazierte die Lachmuskeln der zahlreichen Besucher sehr stark, „Opa, enne grueße, enne leeve Lümmel“ versprach schon vom Titel her eine lustige Episode aus dem Alltag. Alle Eifeler Spitzfindigkeiten wurden vorgeführt, wenn es um die Erbschaft geht. Ein kurzweiliger und interessanter Abend! 208)

8. November
In diesem Jahr präsentierte der Karnevalsverein drei Tage vor Beginn der närrischen Session sein Prinzenpaar:
Prinz Mischa I. (Kreuser) und Prinzessin Monika I. (Gülden)
wagten sich auf den närrischen Thron. Nach zwei Damendreigestirn, einem Männerdreigestirn nun ein Prinzenpaar! 209)

10. November
Nach dem Aus für die Firma MFT im Industrie- und Handwerkszentrum Feytal (IHZ) kam es beim IHZ zu einer Neuerung: Von bislang drei (ehemals 6) Eigentümern der Immobilie sind zwei ausgetreten. Somit verblieben Heinrich Hamacher und seine Frau die alleinigen Besitzer des ehemaligen Industriestandortes Neuhütte. 210)

7. Dezember
Der Männergesangverein Vussem lud unter dem Titel „Lieder und Texte zur Weihnachtszeit“ zu einem vorweihnachtlichen Konzert in die Pfarrkirche St. Margareta ein. Zu Gehör kamen klassisches Liedgut und Lieder aus der ganzen Welt. Unterstützt wurde der Männergesangverein durch den Musikverein Vussem. Es war also rundum Kultur aus Vussem. Der Erlös von 610€ kam der Renovierung der Kirche zugute. 211)

31.Dezember
Die Einwohnerzahl von Vussem betrug an diesem Stichtag 796, davon 420 männlich und 376 weiblich. Davon waren 25 Ausländer.

2015

Februar
Ein herausragendes Ereignis im Jahr 2015 war für Vussem Mitte Februar die Ankunft von vier Flüchtlingsfamilien aus dem Kosovo. Sie wurden in der alten Schule untergebracht und teilten sich dort zu Dritt ein Zimmer. Der Ortsvorsteher Hans Klinkhammer fand schnell einige Familien in Vussem, die sich dabei engagieren wollten, die Flüchtlinge willkommen zu heißen. Als erstes lud man die Flüchtlinge und alle interessierten Vussemer Bürger zu einem gemeinsamen Frühstück in den Probenraum des Musikvereins ein. Die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung verblüffte und erfreute die Organisatoren. Das war ein guter Einstieg für ein neues Leben in Vussem. 212)
Der nächste Schritt bestand in der Schaffung eines Ausgaberaumes für Haushaltsdinge und Kleidung an die Flüchtlinge in Mechernich. Die Stadt stellt hierfür einen Raum in der Barbaraschule zur Verfügung. Eingerichtet und ausgestattet wurde er von Hans und Anneliese Klinkhammer mit einem Team von Vussemer Bürgern. Die Annahme der Spenden und die Ausgabe an Flüchtlinge wurde von ihnen mit Hilfe von Rita Schmitz, Rita Wieder und Leni Odenbrett organisiert.
Am 24. Juli war es dann so weit: Die zentrale Anlaufstelle für Haushaltsdinge und Bekleidung wurde eröffnet. Als Christen muss man das tun, war die übereinstimmende Aussage aller Beteiligten. 213)
Die Flüchtlinge wollten arbeiten, aber zunächst ging es nur ehrenamtlich. Gern waren sie bereit, bei Arbeiten auf dem Friedhof in Vussem den Trupp von Ehrenamtlern, die sich die Pflege des Friedhofes zur Aufgabe gemacht haben, zu unterstützen. So konnten sie etwas zurückgeben.214)

Februar
Karneval in Vussem! 53 Aktive in fünf Garden des Vussemer Karnevalsvereins waren in der närrischen Saison unterwegs. Vier davon wurden von Marika Empt und ihren Töchtern Sabrina und Tamara trainiert. Lediglich die „Aktiven Garde“ und das erst sechs Jahre alte Solomariechen Nora Mertes werden von Manuela Wienecke bzw. von Denis und Ann-Katrin Böhnen trainiert. Dass sich in Vussem sehr um die Kinder und Jugendlichen gekümmert wird, hat sich bereits in den umliegenden Dörfern herumgesprochen, woher die Eltern ihre Kinder gerne nach Vussem zum Training brachten. Es bleibt dabei: In Vussem wird der Karneval ganz groß geschrieben! 215)

14. Februar
Prinz Mischa I. (Kreuser) und Prinzessin Monika I. (Gülden) zogen mit 29 Zuggruppen bei schönem Wetter und wiederum sehr vielen Besuchern durch den Ort. Unter den Zuggruppen war auch Conni Luxen und ihre Freunde, für die es ein Jubiläumszug war. Zum 20. Mal zogen sie in ihren stets originellen Kostümen mit dem Zug. In diesem Jahr gingen sie als Cupcakes. Ausgetüftelt wurden diese in jedem Jahr tollen Kostüme von Manuela Voigt. Weiter so! 216)

11. April
50 Jahre als Musiker im Musikverein Vussem tätig, davon die letzten 30 Jahre als Dirigent, die Rede ist von Hans-Hubert Schmidt, zumindest in Vussem besser unter dem liebevollen Spitznamen Hubba bekannt. Begonnen hatte alles mit einer Blockflöte, die er im Alter von sieben Jahren von seinem Patenonkel Anno Hein geschenkt bekam. Seine Mutter Resel brachte ihm darauf die ersten Flötentöne bei. In einem Festakt im Probenraum des Musikvereins bekam Hans-Hubert Schmidt vom Kreisdirigenten Walter Link die Dirigentennadel mit Diamanten überreicht. Herzlichen Glückwunsch! 217)

24. April
Im Verwaltungsgebäude vom IHZ (Industrie und Handwerkszentrum) Feytal wurde eine Dauerausstellung zur Geschichte des nahezu 300 Jahre alten Industriestandortes „Neuhütte“ eröffnet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 210)

Juni
Eine weitere Ehrung erfuhr der Vussemer Taekwondoka Josef Wagner: Nach dem Bundesverdienstkreuz im Januar 2013 überreichte ihm nun Sportministerin Ute Schäfer in Düsseldorf die Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen. Seine Erfolge als aktiver Sportler, Bundestrainer und bei der Mitarbeit in den höchsten Gremien der Deutschen Taekwondo-Union wurden so ein weiters Mal gebührend geehrt. Herzlichen Glückwunsch! 218)

18. Juli
Margaretenfest in Vussem!
In diesem Jahr richtete die Feuerwehr das Margaretenfest zusammen mit der Einweihung des neuen Vorplatzes am Feuerwehrhaus durch Pfarrer Pühringer aus. Nach dem kirchlichen Segen folgte dann der gemütliche Teil rund um das Feuerwehrhaus. 219)

27. Juli
„Aufgrund vermehrter Anfragen aus der Bevölkerung und dem Interesse, sich am Dienst der Feuerwehr zu beteiligen, hat sich die Löschgruppe Vussem entschlossen, wieder eine Jugendfeuer-wehr einzurichten“, so Löschgruppenführer Achim Nießen. Und Georg Leyendecker, der Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Mechernich, ergänzte:
Jugendfeuerwehren zählen heute zu den größten Anbietern sinnvoller Freizeitbeschäftigungen im geschützten Rahmen für junge Menschen.“
16 Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 17 Jahren bilden die neue Jungfeuerwehr. Ute Kreuser, Thomas Milz, Uwe Müller, Sebastian Wolff und Andreas Müller ließen sich neben ihrem regulären Übungsdienst und den anfallenden Einsätzen zu Jugendgruppenleitern ausbilden und stehen jetzt für die neue Jugendabteilung bereit. 220)

15. August
Der Junggesellenverein „Alte Heimat“ 1980 Vussem wurde 35 Jahre alt, und damit ist er wahrscheinlich älter als seine Mitglieder. Anlässlich dieses Festes lud man zu einer ca. 3 km langen Rallye ein. An verschiedenen Stationen konnte man Spiele durchführen, die für jung und alt gleichermaßen geeignet waren. Als Sieger zeichnete sich die Feuerwehr Vussem vor der Gruppe „Die Gothemänn“ aus. Ab 19 Uhr sorgten dann Roland Kill und Uwe Reetz mit Live-Musik ordentlich für Stimmung rund um den Junggesellentreff. 221)

10. September
Da, wo früher die Gaststätte „Zur Schneidmühle“ war, ist jetzt die von Christian Salewski geleitet Firma beheimatet, die sich mit der Installation von Solaranlagen beschäftigt. Unterstützt wurde die Firma dabei von „AC2“, der Wachstumsinitiative der Region Aachen. Hierbei ging es weniger um das Preisgeld, vielmehr sollten die Bemühungen kleiner und mittelständischer Unternehmen honoriert werden, Wachstumsmöglichkeiten zu entdecken und zu realisieren. Den Preis überbrachte Landrat Rosenke in den Räumen der Firma in Vussem. 222)

17. Oktober
Der Männergesangverein Vussem lud in diesem Jahr zu einem Herbstkonzert in den Probenraum des Musikvereins ein. Das Thema Herbst sollte an goldenen Oktober, Wandern, Weinlese und Jagd erinnern. Unter der Leitung von Gerhard Half gelang eine Mischung aus Bewährtem und Neuem. 223)

1. November
Seit 2012 gibt es in Vussem an Allerheiligen keine hl. Messe mehr. Auch in diesem Jahr wurde in einer Statio auf dem Friedhof der Verstorbenen auf unserem Friedhof gedacht und anschließend die Gräber gesegnet.

Wie in den vergangenen Jahren gingen auch in diesem Jahr die Junggesellen durch den Ort und sangen für einen wohltätigen Zweck. Ursprünglich entstand dieser Brauch, um mit dem Geld Hl. Messen für die Verstorbenen lesen zu lassen, an die keiner mehr denkt. In den letzten Jahren ist dieser Gesichtspunkt aber immer mehr in den Hintergrund getreten. Stattdessen sammelte man für das Kinderheim von Pater Leo in Indien und für die Renovierung unserer Pfarrkirche. Auch das wird die armen Seelen erfreuen! 224)

7. November
Auch in diesem Jahr zog der St.-Martins-Zug wie in allen Jahren vorher nach einer kurzen Andacht in der Kirche durch den Ort. Nach der Verteilung der Martinswecken und der Verlosung der Puten stieg wiederum die karnevalistische Saisoneröffnung in der Turnhalle. Bekannt gegeben wurde auch das Prinzenpaar für die Session 2015/16:
Prinz Peter I. (Empt) und seine Ehefrau als Prinzessin Marika I.
Dabei hatte Marika I. schon Tollitätenerfahrung, war sie doch im Damendreigestirn 2012/13 der Bauer. Wenn das keine Karriere ist: vom Bauer zur Prinzessin aufgestiegen. Vussem, Alaaf! 225)

13. November
Der Vussemer Manfred Kaulisch beschäftigt sich ungefähr zwei Stunden täglich mit seinem Hobby, der Kaninchenzucht. Seit 1966 macht er das schon. Und seine Mühe wurde belohnt: In diesem Jahr wurde er von Landrat Rosenke als Kreismeister ausgezeichnet. Im Jahr 2013 wurde er sogar Bundessieger. 226)

14. November
„Maat Üch ens ene schöne Ovend“
unter diesem Motto stand der Theaterabend der Heimatbühne Eifeler Mundartfreunde Bad Münstereifel. Und es war im ausverkauften Proberaum des Musikvereins tatsächlich ein schöner Abend. Aufgeführt wurde die Premiere des Mundartstückes „De Anton im Ruhestand“. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Heimat- und Geschichtsvereins hatten alle Mitglieder freien Eintritt. 227)

14./ 15. November
Turnusgemäß wurden drei Mitglieder des Kirchenvorstandes, der aus sechs gewählten Mitgliedern besteht, neu gewählt. Wiedergewählt wurden Christoph Dasburg und Hans Klinkhammer, neu in den Kirchenvorstand wurde Otti Sanden gewählt. Nach meiner Erinnerung ist das die erste Frau in unserem Kirchenvorstand. Na endlich! 228)

22. November
In diesem Jahr war wieder ein „Basarjahr“. Viel Selbstgebasteltes, Adventskränze und natürlich satt zu Essen und zu Trinken war wie jedes Mal das Markenzeichen des Basars der Feybachfinken, dessen Erlös dem Kinderheim von Pater Leo in Indien zugute kam. 229)

10. Dezember
Es verstarb Bertram Berners aus Vussem. Ihm wurde im April 2014 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

31. Dezember
Die Einwohnerzahl von Vussem betrug an diesem Stichtag 823, davon 435 männlich und 388 weiblich. Davon waren 57 Ausländer. 230)
Auch hier macht sich die Ankunft der Flüchtlinge bemerkbar.

2018

8. Dezember
Impressionen vom Altentag im Probenraum des Musikvereins

Nikolaus und Christkind

Chronik 2001 – 2010

2001

Januar
Jetzt stand es wieder mal in der Zeitung, dass die Gastwirtschaft „Zur Schneidmühle“ zum Verkauf steht. 1)

Februar/ März
Anfang des Jahres wurde die Bautätigkeit auf dem größeren Grundstück am Rosenweg zwischen der Kirche und der Fam. Kuck begonnen. Hubert Bruns errichte hier zunächst nacheinander 3 Doppelhäuser. 50)

31. März
Der Vussemer Ortsvorsteher Johannes Klinkhammer hat erstmals den 31. März zum Umwelttag ausgerufen. Zum Frühjahrsbeginn rief er zum „Hausputz“ auf, um Vussem und Umgebung vom Unrat zu befreien. 1)

Mai
Heinz Sistig beging sein 10-jähriges Jubiläum als Chorleiter des MGV 1892 Vussem.
Der Verein bedankte sich bei seinem Chorleiter mit einem eigens gestalteten Programm. 51)

16. Mai
Bei der Jahreshauptversammlung des Kirchenchores konnte der Vorsitzende Albert Hein folgende Personen für lange Mitgliedschaften auszeichnen: Karola Eckstein und Sophie Schneider für 50 Jahre, Anni Dreesen, Liesel Mießeler, Ingrid Fischer und Albert Hein für 40 Jahre und Peter Hein für 25 Jahre. 52)

14. Juni
Zum ersten Mal seit Zusammenlegung der Pfarrgemeinden St. Rochus Strempt, St. Johannes Baptist Mechernich und St. Margaretha Vussem/ Breitenbenden fand an Fronleichnam eine Sternprozession nach Mechernich statt. Zu den ca. 40 Teilnehmern aus Vussem kamen in Breitenbenden, wo auch ein Altar aufgebaut war, noch ca. 20 Personen hinzu. Das Ziel für alle Prozessionen war das Schulzentrum in Mechernich. 1)

1. Juli
Die Pachtzeit für die Gaststätte „Zur Schneidmühle“ war für die Eheleute Gumeny abgelaufen. Gertrud Gumeny hielt die Gaststätte aber noch bis zum Antritt des neuen Pächters offen. 1)

1. August
Das Ehepaar Müller nahm den Betrieb in der Gaststätte „Zur Schneidmühle“ auf. 1)

21. Oktober
Die Freiwillige Feuerwehr Vussem machte große Fortschritte bei der Erweiterung des Gerätehauses. Mittels Eigenleistung wurde ein Anbau errichtet, damit darin die beiden Fahrzeuge eingestellt werden können. Das bestehende Gerätehaus soll dann nur noch als Mannschafts- und Schulungsraum dienen. In diesen Tagen war man dabei, den Dachstuhl zu errichten. Für den 27. Oktober war das Richtfest geplant. 1)

17. November
Der Karnevalsverein proklamierte in der Schneidmühle für die Session 2001/02 erstmals eine Alleinherrscherin. Es war dies Prinzessin Manuela (Vogelsberg). 1)

Dezember
Radio Euskirchen interviewte in der Reihe „Menschen des Jahres“ Bürger aus dem Kreis, die etwas Besonderes geleistet haben oder sich in außergewöhnlichen Lebenssituationen befinden. Teilnehmer dieser Veranstaltung war auch der Vussemer Paul Berners, der z. Zt. in Kallmuth wohnhaft ist. Die Kölnische Rundschau, Ausgabe 10.12.01, berichtete über das Gespräch mit Paul Berners wie folgt.
„Nach holprigem Start- mit dem Gymnasium klappte es nicht, die Lehre zum Straßenbauer war’s auch nicht – machte Paul Berners in der weiten Welt beruflich Karriere: Ein Jahr Griechenland – finanziert mit der Überführung von Segelbooten, zwei Jahre Amsterdam, dann Anhänger des Baghwan, später in Oregon im Straßenbau und bei einem Staudamm-Projekt tätig. Buchstäblich goldenen Boden gab es für ihn als deutscher Handwerker in Kalifornien. In den Rocky Mountains arbeitete er als Ranger, auf Bali als Animateur. Dann Indien und der Himalaya. Nach 20 Jahren ist Berners in die Eifel zurückgekehrt, um sein zweites Kind hier aufwachsen zu sehen.“

2002

Februar
Der Karnevalsverein hatte wie in den letzten Jahren wiederum mit den beiden Hauptveranstaltungen Karnevalssitzung und dem -umzug eine gute Session. 1)

7. Februar
Unter dem Motto „Jecke Tön im Pfarrsaal“ war dort an Weiberfastnacht ein reges Karnevalstreiben. 1)

23. März
In Vussem fand der 2. Umwelttag statt. Viel Unrat wurde aufgesammelt. 1)

April
„Der letzte (Orgel-) Akt“
Bereits seit Ende vergangenen Jahres stand unsere neue Orgel hinten in der Kirche. Sie konnte noch nicht auf die Orgelbühne, solange die alte Orgel noch nicht weg war. Es war das große Ziel, die neue Orgel oben auf die Orgelbühne zu bekommen. Als nun endlich eine Lösung für das alte Spielgerät gefunden war und der Boden der Bühne vorbereitet war, konnte die neue Orgel an ihren eigentlichen Platz gebracht werden. Sie brauchte einfach nur hochgebracht zu werden. Man stellte aber schnell fest, dass dies über die Treppe nicht bewerkstelligt werden konnte. Ein Zerlegen der Orgel kam nicht in Frage, da damit der Termin Ostern nicht zu halten war. So kam einer auf die Idee, die Orgel mit einem Gabelstapler hoch zu hieven. Jeder Stapler war für diese Aktion nicht zu gebrauchen. So hatte man dann mit Uwe Müller und dem Gerät der Fa. Breuer den richtigen Mann gefunden. Er bugsierte den Stapler zentimetergenau in die Kirche. Mittels Paletten wurde die Orgel auf das Hebegerät verladen. Dies genügte Uwe Müller noch nicht. Zur Sicherheit sollte sich noch eine Person mit auf die Paletten stellen, um der Aktion den nötige Halt zu geben. Hierfür meldete sich sogleich Peter Schmidt. Als nun die Orgel mit Peter Schmidt auf halber Höhe war, fiel es ihm ein, dass er gar nicht schwindelfrei ist. Sein Gezeter hörte aber keiner und die Fahrt ging weiter aufwärts. Nun hielt Peter nicht mehr die Orgel, sondern er klammerte sich an ihr fest. Oben angekommen, wurde die Orgel auf die Bühne gezogen. So war dann Peter Hein erleichtert, als er Vollzug melden konnte. Ebenso sank Peter Schmidt nieder, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Letztlich merkte von dieser Orgelfahrt an Ostern niemand mehr etwas und zum Gloria erschallte unsere neue Orgel von der Orgelbühne. 53)

25. April
Diesmal war die Firmung in unserer Pfarrgemeinde. Die 81 Firmlinge kamen aus Mechernich, Strempt und Vussem/ Breitenbenden. Das Sakrament wurde von Weihbischof Dr. Dicke gespendet. 54)

14. Juli
Trotz einigen Bedenken hatte das Pfarrfest einen guten Verlauf. Dem Pfarrgemeinderat war es gelungen, das Pfarrfest mit dem Margarethenfest zu verbinden. Durch die Prozession vom Bildstock mit Statio an der Margarethenkapelle bis hin zur Pfarrkirche sind alle Elemente der Margarethenverehrung in unserer Gemeinde miteinander verknüpft. Der Dank gilt allen, die in irgendeiner Weise beim Pfarrfest mitgeholfen haben. Ein Dank geht auch an den Kirchenchor, den Männergesangverein und den Musikverein. Der Erlös des Festes von mehr als 1000 € wird für dringende Aufgaben in der Pfarrei genutzt. 57)

20. – 23. September
Der Musikverein Vussem feierte in Verbindung mit der Kirmes sein 40-jähriges Bestehen. Der Höhepunkt war sicherlich der Tag der Blasmusik am Kirmessonntag ab 12 Uhr im Festzelt an der Turnhalle. An diesem Tag waren die Musikvereine aus Iversheim, Eicks, Weyer, Hecken, Frohngau, Kallmuth und Strempt zu Gast und gaben ihre musikalischen Kostproben. 1) 55)

November
Der Karnevalsverein präsentierte für die Session 2002/2003 ein weiteres Dreigestirn. Es wird ge-bildet von Prinz Ralf (Schumann), Jungfrau Kurt (Quednau) und dem Bauer Wolfgang (Schneider). 1)

2003

Januar
Unter dem langen Motto:
„Mir läje loss met voller Kraff und haue op de Tromm, bös dat et os dohin
jeraff, maat met on set net domm“

präsentierte der Karnevalsverein anlässlich seines 25-jährigen Jubiläumsjahres mit Prinz Ralf I. (Schumann), Jungfrau Kurtine (Quednau) und Bauer Wolfgang (Schneider) ein schmuckes Jubiläumsdreigestirn. Die Damentanzgarde trat als „Cheer Leader und als „Crazy Girls“ auf, aber auch das Männerballett hatte sich als „Promille-Funken“ für das Jubiläumsjahr etwas Besonderes ausgedacht. 60)

Juni
Der Pfarrgemeinderat erhielt ein neues Leitungsteam. Es sind dies Resel Feyen, Annemie Linden und Manuela Voigt.
„Wir wünschen dem neuen Leitungsteam recht viele Ideen, Durchhaltevermögen, um diese zu verwirklichen, starke Nerven, um sich nicht entmutigen zu lassen und Gottes Hilfe, ohne die alles nur Stückwerk bleibt“, stand im Pfarrbrief 3/03.

19. Juni
Die Fronleichnamsprozession sollte erstmalig durch Vussem und Breitenbenden gehen. Geplant war, dass sie zunächst durch Vussem zieht und dann weiter nach Breitenbenden. Auf dem dortigen Dorfplatz sollte der Schlusssegen erfolgen.
Diese „dörferverbindende“ Prozession ist allerdings in den Regen gefallen. 61)

31. Juli
Ausflug des Dienstagstreffs nach Prüm und Daleiden ins Orchidarium. 62)

15./ 16. November
Es wurden drei neue Mitglieder für den Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde St. Margareta gewählt. Das Rennen machen Achim Feyen, der wiedergewählt wurde, und als Neue Dieter Krämer und Johannes Milde. 63)

23. November
Basar der Flötengruppe „Feybachfinken“ in der Turnhalle zugunsten von Pater Leo in Indien. Der Erlös betrug ca. 7.500€. 64)

Dezember
Das Vussemer „Ballermann-Team“ spendete 4444,44 € für die Aktion Mensch. Das war eine sehr gute Idee. 64)

7. Dezember
Der Männergesangverein Vussem lud zu einem vorweihnachtlichen Wohltätigkeitskonzert in die Pfarrkirche St. Margareta in Vussem ein. Die Sänger wurden unterstützt von der Bläsergruppe Laudate aus Hürth und dem vereinigten Kirchenchor Vussem/ Strempt. Auf dem Konzert erfuhr man nicht nur, dass St. Niklas ein Seemann war, sondern Heinz Sistig sang solo das Lied „Jerusalem“, das die Besucher des Konzertes sehr beeindruckte. 65)

14.Dezember
Auch in diesem Jahr lud der Bürgerverein Vussem die Seniorinnen und Senioren aus unserem Dorf zu einem gemütlichen Nachmittag in den festlich geschmückten Saal der Schneidmühle ein. Neben Kaffee und Kuchen gab es Aufführungen der Ortsvereine zur Erbauung der Gäste. Hierbei fand man eine gesunde Mischung zwischen lustigen und besinnlichen Beiträgen. Auf jeden Fall war es ein unterhaltsamer Nachmittag für die Besucher.65)

31. Dezember
Die Einwohnerzahl von Vussem betrug an diesem Stichtag 765, davon 376 männlich und 383 weiblich. Davon waren 9 Ausländer.

2004

7. Mai
Auf der Jahreshauptversammlung des Musikvereins Vussem wurde ein neuer Vorsitzender gewählt. Franz-Josef Schmidt übernahm das Amt von seinem Vater Matthias Schmidt, der bisher dieses Amt inne hatte. 65)

23. Mai
Als das neue Feuerwehrhaus in Vussem im Rahmen einer hl. Messe von unserem Pfarrer Erik Pühringer eingeweiht wurde, war das ganze Dorf eingeladen, das neue Schmuckstück zu bewundern. Viel Arbeit hat die Freiwillige Feuerwehr Vussem in dieses neue „Feuerwehrzentrum“ gesteckt, aber es hat sich gelohnt. 68)

10. Juni
Es startete der zweite Versuch, eine gemeinsame Fronleichnamsprozession für Vussem und Breitenbenden durchzuführen. Wie im vorigen Jahr geplant, ging die Prozession durch Vussem und endete auf dem Dorfplatz in Breitenbenden.
Gleichzeitig ging die gemeinsame Prozession von Strempt und Mechernich ebenfalls zum Dorfplatz in Breitenbenden. Dort fand dann die Abschlussmesse statt. 69)

17. Juli
Nach vielen Jahren der Unterbrechung wird in diesem Jahr erstmalig das Margaretenfest wieder in einem etwas größeren Rahmen gefeiert. Nicht zuletzt der 200. Geburtstag der Margareten-Kapelle war der Grund hierfür. Nach der Prozession und der hl. Messe in der Pfarrkirche St. Margareta fand ein Dämmerschoppen in und um den Pfarrsaal statt. 70), 71)

22. Juli
Ausflug des Dienstagstreffs nach Gerolstein und zum Bitburger See. 72)

August
Die Familie Monika, Harry und Lutz Gülden ist eine fahrradbegeisterte Familie. In diesem Jahr fuhr der erst 12 Jahre alte Lutz Gülden in 10 Tagen von Vussem nach Frankreich. Dabei legte er ca. 1000 km zurück. 73)

Oktober
Vom 16. bis zum 23.10 lud der Männergesangverein seine Mitglieder zu einer Busreise nach Oberwiesenthal ins Erzgebirge ein. Besuche, unter anderem in Annaberg, in Tschechien, im Elbsandsteingebirge und im Fichtelgebirge, ließen die Fahrt zu einem schönen Erlebnis werden. 74)

12. Dezember
Der Bürgerverein hatte wiederum zum Seniorentag in die „Schneidmühle“ eingeladen.

31. Dezember
Die Einwohnerzahl von Vussem betrug an diesem Stichtag 788 Einwohner, davon waren 410 männlich und 378 weiblich. Davon waren 8 Ausländer. 75)

2005

Januar
Der Karnevalsverein Vussem präsentiert ein Damendreigestirn. Es sind dies Prinz Monika I. (Gülden), die Jungfrau Doris I. (Schmidt) und Bauer Sigrid I. (Kreuser). 76)

22. Januar
Der Tradition folgend fand in der Pfarrkirche Vussem wieder eine Karnevalsmesse statt, die von Pater Ralf aus Immendorf zelebriert wurde. Den Refrain des Karnevalsliedes „On wenn et Trömmelche jeit“ wurde umgedichtet in „On wenn de Kerchglock schlät, dann stomme all parat un mer trecke noh de Kerch ….“. Wenn man den Kirchenbesuch in Vussem sieht, dann gilt diese Umdichtung offenbar nur für die Karnevalsmesse.

5. Februar
Sage und schreibe 2000 Besucher erlebten bei strahlendem Wetter den Vussemer Karnevalszug mit 9 Prunkwagen und 24 Gruppen. Ein Rekord für unseren Ort! 77)

19. Februar
Es fand die 1. Apres-Ski- Party in Vussem statt. Sie wurde von den Wirtsleuten der „Schneidmühle“ Irmgard und Klaus Müller in ihrer Gaststätte veranstaltet. 78)

Hauptaltar mit den beiden Seitenaltären zu Ostern 2005
(Foto: Helmut Mehren)
Pfarrkirche St. Margaretha mit Pfarrheim
(Foto: Albert Velser)

Juli
In diesem Jahr gab es eine weitere sportliche Hochleistung der Familie Gülden. Harry, Monika und Lutz – inzwischen 13 Jahre alt – bestiegen per Fahrrad den Mont Ventoux in Frankreich. Dabei wählten sie den schwersten Anstieg von Bedoin aus. Auf 21 km mussten sie ca. 1600 Höhenmeter überwinden. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigung von 7,6%. Dazu berichtete Monika Gülden-Kreuser: „Auf den letzten 6 Kilometern besteht der Berg aus einer kahlen Kuppe. Das bedeutet im Sommer Hitze mit starken Winden. Harry und ich sind innerhalb von 10 Jahren insgesamt fünfmal den Mont Ventoux hoch gefahren. Unter anderem auch in den Osterferien, da liegt teilweise noch Schnee auf der Spitze des Berges“. 79)

7. Juli
Ausflug des Dienstagstreffs zum Altenberger Dom. 80)

17. Juli
Die Gaststätte „Zur Schneidmühle“ veranstaltete in diesem Jahr das Margaretenfest in ihrem Biergarten. Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Musikverein Vussem. 81)

31. Juli
Der Männergesangverein Vussem lud seine Mitglieder, Freunde und Gönner zu einem Grillfest an der Sängerlinde beim Feuerwehrgerätehaus ein. 82)

August
Ein Hauch der großen weiten Welt in Vussem und Breitenbenden. Anlässlich des Weltjugendtages in Köln waren 10 junge Chinesinnen und Chinesen, die in Paris lebten, hier bei uns untergebracht. Bei einem gemeinsamen Abend in Vussem gab es die Möglichkeit der persönlichen Begegnung mit den jungen Gästen. 83)

5./6. November
Neuwahl des Pfarrgemeinderates. Gewählt wurden: Claudia Bruns, Ursula Dasburg, Petra Dreßen, Resel Feyen, Helga Hartinger, Annemie Linden und Irmgard Mehren. Geleitet wird der Pfarrgemeinderat im Team von Resel Feyen und Annemie Linden. 84)

12. November
Der Karnevalsverein Vussem präsentierte für das Jahr 2006 wieder männliche Tollitäten: Prinz Klaus I. (Altendorf), Jungfrau Maxi I. (Markus Pütz) und Bauer Guido I. (Bertram). 85)

20. November
Die Flötengruppe „Feybachfinken“ hielt in der Turnhalle ihren traditionellen Adventsbasar für Pater Leo in Indien ab. Mit einem Erlös von ca. 7.500€ wurde das Ergebnis des vergangenen Basars eingestellt. 86)

18. Dezember
Der Musikverein Vussem hielt unter Mitwirkung des Männergesangvereins Vussem in der Pfarrkirche Vussem ein vorweihnachtliches Konzert ab. Kultur pur in der Kirche! 87)

31. Dezember
Die Einwohnerzahl von Vussem betrug an diesem Stichtag 816, davon 433 männlich und 383 weiblich. Davon waren 16 Ausländer.

2006

25. Februar
Der Vussemer Karnevalszug blieb auch in diesem Jahr ein Magnet für wiederum ca. 2000 Besucher aus nah und fern. Klar dass der Himmel mitspielte: er war blau und nirgends eine Wolke zu sehen. Zugleiter Karl-Heinz Franke konnte über zweieinhalb Stunden 21 große und kleine Wagen sowie zusätzlich 11 Fußgruppen präsentieren. Auch in diesem Jahr war der Vussemer Karnevals-zug wieder ein Highlight.

8. April
Ungefähr 40 Vussemer versuchten am 7. Umwelttag den Ort zu verschönern. Dazu gehört nicht nur das Aufsammeln von rund sieben Kubikmetern Müll, sondern es wurde repariert und angestrichen bis der Ort in neuem Glanz erstrahlte. 88)

22. April
Der Kreissängertag des Sängerkreises Schleiden fand in diesem Jahr in der Gaststätte „Zur Schneidmühle“ in Vussem statt. Zum Sängerkreis Schleiden gehören 14 Chöre, das sind 8 Männerchöre, fünf gemischte Chöre und ein Kinderchor. Allgemein wurde das Nachwuchsproblem aller Chöre angesprochen, was man aber kurzfristig kaum lösen kann. 89)

29. April
Der Heimat- und Geschichtsverein Vussem organisierte ein Klassentreffen der ehemaligen Schüle-rinnen und Schüler, die in der Zeit zwischen 1946 und 1966 ihre Schulzeit in der Volksschule Vus-sem beendet haben. 70 Ehemalige folgten der Einladung. 90)

Juni
Die Herren Johannes Klinkhammer, Alfred Brell, Michael Wielspütz, Peter Gülden, Bernhard Hoffmann, Adolf Paulsen und Heinrich und Josef Reinartz bildeten eine Rentnerkolonne mit dem Ziel, den Vussemer Friedhof in Stand zu halten. Und das alles für Gotteslohn! 91)
In der Zwischenzeit wird die Pflege des Friedhofes von Manfred Kaulisch und Klaus Kreutzmann durchgeführt. Sie werden zeitweise von Asylanten aus unserem Ort unterstützt.

15. Juni
Die Fronleichnamsprozession des Pfarrverbundes St. Barbara Mechernich ging in diesem Jahr durch Vussem. 92)

29. Juni
Ausflug des Dienstagstreffs nach Schloss Bürresheim. 93)

Juli
Die Tour de France ruft und die Vussemer Radsportler hören. Harry, Monika und Lutz Gülden haben mit zwei Freunden den Alpe d’Huez, eine offizielle Etappe der Tour de France, erstiegen. 15,5, km beträgt der Anstieg und weist Steigungen zwischen 5,5% und 14,8% auf. Klar, dass sie unterwegs von Tour-Touristen heftig angefeuert wurden. 94)

15. Juli
Das Margaretenfest wurde in diesem Jahr als Pfarrfest rund um die Pfarrkirche und den Pfarrsaal gefeiert. 95)

August
Der Fußballkreis Schleiden wurde mit dem Fußballkreis Euskirchen zusammengefasst und dadurch eine gemeinsame Kreisliga A – der Bundesliga des Kreises – aus Vereinen der beiden alten Kreise gebildet. Dem TSV Feytal gelang es als einzigem Verein des Altkreises Schleiden, sich in der Relegation gegen den TUS Zülpich mit einem 1:1 in Zülpich und einem 2:1 Sieg in Eiserfey durchzusetzen und damit der Sprung in die neue Kreisliga A. 96)

19. August
Auf dem Sportplatz in Vussem fand die zehnte Mega-Mallorca-Party statt.

September
Die Vussemer Firma MFT startete ein Pilotprojekt zusammen mit der REFA. Dies ist ein Verein, der sich um Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung kümmert. Das Ziel des Projektes ist, den Auszubildenden einen Überblick über die gesamten Betriebsabläufe der MFT zu geben, d.h. weg von der Arbeitsteilung zu prozessorientiertem Arbeiten. 97)

4. November
In der Gaststätte „Zur Schneidmühle“ gastierten die „Freunde der Eifeler Mundart“ aus Bad Münstereifel mit ihrem neuen Schwank „E Weihnachtsgeschenk“. 98)

11. November
Der Karnevalsverein Vussem präsentierte seine Regenten für die Session 2006/07. Es sind dies Carsten I. (Vogel) und seine Frau Ellen I. 99)

17. Dezember
Der Musikverein Vussem unter seinem Dirigenten Hans-Hubert Schmidt lud zu einem vorweihnachtlichen Konzert in der Pfarrkirche St. Margareta Vussem ein. Der Musikverein wurde unter-stützt durch den Musikverein Strempt. Es kamen 500 € für die Hilfsgruppe Eifel zusammen 100)

31. Dezember
Die Einwohnerzahl von Vussem betrug an diesem Stichtag 828, davon 446 männlich und 382 weiblich. Davon waren 18 Ausländer.

2007

7. Januar
Der 17. Gardewettstreit der Ringgemeinschaft Altkreis Schleiden fand in der Mehrzweckhalle in Vussem statt. Die Veranstaltung verlief auch für den Karnevalsverein Vussem recht erfolgreich. Bei den Junioren gewann Julia Winter den Mariechenwettbewerb. Im Marschtanz und im Schautanz konnte man ebenfalls den 1. Platz belegen. 101)

28.Januar
Auch in diesem Jahr fand neben der Prunksitzung am 20. Januar wiederum eine Kindersitzung in der Turnhalle statt. Der Nachwuchs hatte seine große Freude bei dieser gut besuchten Veranstaltung. 102)

17. Februar
Der Karnevalszug in Vussem setzte neue Maßstäbe: 15 Motto- und Komiteewagen, 31 Gruppen und über 500 aktive Zugteilnehmer wurden von über 2500 „Kamellesammlern“ am Rand bejubelt. Es war der absolute Höhepunkt der bisherigen Vussemer Karnevalszuggeschichte und dem 30-jährigen Bestehen des Karnevalsvereins durchaus angemessen.103)

3./4. März
Der Kirchenvorstand wurde neu gewählt. Hubert Bruns, Konrad Hein und Helmut Mehren wurden wiedergewählt. 104)

22. April
Der Männergesangverein Vussem wurde 115 Jahre alt. Aus diesem Anlass lud er zu einem bunten Frühlingskonzert unter der Leitung seines Dirigenten Heinz Sistig in „Das HAUS“ des Feldenkraises, der ehemaligen Gaststätte Margaretenhof, ein. 105)

Für jeden Verein sind die Jubilare wichtig, weil sie die Beständigkeit eines Vereins widerspiegeln. So wurde bei diesem Konzert Klaus Reddig für 50 Jahre aktives Singen geehrt, 40 Jahre frönten Berhard Mießeler, Heinz Sistig und Matthias Vogelsberg ihrem Gesangeshobby. 25 Jahre gehörten Alfred Brell, Willi Schütt, Franz-Josef Sebastian, Heinrich Steffens und Bernd Wenderdel dem Chor an. Herzlichen Glückwunsch! 106)

27. Juni
Ausflug des Dienstagstreffs nach Weilburg an der Lahn. 107)

21. Juli
Wegen der Messordnung im Pfarrverbund fand das Margaretenfest in diesem Jahr eine Woche später statt. Man traf sich wie üblich am Margaretenbildstock und zog in Prozession an der Kapelle vorbei zur Pfarrkirche, wo die Abschlussmesse war. Darüber hinaus fand in diesem Jahr nichts statt.

16. August
Zwei Verletzte forderte ein Brand in einer Lagerhalle der Firma MFT in Vussem. Über 60 Feuerwehrleuten aus der Umgebung gelang es, den Brand unter Kontrolle zu bekommen. 108)

24. – 26. August
Die Jugendabteilung des TSV Feytal veranstaltete ein Sportwochenende auf dem Sportplatz in Eiserfey. Einer der Höhepunkte war das beliebte Kleinfeldturnier „Unser Dorf spielt Fußball“. Sieben Spieler mussten sich zu einer Mannschaft finden und als Verein, Straße oder Freundeskreis antreten. Im Mittelpunkt stand nicht der Sieger, sondern Fairness und Spass. Eine tolle Idee! 109)

30. September
Das Erntedankfest des Pfarrverbundes fand zum ersten Mal in Vussem statt, und zwar im Missionshaus Sanden. 110)

11. November
Man hatte sich schon auf eine Session ohne Regenten eingestellt, da gelang es dem Karnevalsverein Vussem noch im letzten Augenblick mit Prinz Aline I. einen Prinzen aus dem Ärmel zu ziehen. Aline entschied sich, nicht als Prinzessin, sondern als Prinz das närrische Volk in Vussem zu regieren. 111)

31. Dezember
Die Einwohnerzahl von Vussem betrug an diesem Stichtag 816, davon 428 männlich und 388 weiblich. Davon waren 19 Ausländer.

2008


2. Februar
Raderdoll war wieder in Vussem angesagt. Der traditionelle Vussemer Karnevalszug zog bei blauem Himmel und zahlreichen Zuschauern zu Ehren von Prinz Aline durch den Ort. 112)

29. März
Was in einem Jahr so alles dort abgeladen wurde, wo es nicht hin gehörte. Das alles wurde am Umwelttag wieder eingesammelt und fort geschafft. Daneben wurden kleine Verschönerungsarbeiten durchgeführt.

April
Mit Kunden, Vertretern der Stadt und der Banken und mit Interessenten wurde eine zehnjährige Erfolgsgeschichte der Firmen EDM, MFT und Laaf Walzen in Vussem gefeiert. Nach der Zerschlagung der Dörries-Scharmann AG gründeten zehn ehemalige Mitarbeiter die Firma EDM, um die Arbeit auf eigene Faust fortzusetzen. In den zehn Jahren konnte die Mitarbeiterzahl auf 20 verdoppelt werden. Daneben gründeten sich vor zehn Jahren die Firmen Laaf Walzen und MFT. Die Firma MFT setzt im Jahr 2008 ca. 7 Mio. Euro um und beschäftigt 63 Mitarbeiter, wovon 12 Auszubildende sind. Ähnlich erfolgreich verlief die Entwicklung der Firma Laaf Walzen, die ihren Hauptsitz von Nideggen nach Vussem verlegt hat. Alle drei Firmen bilden zusammen im Gebäude der ehemaligen Dörries-Scharmann AG das Industrie- und Handwerkszentrum (IHZ) Feytal. Ein für Vussem außerordentlich positive Entwicklung! 113)

4. April
„Ich höre dann auf, wenn mir die Puste ausgeht“ so drückte Resel Schmidt anlässlich ihres 80. Geburtstages ihre Liebe zur Musik und besonders zu ihrem Saxofon aus. Von 1962 – also von Anfang an – steuert sie ihre Künste dem Musikverein bei und stellt eine tragende Stütze dieses Vereins dar. 114)

Juni
In diesem Jahr ging Harry Gülden alleine auf große Tour. 24 Stunden lang mit dem Fahrrad fahren oder mit dem Fahrrad an die Nordsee, das waren seine großen Träume. Beide erfüllte er sich in diesem Jahr: Er fuhr von Vussem nach Neuharlingersiel an einem Stück. Leider war er zu schnell, denn nach 22 Stunden hatte er sein Ziel bereits erreicht. Also nichts mit 24 Stunden! Dabei fuhr er ohne Begleitfahrzeug und verließ sich nur auf sein Radnavi. Er legte nur kurze Pausen ein, um sich an Imbissbuden, in Supermärkten oder an Tankstellen etwas zum Essen zu kaufen. Ansonsten ging es immer weiter. Es ist nicht überliefert, ob er in Neuharlingersiel noch zwei Stunden durch die Gegend gefahren ist, um seinen 24-Stunden-Traum zu erfüllen. 115)

Der Vussemer Sportplatz wurde mit einer Schicht Erde belegt. Alle rätselten, was soll das werden? Doch kein Rasenplatz? 116)

16. August
Die 12. Ballermann-Fete startete mit zahlreichen einschlägigen Größen auf dem Sportplatz in Vussem. Die Veranstaltung verlief außerordentlich friedlich. 117)
Leider stellte sich später heraus, dass es doch einen unerfreulichen Zwischenfall gab: Ein 19-jähriger Besucher wurde beim Toilettengang vollständig ausgeraubt. Von den Tätern fehlte jede Spur. 118)

24. August
75 Jahre war er nun alt, der Kirchenchor der kath. Pfarrgemeinde St. Margareta Vussem-Breitenbenden. Grund genug, sich Gäste einzuladen! Zwölf Chöre machten dem Jubilar in einer Andacht in der Pfarrkirche St. Margareta ihre musikalische Aufwartung. Erstaunlich war, dass mit Maria Hein und Agnes Vogelsberg auch noch zwei Gründungsmitglieder das Jubiläum erlebten. Sie wurden durch den Vorsitzenden Arnold Mies mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet. 119)

30. August
Verstärkung für die Vussemer Feuerwehr! Unser Pastor Erik Pühringer segnete während einer hl. Messe ein neues Feuerwehrauto ein. Ein Jahr hat es von der Bestellung bis zur Auslieferung des 180.000 € teuren Tanklöschfahrzeuges gedauert, berichtete der Löschgruppenführer Rolf Wielspütz. Die Übergabe stellte auch einen großen Vertrauensbeweis von Seiten des Rates und der Verwaltung der Stadt Mechernich dar.120)

8. November
Der Karnevalsverein Vussem konnte für die Session 2008/09 wieder mit einem männlichen Dreigestirn aufwarten. Prinz Jupp I. (Josef Schmitz), Jungfrau Karla I. (Karl-Heinz Franke) und Bauer Konrad I. (Konrad Hein) wollen die Vussemer Narren durch die Karnevalszeit führen. 121)

15./16. November
Mord in Vussem! Und dazu noch ein Witwenmord! Aber keine Bange, alles nur Theater. Der Heimat- und Geschichtsverein Vussem hatte die Theatergruppe „Freunde der Eifeler Mundart“ in die Gaststätte „Zur Schneidmühle“ eingeladen, die einen Volltreffer landeten und einen gezielten Angriff auf die Lachmuskeln starteten. In nur drei Monaten hatte das Ensemble das Theaterstück „Witwenmörder“ bis zur Premiere in Vussem eingeübt. 122)

6. Dezember
Der diesjährige Jahresausflug des Heimat- und Geschichtsvereins führte zum Weihnachtsmarkt in Linz. Der Besuch einer römische Glashütte stand ebenfalls auf dem Programm.123)


21. Dezember
Der Männergesangverein Vussem veranstaltete unter der Leitung seines Dirigenten Heinz Sistig mit Unterstützung des Musikvereins Vussem, der von Hans-Hubert Schmidt geleitet wurde, ein vorweihnachtliches Konzert in der Pfarrkirche St. Margareta Vussem. 124)

31. Dezember
Die Einwohnerzahl von Vussem betrug an diesem Stichtag 805, davon 413 männlich und 392 weiblich. Davon waren 18 Ausländer.

2009

17. Januar
„Einen bunten Strauß der Freude“ präsentierte Sitzungspräsident Ralf Schumann in der festlich geschmückten Turnhalle in Vussem. Eine gute Mischung aus auswärtigen und einheimischen Kräften bereitete den Besuchern einen wunderschönen Abend, nicht zuletzt durch den Liedbeitrag des Vussemer Dreigestirns:
„Mir senn us Vussem, us demm Dörp am Baach“.
Weiter so!

30. Januar
Heute verstarb Klaus Reddig, der in unserem Dorf sehr engagiert war. Überall, wo es etwas anzupacken gab, fehlte er nicht. Er war Gründungsmitglied des Karnevalsvereins Vussem, lange Jahre Moderator der bunten Abende in der Karnevalszeit und dann Sitzungspräsident der ersten Karnevalssitzungen in Vussem. Nicht zuletzt war er aktiver Sänger im Männergesangverein und er spielte im Musikverein mit. 125)

21. Februar
Von der Sonne verwöhnt, heißt es in einer Werbung, aber dies galt auch bisher für den Vussemer Karnevalszug – leider in diesem Jahr nicht. „Macht nix“, sagten die Vussemer Narren und die zahl-reichen Besucher, „Dann wärmen wir uns eben von innen.“ Gesagt, getan! Prinz Jupp mit seinem Dreigestirn tat mit seiner tollen Stimmung ein Übriges dazu. Erfreulich waren auch die zahlreichen auswärtigen Zugteilnehmer u.a. aus Dreimühlen, Weyer, Eiserfey, Lorbach, Harzheim und Glehn, die zu den 30 Mottowagen und Fußgruppen beitrugen. Sie alle stimmten mit ein in ein kräftiges Vussem Alaaf!
Da der Rosenweg wegen Bauarbeiten gesperrt war, ging der Zug in diesem Jahr von der Schneidmühle über die Triererstraße. 126)

27. Februar
Kein guter Tag für Vussem! Der Wirt der „Schneidmühle“, Claus Müller, gab heute seinen Ausstand, die Gaststätte schließt und wird – wie wir alle wissen – nie mehr öffnen. Vieles hat es in der Schneidmühle gegeben: Versammlungen, Theateraufführungen, Mallorca-Partys, Vereinsgründungen, so manches Mal ist das Fell eines Verstorbenen dort versoffen worden, Jubiläen und Geburtstage sind gefeiert und zahllose sinnige und unsinnige Gespräche geführt worden. Alles das ist nun aus und vorbei, Vussem hat keine Wirtschaft mehr. 127)

Gaststätte zur „Schneidmühle“, Betriebseinstellung Feb. 2009
(Foto: Dieter Kaye)

Mai
Wer weiß schon, dass es im Thüringer Wald einen Rennsteig-Marathon gibt. Heinrich Reinartz weiß es genau, denn er war einer der 16000 Teilnehmer an unterschiedlichen Wettläufen. Zum 10. Mal lief er die 43,5 km lange Strecke und erreichte nach 4:40,2 Stunden in seiner Altersklasse M65 den 27. Platz. Am Ziel wurde er von seiner Frau Ulrike empfangen, die bereits zum 9. Mal an der Rennsteig-Wanderung teilgenommen hat. Wahrhaft sportliche Eifel-Runner aus Vussem! 128)

Ein Hobby ganz anderer Art hat die Familie Voigt aus Vussem: Ihre Freude haben sie an ihrem Garten, und damit auch andere hieran teil haben können, öffneten sie diesen am Tag der Offenen Gartenpforte für jedermann. Da lernte man schnell andere Gartenfreunde kennen und konnte mit ihnen fachsimpeln. Man bekam manche Anerkennung und auch den einen oder anderen Tipp. Die ganze Familie war in der Tat hieran beteiligt, denn auch die beiden Töchter Julia und Sarah hatten ihren eigenen Gartenbereich, den sie vorstellten. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. 129)

8. Mai
Zu einer 72-Stunden-Aktion für gemeinnützige Projekte hatte die Kirche in ganz Deutschland die Jugendlichen aufgerufen. Unser ehemaliger Kaplan und jetziger Jugendseelsorger der Region Eifel Hardy Hawinkels hat zusammen mit der Jugendbeauftragten unserer Pfarrgemeinde Petra Dreßen einen kleinen Platz am Rosenweg rechts neben der Brücke über den Feybach gesäubert und zu einem kleinen Kommunikations- und Ruheplatz für die Bewohner im Rahmen dieser Aktion mit Jugendlichen aus Vussem erstellt. Etwas Unterstützung musste aber bei etwas älteren Jugendlichen geholt werden. So besorgte Ortsvorsteher Hans Klinkhammer die benötigten Pflastersteine bei der Stadt und Bernhard Hoffmann und Willfried Hellwig besorgten die Pflasterarbeiten. Gut so!
Am Margaretenfest wurde der Platz durch unserer Pastor Erik Pühringer eingeweiht. 130)

August
Hoher Besuch in Vussem: Der nordrheinwestfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann besuchte die MFT in Vussem. Trotz enormen wirtschaftlichen Drucks ist das Betriebsklima in Vussem sehr gut und die Ausbildungsplätze konnten auf 19 erhöht werden. „Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt“, so umschrieb MFT-Geschäftsführer Johann W. Mießeler die Situation in dem Vus-semer Betrieb. 131)

Der TSV Feytal wurde Meister der Kreisliga B, Staffel 2, und stieg in die Kreisliga A auf. Um für die neue Saison gut gerüstet zu sein, bildete man eine Spielgemeinschaft mit Concordia Weyer, die gleichzeitig von der Kreisliga C in die Kreisliga B aufstieg. Daher wird in der Saison 2009/10 die SG FeytalWeyer I in der Kreisliga A und die 2. Mannschaft in der Kreisliga B um Sieg und Punkte kämpfen. Herzlichen Glückwunsch! 132)

September
Ein starkes Team: Stadt, Bund mit Konjunkturpaket II und ehrenamtliche Helfer. Sie zusammen haben es geschafft, die Turnhalle in Vussem einschließlich sanitärer Anlagen zu renovieren und vor allem energetisch rentabler zu machen. 125.000 € hat die Stadt Mechernich aus ihrem Jahresetat und dem Konjunkturpaket II zur Renovierung beigetragen. Dies reichte natürlich bei weitem nicht aus, notwendig waren viele Arbeitsstunden von ehrenamtlichen Helfern aus dem Dorf. Neben einer Rundumdämmung wurden die großen Glasfenster der Vorderfront bis auf die Oberlichter geschlossen, was die Heizkosten enorm senken wird und sich so auf lange Sicht bezahlt machen wird. Die Vorsitzenden der beteiligten Ortsvereine, Matthias Vogelsberg vom TSV Feytal, Wolfgang Schneider vom Karnevalsverein, Franz-Josef Schmidt vom Musikverein sowie Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und mit dem damaligen städtischen Gebäudemanager Thomas Hambach, präsentierten stolz das fertig sanierte Gebäude im Herzen von Vussem. Daneben hat der Musikverein damit begonnen, das ehemalige Schwimmbad zu restaurieren und in einen Proberaum umzuwandeln. (vgl 2010). 133)

25. September
Unter der Leitung von Heinz Sistig veranstaltete der Männergesangverein Vussem ein Chorkonzert im „Das HAUS“, der ehemaligen Gaststätte „Margaretenhof“. Neben der Darbietung des Chores stand die Ehrung von Peter Dreesen und Fritz Pütz für 60 Jahre Mitgliedschaft im Mittelpunkt der Veranstaltung. 134)

26. September
Mit der Teilnahme am Berlin-Marathon beendete Heinrich Reinartz aus Vussem nach ca. 15 Jahren seine Zeit als Hobbyläufer. Neben vielen Läufen auf Kreisebene sowie in Köln und Bonn hat er in seiner aktiven Zeit 26 Marathonläufe in Köln, Berlin und im Thüringer Wald beim dortigen Renn-steig-Lauf absolviert (vgl. Mai 2009). 135)

7. November
3 x 11 Jahre wird es an Karneval 2010 nun schon her sein, dass der Karnevalsverein am 12. März 1977 unter dem Vorsitz von Elfriede Reddig gegründet wurde. Da 33 eine Narrenzahl ist, war die neue Karnevalssession demzufolge eine Jubiläumssession. Wie in manchen vorherigen Jahren wurde auch dieses Mal das närrische Volk in Vussem von einem Damendreigestirn regiert: Prinz Rita I. (Schmitz) mit Jungfrau Annelie I. (Hein) und Bauer Hiltrud I. (Küppers) werden das närrische Zepter schwingen.
Prinz Rita I. war für dieses Amt geradezu prädestinert, kommen doch aus ihrer Straße, dem Höhenweg, bisher neun Vussemer Tollitäten. Wenn das keine Verpflichtung ist! 136)

31. Dezember
Die Einwohnerzahl von Vussem betrug an diesem Stichtag 796, davon 415 männlich und 381weiblich. Davon waren 25 Ausländer.

2010


Das ehemalige Kloster oder Missionshaus der Hiltruper Herz-Jesu Patres, das jetzige Haus Sanden, wurde wegen Platzmangel grundlegend umgebaut. Dabei wurde die Kapelle aufgelöst und die Räumlichkeiten dem Wohnbereich zugeschlagen. Zudem erfolgte neben dem ehemaligen Klostergebäude ein umfangreicher Erweiterungsbau, so dass das Haus Sanden in Vussem in einen allen Anforderungen entsprechenden Zustand gebracht wurde. Diese im Jahr 2009 begonnen Arbeiten wurden in diesem Jahr fertiggestellt. 137)

Mai
Endlich war er fertiggestellt, der neue Probenraum des Musikvereins. Das ehemalige Schwimmbad wurde in unendlich vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden in einen schmucken Raum nicht nur für Proben, sondern auch für vielfältige gesellige und kulturelle Veranstaltungen hergerichtet.
Punktgenau wurden die Arbeiten beendet:
Am 15. Mai um 12 Uhr wurden die letzten Fugenarbeiten beendet, um 15 Uhr feierten Peter und Sofie Schneider ihre Goldhochzeit in diesem Raum! Wenn das kein außerordentliches Timing ist! 138)

22. Juni
Feldenkrais-Zentrum Chava Shelhav Hilden feierte sein 25jähriges Bestehen, das Seminarhaus in Vussem bestand 19 Jahre. Zu den Feierlichkeiten waren viele Gäste aus der ganzen Bundesrepublik und den nahen Ausland angereist. Für einen Augenblick war in Vussem die große, weite Welt. 139)

3. August
Die Firma Solartechnik hat das Grundstück von P. Dederichs mit der Schneidmühle und Umgebung erworben und begann heute mit dem teilweisen Abriss und dem Um- und Neubau. Es wird hier eine Arbeitshalle entstehen, die alte Schneidmühle wird zu einer Cafeteria für den Betrieb und für betriebliche Empfänge umgebaut werden. Das Aus für die Gaststätte Zur Schneidmühle! Vussem wird in Zukunft ohne Wirtschaft auskommen müssen. Etwas Wehmut befällt einen dann doch! 140)

21. August
„Big Brother Jürgen“ und andere Disco-Größen heizten etwa 2000 Besucher im Zelt auf dem Sportplatz Vussem tüchtig ein. „Mallorca für Daheimgebliebene“ schrieb die Kölnische Rundschau über das Fest voller Lebensfreude. Erfreulich, dass die DRKler kaum etwas zu tun hatten. Geht doch! 151)

28. August
Der Männergesangverein Vussem lud seine Mitglieder, Freunde und Gönner zu einer Fahrt nach Winningen zum Winzer- und Moselfest ein. Der MGV rief, und 33 kamen, um sich einen schönen Tag an der Mosel zu gönnen. 141)

18. September
Blasmusik im Dorf, was bedeutet das? Entweder Fronleichnam oder Kirmes. Im September kann es nur Kirmes sein. Der Musikverein hielt die Tradition hoch und zog durch den Ort, um den Kirmesknochen auszugraben. Scheinbar wie immer! Aber etwas ist anders: die Schneidmühle gibt es nicht mehr. Ziehen die Musiker dann planlos durch den Ort? Weiß-Gott-nicht, denn an der Turnhalle steht immer noch das Festzelt, wo sich am Vorabend bereits die Jugend (oder die jung Gebliebenen) bei entsprechender Musik getroffen hat. Wie gewohnt war der Sonntag der Blasmusik reserviert. Die Musikvereine aus Frohngau und Hümmel sorgten für tolle Stimmung.
Auch der Montag geht traditionell weiter:
Nach der hl. Messe im Festzelt ging es zum Friedhof, um all die zu besuchen, die früher die Kirmes mitgefeiert haben (oder nicht). Als sich dann alle wieder im Festzelt eingefunden hatten, gab es ein leckeres Frühstück mit nahtlosem Übergang zum Frühschoppen. Natürlich kam danach das Hahneköppen. Also, Vussem hat seine traditionelle Kirmes erhalten, wenn sich auch einiges geändert hat. Der Besuch von jetzt auswärts wohnenden Vussemern ist zurück gegangen, auch nehmen sich längs nicht mehr so viele Urlaub an Kirmes. Ja, früher war das anders, früher, als fast jeder beim „Dörries“ arbeitete, da standen an Kirmesmontag die Räder still. Dennoch, schön ist sie noch immer, die Kirmes in Vussem! Der Dank gilt den Organisatoren: dem Musikverein, dem Karnevalsverein und dem Kirmesverein. 142)

25. September
Auch in diesem Jahr lud der Männergesangverein Vussem wiederum zu ein Sommerkonzert ein. Es fand unter der Leitung von Heinz Sistig im Feldenkraiszentrum „Das HAUS“ statt. Die Kreisvor-sitzende Gabriele Heis konnte mit Michael Wielspütz, Bertram Berners, Edmund Freitag, Peter Dreesen und Fritz Pütz gleich fünf Sänger für ihre 60-jährige Mitgliedschaft auszeichnen. 50 Jahre halten Arnold Mies und 40 Jahre Hans Nellessen dem Chor die Treue. Für 25 Jahr Mitgliedschaft im Chor wurde Hans Klinkhammer geehrt. Daher singe, wem Gesang gegeben! 143)

3. Oktober
Fast schon traditionell lud der Heimat- und Geschichtsverein am 3. Oktober zu seiner diesjährigen Tagesfahrt ein. Alle Mitglieder, Freunde und Förderer waren eingeladen, mit nach Limburg an der Lahn zu fahren. Wie in jedem Jahr, so passten auch dieses Mal die Mischung aus Kultur, Geselligkeit und gutem Essen hervorragend zusammen.

31. Oktober
„Vorhang auf“ hieß es am 31. Oktober im Probenraum des Musikvereins. Auf Initiative des Heimat- und Geschichtsvereins und des Musikvereins feierte die Heimatbühne Eifeler Mundartfreunde die Premiere ihres neusten Schwanks „Antons drette Plöck“ in Vussem.

13. November
Die Eröffnung der Karnevalssession fand traditionell im Anschluss an den St. Martinszug in der Turnhalle statt. Auch in diesem Jahr konnte der Karnevalsverein mit Prinz Michael I. (Mertes), Jungfrau Daniela I. (Daniel Jumpertz) und Bauer Thomas I. (Hein) wiederum ein Dreigestirn präsentieren, und damit das jüngste Dreigestirn der ganzen Vussemer Karnevalsgeschichte. Zwei Tage vor der Proklamation hat sich Prinz Michael den Arm gebrochen. Sein Kommentar: Das ist kein Beinbruch. Wo er recht hat, da hat er recht. Dann steht einer erfolgreichen Session nichts mehr im Wege! 144)

Dezember
Große Auszeichnung für die MFT in Vussem! Fünf Unternehmen in Nordrhein-Westfalen erhalten jährlich den Unternehmenspreis für besonderes Engagement bei der Berufsorientierung an Schulen. Wirtschaftminister Harry K. Voigtsberger und Schulministerin Sylvia Löhrmann zeichneten in diesem Jahr das Vussemer Unternehmen im Düsseldorfer Landtag aus. So zahlte sich die bereits seit 2004 bestehende Lernpartnerschaft mit der Hauptschule Mechernich aus. Beide profitierten davon: Die Schülerinnen und Schüler konnten in den Betrieb schnuppern und der Betrieb bekam bei den gemeinsamen Praktika und Projekten einen Eindruck, wer sich für die Lehre im Betrieb eignet. So ist ein großer Teil der 19 Auszubildenden am MFT ehemalige Schüler der Hauptschule Mechernich. 145)

4. Dezember
Da es in absehbarer Zeit keine passenden Räumlichkeiten in Vussem geben wird, fand der Seniorennachmittag nun schon zum zweiten Mal im Probenraum des Musikvereins statt. Der Stimmung tat das keinen Abbruch. 146)

Dezember
Ungewöhnlich starker Schneefall überraschte nicht nur die Vussemer sehr. Zwischen dem 23. und 24.12. fiel so viel Schnee wie seit 100 Jahren nicht mehr, so berichtete die Kölnische Rundschau. 147)
Zu allem Überfluss gab es dazu noch Eisregen, so dass Straßen-, Bahn- und Luftverkehr stark beeinträchtigt waren. Am 28.12. entspannte sich die Lage jedoch, die Temperaturen bewegten sich tagsüber um den Gefrierpunkt und sanken nachts bis auf 5° C unter Null.

31. Dezember
Die Einwohnerzahl von Vussem betrug an diesem Stichtag 811, davon 422 männlich und 389 weiblich. Davon waren 25 Ausländer.

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