Chronik 1911 – 1920

1911

September
Auf dem Truppenübungsplatz Friedrichsfeld bei Wesel brach die Ruhr aus. Deshalb bezogen die Infanterie Regimenter Nr.25 und 65 in hiesiger Gegend Standquartiere und hielten Manöver in der Umgegend von Dottel und Kallmuth ab. Ein Zug des Regimentes 25 bezog Quartier in Vussem. 1)

1912

An den Sonntagnachmittagen versammelten sich die jungen Burschen im Alter von 14 bis 20 Jahren auf dem Schulhof, um unter Aufsicht und Anleitung des Lehrers Turnübungen und Ballspiele vorzunehmen. Bei schlechtem Wetter sangen sie in der Schule Marschlieder. Schon im Sommer des Vorjahres trafen sich die jungen Leute der Pfarrei auf einer kleinen Waldwiese im Holzheimer Wald, um sich im Turnen und in Lauf-und Ballspielen zu üben. 1)


1913

Die Eisengießerei und Maschinenfabrik Peter Girards beschäftigte 78 Arbeiter und 5 Angestellte. Vor 20 Jahren waren dort nur 18 Arbeiter tätig. Der Gütertransport zum Bahnhof Mechernich geschah noch immer mit einer Straßendampflokomotive. 1)

1. Dezember
Die Vieh- und Obstbaumzählung brachte folgendes Ergebnis:
5 Pferde, 83 Rindviecher, 16 Schweine und 42 Ziegen

Die Gesamtzahl der Obstbäume belief sich auf 2339. Davon entfielen 317 auf die Gastwirtschaft „Zur Schneidmühle“, 421 auf die Villa Girards und 133 standen an der Landstraße. Von den 63 Anwesen, die durchweg von je einem Haushalt bewirtschaftet wurden, hatten 44 Anwesen Stallungen mit Vieh und 54 Häuser Gärten mit Obstbäumen. 1)

1914

In der Woche vom 26. Juli bis 2. August fand in unserer Pfarrkirche eine Mission statt. In der zweiten Hälfte der Woche, nachdem einige Soldaten aus dem Urlaub telegrafisch zu ihrem Truppenteil zurückberufen worden waren, gab es Gerüchte über eine teilweise Mobilmachung einzelner Truppenteile. Im Hause, auf der Straße, in der Wirtschaft, überall drehte sich das Gespräch um Krieg. Als am Freitagabend die Leute aus der Missionspredigt kamen, war über den Bereich des VIII. Armeekorps bereits der Kriegszustand verhängt. 1)

1. August
An diesem Samstag, einem heißen Sommertag, rückten zum Bahnschutz nach Jünkerath und Stadtkyll aus:

Peter Josef Gülden, Landwehrmann, Mühlengasse, Vater von acht Kindern, im Alter von zwei Wochen bis dreizehn Jahren;

Heinrich Schneider, Landwehrmann, Witwer ohne Kinder, wohnte bei seiner Schwägerin in der Ackergasse;

Heinrich Dorndorf, Betriebsleiter bei der Neuhütte, jung verheiratet, wohnte in der so genannten Villa an Margarethen;

Anton Boretzki, Former, wohnte bei der Familie Kaltwasser in der Ackergasse, stellte sich als Österreicher dem österreichischen Konsul in Köln. 1)

Am Abend gegen 19:00 Uhr erfolgte die Bekanntgabe der Mobilmachung. Sie wurde durch Adolf Hoffmann (Telegrafenhilfsstelle) mittels Anschlag am Tor der Wirtschaft Schneider, an der Schneidmühle und am Scheunentor von Wielspütz (Schmale) in der Mühlengasse bekanntgemacht. 1)

2. August
Bei Sturm und Regen rückten am ersten Mobilmachungstag aus:

Theodor Hermanns, Reservist, ältester Sohn des Josef Hermanns aus der Mühlengasse;

Josef Wielspütz, Bergarbeiter, wohnte am Busch, am Weg nach Holzheim, sieben Kinder im Alter von sieben Monaten bis zwölf Jahren;

Hermann Schmidt, Fuhrmann und Kutscher bei der Firma Girards, wohnte an der Neuhütte, vier Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren 1)

3. August
Es wurden weiter einberufen:
Josef Kaltwasser, Gießereiarbeiter, wohnte an dem Fußpfad nach Bergheim, drei Kinder von vier bis acht Jahren, die Ehefrau war schwanger;

Wilhelm Berners, Bergarbeiter, wohnte am Holzheimer Weg, zwei Kinder, alte Mutter lebte noch;

Johann Wielspütz, Bergarbeiter, wohnte in dem Eckhaus zwischen Dorfstraße und Ackergasse (Flosse), unverheiratet, alte Mutter lebte noch;

Johann Wielspütz, wohnte am Ende des Dorfes nach Eiserfey, links der Straße, Vater eines klei-nen Kindes;

Martin Wessel, Schwager des vorgenannten Johann Wielspütz (Flosse), jung verheiratet; Ehefrau war schwanger;

Josef Hein, wohnte bei seinen Eltern in dem sogenannten Kolvenbach-Haus;

Hubert Schmidt, verheiratet, Vater von drei kleinen Kindern, wohnte an der Dorfstraße, von der Ackergasse dorfaufwärts, erstes Haus;

Bernhard Klinkhammer, wohnte mit seiner Mutter, drei Brüdern und einer kleinen Schwester in dem Haus an dem Gäßchen, das zwischen der Wirtschaft Schneider und Golbach den Berg hinauf führt;

Peter Wielspütz, Junggeselle, wohnte bei seiner verheirateten Schwester, im ersten Haus der Mühlengasse rechts (Schmale); 1)


4. August
Mit lautem Jubel wurden die Militärtransporte am Bahnhof in Mechernich begrüßt und von der Bevölkerung mit Butterbroten, Kaffee, Limonade, Zigarren und sonstigen Gaben versorgt. Die Soldaten hatten alle Waggons mit Grünzeug geschmückt. Die Wagen trugen die verschiedenen Aufschriften: „Schnellzug nach Paris“- „Jeder Stoß ein Franzos“- „Jeder Schuß ein Russ“- „Jeder Tritt ein Britt“- „Bei Regenwetter findet das Gefecht im Saal statt“.
Es fand in der Kapelle die erste Kriegsandacht statt. Die Leute nahmen, dem Ernst der Zeit entsprechend, recht zahlreich teil. Sogar der Platz vor der Kapelle war besetzt. Der Vorbeter, Lehrer Hubert Koch, musste sich in die geöffnete Türe stellen.

7. August
Am Nachmittag durchfuhren etwa 200 Parkfuhrwerke, lauter einspännige Karren aus dem Kreis Bergheim, den Ort. Die Fuhrleute waren Ersatzreservisten unter Führung eines berittenen Offiziers.

Aus Vussem wurden vier Pferde für Parkzwecke von der Pferdeaushebungskomission in Kall angekauft,
von Karl Dillenburg Mühle 2 Pferde,
von Franz Schneider Landwirt 1 Pferd,
von Peter Girards Gießerei 1 Pferd.
Die Straßendampflokomotive der Firma Eisengießerei und Maschinenfabrik Peter Girards wurde für Heereszwecke nach Aachen verladen. 1)

10. August
In den Dörfern der Umgebung sind kriegsstarke Kompanien des Res.- Inf.Rgts. N0 73 (Hannover) einquartiert. Eine Kompanie bezog in Vussem Quartier. Auf jedes Haus entfielen durchschnittlich vier bis fünf Soldaten. Die Offiziere erhielten in der Villa zwischen Vussem und Eiserfey Quartier. Die Soldaten kamen abends gegen 20:00 Uhr an. Tags zuvor erreichten sie mit der Bahn Euskirchen. Dort fanden sie im Lehrerseminar Unterkunft.
Von Vussem aus marschierten die Soldaten nach Belgien, um sich die erforderliche Marschfähigkeit anzueignen. Der Kompanie folgten etwa sechs Maschinengewehre, die auf der Wiese gegenüber der Gastwirtschaft Schneider auffuhren. Die Soldaten führten keine Verpflegung mit, dennoch nahm die Bevölkerung sie auf das Herzlichste auf.

15. August
In den letzten Tagen passierten außerordentlich viele Militärtransporte den Bahnhof Mechernich, die den zivilen Personenverkehr sehr stark behinderten. Nicht weit von Kall entstand für Übungs-zwecke eine Fliegerstation. 1)

21. August
Als am Abend die Leute aus der Andacht im Kapellchen kamen, war die erste große Siegesbotschaft da; am Tor der Wirtschaft Schneider war sie mit Blaustift auf einem großen Zettel von Adolf Hoffmann angeschlagen worden:
„Unter Führung seiner Königlichen Hoheit des Kronprinzen von Bayern haben alle Deutschen Stämme gestern in Schlachten zwischen Metz und Vogesen einen Sieg erkämpft. Der mit starken Kräften in Lothringen vordringende Feind wurde auf der ganzen Linie unter schweren Verlusten zu-rückgeworfen. Viele Tausende von Gefangenen und zahlreiche Geschütze sind ihm abgenommen worden. Der Gesamtertrag läßt sich noch nicht übersehen, da das Schlachtfeld einen größeren Raum einnimmt, als die Kämpfe 1870/71 unsere gesamte Armee in Anspruch nahm. Unsere Truppen, beseelt von unaufhaltsamen Drang nach vorwärts, folgen dem Feind, setzen den Kampf heute fort.“ 1)

29. August
In den letzten Tagen fuhren viele Soldatenzüge von Trier in Richtung Köln. Die siegreichen Streiter des Westheeres sollten mithelfen, den russischen Vormarsch auf die Provinzen im Osten zu hemmen. Die Soldaten hatten sich schwarzweiße, französische, englische, belgische, sogar Turkomützen aufgesetzt. An den Wagen waren ausgestopfte französische Uniformen aufgehängt, oder man hatte sie auf die Bocksitze der Trainwagen gesetzt.
Die Kriegstelegramme kamen nun regelmäßig jeden Tag. Adolf Hoffmann nagelte die Depeschen an einen der Lindenbäume vor seinem Geschäft.

Bis Ende August wurden weiter einberufen:
Arnold Dauben, Bergarbeiter, wohnte in dem Bruchsteinhäuschen unterhalb des Kolvenbach-Haus, verheiratet, keine Kinder, erzog ein Kind seiner Schwägerin;

Heinrich Wielspütz, Former, wohnte in der Mühlengasse gegenüber der Schule, verheiratet, fünf Kinder, das Älteste war sechs Jahre, die Ehefrau war schwanger;

Johann Peter Winand, Schlosser, wohnte oberhalb der Gießerei, zweites Haus an der linken Seite des Baches, verheiratet, acht Kinder;

Wilhelm Bertram, Bergarbeiter, wohnte mit seiner Mutter, Bruder und Schwester in dem ersten Haus oberhalb der Kapelle, links am Harter Weg;

Karl Ellingen, Teilhaber der Gießerei, wohnte im alten Herrenhaus der Gießerei, verheiratet, ein Kind.

September
Die Mädchen strickten in den Handarbeitsstunden für die Soldaten Strümpfe und Pulswärmer. Das Garn dazu brachte eine Sammlung von Haus zu Haus. Die Sammlung ergab außer der Strickwolle sechs Paar fertige Strümpfe, sechs Hemden, sowie 25 Mark und 60 Pfennige.


27. September
Die Führung der Vussemer und Breitenbendener Jugendwehr, eine Vorbereitung auf den Militärdienst, übernahm der Lehrer Hubert Koch.

Es wurden weiter einberufen:
Johann Esser, Rekrut, wohnte mit seinen Eltern, Bruder und Schwester im ersten Haus oberhalb der Gießerei an der linken Seite des Baches;

Peter Linden, Rekrut, wohnte mit der Mutter (Witwe) und zwei Brüdern in der Dorfstraße im zweiten Haus unterhalb der Ackergasse;

Jakob Müller, Rekrut, wohnte bei Kriegsausbruch außerhalb, stammte aus der Familie Müller (Scheffes);

Peter Velser, Rekrut, wohnte in der Dorfstraße erstes Häuschen links oberhalb des Holzheimer Weges, Eltern lebten noch, Vater war Invalide, hatte noch drei Brüder und vier Schwestern.

November
Die Jugendwehr setzte ihre Übungen fort. Bei dem letzten Treffen übten sie den Sturm auf die Karlsburg.

1. Dezember
Die Vieh- und Vorratszählung ergab für Vussem:
1 Pferd, 85 Stück Rindvieh, darunter 14 Zugochsen und 43 Kühe, 38 Schweine, 50 Ziegen
und
4500 kg Weizen, 3700 kg Mischfutter, 3700 kg Roggen, 10700 kg Hafer. 1)

1915

Die Heeresleitung zog auch die Firma Girards Eisengießerei & Maschinenfabrik Neuhütte für Heereslieferungen heran. Hierauf erhielten einige Vussemer, die bei der Firma beschäftigt waren, für längere Zeit eine Freistellung vom Kriegsdienst.

Auch in Vussem machte sich die Verteuerung von Lebensmittel und Petroleum bemerkbar.

Februar
Es wurden weiter einberufen:
Johann Wielspütz, Ersatzreservist, wohnte Harterweg im letzten großen Haus, Mutter tot, Vater Kriegsinvalide von 1870;

Benedikt Hein, Ersatzreservist, wohnte bei seinen Eltern im sogenannten Kolvenbach-Haus.

Kriegstelegramme berichteten von weiteren großen Siegen. Bei den Kämpfen in Masuren (Ostpreußen) errang die Armee unter Generalfeldmarschall von Hindenburg große Siege.

Die Junggesellen stifteten für die im Krieg weilenden Vussemer Soldaten das ihnen übergebene „Hillichsgeld“ in Höhe von 8 Mark.
Über die Hillich, Hillig, mit ihren Einzelheiten gibt das Buch von Adam Wrede, Eifeler Volkskunde, 3. Auflage, Bonn 1960, reichhaltige Auskunft. Inwieweit das dort Geschriebene für Vussem zutraf, ist unbekannt.
In Vussem gab es die Hillig bis etwa zum Jahr 1965. Heiratete ein Mädchen aus dem Ort, dann musste der Bräutigam die Braut loskaufen, indem er den Junggesellen einen Geldbetrag für einen Bierumtrunk gab. Häufig knallten hierbei auch Gewehre und Böller. Gab der Bräutigam kein Hilligsgeld, dann brachten die Junggesellen am Haus der Braut einen Dornenast an. Weiterhin musste das Brautpaar damit rechnen, den Weg zur Kirche mit Kaaf bestreut zu finden. Der Polterabend löste die Hillig ab.

Anstelle von Turnübungen machte die Landjugend am liebsten militärische Übungen. Bei jedem Wetter zog sie hinaus. Ein Schüler der Oberstufe schrieb nachstehenden Aufsatz:

„Ein soldatischer Streifzug durch den Wald

Vor einiger Zeit kamen wir an einem Nachmittag um 3 Uhr aus der Schule. Da hieß es, der Herr Lehrer von Eiserfey sei mit seinen Turnjungen hinter der Mühle im Walde. Da ließ unser Herr Lehrer uns antreten. Zwei Knaben hatten Stäbe (als Gewehrersatz) und teilten sie unter uns aus. Dann ging es im Laufschritt über die Wiese an die Mühle. Am Waldrande ließ der Leutnant uns ausschwärmen nach rechts und links. Dann gab der Herr Lehrer ein Zeichen, und wir schlichen uns leise voran. Dann knieten wir. Unser Leutnant schlich selber vor. Es war vom Feinde nichts zu sehen. Dann ging es schnell über die Lichtung an der anderen Seite wieder in das Gehölz. Dort legten wir uns hin. Dann schickte unser Leutnant drei Patrouillen aus, eine nach rechts, eine nach links und eine nach vorn. Die nach rechts hatte nichts gesehen. Die nach links glaubte, sie habe Feinde gesehen. Die nach vorn glaubte, sie habe auf einer Anhöhe einen feindlichen Offizier gesehen. In zehn Minuten mußten sie sich wieder melden. Dann stellten wir uns wieder auf zur Gruppenkolonne. Dann ging es mit Gesang durch das Dorf in die Schule zurück. Wir sangen das Lied von der dicken Bertha.“

Außer der Lebensmittelteuerung merkte man vom Krieg sehr wenig. Dennoch machte sich die Sehnsucht nach dem Frieden bemerkbar. Aus den Nachbarorten war schon manch junger Mann gefallen. Die aus Vussem Einberufenen hatten bislang Glück, denn nur einer geriet in Gefangenschaft. Ein weiterer war leicht verwundet. Gefallene waren bislang nicht zu beklagen. In den Feldbriefen der Soldaten, in denen oftmals eine Blume steckte, wurde der Wunsch auf Heimkehr deutlich.1)

1. März
Die Bevölkerung erhielt von jetzt an ihre Brotrationen nach einem vom Bürgermeisteramt ausgestellten Brotbuch in den vorgeschriebenen Mischungen oder eine entsprechend geringere Menge Mehl für jede Woche zugeteilt. Für viele reichte diese Brotmenge nicht aus.

11. März
Es ging der ungediente Landsturm (bis 45 Jahre) nach Schleiden zur Musterung.

März
Es wurden weiter einberufen:

Wilhelm Velser, Ersatzreservist, wohnte in der Dorfstraße erstes Häuschen links, oberhalb des Holzheimer Weges, Schlosser auf der Neuhütte, Bruder von Peter Velser;

Peter Klinkhammer, Ersatzreservist, Bruder von Bernhard Klinkhammer.

April
Auch in diesem Monat übte, mit Ausnahme der Ferien, die Jugendwehr regelmäßig. So zum Beispiel am 18. April, vormittags 10 Uhr: Sammeln an der Brücke unterhalb der Schneidmühle; Exerzieren auf der Straße; Marsch durch Breitenbenden; Sturmangriff vom Tiefenbach aus, links der Straße, in Höhe des Kalkofens.

Das Geschäft Hoffmann erhielt 1000 Pfund holländisches Weizenmehl, das ohne Brotkarte für 32 Pfennige pro Pfund verkauft wurde. In wenigen Stunden war alles ausverkauft.

Mai
Es wurden weiter einberufen:

Heinrich Linden, Ersatzreservist, wohnte bei seiner Mutter, Bruder von Peter Linden;

Josef Linden, Ersatzreservist, wohnte in Eiserfey, Kriegstrauung mit Elisabet Gülden aus der Ackergasse;

Heinrich Hein, Rekrut, Bruder von Josef und Benedikt Hein.

Wie gewohnt war auch in diesem Monat regelmäßig Kriegsandacht in der Kapelle. Auch die im Urlaub weilenden Soldaten nahmen daran teil. 1)


24. Juni
Im Alter von 39 Jahren verstarb der Vussemer Mahlmüller Karl Dillenburg. Der Verstorbene war in Vussem geboren und mit Maria Josefa, geborene Rutt, verheiratet. Er übernahm die Mühle von seinem Vater, Nikolaus Dillenburg, der 1893 verstarb.
Karl Dillenburg hinterließ seine Ehefrau und vier kleine Kinder. 3)

13. Juli
Die Vussemer feierten wie gewohnt das Fest ihrer Kapellen-Patronin, der Heiligen Margarethe.
Lehrer Hubert Koch schrieb in die Schulchronik folgendes nieder:
„An diesem Tage fällt der Unterricht aus, die Fabrikarbeiter haben meistens wenigstens bis Mittag frei. An dem Tage vorher zieren die Mädchen des Dorfes das Kapellchen, daß man es kaum wiedererkennen konnte. Um 8:30 Uhr ist an dem Tage ein feierliches Hochamt mit Predigt. Weil die Leute dann zum größten Teil draußen stehen, stellt sich der Herr Pastor bei der Predigt in die Tür. In den früheren Jahren waren an dem Tage oft sogar zwei heilige Messen, dann bestellten sich die Vussemer den Rektor von Eiserfey, um ihnen auch die Frühmesse zu lesen. An das Hochamt schließt sich eine Prozession auf Eiserfey zu, dann dem Bergheimer Wege nach bis zum Margarethenhäuschen (an Margarethen) und dann den Feldweg (Harterweg) wieder hinab zu der Kapelle. Vor dem Krieg spielten in der Prozession eine Anzahl Vussemer Musikanten. In früheren Jahren war nachmittags eine Andacht zum Troste der Abgestorbenen. In diesem Jahr fiel diese Andacht aus und man betete am Abend die gewohnte Kriegsandacht. Das Fest wird so von alters her gefeiert. Viele Leute arbeiten an diesem Tage nicht, auch nicht auf dem Felde, wenn nicht dringende Arbeiten, besonders im Heu, vorliegen. Die meisten Vussemer, besonders junge Mädchen, die sich draußen (Köln) eine Stelle gesucht haben, nehmen für diesen Tag Urlaub und kommen auf das Margarethenfest. Der Volksmund sagt hierzulande: „Wenn es am Margarethenfest regnet, faulen die Nüsse“. Es soll an dieser Stelle noch bemerkt werden, daß das Altärchen in der Kapelle aus der alten Pfarrkirche in Kallmuth stammt.“1)

Oktober
Die Viehzählung ergab für Vussem:
Pferde: keine,
Rindvieh: 103, darunter 47 Kühe, 17 Zugochsen, 1 Stier,
Schweine: 45,
Ziegen: 50,
Hühner: 322,
Enten: 1
In den Herbstferien sammelten die Kinder 55 Pfund Eicheln. Die Kinder erhielten für das Pfund fünf Pfennig, der Lehrer gab für denselben Preis die Eicheln als Schweinefutter wieder ab.


16. November
Der Lehrer hatte die unangenehme Aufgabe, die Menge der Getreidevorräte zu ermitteln. 1)

Es wurden weiter einberufen:

Wilhelm Disternich, wohnte in dem Hause seines Onkels am Busch, die Mutter war Witwe, er hatte eine ältere Schwester und zwei jüngere Brüder;

Anton Lux, wohnte in Breitenbenden, ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder. Das Elternhaus war das dritte Haus oberhalb der Wirtschaft Schneider, dort wohnten auch Vater, Mutter, Bruder und Schwester.1)

Dezember
Weihnachten und an den folgenden Sonn- und Feiertagen hielten Fräulein Ursula Rutt und Fräulein Anna Schnichels im Auftrag des Lehrers die fünfte Sammlung für Liebesgaben ab, die den Vussemer Kriegern zu Gute kommen sollten. Die Sammlung ergab für hiesige Verhältnisse die unerwartet hohe Summe von 63,60 Mark.1)

1916


23. Januar
Wilhelm Wielspütz, einer der letzten Vussemer Veteranen aus den Feldzügen Wilhelm I, wurde auf dem Friedhof in Holzheim beerdigt.
Lehrer Hubert Koch schrieb bezüglich des Verstorbenen folgendes in die Schulchronik:

„Wilhelm Wielspütz, geboren im Jahre 1844. Elterliches Haus an „Schmale“ erstes Haus rechts in der Mühlengasse. W. Wielspütz diente 1866 beim Garde-Regiment-Königin Augusta in Coblenz. Bei diesem Regiment machte er den Feldzug mit und erhielt auch die Denkmünze für Königgrätz. Bei Ausbruch des Krieges 1870 mußte Wilhelm Wielspütz sich sofort stellen und wurde der 3.Comp. 2.Battl. 1.Rhein.Landwehr-Rgts. No. 25 eingereiht. Er hat oft erzählt, wie er von seiner Braut und späteren Gattin, Anna Maria Evertz in Lorbach auf dem Kleefeld, Abschied nahm und wie ihn der alte Benoit in Vussem seine ganze Barschaft von 7 1/2 Groschen als Zehrpfennig mit auf die Reise gab. W. Wielspütz, sein Vater, war damals schon tot. Er wohnte bei seiner Mutter und 3 Geschwistern in dem oben beschriebenen Hause, er war der zweitälteste. Bei Grawelotte am 18. August wurde W. W. schwer verwundet. Er erhielt einen Schuß in den linken Arm, ging aber mit weiter vor, bis er auch am linken Bein und in der rechten Seite verwundet war. Auf dem Schlachtfeld liegend, traf dann eine Kugel seine rechte Hand und zerschmetterte ihm drei Finger vollständig. Er kam in ein Feldlazarett und dort war er noch einer der Glücklichsten. Dann kam er in Lazarettbehandlung nach Neustadt a.d.Hardt, wie er sagte, zum dortigen Landrat. Später fand er liebevolle Pflege in Euskirchen in der Villa des Herren Ruhr am Bahnhof. Wielspütz besaß die aus erbeuteter Kanonen-Bronze gestiftete Kriegsdenkmünze für Combattanten, sie wurde ihm nebst Urkunde am 1. Oktober 1871 vom Bezirkskommandeur in Eupen überreicht. W. Wielspütz bezog bis zu seinem Tode eine hohe Kriegsinvaliden Rente. Er wohnte mit Familie auf dem Harterweg rechts das oberste große Haus. Er starb als letzter Veteran des Dorfes.“

März
Die Schlacht bei Verdun tobte weiter. Sehr oft war der Kanonendonner von der Westfront zu hören. Am 9. März meldeten die Zeitungen die Eroberung des Forts Vaux. Es dauerte aber nicht lange und schon hatten die Franzosen es wieder zurückerobert.


14. März
Es wurde weiter einberufen:

Franz Klinkhammer, war zur Zeit Knecht auf Heistartburg, (in Holzheim), jüngster Bruder des Bernhard Klinkhammer;


28. März
In Holzheim fand für die Schulen die Entlassungsprüfung statt. Auch Bürgermeister Dohr aus Mechernich und das Schulvorstandsmitglied Adolf Hoffmann aus Vussem, wohnten der Prüfung bei. Aus Vussem wurden elf Kinder entlassen. Zu Beginn des neuen Schuljahres kamen zehn Neulinge in die Schule.

Es wurde trotz der verminderten Arbeitskräfte außerordentlich viel Lohe geschält. Die Besitzer erhalten für den Zentner 13 Mark, während er vor dem Kriege nur 3 Mark eintrug. Vor dem Krieg bestand der Schällohn meistens in Holz; jetzt erhielten die Schäler außerdem noch 5 Mark pro Zentner Lohe.


9. Juli
Zur Erflehung einer gedeihlichen Witterung ging wie gewohnt die Prozession von Holzheim nach Münstereifel zum Heiligen Donatus.


1. August
Es wurden weiter einberufen:

Johann Linden, jüngster Bruder von Peter und Heinrich Linden;

Josef Esser, Bruder von Johann Esser.

September
Bezüglich der allgemeinen Versorgung schrieb der Lehrer Hubert Koch folgendes nieder:
„Die Getreideernte ist in diesem Jahr bedeutend besser wie im vorigem Jahre. Sie ist den Verhältnissen entsprechend „gut“ zu nennen. (Mangel an Kunstdünger und Arbeitskraft).Die Obsternte läßt zu wünschen übrig. Nur die Pflaumen sind sehr gut geraten. Die Bauern sind mit dem Preise von 10 Mark für den Zentner gern zufrieden; in den Städten wird aber das Pfund für 25 Pfennig verkauft. Warum dieser große Unterschied? Die Händler kommen von weit her, sie versuchen, auf die verschiedenste Weise den Höchstpreis zu überschreiten. Viele Städter holen sich trotz Ausfuhrverbot die Pflaumen selbst und schleppen sie in großen Körben mit . Die Städter sind Schuld, daß die Bauern allmählich für Eier, Butter, Speck unerhörte Preise fordern: sie bieten solange, bis sie die Ware erhalten und dann wird in der Stadt über die unverschämten Bauern geschimpft. Jeden Tag begegnen einem solche Stadtleute mit Paketen, Rucksäcken etc; das Volk sagt: Sie gehen „kötten“. Für Eier mußte ich 32, 34, 36 Pfennige bezahlen, da habe ich verzichtet, es wurden aber schon 40 Pfennige bezahlt. Für ein Pfund Butter bezahlen die Städter 5 – 6 Mark, für ein Pfund Speck 6 – 7 Mark und den Preis für Schinken möchte ich gar nicht nennen. Wenn die Vorräte durch die hohen Preise größer würden, dann hätten wir bald keinen Mangel mehr.“

Für die Marmeladenherstellung (als Butterersatz) sammelten mehr Leute als sonst Brombeeren. Da man aus Weißdornfrüchten Kaffee-Ersatz brannte, pflückten die Schulkinder diese Früchte, besonders am Wege nach Bergheim.

Es wurden weiter einberufen:

Hubert Kuck, wohnte in dem Haus am Wege zur Villa, der Vater war Meister in der Gießerei, ältester Sohn, noch zwei ältere Schwestern und fünf jüngere Geschwister;

Albert Hein, jüngster Bruder von Josef, Benedikt und Heinrich Hein;

Wilhelm Müller, wohnte bei seinem Onkel in dem ersten Haus links in der Mühlengasse;

Wilhelm Nauenheim, wohnte mit seiner Familie in Pesch, seine Frau und die Kinder zogen nach Vussem zu den Eltern und Großeltern Peter Hein;

Michael Kaltwasser, Bruder der in der Ackergasse erstes Haus links wohnenden Geschwister Kaltwasser, wohnte bei seiner Schwester in Köln, unverheiratet;


17. September
Das Fest des Kirchenpatrons, des Heiligen Lambertus (Kirmes), wurde nicht wie sonst mit den üblichen Vergnügungen gefeiert. Wie schon in den beiden Vorjahren fielen diese Veranstaltungen wegen des Ernstes der Zeit aus. 1)

Oktober
Die Schulkinder sammelten insgesamt 42 Pfund Pflaumenkerne für die Ölgewinnung.

1917

14. Januar
Schnee und grimmige Kälte -21 Grad. Diese Kälte dauerte auch am Schluss des Monates noch an. Unsere armen Soldaten, so hörte man überall sagen. Die Wasserräder des Schmiedehammers froren vollständig ein, auch die Wasserleitung einfroren an vielen Stellen im Boden ein.
Seit dem Abtransport der Straßendampflokomotive musste sich die Firma Girards Neuhütte für ihren Gütertransport mit Ochsen- und Pferdefuhrwerken behelfen.

Januar
Bislang wurden aus Vussem 42 Männer eingezogen.
Hiervon befanden sich im Felde:
Karl Ellingen, Leutnant der Artillerie, Familie in Aachen

Peter Linden, bei der Marine-Artillerie in Flandern

Johann Wielspütz, vom Hartenweg, Krankenträger an der Westfront

Heinrich Linden, als Bursche bei einem Stab in Warschau

Wilhelm Disternich, Inf.- Rgt. 68 im Osten

Franz Klinkhammer, bei einem Fuß – Artl. – Batl. in Mazedonien

Johann Linden, Inf. – Rgt. 29 im Osten

Josef Esser, Inf. – Rgt. 29 im Osten

Wilhelm Müller, Krankenträger an der Westfront

Jakob Müller, bei der Marine-Artillerie in Flandern

Wilhelm Nauenheim, bei der Artillerie in Rumänien

in der Garnison:
Anton Boretzki, in Albertfalva bei Budapest

Josef Linden, in Cleve bei einem Ers. – Batl.
Heinrich Hein, bei einer Garnison in Köln

im Lazarett:
Theodor Hermanns, bei Magdeburg

Kriegsinvaliden:

Josef Kaltwasser, (Nerven)

Wilhelm Berners, (zwei Finger von der linken Hand abgeschossen)

Peter Wielspütz, (Knieschuß)

Peter Klinkhammer, (Beinschüsse)

es galten als vermißt:

Martin Wessel, seit Juni 1915

Benedikt Hein, seit Oktober 1916

in Gefangenschaft gerieten:

Bernhard Klinkhammer, in französischer Gefangenschaft

Peter Velser, in französischer Gefangenschaft (Cherbourg)

Anton Lux, in französischer Gefangenschaft

Michael Kaltwasser, in russischer Gefangenschaft
(auf einem Bauerngut in Mittelrußland im Gouvernement Kursk)

vom Bergwerk und Eisengießerei und Maschinenfabrik Girards Neuhütte reklamiert:

Peter Josef Gülden, von Firma Girards Neuhütte,

Hermann Schmidt, von Firma Girards Neuhütte,

Johann Wielspütz, von Firma Girards Neuhütte,

Heinrich Wielspütz, von Firma Girards Neuhütte,

Johann Esser, von Firma Girards Neuhütte,

Albert Hein, von Firma Girards Neuhütte,

Hubert Kuck, von Firma Girards Neuhütte,

Wilhelm Velser, von Firma Girards Neuhütte,

Johann Winand, von Firma Girards Neuhütte,

Heinrich Schneider, vom Bergwerk,

Josef Hein, von einer Fabrik in Köln,

Josef Wielspütz, vom Bergwerk,
(vom Busch)

Johann Wielspütz, vom Bergwerk,
(Flosse)

Wilhelm Bertram, vom Bergwerk,

Arnold Dauben, vom Bergwerk,

Hubert Schmidt, vom Bergwerk,

Heinrich Dorndorf, nicht mehr in Vussem ansässig. 13)

Februar
Auf Anordnung des Bürgermeisteramtes in Mechernich blieb die Schule zum Zwecke der Kohlenersparnis für zehn Tage geschlossen. 13)

1. März
Franz Klinkhammer, Kanonier beim Fuß – Artl.- Batl. 65 in Mazedonien, schrieb nachstehenden Brief nach Hause:

„Meine Lieben!

Der heutige große Schneefall, welcher allein schon 0,50 m hoch schon gefallen ist und wir vor langer Weile nicht wissen, was wir machen sollen, will ich Euch mal einen Tag aus dem fernen Südosten etwas näher beschreiben. Wir liegen hier etwa 4 km vor den wichtigen Höhen, wo jetzt letzte Tage die schweren Kämpfe stattfanden, welches Ihr auch in der Zeitung hoffentlich gelesen habt. Es war besonders die Höhe 1050, wo wir den Italienern ein wichtiges Grabenstück entzogen; es waren dabei die tapferen 8.Jäger, wo auch der Dreesen von Harzheim bei war. Der Feind hielt sich dann sehr ruhig. Nachher, aber am 27. 2. versuchte er mit allen Kräften ihn wieder zu kriegen, aber am Morgen des 28. wurde er wieder sehr blutig heraus geworfen, was Ihr auch in der Zeitung noch lesen werdet. Nun kommt der 1. März heran, ein Tag wo noch nicht mal ein Infantrieschuß fällt, wir nochmal den ganzen Tag in unseren Zelten liegen. Es ist nämlich heute so ruhig, als wäre kein Mensch mehr hier in den stillen Bergen. Nun meine Lieben, will ich Euch mal unseren Aufenthalt hier etwas beschreiben. Die Geschütze auf einer Wiese, vor einem kleinen Hügel aufgefahren, wo auch nebenan unsere Wohnungen sind, nicht vielleicht ein schönes Haus, wie es in Frankreich schon mal vorkam, nein, ein kleines Zelt, eine Zeltplan welche wir über einige Stangen überzogen haben, und dieses bildet unsere Wohnung, welche im ganzen 4 m lang, 2 m breit und 1 1/2 m hoch ist. Aber trotzdem doch häuslich eingerichtet. In der Mitte steht unser Ofen, aus Steinen zusammen gebaut, an beiden Seiten ist unser Lager, nicht ein Bett wie zu Hause, nein auf blanker Erde, als Unterlage etwas Holzwolle und dann zwei Decken, dies ist unser Bett. Im übrigen haben wir Bratpfannen und dergleichen, aber nichts für drin. Die Beköstigung ist zwar gut hier, denn es gibt viel Bohnen, aber wenig Brot. Fleisch haben wir genug, denn hier war immer große Viehzucht. Nur das Holz ist hier sehr knapp, denn es gibt viele Stunden weit kein Wald, Baum noch Strauch mehr, hier gibt’s nur Berge und große Felsen. Dörfer und Städte sind aber gut zu zählen, denn dieser sind hier nicht viele, und was für welche, zerschossen und dergleichen, die alten Lehmbuden, denn hier ist schon seit 1912 Krieg. Da könnt Ihr Euch denken, wie die Gegend hier aussieht. Jetzt nun meine Lieben, habe ich eine Bitte, denn durch die Langeweile wird mir das Rauchmaterial langsam alle, denn das ist unser Zeitvertreib. Drum wären einige Zigaretten wieder sehr willkommen. Nun meine Lieben daheim, muß ich mein Schreiben für heute schließen, denn meine Kameraden der Winand und dergleichen, laden mich soeben zu einem Kartenspiel ein, nur das Dröpchen fehlt. Seid darum bis dahin vielmals herzlich gegrüßt von Eurem dankbaren Sohn und Bruder, Franz“

Franz Klinkhammer schickte in einem Feldpost – Karton eine Schildkröte nach Hause. Das Tierchen kam lebend hier an und der Lehrer zeigte es den erstaunten Kindern in der Schule. 13)

Gesamtansicht der Eisengießerei und Maschinenfabrik Neuhütte mit der 1909 fertiggestellten Villa.
In dem Fachwerkgebäude (ganz links) wurde 1918 die Notkirche eingerichtet


19. März
In Mechernich wurden auf einer Versammlung Ortsausschüsse gebildet, die vor allem die restlose Bebauung aller Kulturflächen fördern sollten. Zum Vorsitzenden wählte die Versammlung den Beigeordneten Becker. Stellvertretender Vorsitzender für Vussem wurde Lehrer Hubert Koch. Zu Beisitzern für Vussem wurden Gemeindevorsteher Peter Girards, Franz Schneider, Josef Hermanns, Johann Rutt und Gustav Wulschner gewählt. 13)

Ansicht der Gebäude der untergegangenen Eisenverarbeitungsstätte „Schneidmühle“.
Das eingeblendete Foto zeigt die Gaststätte „Zur Schneidmühle“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite

März
Es wurden weiter einberufen:

Peter Rutt, unverheiratet, wohnte mit Mutter, Onkel, Großmutter und Schwester in dem Häuschen das rechts von der Straße am Anfang des Harterweges etwas zurück liegt 13)

Vussemer Soldaten des Jahrgangs 1897 während der Militärzeit im 1. Weltkrieg.
von links: Wilhelm Müller, Albert Hein, Hubert Kuck, unbekannt


21. April
Josef Esser, bei dem Inf. – Rgt. No 29 in Rußland, schrieb nachstehenden Brief an seine Eltern:

„Liebe Eltern!

Dankend und in großer Freude habe ich heute abend Eure lieben Paketchen erhalten. Ich war sehr froh, als ich sie bekam, denn sie haben uns schon wieder Brot abgezogen. Für zwei Tage 2/3. Es ist aber nicht schlimm, ich komme schon aus. Wie es heißt, erhalten wir bald den Frieden hier in Rußland, denn wir haben hier in der Stellung eine intime Freundschaft geschlossen; denn sie haben uns jetzt nach drei Tagen einen Besuch abgestattet. Zuerst stellten sie eine weiße Fahne auf den Graben. Nach und nach kommt dann ein oder zwei Russen aus dem Drahtverhau kucken. Das kann man schön mit dem Glas beobachten. Dann muß der Posten das melden. Dann kommen einige von uns, die auch mit der weißen Fahne vorgehen. Dann kommen die Russen immer näher und näher und unsere Leute gehen auch vor. Bis auf einmal sind sie von beiden Seiten zusammen. Es ist ganz schön anzusehen, wie Feinde – Freunde werden, und sich die Hand reichen und einen Schnaps trinken. Die Russen bringen jedes mal Brot mit. Dafür bekommen sie Schnaps. Das Schauspiel ist wirklich herrlich anzusehen, wenn der Feind grad zusammen steht. Dann ist aber auch alles aus der Deckung, sowohl die Russen und auch wir, es ist wirklich zum Lachen. Wenn sie nun fertig alles besprochen haben, gehen die Russen wieder zurück, und unsere kommen auch. So geht der Krieg bei uns zu, es darf nicht mehr geschossen werden. Darum liebe Eltern, macht Euch keine Gedanken, es gibt bald Frieden. Dann will ich aber schwer hoffen, daß der alte 29er (Vater) aber auch zu finden ist, wenn die jetzigen 29er am schwarzen Tor herein marschieren. Und Mutter wird dann auch nicht weit abhanden sein. So muß ich schließen. Bin Gott sei Dank noch gesund und munter, was ich auch von Euch hoffe. Seid nun für heute recht vielmals herzlich gegrüßt von Eurem Sohn und Bruder Josef. Bis auf ein baldiges Wiedersehen in der lieben Heimat. Viele Grüße an lieb Mutter und klein Mariechen. Hoffentlich geht noch alles sehr gut zu Haus. Gott mit uns!“ 13)

In den Orten nahmen die Diebstähle erschreckend zu. Jedes Dorf wurde heimgesucht. Die Diebe hatten es hauptsächlich auf Lebensmittel, Fleisch, Brot und Kartoffeln sowie auf Kleidungsstücke abgesehen. Bei der Firma Girards und der Schneidmühle (Hammer) wurden die Treibriemen gestohlen. Ebenso kamen sehr viele Felddiebstähle vor. Für ein paar gewöhnliche Sonntagsschuhe, die zu Beginn des Krieges 15 Mark kosten, mussten jetzt 50 bis 60 Mark bezahlt werden. Den Kindern riet man daher in der warmen Jahreszeit, Strümpfe und Schuhe zu sparen und barfuß zu gehen. Daraufhin kamen die Kinder barfuß in die Schule. In Mechernich gingen sogar ein Großteil der Jugendlichen barfuß in die Kirche. 13)

April
Es wurden weiter einberufen:

Franz Schneider, 37 Jahre alt, wohnte in der Wirtschaft gegenüber der Einmündung des Holzheimer Weges in die Dorfstraße, Ackerer und Wirt; verheiratet, Vater von fünf Kindern im Alter von zwei bis neun Jahren, alte Mutter lebte noch, der einzige Berufslandwirt im Dorfe, von dem sehr viele Leute, die kein eigenes Gespann besaßen, abhängig waren. 13)

Juni
Josef Hermanns, Former, wohnte im ersten Haus rechts von der Straße aus auf den Hartweg zu, Eltern lebten beide, Vater war Bergmann;

Juli
Heinrich Vogelsberg, wohnte mit der Mutter und einigen Schwestern in dem letzten Haus (im Feld) in der Ackergasse, er war Former in der Gießerei; 13)

Wilhelm Hellings, ehemals Pfarrer in Holzheim, besuchte anlässlich seines vierzigjährigen Priesterjubiläums auch seine frühere Pfarrei. Bei dieser Gelegenheit stattete er auch dem erkrankten Fabrikanten Peter Girards in der Neuhütte einen Besuch ab. Die alten Erinnerungen wurden hierbei wieder aufgefrischt. Im Laufe der Unterhaltung griff Pastor Hellings auf seinen schon früher gemachten Plan zurück, Vussem und Breitenbenden von der Mutterpfarre Holzheim zu lösen und zu einer selbständigen Kapellengemeinde zu erheben. Nach einer längeren Verhandlung erreichte Pfarrer Hellings sein Ziel. Peter Girards erklärte sich bereit, der neuen Kapellengemeinde Vussem – Breitenbenden 40.000 Mark für die Unterhaltung eines Geistlichen zu schenken, sowie einen Fabrikraum zur Herrichtung einer Notkirche und eine Wohnung für den Geistlichen bereitzustellen. Groß waren die Freude, der Jubel und der Dank für diese hochherzige Schenkung, sowohl auf Seiten des Klerus, wie bei der ganzen Gemeinde. Pastor Gülden, Nachfolger des Pfarrer Hellings in Holzheim, erklärte sich mit der Abtretung der Ortschaften Vussem und Breitenbenden einverstanden. 14)


1918

6.Januar
Im Alter von sechzig Jahren verstarb der Fabrikant Peter Girards. Er war gebürtig aus Esch bei Jünkerath und in zweiter Ehe mit Magdalena Distelrath verheiratet. Nach einer Lehrzeit bei den Jünkerather Werken, den Gesellen- und Meisterjahren bei den I.G. Farbenfabriken Höchst, übernahm Peter Girards im Jahre 1883 die Eisengießerei Neuhütte von Karl Depiereux. Aufgrund seiner Erfahrung und seines Könnens brachte er das Werk sehr bald zu neuer Blüte. Im Jahre 1902 erweiterte er die Neuhütte um eine Maschinenfabrik. Zu den Produkten der Firma, in der Peter Girards nicht immer alleiniger Inhaber war, zählten Spezialitäten wie:
„Kessel, Schalen, Pfannen und Gefässe etc. für chemische Fabriken, Blei- und Zinkhütten, Retorten, Glühgefässe, Maschinenteile aller Art, sowie Bauguss, Säulen etc., Heizungs- und Feuerungsanlagen, Coquillen, Walzwerkbestandteile, Kuppeln, Spindeln, Stücke bis 40000 kg.“

Peter Girards war weiterhin noch als Kreistagsmitglied, Gemeindebürgermeister und Kirchenvorstandsmitglied tätig. Noch kurz vor seinem Tode ermöglichte er durch eine Geldspende von 40.000 Mark sowie die Bereitstellung einer Fabrikhalle als Notkirche die rektoratsmäßige Loslösung der Orte Vussem und Breitenbenden von der Pfarrei Holzheim. Seine Beerdigung erfolgte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. In der Familiengruft auf dem Friedhof zu Holzheim fand er neben seinen bereits verstorbenen Kindern und seiner ersten Ehefrau Cäcilie, geborene Drehsen, die letzte Ruhe. 7) 15) 16)

Januar
Vom November 1917 bis Mitte Januar 1918 fiel der Unterricht in der Schule zu Vussem ganz aus. Lehrer Hubert Koch war zum Wehrdienst einberufen worden. Am 16. Januar 1918 nahm die Schulamtsbewerberin N. Deussen, einer Berufung durch die königliche Regierung folgend, den Unterricht wieder auf. 14)


9. Januar
Die in einem Modellschuppen (der Firma Girards) eingerichtete Notkirche wurde von Pfarrer Gülden aus Holzheim feierlich benediziert. Anschließend feierte die Gemeinde die erste Heilige Messe. Von nun an fanden an allen Sonn- und Feiertagen Gottesdienste statt. 14)

18. Januar
Die Schulkinder besuchten erstmals die Schulmesse in der neuen Kirche (Notkirche) zu Vussem.
Lehrer Hubert Koch nahm wieder den Schuldienst auf. 14)

Der Abfall der Kriegsverbündeteten, die ständige Zurücknahme der Front und die größer werdende Not in der Ernährung und Bekleidung führten zu einer sehr niedergedrückten Stimmung.
Der ständige Kanonendonner beängstigte die Gemüter noch mehr. Die Möglichkeit eines feindlichen Einfalles rückte näher, einzelne Familien beschäftigten sich bereits mit Fluchtgedanken. 13)

Während des Sommers sammelten die Kinder unter Leitung des Lehrers Baumlaub. In den Scheunen, im Saal der Wirtschaft Schneider, auf dem Speicher der Villa, in der Mühle und so weiter wurde das Laub getrocknet. Die Kinder erhielten für das Kilogramm trockenes Laub 0,36 Mark. Das Laubheu wurde später abtransportiert, gemahlen und zu Futterkuchen für Militärpferde verarbeitet. 13)

Das Wohnhaus der Eheleute Peter Kauert und Maria, geborene Pick, nahe der Schneidmühle, (anstelle des heutigen Wohnhauses von Josef Wagner), brannte ab. Die Familie Kauert verzog daraufhin nach Breitenbenden. 17)


26. Januar
Zum Nachfolger des verstorbenen Gemeindebürgermeisters Peter Girards wurde der Ackerer und Wirt Franz Schneider aus Vussem gewählt. Dem Rat der Gemeinde Vussem-Bergheim gehörten weiterhin Anton Fünfzig, Heinrich Briesgen, Johann Rutt, Adolf Hoffmann und Johann Josef Wielspütz an. 18)


27. Januar
Dem Feldgeistlichen der 56. Inf. Division, P. Josef Linden, wurde die Seelsorge des Rektorats Vussem-Breitenbenden übertragen. 14)

2. Februar
Als erstes Brautpaar traute der Rektor die Brautleute Peter Koch aus Bergheim und Elisabeth Nelles aus Vussem. 14)

Der Rektor taufte am Ostertag Peter Berners, Sohn der Eheleute Wilhelm Berners und Barbara, geborene Hilberath. 14)

Pfarrer Gülden erlaubte dem Rektor Linden bereits im ersten Jahr, die Feier der Ersten Heiligen Kommunion im Rektorat zu halten. Am Christi Himmelfahrtstag wurden einundzwanzig Kinder zur Ersten Kommunion geführt. 14)

Nach den Herbstferien begann das Sammeln der Bucheckern. Die Schulkinder sammelten an zehn Nachmittagen zwei Zentner Bucheckern. Sie erhielten für das Kilogramm 1,65 Mark. 13)

November
Die Revolution brach aus. In Vussem merkte man jedoch wenig davon. Einzelne Soldaten kehrten aus den Garnisonen ohne Waffen, ohne Kokarden und Achselklappen in meist neuen Kleidern Heim. 13)


10. November
Nach dem Hochamt wurde erzählt, der Kaiser habe abgedankt und der Kronprinz habe auf die Thronfolge verzichtet. 13)

12. November
Unter dem Vorsitz des Beigeordneten Becker fand in Mechernich eine öffentliche Versammlung zwecks Gründung eines Arbeiter- und Bürgerrates statt. Die Versammlung verlief ruhiger als erwartet. Auf dem Platz vor dem Bürgermeisteramt hatte eine Kolonne Kraftwagen aus der Etappe Platz genommen. Jeder Wagen trug eine rote Fahne. 13)

15. November
Auf einer Wiese unweit der Schule landete ein Flugzeug. Die Maschine fuhr in einen Graben und war nicht mehr hoch zu bringen. Die beiden Insassen, zwei Unteroffiziere, verschossen die Munition, verkauften das Flugbenzin an die Gießerei und setzten ihre Fahrt mit der Eisenbahn in Richtung Bonn fort. Der Gemeindevorsteher ließ die liegengelassene Maschine mit einem Ochsengespann bis zur Neuhütte ziehen. 13)

Nach Abschluss des Waffenstillstandes begann bald der Durchmarsch der Truppen, die aus der Etappe und von der Front heimkehrten. In den ersten Tagen waren es Bagagen, später auch Infanterie, Abteilungen in Begleitung von Musik. Mit dem Durchmarsch kamen auch die Einquartierungen, unter ihnen ein ostpreußisches Inf.-Rgt., das Res.-Inf-Rgt.73 und das schlesische Rgt. Nr.7. Das Res.-Inf.-Rgt.73 hatte hier einen Ruhetag. Das ganze Regiment, etwa 1.000 Mann, lag im Dorf. Oft setzten die durchziehenden Soldaten die Schulbuben auf die reiterlosen Pferde, und dann ritten die Jungen voller Stolz mit bis Breitenbenden. 13)

30. November
Breitenbenden hatte noch viel mehr Einquartierungen als Vussem. Das letzte durchziehende Regiment, das schlesische Rgt. Nr.7, lag zum größten Teil in Breitenbenden. Das Regiment war am 29. November von Weismes nach Harperscheid marschiert und dort einquartiert worden. Nach ein paar Stunden erhielt es Befehl, sofort weiterzumarschieren. Die armen Soldaten marschierten die ganze Nacht und kamen am Morgen hier an. Die Regimentskapelle kam zur Schneidmühle und Neuhütte, der Kommandeur quartierte sich mit mehreren Offizieren in die Villa Neuhütte ein. Die Straße Roggendorf – Euskirchen sollte schon mittags überschritten sein. Das Regiment war das nächste am Feind gewesen. 13)

Dezember
Von den durchziehenden Truppenteilen kauften mehrere Vussemer Pferde an: Girards 1,
Franz Schneider 2,
Wilhelm Berners 1,
Disternich, am Busch 1,
Wielspütz, Harterweg 1,
Wielspütz, Schmale 1,
Bertram , Kapelle 2,
Arns , Schneidmühle 1 13)


4. Dezember
Die Viehzählung ergab:
10 Pferde,
78 Stück Rindvieh, darunter 44 Milchkühe
und 14 Ochsen,
5 Schafe,
24 Schweine,
53 Ziegen,
23 Kaninchen und 18 Gänse; 13)

5. Dezember
Das Bürgermeisteramt teilte mit, der Telefonverkehr sei eingestellt; das Postamt unterstehe der englischen Besatzung. Leute, die von Mechernich kamen, erzählten von Engländern, die dort Quartier bezogen hatten. Es waren Kavalleristen, die Spitze der englischen Armee.
In den folgenden Tagen kamen häufig schwer beladene englische Lastautos, einzelne Reiter und Ordonnanzen auf Motor- und Fahrrädern von Eiserfey her durch das Dorf. Die Verordnungen des Führers der englischen Kavalleriebrigade wurden bekannt gegeben:
„Um 8:00 Uhr abends muß jeder zu Hause sein; von 22:00 Uhr ab darf in den Häusern kein Licht mehr brennen; die Mark hat einen Wert von 70 Centimes; die englischen Offiziere sind von der männlichen Bevölkerung durch Hutabnehmen zu grüßen; beim Spielen der englischen Nationalhymne haben die männlichen Personen die Kopfbedeckung abzunehmen; das Spielen der deutschen Nationalhymne ist verboten usw.“

Die meisten Männer kannten aber die Abzeichen der britischen Offiziere nicht. Das mag erklären, weshalb einzelnen Männern von den Soldaten der Hut vom Kopf geschlagen wurde. In Strempt nahmen die Männer, während die englische Nationalhymne gespielt wurde, die Kopfbedeckung nicht ab. Zur Strafe musste der Ortsvorsteher Jannes eine Stunde lang mit entblößtem Haupt stehenbleiben, während die Regimentskapelle spielte. 13)

Dezember
Kriegschronik des Franz Klinkhammer,
Obergefreiter = Fußartl. Batl. 65- 1. Battr.
Eisernes Kreuz 2. Klasse – Frontkämpfer-Ehrenkreuz

„Er wurde am 20. 3. 1896 geboren. Eingerückt am 14. 3. 1916 z. Ers. Batl. Infant. Regt. 25 und am 7.7. 1916 zur Fußartl. Batt. 481 versetzt, ins Feld gezogen a.d. Westfront, teilnehmend an folgendem Kpfe. im Argonnerwald, Stell. Kpf. in der Champagne – Schlacht b. Verdun. Infolge Umformierung im Oktober 1916 z. Fußart. Batl. 65 – 1 Battl. a. die Ostfront: Feldzug in Serbien und Mazedonien um die Armatushöhe zw. des Skrumbi u. Dudika bis März 1918; anschließend an der Westfront = Stell. Kpfe. b. St. Quentin und an der Aa = Große Schlacht in Frankreich a. der Somme – Avre – Matz – Oise b. Montdidier – Noyon- v. d. Siegfriedfront – v. d. Hermannstellg. -v. der Antwerpen – Maas- Stell. Am 3. Dezember 1918 aus dem Heer entlassen.“ 19)

Dezember
Viele Leute aus Vussem und Umgebung kamen zu Philipp Kauert, wohnhaft am Busch, um sich fotografieren zu lassen. Für die Personalausweise wurde fortan eine Fotografie benötigt. 13)


1919


1. März
Die Viehzählung ergab für Vussem:
9 Pferde,
74 Stück Rindvieh, darunter 14 Ochsen und 44 Milchkühe,
2 Schafe,
20 Schweine,
57 Ziegen,
11 Kaninchen,
3 Gänse,
224 Hühner. 13)


10. März
In der Neuhütte brach ein Streik aus. Die Arbeiter verlangten bei vollem Lohnausgleich eine kürzere Arbeitszeit. Von Seiten der Arbeiterschaft waren einige kaum ernst zunehmende Bemerkungen, „spartakistischer Art“, gefallen. Von der Firmenleitung wurden die in Mechernich stationierten Engländer angefordert, die das Werk sofort besetzten. Unterhalb der Schneidmühle postierten die Engländer sogar ein Maschinengewehr. Auf Vermittlung des Gemeindevorstehers Franz Schneider, der eine länger dauernde Besetzung vermeiden wollte, gab die Firmenleitung nach und ging auf die Forderung der Arbeiter ein. Johann Linden aus Vussem und ein Mann namens Schneider aus Weyer, die die erwähnten Bemerkungen gemacht haben sollten, transportierten die Engländer zu einem Verhör nach Mechernich. Die beiden Beklagten wurden hinterher freigesprochen.13)

26. April
Nach elfjähriger Tätigkeit an der Volksschule verließ der Lehrer Hubert Koch Vussem. Er erhielt eine Anstellung als Hauptlehrer an der dreiklassigen Schule in Birgel, Kreis Düren. 13)


1. Mai
Die Regierung übertrug die freie Lehrerstelle in Vussem dem Lehrer H. Demary. An diesem Tag war auch der erste Nationalfeiertag der deutschen Republik. Die Arbeiter aus Mechernich wollten die Kaiserbüste, die an der Kakushöhle stand, den Abgrund hinunterstürzen. 13)

September
An den drei Kirmestagen erlaubte die Firma Girards den Arbeitern zu feiern und bezahlte ihnen den vollen Lohn. Vier Arbeiter feierten auch am Mittwoch noch. Als sie am Donnerstag wieder arbeiten wollten, wurde ihnen dieses verwehrt.
Am folgenden Tag verlangte die Arbeiterschaft die Wiedereinstellung der vier Leute bei vollem Lohnausgleich. Als dieses verweigert wurde, legten alle die Arbeit nieder. Der Streik wurde am Samstag auf gütlichem Wege beigelegt und am Montag die Arbeit wieder aufgenommen. 13)


1. Oktober
Der Erzbischof von Köln, Dr. Felix von Hartmann, erklärte das Rektorat Vussem – Breitenbenden offiziell für selbständig.

„Urkunde

über die Errichtung der Kapellengemeinde Vussem- Breitenbenden, Pfarre Holzheim

1. In Vussem-Breitenbenden wird eine Kapellengemeinde mit selbständiger
Vermögensverwaltung errichtet.

2. Die Grenzen der neuen Gemeinde gegen die Muttergemeinde sind in der
beiliegenden Karte mit roter Farbe gekennzeichnet.

3. Die neue Kapellengemeinde zahlt an die Muttergemeinde jährlich den
Betrag von 500 Mark bzw. eine einmalige entsprechende Abfindungssumme.
Die Mitglieder der Kapellengemeinde sind hier-durch von allen Lasten und
Abgaben an die Muttergemeinde befreit.

4. Gegenwärtige Urkunde tritt am 1. Oktober 1919 in Kraft

Cöln, den 1. Oktober 1919

Der Erzbischof von Cöln A.A.: Dr. Vogt“ 20)

Oktober
Nachdem der Lehrer H. Demary Vussem verließ, übertrug die Regierung in Aachen dem Lehrer Anton Spix die freie Lehrerstelle. Der neue Lehrer ist ein Bruder von Matthias Spix, der von August 1903 bis September 1904 hier ebenfalls als Lehrer tätig war. 13)


22. November
Der Lehrer Anton Spix wurde bestohlen.
Im Kosthaus bei Siegmund Bertram, Schneidmühle, drangen Diebe mit Hilfe einer Leiter durch das Fenster in sein Schlafzimmer und stahlen ihm die besten Anzüge und eine goldene Uhrkette. 13)


23. November
Es fanden die Gemeinderatswahlen statt. In den Gemeinderat der Gemeinde Vussem – Bergheim wurden gewählt:
Adolf Hoffmann,
Johann Wielspütz,
Johann Josef Wielspütz,
Peter Vogelsberg, alle aus Vussem,
Johann Raetz,
Michel Kreuser, beide aus Bergheim.
Die Gemeinderatsmitglieder wählten Johann Josef Wielspütz zum Gemeindevorsteher. 18)


8. Dezember
Am Gründungstage des Müttervereines ließen sich achtundachtzig Mütter aus der Pfarrgemeinde in den Verein aufnehmen. Schon am 9. August hatte Kardinal Felix von Hartmann aus Köln die Bildung des Müttervereines genehmigt. 14)

1920


5. Januar
Plötzlich und unerwartet verstarb im Alter von 35 Jahren Gertrud Schneider, geborene Bayard, Ehefrau des Land- und Gastwirtes Franz Schneider. Die Verstorbene stammte aus Mechernich und hinterließ ihren Ehemann mit sieben Kindern im Alter von sechs Monaten bis 13 Jahren. 3)

29. Januar
Als letzter Kriegsteilnehmer kehrte Peter Velser aus französischer Gefangenschaft heim. Er wurde mit einem vierspännigen Leiterwagen in Mechernich abgeholt und von der ganzen Gemeinde am Dorfeingang festlich empfangen. Die Schulkinder sagten Gedichte auf. 13)

Februar
Da nun der letzte Soldat aus der Gefangenschaft heimgekehrt war, veranstaltete die Gemeinde am Fastnachtssonntag für alle Vussemer Kriegsteilnehmer ein Fest. Zunächst war am Morgen für die ehemaligen Soldaten ein Hochamt. Hierbei wurde in besonderer Weise der Gefallenen und Vermissten gedacht.
Es waren:

Benedikt Hein, gefallen,
Peter Linden, gefallen,
Wilhelm Disternich, gefallen,
Martin Wessel, vermißt.

Nach dem Hochamt war Frühschoppen in der Gastwirtschaft Franz Schneider. Die Kinder erhielten ein Weißbrötchen. Am Nachmittag um 16:00 Uhr ging ein Zug durch den Ort. Anschließend trafen sich die Ehemaligen zum gemeinsamen Kaffee in der Gastwirtschaft Schneider. Die Schulkinder und die Jugendlichen unterhielten mit lustigen Gedichten und Theaterstücken. 13)


30. März
Aufgrund der Zugehörigkeit von Vussem zu der Pfarrei Holzheim wurden auch die Toten im Pfarrort beerdigt. Da die Orte Vussem und Breitenbenden seit 1918 von der Mutterpfarre Holzheim losgelöst waren, bemühten sich die Einwohner von Vussem um einen eigenen Friedhof.
Johann Disternich schenkte der Gemeinde ein zur Anlage eines Friedhofs geeignetes Grundstück. Nachdem die erforderlichen Arbeiten ausgeführt waren, konnte im Jahr 1920 die erste Bestattung im Ort erfolgen. Als erster fand Peter Luxen, Ehemann von Katharina, geborene Wielspütz, seine letzte Ruhe auf dem Vussemer Friedhof. 2)

April
Am dritten Sonntag nach Ostern, am Schutzfest des hl. Joseph, wählten die Mitglieder des Rektorats Vussem-Breitenbenden den ersten Kirchenvorstand.
Es waren dies:
Johann Lückerath,
Carl Böhmer,
Peter Dederich aus Breitenbenden
und
Matthias Kuck,
Michael Nelles,
Wilhelm Bertram aus Vussem. 14)


15. September
Nach dem Tod des Müllers Karl Dillenburg und der Wiederverheiratung seiner Witwe, Maria Josefa, geborene Rutt, mit Franz Weiler aus Glehn, gelangte die Getreidemühle in den Besitz der Familie Weiler. Laut einer Zeitungsanzeige gaben die Gebrüder Weiler ihre Geschäftseröffnung wie folgt bekannt:
„Den Bewohnern des Veytales und der anliegenden Ortschaften zur gefl. Kenntnis, daß die Mühle Vussem mit dem 15. September in Betrieb ist und empfehlen uns in allen vorkommenden Müllereiarbeiten, wie Schroten, Feinmahlen usw. Die Haferquetsche (glatte Walzen) quetscht jedes Futterkorn und Hafer für Pferde. Die Schälmaschine verarbeitet Gerste zu Graupen in I a. Qualität und reinigt den schlimmsten Brandweizen. Wir bitten die geehrten Interessenten, die neuen Mahlkarten auf unseren Namen schreiben zu lassen, sowie die Anhängezettel nicht zu vergessen.“ 7)

10. November
Am Vorabend des Martinstages veranstalteten die Schulkinder einen Fackelzug zu Ehren des Heiligen Martinus. Die Kinder schnitzten die Fackeln größtenteils aus Runkelrüben. Um 17:30 Uhr versammelten sich die Kinder vor der Gastwirtschaft „Zur Schneidmühle“ und zogen unter Singen von Martinsliedern durch das Dorf zum Keilberg. Dort wurde ein Martinsfeuer abgebrannt, das weithin sichtbar war. Über den Martinsabend schrieben die Schüler der Mittel- und Oberstufe einen Aufsatz. 13)

Anmerkung Albert Velser: Die Erwähnung des Martinszuges wurde der Vussemer Schulchronik entnommen. Es handelt sich hier vermutlich um den ersten in Vussem durchgeführten Martinszug. Von einem Sankt Martin, der den Zug zu Pferde begleitete, sowie von der Verteilung von Martinswecken an die Kinder ist noch keine Rede.

Die Rheinische Bohrmaschinenfabrik & Cie. K G., Mechernich – Neuhütte, Inhaber Girards & Kneisel, Nachfolger der Firma Maschinenfabrik Peter Girards, nahm die Fertigung von Radialbohrmaschinen auf. 22)

In Vussem fanden sich Fußballbegeisterte zusammen und gründeten einen Fußballverein. Die Hauptinitiatoren waren Lehrer Anton Spix und Albert Hein, der in Köln erste Erfahrungen im Fußballspielen machte. Einer Fotographie aus dem Gründungsjahr zufolge bildeten

Franz Velser,
Fritz Dreesen,
Hubert Kuck,
Bernhard Klinkhammer,
Josef Hermanns,
Michel Golbach,
Wilhelm Winand,
Anton Golbach,
Albert Hein,
Josef Velser und
Matthias Theisgen die erste Mannschaft. 23)

Chronik bis – 1900

1830

Februar

Nach einer siebenjährigen Dienstzeit an der Volksschule in Vussem erhielt der Lehrer Friedrich Bernsdorf seine Versetzung nach Frentz bei Langerwehe. Mit Verfügung der königlichen Regierung wurde dem Lehrer Josef Buntrock die freigewordene Lehrerstelle übertragen. 1)

Im Sommerhalbjahr besuchten fünfundsiebzig Schüler die einklassige Volksschule. 1)

28. Juli

Der Erzbischof aus Köln weilte zur Firmung in Holzheim. Aus Vussem erhielten zehn Kinder das Sakrament der Firmung. 1)

Im Rechnungsbuch des Bürgervereins, des späteren St. Margarethen-Kapellenbauvereins, sind 167,27 Mark an Einnahmen und 31,70 Mark an Ausgaben verzeichnet.
Somit hatte die Kasse am Jahresende einen Bestand von 1.022,08 Mark.

Dem Vorstand des Vereins gehörten an:
Präses: Johann Josef Müller,
Rendant: Peter Josef Metzen,
Schriftführer: Peter Hein.

Die alte Spritze von 1830

Wir schreiben den 1. April 2024 und es ist kein Scherz:.

Vor ein paar Wochen ist eine Festschrift der „Freiwilligen Feuerwehr Vussem von 1936 – 1986“ aufgetaucht. In dieser Festschrift wird eine alte Feuerspritze von 1830 erwähnt, die jetzt im Freilichtmuseum stehen soll.

Und in der Tat: Winfried Barion ist dort gewesen und hat sie gefunden. Sie steht in der Abteilung „Mittelrhein“, im alten Spritzenhaus (Pos. 39) hinter der alten Schmiede (Pos. 38). Man kann auch noch ganz schwach den Schriftzug „Bürgermeisterei Vussem“ lesen.

Um diese Spritze zu erhalten, müsste man eine Möglichkeit finden, diese alte Spritze wieder so zu restaurieren, dass sie wieder als alte Spritze Vussem erkennbar wird.

Originalaufnahme vorne
Die Seitenbeschriftung ist nur schwer zu erkennen
Aufnahme von der Seite

1890

Februar

Nach einer siebenjährigen Dienstzeit an der Volksschule in Vussem erhielt der Lehrer Friedrich Bernsdorf seine Versetzung nach Frentz bei Langerwehe. Mit Verfügung der königlichen Regierung wurde dem Lehrer Josef Buntrock die freigewordene Lehrerstelle übertragen. 1)

Im Sommerhalbjahr besuchten fünfundsiebzig Schüler die einklassige Volksschule. 1)

Montag, 28. Juli 1890

Der Erzbischof aus Köln weilte zur Firmung in Holzheim. Aus Vussem erhielten zehn Kinder das Sakrament der Firmung. 1)

Im Rechnungsbuch des Bürgervereins, des späteren St. Margarethen-Kapellenbauvereins, sind 167,27 Mark an Einnahmen und 31,70 Mark an Ausgaben verzeichnet.
Somit hatte die Kasse am Jahresende einen Bestand von 1.022,08 Mark.

Dem Vorstand des Vereins gehörten an:
Präses: Johann Josef Müller,
Rendant: Peter Josef Metzen,
Schriftführer: Peter Hein.

Zumindest so schnell, bevor sie im Freilichtmuseum „vor die Hunde geht“!

1891

Während des Sommerhalbjahres besuchten einundsiebzig Schüler regelmäßig die Schule. Wegen zu starker Hitze fiel der Unterricht an drei Nachmittagen aus. Vom 16. August bis 6. September wurde der Nachmittagsunterricht wegen Erntearbeiten ausgesetzt. Das Sommerhalbjahr schloss mit dem 13. September. Der Lehrer musste an einer sechs Wochen dauernden militärischen Übung teilnehmen. 1)

1892

Johannes Disternich gründete mit einigen Männern und Jünglingen den Vussemer Männergesangverein. Im Paragraphen 1 der Statuten vom 1. Oktober 1892 heißt es:
„Der Verein hat sich hauptsächlich gebildet, um an einem Neubau der Vussemer Kapelle mit zu wirken und den kirchlichen Gesang herbeizuführen, sowie auch die fröhlichen, gemeinschaftlichen Unterhaltungen durch Gesellschaftslieder emporzuheben und dadurch „unanständige Lieder“ zu verbannen.“ 2)

1893

Freitag, 3. März 1893

Der Schulleiter Josef Buntrock erhielt nach dreijähriger Tätigkeit in Vussem eine Anstellung bei der Domschule in Aachen. Zu seinem Nachfolger ernannte die königliche Regierung Jean von Wersch.1)

Freitag, 18. August 1893

Im Alter von 65 Jahren verstarb der Vussemer Mahlmüller Nikolaus Dillenburg. Der Verstorbene stammte aus Rütt bei Krekel und war mit Margarethe, geborene Heck, verheiratet. Die Familie Dillenburg übernahm gegen Ende der 60iger Jahre die Mahlmühle. Die Nachfolge des Nikolaus Dillenburg trat der Sohn Karl an. 3)

1894

Montag, 22. Januar 1894

Der königliche Kreisschulinspektor Dr. Schaffrath revidierte (inspizierte) die von Lehrer Johann van Wersch geleitete Schule. In dieser Zeit besuchten 61 Kinder die einklassige, katholische Volksschule. 1)

1895

Nach dem Tod des Daniel Bertram, Schneidmühle, übernahm der Sohn Sigmund das anfallende Erbe, bestehend aus:
a) Flur 30 Nr. 661a/141 Schneidmühle, Wiese, 74,16 ar
b) Flur 30 NR. 668/142 Hausgarten, 10,15 ar
c) Flur 30 Nr. 143 Hofraum, 1,41 ar
samt allen auf diesen Parzellen befindlichen Gebäuden und Immobilien.

Die Geschwister:
1. Sophie, verheiratete Schuh, in Duisburg wohnend,
2. Henrietta, verheiratete Löhr, in Schleiden wohnend
3. Amalia, verheiratete Axmacher, in der Schneidmühle wohnend,
4. Carl, als Ober Postassistent in Aachen wohnend,
erhielten eine finanzielle Abfindung. Zu dem Erbe gehörte auch das auf dem Grundstück, Flur 30 Nr. 143 befindliche Wohnhaus mit der Gastwirtschaft „Zur Schneidmühle“ (heute Triererstraße Nr. 55).
Schon vor 1840 betrieb Jakob Bertram (Großvater des Sigmund) bei der Schneidmühle eine Schankwirtschaft.

1896

Montag, 19. Oktober 1896

Der Lehrer Heinrich August Lange wurde an der Schule provisorisch
angestellt. Wegen der ungünstigen Witterung im Herbst und der zurück gebliebenen Kartoffelernte erfolgte eine Verlängerung der Herbstferien bis zum 27. Oktober. 1)

1897

Freitag/ Dienstag, 21./23. März 1897

Während der im Jahreskreis begangenen Festlichkeiten nahm das Gedenken an den 100. Geburtstag Kaiser Wilhelm I. einen besonderen Platz ein. Eine Verfügung der Behörde bestimmte, die Feiern vom 21. bis 23. März zu veranstalten. Am 21. März, einem Sonntag, fand die kirchliche
Feier statt. Montags folgte die Feier in der Schule nach der damals bekannten Art des Kaiser Geburtstags. Die Kinder erhielten Backwerk, das die Gemeindekasse bezahlte. Am 23. März trafen sich die Schulkinder aus den Orten Holzheim, Breitenbenden, Vussem, Eiserfey, Weyer, Zingsheim, Pesch und Harzheim an der Kakushöhle. Hier wurde mit 650 Schulkindern bei munteren Spielen und Gesang gefeiert. Das Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden und Umgebung berichtete, wie die Belegschaft der Vussemer Neuhütte den Festtag beging:
„Schon am Vorabend hallte das Echo der Böller von den Bergen wider und rief die Arbeiter herbei, um beim Gerstensaft das Andenken an den unvergeßlichen Kaiser Wilhelm den Großen zu feiern und in begeisterter Liebe zu dem Heldenkaiser Ausdruck zu verleihen. Zugleich kennzeichnete diese Feier auch das fast ideale Verhältnis zwischen Arbeitgeber und den Arbeitern, welches
wegen seiner Seltenheit zu unserer Zeit gewiß Hervorhebung verdient.“ 1) 7)

1898

Der Kirchenweg zur Pfarrkirche in Holzheim war schon lange bei regnerischem Wetter schlecht begehbar. Aufgrund seiner Lage in den Gemeinden Holzheim und Harzheim unterblieb in den letzten Jahren die Instandhaltung. Erst in diesem Jahr trug man eine dicke Lage Gießereischlacke auf und erreichte somit die Trockenlegung des Weges. 1)

1899

Sonntag, 17. November 1899

Vom Kreis – Haupt – Ausschuss erhielt der Hammerschmied und Gastwirt Sigmund Bertram, Schneidmühle, Gemeinde Vussem-Bergheim, die Erlaubnis, den bestehenden gastwirtschaftlichen Betrieb auch auf den Garten auszudehnen. 5)

1900

Dienstag, 20. März 1900

In der Vussemer Kapelle wurde ein Kreuzweg errichtet. Wilhelm Hellings, Pfarrer zu Holzheim, hinterließ hierzu folgendes schriftliches Zeugnis:
„Bezeugte Niederschrift über die canonische Errichtung des Heiligen Kreuzweges in der Kapelle Vussem, Pfarrei Holzheim, Dekanat Gemünd:
Kraft der Vollmacht, die vom Hochwürdigsten Erzbischof Dr. Hubertus Simar zu Köln mit apostolischer Autorität mir verliehen wurde, habe ich, Wilhelm Hellings, Pfarrer zu Holzheim, den Kreuzweg mit den verbundenen Ablässen heute in der öffentlichen Kapelle zu Vussem nach den Regeln, die von der Ablaßcongregation am 10. Mai 1742 vorgeschrieben sind, errichtet. Zum Beweis
der Richtigkeit habe ich dieses Zeugnis mit der Hand geschrieben.“ 6)

Für den betrieblichen Gütertransport zwischen der Neuhütte und dem Bahnhof in Mechernich nahm die Firma Eisengießerei Gebrüder Girards eine Straßendampflokomotive in Betrieb. Der Fuhrunternehmer Hubert Girards bot seinen Fuhrpark, bestehend aus drei großen Frachtwagen, zwei Schlagkarren und einem Fracht- und Holzschlitten nebst zwei schweren Ackerpferden, zum
Verkauf an. 7)

Bürgermeisterei 1831 – 1840

1831

„Am 7. Januar Abends zwischen 6 und 7 Uhr war ein Nordlicht bis 11 Uhr sichtbar.

Nach 8 jährigem Dienst wird auf sein Ansuchen der Schöffe Johann Steffens von Lorbach entlassen und durch Regierungsverfügung vom 29. Januar 1832 der Eigenthümer Peter Schneider daselbst an dessen Stelle ernannt.

In deren den Grafen zur Lippe zugehörigen Walddistrikt Marschlingsholz entstand am 25. May 1831 um die Mittagsstunde ein Brand welcher wahrscheinlich blos durch Unvorsichtigkeit und dadurch entstanden, daß jemand einen Ameisenhaufen angezündet und ohne sich weiter darum zu kümmern davon gegangen. Durch die aus Mechernich herbei geeilte schnelle Hülfe war der Schaden der dadurch entstand nur sehr unbedeutend und bestand blos in 3 Morgen schlechter Heide.

In der Nacht vom 6. auf den 7. May 1831 stellte sich ein so starker Frost ein, daß dadurch alles Eichenlaub- die Baumblüthen erfroren. Das Wiesengras und die Winterfrucht erlitten bedeutenden Schaden.

Von Oktober bis zu Ende des Jahres zeigten sich durch die milde Witterung begünstigt, auf den Saatfeldern Schnecken und Mäuse welche dieselbe bedeutend beschädigten.

Eine Zwillingsgeburt fand statt. Die älteste der Gestorbenen Catharina Felser von Lorbach erreichte das 86. Lebensjahr.

Der Kirche zu Holzheim sind zur Begründung eines Anniversarium für die Jungfrau Elisabeth Kreuser von Holzheim 25 Thaler zugetheilt worden.

Unter Menschen und Vieh war der Gesundheitszustand allgemein gut; nirgends zeigten sich Spuren einer ansteckenden Krankheit.

Sowohl in diesem als in den benachbarten Staaten graßierte besonders in den Hauptstätten zuletzt in Paris die bisher noch unbekannte Seuche die asiatische Cholera genannt und wurden viele Menschen deren Opfer. Bisher blieb die hiesige Provinz davon noch verschont. Da sich die Seuche in dessen von der Französischen Grenze her nähert und ein Ausbruch auch hier zu erwarten ist so hat die hohe Regierung alle möglichen Vorsichtsmaßregeln zur Abwehrung und Bekämpfung dieser Seuche getroffen, zu diesem eigene Ortssanitätskommissionen gebildet; für jeden Distrikt einen Arzt angewiesen die nöthigen Arzneien und Hilfsgerätschaften beschaffen zu lassen, welche in den Hauptdistriktorten zu Holzheim, Mechernich, und Roggendorf aufbewahrt werden.

Der Hauptmann Schmidt vom Generalcommando des 8 Armeecorps hielt am 5. und 6. May eine Besichtigung über den Zustand der Wege in der Bürgermeisterei Vussem und Weyer, (für eventuelle) Truppenmärsche ab. Durch die noch schwebenden Unruhen in Belgien und Frankreich war die Umgebung mit Einquartierung belegt.

In der Nacht vom 3. auf den 4. Juny wurden dem Hüttenmeister Carl Henseler zu Neuhütte bei Vussem einige Effekten (Gegenstände) von der Bleiche gestohlen.

Mittels allerhöchsten Kabinetts Order vom 13. July haben die königliche Majestät dem Tagelöhner Joh. Kier zu Mechernich für bewiesene Auszeichnung beim Brand das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen, welches demselben am 21. August Nachmittags bei versammelter Gemeinde durch den Herrn Landrath und im Beisein des Bürgermeisters angehangen wurde.

1832

„Am 6. Juny morgens zwischen 5-6 Uhr wurde der verheiratete Bergmann Frantz Viernich aus Mechernich 37 Jahr alt in der Grube genannt Wasserkaul im Meinartzhagischen oberhalb von Strempt durch das plötzliche Herabstürzen einer großen Wand ganz erdrückt, so daß er augenblicklich starb, seine beiden Mitgesellen Josef Lersch aus Mechernich und Matthias Kremer aus Strempt erlitten einige Beschädigungen durch Kopf-, Rücken- und Fußwunden, sind aber beide wieder geheilt und arbeitsfähig gestellt worden.

Am 13. July zündeten die aus dem Hochofen des Hüttenwerkes Neuhütte bei Vussem ausstoßenden Funken das mit Stroh eingedeckte Dach der gleich daneben liegenden Lohmühle ohne das Beschädigung dadurch entstand, wurde das Feuer durch die gleich hinzu gekommenen Fabrikarbeiter gelöscht.

Am 13. September von Morgens 6 bis Mittags 12 Uhr gebahr die Anna Maria Esser, Ehefrau des Peter Josef Steffens zu Mechernich 3 Kinder und zwar ein Mädchen und zwei Knaben. Alle drei Kinder sind völlig ausgebildet, gesund und leben noch.

Maria Catharina Schaefer aus Holzheim legte das 85. Lebensjahr zurück und war im Jahr 1832 die älteste unter den Gestorbenen.

Die so sehr gefürchtete Krankheit asiatische Cholera genannt, zu deren Abwehrung und Bekämpfung von der hohen Behörde so häufige Maßregeln angeordnet und weshalb im Bereich dieser Bürgermeisterei auch Anschaffungen gemacht wurden, ist eine Communal Rechnung für 93 Thaler und 8 Silbergroschen gemacht worden.

Die Opfer die diese Krankheit (vermutlich in Aachen, zu Burtscheid, in Haaren und Würselen) wegraffte waren den Mitteilungen gemäß nicht so bedeutend als man erwartet hatte, indes ist entschieden, daß sie immer eine sehr schreckliche Krankheit bleibt.

Die Brustkankheit herrschte zum Ende des Jahres an einigen Orten und es starben jedoch nur einige an deren Folgen.

Der am 15. May abgehaltene Verkauf eines Gartenstücks in Mechernich im Betrag von 27 Thaler an den Severin Hack daselbst, wird seitens des Erzbischofs von Cöln am 21. May und der königlichen Regierung zu Aachen am 9. Juny bestätigt.

Die Handelsverhältnisse und besonders jene am Bleiberg der in günstigen Jahren viele Menschen anzog und gut nährte stand wohl nie so schlecht wie im Laufe des Jahres 1832. Das ausgedehnte Grubenfeld der Herren Grafen zur Lippe das fast einige hundert Familien nährte, beschäftigt nur 50 bis 75 Mann. Die schönen Aufbereitungsanstalten zu Burgfey und die Schmelzhütten standen während dem Verlaufe des Jahres ganz außer Betrieb, weil Spanien so viel Bleierz lieferte und der Eingangszoll vermindert worden ist.

Die außer Betrieb gestandene Schmelzhütte zu Burgfey setzt im gewöhnlichen Betriebsjahren, aktenmäßigen Notizen zufolge, alleine 30 tausend und mehr Thaler in (Umlauf?). Das demnach der Ruhestand eines solchen Etablissement allein schon fühlbar sein muss unterliegt keinem Zweifel. In diesem Augenblick stehen die Handelsverhältnisse des Bleibergs etwas besser indem das Blei und Glasurerz einigen Absatz finden. Beinahe ähnliches Schicksal wie der Bleiberg erleiden die Eisenhüttenwerke und Schneidmühle, beiden stehen den nach englischer Art eingerichteten Werke die ungleich vielmehr und schneller ihre Fabrikate liefern können entgegen.

Das Einrücken eines französischen Heeres in Belgien zur Belagerung der Zitadelle von Antwerpen und die noch nicht geschlichteten Unruhen in Belgien überhaupt geben Veranlassung zur Sorge.

Heistart, den 21. May 1832

Bürgermeisterei 1821 – 1830

1828

„Am 16. Januar tritt der Josef Müller von Vussem als Mitglied der Armencommission aus und wird an dessen Stelle der Josef Hack Ackerer zu Holzheim ernannt. Der Gutsbesitzer und Bürgermeister Franz Schmitz zu Heistert wird als Abgeordneter und der Schöffe Josef Müller von Vussem, als Stellvertreter der Kreisstandschaft gewählt und am 23. April bestätigt. An die Stelle des verstorbenen Caspar Knoedler in Mechernich wird der Josef Hack von Holzheim durch landrätliche Verfügung vom 22. May an als Steuerverteiler von Vussem ernannt und tritt in Funktion.

Im Monat Februar kam es zum Ausbruch der natürlichen Blattern (Pocken) bei dem Kind Katharina Caroline Merken, ¼ Jahr alt, Tochter des zu Roggendorf wohnenden Schmied Ludwig Merken. Durch die sorglich getroffenen Vorkehrungen hat sich das Übel nicht ferner verbreitet. Das Kind ist nach dem gehörigen Lauf der Krankheit vollkommen hergestellt worden.

Am 22. November fiel auf dem Bleibergwerk Schunk Olligschläger Michael Lepertz aus Vussem fünf Lachter tief von der Fahrt in ein Gesenk und zerschmetterte sich den rechten Unterschenkel mit dem zerreißen der Arterie. Eine Amputation hätte womöglich sein Leben gerettet. Der Verunglückte wollte sich derselben nicht unterwerfen und starb nach 4 Tagen.

Der älteste der Gestorben (in der Bürgermeisterei) war 88 Jahr alt.

Dem Einwohner Christian Meurer zu Holzheim krepierten im Januar 3 Stück Rindvieh in einer Woche an der Magenseuche. Der Tierarzt Weinhaus von Gürzenich war mit der Untersuchung der Krankheit beauftragt, die er am 12. Februar abhielt ohne fernere Spuren der Verbreitung gefunden zu haben.

Am 3. Dezember, Abends halb sieben Uhr, wurde eine Erschütterung durch zwei Erdstöße wahrgenommen, ohne das jedoch Spuren als Folge dessen zurückblieben.

1829

An die Stelle des bisherigen Landrathes Herr Freiherr von Syberg zu Eicks, der in den Ruhestand trat, wurde der Regierungsreferendar Herr Richard Graf Beihsel-Gymnich zum Landrath des Kreises Gemünd ernannt. Hierbei wird zugleich bestimmt das Schleiden künftig Hauptort sein soll und folglich eine Umbenennung in Kreis Schleiden erfolgt.

Am 24. Februar, Nachmittags drei Uhr brach in der Behausung des Jakob Zervos zu Harzheim Feuer aus und legte vier Häuser und Scheunen ganz in Asche. Vier andere Häuser mit Stallungen und Scheunen wurden dadurch beschädigt. Die erhaltene Entschädigungssumme beläuft sich auf 839 Thaler.

Am 24. und 25. Juni erlitten die Feldgemarkungen Holzheim, Harzheim und Breitenbenden durch heftige Gewitterregen und Hagelguß bedeutenden Schaden. Die zarten Gemüse und der Hanf waren gänzlich zerstört.

Der zweijährige Knabe Peter Josef Steffens Sohn des Mahlmüllers Johann Steffens zu Breitenbenden befand sich am 1. Juli in dem Garten hinter der Mühle, stürzte ohne bemerkt zu werden in den Mühlenteich wurde über das Wasser getrieben und ungefähr 300 Schritt weiter in den letzten Zügen liegend aufgefangen. Alle durch den herbei gerufenen Bergwundarzt Witte von Roggendorf vorgenommenen Versuche blieben fruchtlos und das Kind starb wenig später.

Die Gemeinde Harzheim hat von dem Bürger Peter Birrenkoven daselbst ein in der Nähe der Kirche neben den Erben Heimersheim gelegenes altes Wohnhaus gekauft und dasselbe ohne das Zuthun der Verwaltung aus eigenen Mitteln zur Wohnung ihres bei der dortigen Kirche angestellten Geistlichen umgestaltet und eingerichtet.

Höherer Bestimmung und dem Antrag der Gemeinde Harzheim gemäß, wurden im Februar die auf der Harzheimer Kühweide (oder (Kirchenweide?) befindlichen Eichenstämme für 264 Thaler 6 Silbergroschen verkauft und dieser Ertrag ebenfalls höheren Bestimmungen gemäß (an?) den Bergarbeiter Christian Lux in Calenberg zinsbar angelegt,

Die Veröffentlichungen aus der Bürgermeistereichronik werden in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt. Hierbei wird sich auf Erwähnungen beschränkt, die von allgemeinem Interesse sind.

1830

„Mittels Verfügung der königlichen Regierung vom 3. Februar wird der Eigenthümer Peter Schmitz zu Mechernich an die Stelle des durch Alter ausgeschiedenen Daniel Schmelzer daselbst, als Mitglied des Gemeinderaths ernannt und tritt in Funktion.

An die Stelle des am 24. July verstorbenen Vikars, Herr Mathias Nikolaus Josef Gert welcher nicht volle zwei Jahr fungierte wird der Priester Wilhelm Moritz Burggraef an dessen ernannt und tritt mit dem Monat November die Funktion an.

Am 8. Januar morgens halb 8 Uhr Feuer Ausbruch in der Wohnung des Bergarbeiters Peter Weiß zu Roggendorf, wodurch dessen Gebäulichkeiten und die anschließende Scheune und Stall der Witwe Hilger fast gänzlich eingeäschert; die daneben gelegene Wohnung der Witwe Weiß beschädigt wurde. Nach den aufgenommenen Verhandlungen beträgt der Verlust der Gebäulichkeit 549 Thaler und jene der (Gereiden?) 408 Thaler. Für erstere erhielten dieselbe die Versicherungssumme von 210 Thaler von der Feuer Anstalt, für letztere ein Grundsteuernachlaß von 6 Thaler 29 Silbergroschen.

Am 5. September während die Stiefmutter im Garten und die 4jährige Tochter des Bergmanns Peter Bertram zu Vussem, Appolonia sich in der Küche in der Nähe des Feuer Herds ihrer Verwahrung selbst überlaßen war, wurde die Kleidung der letzteren vom Feuer ergriffen. Auf des fürchterlichen Geschrei eilt die Stiefmutter zur Hilfe herbei; die Kleidungsstücke waren aber fast alle schon vom Feuer aufgezehrt und starb das Kind Tages darauf an den Brandwunden.

Der Schuster Johann Schmitz von Lorbach, in Köln gebürtig, Ehemann der Agnes Schröder wurde am 17. September Nachmittags gegen fünf Uhr auf dem Wege von Commern nach Breitenbenden oben der Veyermühle vom Gewitter erschlagen.

Die in Köln verstorbene Jungfer Maria Elisabeth Wohlgemach hat mittels Testament der Kirche zu Holzheim zur Begründung eines Anniversars (jährliche Gedächtnisfeier) die Summe von 50 Thaler vermacht.

Der Vikar Johann Peter Kreuser zu Nierendorf hat der Kirche zu Mechernich 25 Thaler Kapital behufs Stiftung eines Anniversars geschenkt.

Der zu Harzheim verstorbene Vikar Niclas Josef Gert (bereits oben erwähnt) hat zur Gründung von vier jährlichen Sangmessen in der Kirche daselbst mittels Testament 100 Thaler zur Verfügung gestellt.

Im August und September erkrankten über 100 Kinder an den Masern und nur ein einziges starb an der Seuche.

Wegen dem Mangel an Holzkohlen standen die Eisenfabriken einige Monate außer Betrieb. Dadurch daß die Bleigruben im Königreich Granada in Spanien stark betrieben wurden und die gewöhnlichen Absatz Oerter hiesiger Ware mit ihren Produkten überschwemmen sind die Preise an Blei und Bleierz stark gesunken.

Die schwankenden politischen Verhältnisse in Frankreich und Belgien hatten auch nachteiligen Einfluß auf den hiesigen Bergbetrieb und da noch viel Vorrath auf Lager lag, der Absatz gering war wurden die Gruben schwach betrieben einige hundert Menschen dadurch nicht beschäftigt und brodlos gestellt.

Strenge Kälte in den Monaten Januar und Februar, der Holzfrevel nimmt daher überhand. Von Seiten der königlichen Regierung erfolgt für die Bürgermeistereien Vussem, Noethen und Weyer eine Unterstützung von 80 Thaler für bedürftige Einsaßen welche durch Ableistung Naturaldiensten beim Wegebau compensiert werden.

Es erfolgten in diesem Jahr Staatsumwälzung in Frankreich, Volksaufregungen in Frankreich und Belgien, tumultartige Auftritte an vielen Orten Deutschlands wie auch zu Aachen hiesigem Regierungsbezirk – Revolution in Polen.

Quellennachweis von 1890 – 1990

1) Schulchronik der Volksschule Vussem, Teil I
2) Abschrift der Satzung des Männergesangvereins 1892 Vussem
3) Standesamt Mechernich
4) Teilungsakt der Geschwister Bertram, Schneidmühle, in Privatbesitz
5) Original-Genehmigung, in Privatbesitz
6) Akte zur Vussemer Kapelle, im Diözesan-Archiv in Aachen
7) Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden, im Kreisarchiv
8) Original-Zeugnis, im Privatbesitz
9) Veröffentlichung aus dem Stadtarchiv Mechernich, Beilage zum Bürgerbrief
3. Jahrgang, Nr 37
10) Festschrift, 80 Jahre Männergesangverein 1892 Vussem
11) Stadtarchiv Mechernich
12) Veröffentlichung aus dem Stadtarchiv, Beilage zum Bürgerbrief 2. Jahrgang, Nr. 33 und 34
13) Schulchronik der Volksschule Vussem, Teil II
14) Kirchenchronik St. Margareta Vussem-Breitenbenden
15) Mitteilung von Peter Girards, Bad Neuenahr-Ahrweiler
16) Geschäftspapier der Firma Eisengießerei & Maschinenfabrik Gebr. Girards
17) Mitteilung von Maria Friedrichs, Mechernich
18) Protokollbuch der Gemeinde Vussem-Bergheim
19) Original-Kriegschronik, im Privatbesitz
20) Kirchlicher Anzeiger für die Erzdiözese Köln 1919
21) Stadtarchiv und nach Überlieferung
22) Jubiläumsschrift, Firma Dörries 1885-1980
23) Nach Überlieferungen und einer Fotografie aus dem Jahr 1920
24) Quelle in Privatbesitz
25) Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Bestand: BR 1058, Unterlagen zur Schneidmühle
26) Stadtarchiv Mechernich, Akte: 72-80, Unterlagen zur Gastwirtschaft „Zur Schneidmühle“
27) Mitteilung der Familie Wirtz/Schneider, Vussem
28) Vereinsbuch des Männergesangvereins 1892 Vussem
29) Mitteilung von Gertrud Vogelsberg, Vussem
30) Mitteilung von Anton Könen, Mechernich
31) nach Überlieferung und einer Fotografie aus dem Jahr 1937
32) Schulverlauf von Franz – Josef Linden, Köln
33) Zeitungsausschnitt unbekannter Herkunft
34) Unterlagen betreffs Hammerwerk, Wilhelm Depiereux, Breitenbenden
35) Mitteilung von Eva Wagner, Vussem
36) Mitteilung von Matthias Schmidt, Vussem
37) Mitteilung von Änne Gerhards, Vussem
38) Mitteilung von Luise Kolvenbach, Vussem
39) Mitteilung von Margarete Thielen, Vussem
40) Mitteilung von Maria Hein, Vussem
41) Totenzettel des Johann Wagner, Vussem
42) Totenzettel des Karl Wielspütz, Vussem
43) Totenzettel des Peter Gülden, Vussem
44) Mitteilung von Josef Berners, Gielsdorf
45) Mitteilung von Maria Luxen, Vussem
46) Totenzettel des Johann Peter Schröder, Vussem
47) Mitteilung von Anna Kurth, Eiserfey
48) Mitteilung von Anna Zingsheim, Vussem
49) Mitteilung von den Familien Prümmer und Kaulertz, Höfen
50) Mitteilung von Günter Wagner, Vussem
51) Mitteilung von Sophie Breuer, Vussem
52) Mitteilung von Maria Wolter, Vussem
53) Mitteilung von Helmut Fischer, Vussem
54) Mitteilung von Peter Dreesen, Vussem
55) Totenzettel des Peter Pütz, Vussem
56) Vereinsbuch, Sportvereinigung 1920 Vussem
57) Mitteilung von Hans Münch, Vussem
58) Mitteilung von Adolf Wolter, Vussem
59) Mitteilung von Lorenz Wielspütz, Vussem
60) Mitteilung von Wilhelm Berners, Vussem
61) Mitteilung von Bertram Berners, Vussem
62) Mitteilung von Hubert Gülden, Vussem
63) Mitteilung von Klara Schröder, Vussem
64) Mitteilung von Josefa Lux, Weyer
65) Mitteilung von Christine Huschbeck, Vussem
66) Mitteilung von Theo Linden, Mechernich
67) Vereinsbuch des Männergesangsvereins 1892 Vussem
68) Mitteilung von den erwähnten Familien
69) Manderscheidt-Blankenheim Akten Nr. 2, Hauptstaatsarchiv Düsseldorf
70) Bestand Roerdepartement, Bevölkerungslisten, Hauptstaatsarchiv Düsseldorf
71) Mitteilung von Johann Dillenburg, Derkum
72) Mitteilung von Franz Weiler, Vussem
73) Protokollbuch vom Sportverein 1946 Bergheim
74) Überlieferung
75) Aufzeichnungen von Albert Velser, Vussem
76) Mitteilung von Peter Velser, Füssenich
77) Mitteilung von Michel Wielspütz, Vussem
78) Mitteilung von Johann Sistig, Vussem
79) Generalvikariatsakte der Orte im Bistum Aachen
80) Akte 72 – 116 im Stadtsarchiv Mechernich
81) Mitteilung von Johanna Bruns, Vussem
82) Waldemar Haberey, „Die Römische Wasserleitung nach Köln“, Bonn 1971
83) Mitteilung von Gustav Winand, Mechernich
84) Mitteilung von Michel Schnichels, Lorbach
85) Mitteilung von Josef Hein, Vussem
86) Kölnische Rundschau vom 26. Juni 1962
87) Pfarrbrief St. Margareta, Vussem-Breitenbenden 2/79
88) Vereinsbuch SV 1920 Vussem
89) Mitteilung von Richard Eversheim, Vussem
90) Eifeler Volkszeitung
91) Mitteilung von Pater Stanislaw Sobieszczyk, Vussem
92) Kölner Stadt – Anzeiger, 10. Mai 1966
93) Mitteilung von Norbert Leduc, Morbach
94) Totenzettel der Schwester M. Clothild
95) Personenstandsarchiv Brühl
96) Herrengedingsprotokollbuch des Gerichtes Vussem-Bergheim
97) Kölnische Rundschau, 8. Juli 1967
98) Mitteilung von der Regionalstelle Eifel
99) Vussemer Schulakte im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf
100) Kölner Stadt – Anzeiger, 4./5. Mai 1968
101) Heimatkalender Kreis Schleiden 1963
102) Kölnische Rundschau, Januar 1969
103) Akten im Bestand Manderscheidt-Blankenheim, Hauptstaatsarchiv Düsseldorf
104) Kölnische Rundschau und Kölner Stadt- Anzeiger, Zeitungsausschnitte Juli 1970
105) Festschrift, fünfzigjähriges Jubiläum des SV Vussem 1920
106) Mitteilung von Josef Esser, Vussem
107) Akten im Bestand Manderscheidt-Blankenheim, im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf
108) Mitteilung von Josef Wagner, Vussem
109) Stadt Mechernich
110) Kölnische Rundschau Nr. 48, Februar 1972
111) Kassenbuch des Ortskartells Vussem
112) Mitteilungsblatt für die Gemeinde Mechernich 1973
113) Mitteilungsblatt für die Gemeinde Mechernich Nr. 35, 31. August 1973
114) Mitteilungsblatt für die Gemeinde Mechernich Nr. 27, 30. Juni 1972
115) Mitteilungen von Helmut Klinkhammer und Heinz Sistig, Vussem
116) Mitteilungsblatt für die Gemeinde Mechernich Nr. 22, 30. Mai 1975
117) Bürgerbrief für die Stadt Mechernich Nr. 40, 3. Oktober 1975
118) Gründungsprotokoll des Karnevalvereins 1977 Vussem
119) Kölnische Rundschau, 22. September 1977
120) Eifel Jahrbuch 1990
121) Pfarrbrief St. Margareta Vussem-Breitenbenden 1/77
122) Pfarrbrief St. Margareta Vussem-Breitenbenden 5/78
123) Bürgerbrief für die Stadt Mechernich Nr. 14, 7. April 1978
124) Akten im Bestand Manderscheid-Blankenheim, Hauptstaatsarchiv Düsseldorf
125) Eugen Virmond, Eifeler Eisenindustrie 1896
126) Chronik der Bürgermeisterei Vussem 1825 – 1847
127) Amtsblatt der königlichen Bezirksregierung Aachen 1850 und 1855
128) A. Hermann, Eifel – Festschrift 1888 – 1913
129) Heimatkalender Kreis Schleiden 1961
130) Bürgerbrief für die Stadt Mechernich Nr. 12, 23. März 1979
131) Mitteilung von Josef Wagner Junior, Vussem
132) Bürgerbrief für die Stadt Mechernich Nr. 30, 28. Juli 1978
133) Pfarrbrief St. Margareta Vussem-Breitenbenden 5/79
134) Mitteilung vom Junggesellenverein Vussem
135) Kölnische Rundschau, 15. November 1980
136) Satzung des Junggesellenvereins „Alte Heimat“ Vussem 1980
137) Mitteilung des Eifelland-Blasorchesters
138) Mitteilung von Friedhelm Breuer, Vussem
139) Bürgerbrief der Stadt Mechernich, 6. März 1981, Nr. 1O
140) Bürgerbrief der Stadt Mechernich, 3. Juli 1981, Nr. 27
141) Bürgerbrief der Stadt Mechernich, 8. Januar 1982, Nr. 1
142) Bürgerbrief der Stadt Mechernich, 5. Februar 1982, Nr. 5
143) Pfarrbrief St. Margareta Vussem-Breitenbenden 1/82
144) Kölnische Rundschau, 7. November 1983
145) Satzung des Bürgervereins Vussem, 13. März 1984
146) Kölnische Rundschau, 11. September 1984
147) Bürgerbrief der Stadt Mechernich, 28. Mai 1982 Nr. 21
148) Kölnische Rundschau, 21. Januar 1985
149) Mitteilung des Männergesangvereines 1892 Vussem
150) Kölnische Rundschau, 29. April 1985
151) Kölnische Rundschau, 14. Januar 1986
152) Kölnische Rundschau, 10. Februar 1986
153) Bürgerbrief der Stadt Mechernich, 21. März 1986
154) Kölnische Rundschau, 21. April 1986
155) Kölnische Rundschau, 8. Juli 1986
156) Kölnische Rundschau, 20. Februar 1987
157) Kölnische Rundschau, 9. Mai 1987
158) Kölnische Rundschau, Todesanzeige vom 10. Juni 1987
159) Bürgerbrief der Stadt Mechernich, 16. Oktober 1987
160) Kölnische Rundschau, 7. Februar 1988
161) Kölnische Rundschau, 19. August 1989
162) Bürgerbrief der Stadt Mechernich, 12. Januar 1990, Nr. 2
163) Bürgerbrief der Stadt Mechernich, 13. Februar 1987, Nr. 7 

Vorwort Chronik

Im Jahr 1991 gab der Heimat- und Geschichtsverein Vussem eine Chronik des Ortes vom Zeit-raum 1890 – 1990 heraus. Da die Veröffentlichung bald vergriffen war, sah sich der Verein wegen der andauernden Nachfrage gezwungen, etwas zu unternehmen. Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens wurde der Beschluss gefasst, der bestehenden Chronik die Jahre von 1991 bis 2015 anzuhängen und neu aufzulegen. Somit liegt dem Leser heute die textlich unveränderte Ausgabe der Chronik von 1890 bis 1990 und als Teil 2 die angehängten Aufzeichnungen der folgenden 25 Jahre bis 2015 vor. Für die vorliegende Arbeit waren die Aufzeichnungen der Vussemer Vereine eine große Hilfe. Darüber hinaus sollten aber weiterhin von den vielfältigen Geschehnissen im Ort schriftliche- und bildliche Aufzeichnungen gemacht werden, um in späterer Zeit wiederum die Chronik des Dorfes Vussem fortsetzen zu können.
Eine Chronik stellt den geschichtlichen Ablauf in zeitlicher Reihenfolge dar. Was passierte im Dorf Vussem, lohnt sich das überhaupt festzuhalten? Wen interessiert das überhaupt? Die letzte Frage können wir zwar nicht beantworten, aber wir hoffen, dass es Sie interessiert, was in den vergangenen 25 oder insgesamt 125 Jahren hier in Vussem bei uns geschehen ist. Wir hoffen jedenfalls, dass Sie nachlesen wollen, was die Menschen bewegt hat, was sie getan und vollbracht haben und was sie ertragen mussten.
Lohnt es sich, darüber zu schreiben? Wer will das beurteilen! Für die Vussemer in der jeweiligen Zeit war es wichtig und sie haben es mit der tiefsten Überzeugung gemacht, etwas für ihr Dorf zu schaffen. Konkurse und Schließungen haben sie gemeinsam getragen und sich aufgerafft, nicht darin stecken zu bleiben, sondern etwas Neues aufzubauen. Sie haben in jeder Situation daran geglaubt, das Richtige zu tun. Und das genügt, damit es festgehalten wird, dass wir erfahren, was hier in Vussem war. Und das war ganz schön viel, der Umfang der Chronik zeigt es und damit erheben wir keineswegs den Anspruch, vollständig zu sein. Natürlich haben wir Dinge übersehen, oder manches anders gesehen, als Sie es vielleicht sehen. Aber dabei nehmen wir auch für uns in Anspruch, was wir oben über die Vussemer gesagt haben: Auch wir sind überzeugt, das Richtige getan zu haben.
Darum nehmen Sie sich Zeit, in der Chronik zu blättern, sich an der einen oder anderen Stelle festzulesen und vielleicht zu denken: „Och, das hätte ich nicht mehr gewusst.“
Dann hat sich auch für uns die Mühe gelohnt.

Albert Velser
Helmut Mehren

Spenderliste für die Chronik bis 1990

Die Herausgabe dieses Buches wurde dem Heimat- und Geschichtsverein Vussem ermöglicht, durch die Unterstützung von:

Barth & Vogelsberg, Innenausbau, Vussem
Bouwhuis, M., Brillen Lehmann, Mechernich
Breuer, F., Fam., Vussem
Breuer, Transportunternehmung, Vussem
Bruns, H., Holzbau, Vussem
C.H.S./EDV, Beratungs-GMBH, Vussem
Dardenne, Fam., Gaststätte „Josefshof“, Bergheim
Dasburg, C., Glaserei Gebr. Dasburg, Breitenbenden
Dederich, J., Stadtverordneter, Breitenbenden
Dörries Scharmann, Maschinenfabrik, Vussem
Dreesen, P., Fam., Vussem
Fischer, R., Allianz-Generalagentur, Mechernich
Gumeny, W. u. G., Gaststätte „Zur Schneidmühle“, Vussem
Hochgürtel, Hoch- u. Tiefbau, Mechernich
Hufschlag, H., Metzgerei, Mechernich
Hufschlag, H., Schuhhaus, Mechernich
Hufschlag, P., Metzgerei, Mechernich
Keischgens, W., Bäckerei, Holzheim
Klinkhammer, J., Fam., Vussem
Kreissparkasse Euskirchen
Kronenberg, P., Gaststätte, „Em Gardestüffje“, Mechernich
Maas, H. J., Malerwerkstätte, Bergheim
Meyer, M., Getränkehandlung, Satzvey
Mies, A., Fam., Vussem
Moorkamp, M., „Eifeler Bauernstube“, Bergheim
Ohles, M., Bestattungen, Geschenkartikel, Mechernich
PEHA-Sport, Mechernich
Pütz, W., Gaststätte „Zum Krebsbachtal“, Breitenbenden
Raiffeisenbank, Bad Münstereifel-Nöthen
Reinartz, Autohaus, Mechernich
Rodrigues, Bausanierung, Vussem
Sampels, H., Betonbau, Holzheim
Sanden, H., jun., Fam., Breitenbenden
Sanden, H., Wohn- und Pflegeheime, Breitenbenden
Sander, K. u. A., Damen- u. Kindermoden Hoffmann, Mechernich
Schmidt, H., H., Basler – Versicherungen, Vussem
Schmitz & Becker, Bausanierung, Vussem
Schmitz, L., Elektro, Holzheim
Schneider, J., Transport- u. Raupenbetrieb, Harzheim
Schwinning, V., Buchhandlung Abel, Mechernich
Schäfer-Reisen, Mechernich
Schüller, H., Radio u. Fernsehen, Mechernich
Simons, G., Steinmetzwerkstätte, Mechernich
Urfey, H., Radio u. Fernsehen, Mechernich
Volksbank, Mechernich
Winand, G., Bäckerei, Kall

Quellennachweis von 1991 – 2015

Quellenangaben
1) Aufzeichnungen Albert Velser
2) Protokoll, Bürgerverein 04.03.1991
3) Christoph Dasburg, Breitenbenden
4) 1991, Chronik MGV Vussem
5) Kölnische Rundschau Eifelland 27.07.1991
6) Kölnische Rundschau Eifelland 2.08.1991
7) Kölnische Rundschau Eifelland 09.09.1991
8) Bürgerbrief 20.09.1991
9) Pfarrbrief, Weihnachten 1991
10) 1992, Chronik des MGV Vussem
11) Kölner Stadtanzeiger, Silvester 1992
12) Pfarrbrief, Ausgabe 2/93
13) Kölnische Rundschau Eifelland 17.März 1993
14) Gedruckte Einladung „Das Sanden- Team
15) Mitteilung Arno Groß, Vussem
16) Bürgerbrief Stadt Mechernich, Einwohnerzahlen Stand 30.06.1993
17) Pfarrbrief, Ausgabe 3/1993
18) Pfarrbrief, Ausgabe 4/1993
19) Kölnische Rundschau Eifelland 18.08.1994
20) Kölnische Rundschau Eifelland 18.10.1994
21) Festschrift TSV Feytal anlässlich des Jubiläums
22) Bürgerbrief der Stadt Mechernich 08.12.1995
23) Kölnische Rundschau Eifelland 12.02.1996
24) Kölnische Rundschau Eifelland 17.06.2001
25) Kölnische Rundschau Eifelland 04.09.1996
26) Pfarrbrief 31.10.1996 (Extrablatt)
27) Pfarrbrief Ausgabe 2/97
28) Pfarrbrief Ausgabe 2/97
29) Chronik MGV Vussem 1997/98
30) Einladung zum Sommerfest `97
31) Kölnische Rundschau Eifelland 10.07.1997
32) Bürgerbrief Stadt Mechernich 25.07.1997
33) Pfarrbrief Ausgabe 4/97
34) Pfarrbrief Ausgabe 4./97
35) Kölner Stadtanzeiger Eifel 8.09.1997
36) Kirmes-Programm 1997
37) Pfarrbrief Ausgabe 3/1998
38) Wochenspiegel 26.08.1998
39) Pfarrbrief Ausgabe 4/98
40) Bürgerbrief Stadt Mechernich 05.02.1999
41) Kölnische Rundschau 14.4.1999
42) Kölnische Rundschau Eifelland 4.05.1999
43) Wochenspiegel 25.08.1999
44) Kölnische Rundschau Eifelland 7.10.1999
45) Kölnische Rundschau Eifelland 13.12.1999)
46) Mitteilung Reiner Lepartz
47) Bürgerbrief der Stadt Mechernich 27.10.2000
48) Pfarrbrief Ausgabe 5/2000
49) Pfarrbrief Ausgabe 6/2000
50) Mitteilung Hubert Bruns
51) Chronik MGV Vussem 2000/01
52) Pfarrbrief Ausgabe 3/2001
53) Pfarrbrief Ausgabe 3/2002
54) Pfarrbrief Ausgabe 2/2002
55) Festschrift 40 Jahre Musikverein 1962-2002
56) Ralf Schneider Obergarzem
57) Pfarrbrief Ausgabe 5/02
58) Helmut Mehren
59) Kein Eintrag
60) Wochenspiegel 1/2003
61) Pfarrbrief 3/2003
62) Pfarrbrief 4/2003
63) Pfarrbrief 6/2003
64) Bürgerbrief 51/52 2003
65) Chronik MGV Vussem 111. Vereinsjahr
66) Aufzeichnungen Albert Velser
67) Mitteilung von Ralf Schneider
68) Pfarrbrief 2/2004
69) Pfarrbrief 3/2004
70) Wie 106
71) Chronik MGV Vussem, 112. Vereinsjahr
72) Wie 106
73) Information Monika Gülden-Kreuser
74) Chronik des MGV Vussem, 112. Vereinsjahr
75) Mechernicher Bürgerbrief 11/2005
76) Wochenspiegel Schleiden, Woche 1, 2005
77) Kölnische Rundschau 7.Februar 2005, Nr. 31
78) Kölner Stadtanzeiger, 22. Februar 2005
79) Information Monika Gülden-Kreuser
80) Pfarrbrief 3/2005
81) Einladungsflyer
82) Chronik des MGV Vussem, 113. Vereinsjahr
83) Pfarrbrief 3/2005
84) Pfarrbrief 4/2005 und 1/2006
85) Kölnische Rundschau, 14. November 2005
86) Pfarrbrief 6/2005
87) Kölnische Rundschau, 20.12.2005, Nr. 295
88) Kölnische Rundschau 10.4.2006, Nr. 85
89) Chronik des MGV Vussem, 114. Jahrgang
90) Blickpunkt 9. April 2006
91) Wochenspiegel 28.6.2006
92) Pfarrbrief 3/2006
93) Pfarrbrief 3/2006
94) Information Monika Gülden-Kreuser
95) Pfarrbrief 3/2006
96) Beilage der Kölnischen Rundschau, 10. August 2006
97) Kölnische Rundschau 28. September 2006, Nr. 226
98) Einladungsflyer
99) Kölnische Rundschau 18. November 2006, Nr. 268
100) Kölnische Rundschau 20.12.2006, Nr. 295
101) Kölner Stadt-Anzeiger, 1./2. Mai 2006, Nr. 101
102) Aufzeichnungen Helmut Mehren
103) Kölnische Rundschau 19. Februar 2007, Nr. 42
104) Pfarrbrief 2/2007
105) Einladungsflyer
106) Chronik des MGV Vussem, 115. Vereinsjahr
107) Pfarrbrief 2/2007
108) Kölnische Rundschau 17. August 2007, Nr. 190
109) Einladungsflyer
110) Pfarrbrief 5/2007
111) Kölnische Rundschau 12. November 2007, Nr. 262
112) Kölnische Rundschau, 04. Februar 2008, Nr. 29
113) Kölnische Rundschau, 14. April 2008, Nr. 87
114) Kölnische Rundschau, 08. April 2008, Nr. 82
115) Information Monika Gülden-Kreuser
116) Aufzeichnungen Albert Velser
117) Kölnische Rundschau, 18. August 2008, Nr. 192
118) Kölnische Rundschau, 19. August 2008, Nr. 193
119) Kölnische Rundscha, 27. August 2008, Nr. 200
120) Kölnische Rundschau, 18. November 2008, Nr. 270
121) Kölnische Rundschau, 10. November 2008, Nr. 263
122) Kölnische Rundschau, 01. September 2008, Nr. 204
123) Einladungsflyer
124) Kölnische Rundschau, 24. Dezember 2008, Nr. 301
125) Erinnerung von H. Mehren
126) Kölnische Rundschau, 23. Februar 2009, Nr. 45
127) Aufzeichnung Albert Velser
128) Kölnische Rundschau, 27. Mai 2009, Nr. 121
129) Information durch Hans-Georg Voigt
130) Bürgerbrief Mechernich, 2009, Nr. 32
131) Kölnische Rundschau, 06. August 2009, Nr. 180
132) Fupa Kreis Euskirchen, Archiv
133) Agentur Profipress vom 28. September 2009
134) Aufzeichnung Albert Velser
135) Aufzeichnungen Albert Velser
136) Kölnische Rundschau, 09. November 2009, Nr. 261
137) Aufzeichnungen Albert Velser
138) Information von Ralf Schneider
139) Chronik des MGV Vussem, 118. Vereinsjahr
140) Aufzeichnungen von Albert Velser
141) Chronik des MGV Vussem, 118. Vereinsjahr
142) Aufzeichnungen von Albert Velser
143) Kölnische Rundschau, 28.September 2010, Nr. 226
144) Kölnische Rundschau, 16. November 2010, Nr. 267
145) Wochenspiegel Schleiden, 8. Dezember 2010, Woche 49
146) Wochenspiegel Schleiden, 17. November 2010, Woche 46
147) Kölnische Rundschau, 27.Dezember 2010, Nr. 301
148) Kölnische Rundschau, 6. Januar 2011, Nr. 4
149) Kölnische Rundschau, 31. Januar 2011, Nr. 25
150) Bürgerbrief Mechernich, Woche 14, Nr. 7
151) Kölnische Rundschau, 7. März 2011, Nr. 55
152) Aufzeichnungen von Albert Velser
153) Chronik des MGV Vussem, Geschäftsjahr 2011/12
154) Einladungsflyer
155) Aufzeichnungen von Albert Velser
156) Blickpunkt am Sonntag, 1. Mai 2011
157) Einladungsflyer
158) Kölnische Rundschau, 29. August, Nr. 200
159) Bürgerbrief Mechernich, Woche 36, Nr. 18
160) Kölnische Rundschau, 14. September 2011, Nr. 214
161) Chronik des MGV Vussem, Geschäftsjahr 2011/12
162) Kölnische Rundschau, 14. November 2011, Nr. 264
163) Kölnische Rundschau, 14. November 2011, Nr. 264
164) Kölnische Rundschau, 25. Januar 2012, Nr. 21
165) Kölnische Rundschau, 20. Februar 2012, Nr. 43
166) Zeitschrift des MGV Vussem 2012
167) Flyer zur Einladung
168) Kölnische Rundschau, 1. Juni 2012, Nr. 126
169) Kölnische Rundschau, 11. Juni 2012, Nr. 133 und Fupa, Kreis Euskirchen, Archiv
170) Kölnische Rundschau, 19. Juli 2012, Nr. 166
171) Kirchenzeitung des Bistums Aachen, 19. August 2012
172) Kölnische Rundschau, 15. August 2012, Nr. 189 und Wochenspiegel, 22. August 2012, 34. Woche
173) Einladung zur Kirmes
174) Aufzeichnungen Albert Velser, Homepage der GdG St. Barbara Mechernich
175) Kölnische Rundschau, 14. November 2012, Nr. 265
176) ProfiPress, 19.12.2012
177) Einladung zum Konzert
178) Kölnische Rundschau, 4. Januar 2013, Nr. 3
179) Wikipedia
180) Blickpunkt am Sonntag,27. Januar 2013, Ausgabe 4
181) Wickipedia
182) Einladungsflyer, Aufzeichnungen von H. Mehren
183) Kölnische Rundschau, 11. Februar 2013, Ausgabe 35
184) Aufzeichnungen von H. Mehren
185) Infoblatt April 2013
186) Einladungsflyer
187) Bürgerbrief Mechernich, 31. Mai 2013
188) Kölnische Rundschau, 6. Juni 2013, Nr. 128
189) Kölner Stadtanzeiger, 12. Juli 2013
190) Kölnische Rundschau, 11. November 2013, Nr. 261
191) Handout von Sheila Klinkhammer
192) Zeitschrift des MGV Vussem 2013
193) EM Das Eifelmagazin, April 2014, Nr. 180
194) Info-Blatt April 2014
195) Aufzeichnungen Albert Velser
196) Zeitschrift des MGV Vussem 2014/15
197) Agentur Profi Press, 1. April 2014
198) Einladungsflyer
199) Eifel EnergieAktuell, August 2014
200) Einladungsflyer, Aufzeichnungen H. Mehren
201) Kölner Stadtanzeiger, 21. September 2014
202) Kölnische Rundschau, 26. September 2014, Nr. 224
203) Homepage des Feldenkrais Verbandes
204) Kölnische Rundschau, 18. Oktober 2014, Nr. 242
205) Einladungsflyer
206) Kölnische Rundschau, 8. November 2014, Nr. 260
207) Infoblatt November 2014
208) Einladungsflyer
209) Kölner Stadt-Anzeiger, 14. November 2014
210) Aufzeichnungen von Albert Velser
211) Einladungsflyer, Aufzeichnungen von H. Mehren
212) Schleidener Wochenspiegel 18. Februar 2015
213) Bürgerbrief Mechernich 24. Juli 2015
214) Schleidener Wochenspiegel 18. November 2015
215) Kölnische Rundschau, 11. Februar 2015, Nr. 35
216) Kölnische Rundschau, 16. Februar 2015, Nr. 39
217) Kölner Stadtanzeiger, 13. April 2015
218) Bürgerbrief Mechernich, 12. Juni 2015, Nr. 12
219) Einladungsflyer
220) Agentur ProfiPress, 27.07.2015
221) Einladungsflyer, Homepage des Junggesellenvereins
222) Kölnische Rundschau, 10. September 2015, Nr. 210
223) Einladungsflyer, Kölnische Rundschau, 19. Oktober 2015, Nr. 243
224) Homepage Junggesellenverein, Aufzeichnungen von H. Mehren
225) Info Ortskartell und Homepage des KV Vussem
226) Kölnische Rundschau, 13. November 2015, Nr. 265
227) Einladungsflyer
228) Aufzeichnungen H. Mehren
229) Info Ortskartell
230) Stadt Mechernich

Informationssammler

Die Aquäduktbrücke von Vussem ist Teil der römischen Eifelwasserleitung, die im 1. Jahrhundert n. Chr. zur Frischwasserversorgung des römischen Köln entstand. Bei Bauarbeiten für einen Sportplatz wurden in den späten 1950er Jahren zwei römische Pfeilerfundamente achtlos zerstört. Dies nahm der Landschaftsverband Rheinland zum Anlass, 1959 dort eine umfassende archäologische Ausgrabung unter der Leitung von Waldemar Haberey durchzuführen. Die Grabungsergebnisse von 1959 bildeten die Grundlage für eine Teilrekonstruktion der Anlage, die heute touristisch erschlossen ist und als Teil des Römerkanal-Wanderwegs bei Kilometer 22,4 am Römerweg besichtigt werden kann.

Mehr als 300 Jahre Eisenindustrie in Vussem

Mechernich-Vussem – Wer die Worte Mechernich und Bergbau hört, denkt zunächst an das Schwermetall Blei. Mindestens genauso bedeutend war aber das Eisen. Wilhelm Mausbach hat mit dem Verein zur Förderung und Erhaltung der Werkzeugmaschinenbautradition in der Eifel eine Dokumentation über 300 Jahre Eisen-Geschichte im Veybachtal verfasst.

„Sieben Prozent des europäischen Eisenbedarfs hat die Eifel früher gedeckt“, sagt Mausbach. Verarbeitet wurde der begehrte Rohstoff in der Vussemer Neuhütte. Das belegt eine Hüttenkonzession, die Graf Franz Georg von Manderscheid-Blankenheim dem Hüttenmeister Johann Diederich Ratscheidt 1722 erteilte. Im Begriff Neuhütte verbirgt sich aber auch ein Detail, das auf eine noch längere Metallurgie-Tradition hinweist. Der Wortbestandteil „Neu“ zeigt: Schon vor 1722 gab es in Vussem eine Eisenhütte. Das belegt eine Schrift aus dem Schöffenweistum 1593. Wie und in welchem Umfang aber Eisen damals verhüttet wurde, ist bis heute unklar.

Standort mit vielen Vorzügen
Für die Eisenindustrie war Vussem ein Standort mit vielen Vorzügen: Der Veybach lieferte die nötige Energie für die Metallschneidmühle, die Eifel genug Bäume für die Holzkohle. Noch im Mittelalter prägte der Buchenwald die Region. „Chemisch gesehen ist die Buche ein sehr reines Holz. Optimal für die Metallherstellung“, erläutert Mausbach. Die heute für die Eifel typischen Fichten-Monokulturen pflanzten erst die Preußen in der Neuzeit an. Auch das Eisenerz, das in der Neuhütte verarbeitet wurde, stammte aus der Nähe. „Woher es kam – das wissen wir aber nicht genau“, sagt Mausbach. Möglich ist, dass es in der Abbaugrube Dachslöcher bei Weyer oder im Eiserfeyer Eisenerzstollen abgebaut wurde.

Einen großen Brocken Eisenerz braucht es, um einen etwa 15 Zentimeter hohen Quader Eisen herzustellen.
Einen großen Brocken Eisenerz braucht es, um einen etwa 15 Zentimeter hohen Quader Eisen herzustellen.

Copyright: Marco Führer

Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Niedergang des Vussemer Hüttenbetriebs. „Bei uns ließen sich die Technologien nicht umsetzen, die für moderne Verhüttung benötigt wurden“, sagt Mausbach. Nicht unschuldig daran ist die Energie: Steinkohle und Koks lösten die Holzkohle ab – und machten so die Städte an Ruhr und Saar zu Hochburgen der Eisenindustrie. Wie rohstoff- und energieintensiv die Eisenverhüttung ist, verdeutlicht Mausbach in seinem Buch mit einem Rechenbeispiel: Für einen Wagen Roheisen werden 4,5 Wagen Holzkohle benötigt. Das entspricht 36 Wagen Holz – oder eineinhalb Hektar Buchenwald.

Die Jahre 2015 – 2016

Samstag, 21. März 2015

Vorabendmesse für die lebenden und verstorbenen Mitglieder des MGV 1892 Vussem

Traditionsgemäß wurde am Samstagabend um 19 Uhr vor der JHV eine Hl. Messe für die Lebenden und Verstorbenen des MGV in der Vussemer Pfarrkirche St. Margareta gelesen.
Es gelangten zur Bereicherung des Gottesdienstes folgende Choräle zur Aufführung:

1.Stille, o sei stille. Komponist unbekannt, Männerchorsatz von Franz Dies; kam getragen und diszi-pliniert zum Vortrag.
2.Sanctus, aus der Schubertmesse; wurde langsam an- und abschwellend zu Gehör gebracht.
3.Vater unser, von Gotthilf Fischer, mit Orgelbegleitung von Rainer Pütz. Dem Chor gelang bei diesem Werk ein mustergültiger Vortrag. Mit einer bewunderungswürdigen Akribie folgten Chor und Orgel den Intensionen des Chorleiters Gerhard Half. Dynamik, Tempi, Klangbalance – alles stimmte. Chorgesang von solcher Qualität, wann erlebt man das schon mal? Die Zuhörer waren ergriffen und genossen auch die ausdrucksstarken, lebendigen Orgelklänge, die der Organist Rainer Pütz diesem Instrument entlockte.
4.O Herr, gib Frieden, von Bortniansky. Russischer Titel: Tebje pajom. Dieses Stück wurde zuerst in deutsch ohne Wiederholungen gesungen, dann in russischer Sprache und zum dritten Mal mit Wiederholungen und deutschem Text aufgeführt (Neueinstudierung). Der Chor ließ diese Komposition in voller Größe in der Kirche erstrahlen, leuchtete in den gut intonierten Höhen und erdete sich in den souveränen Tiefen. Der Chorklang war griffig und warmherzig. Besonders beim russischen Text ergoss sich der Gesang breit in den Kirchenraum.

Am Schluss der Meßfeier zollte Pfarrer Dörpinghaus viel Lob und Dank an alle Akteure und sagte u. a. folgendes: „Euer Gesang geht unter die Haut und unglaublich zu Herzen. Ihr seid zu jeder Zeit hier herzlich willkommen!“

Samstag, 21. März 2014

Jahreshauptversammlung (JHV)

Niederschrift über die Jahreshauptversammlung des MGV 1892 Vussem

am 21.03.2015 um 20.00 h im Pfarrheim von „St. Margareta“, Vussem

Wie in allen Jahren gestaltete der MGV die hl. Messe in „St. Margareta“ zu Ehren seiner Lebenden und Verstorbenen musikalisch mit, bevor es zur Jahreshauptversammlung ins angrenzende Pfarrheim ging.
(TOP 1) Um 20.05 h begrüßte der 1. Vorsitzende Willi Schütt ( links) die 21 erschienenen Sänger, unseren Chorleiter Gerhard Half sowie die Inaktiven Hans-Hubert Schmidt, Rainer Gottschlich und Albert Wielspütz.

Allerdings ging man nicht wie üblich direkt zur Tagesordnung über, hatten die Sänger Norbert Wieder (geb. am 10.03.1945) und Wolfgang Schulz (geb. am 22.04.1945) zum 140. Geburtstag zu einem deftigen Essen mit den dazugehörigen Getränken eingeladen.

Damit das Essen nicht kalt wurde bzw. man nicht in Erwartung desselben die Versammlung unter Zeitdruck abhalten musste, war von der Versammlung einstimmig beschlossen worden, den gemütlichen Teil vorzuziehen.

Ständchen für die Geburtstagskinder Norbert Wieder und Wolfgang Schulz.

Nachdem alle Anwesenden in Ruhe gegessen hatten, ging man um 20.50 h zur Tagesordnung über. Willi Schütt gratulierte den beiden Geburtstagskindern und überreichte den obligatorischen Umschlag. Danach bat unser 1. Vorsitzender um eine Schweigeminute zu Ehren unserer Verstorbenen, insbesondere unseres langjährigen inaktiven Mitglieds Fritz Klinkhammer, der uns im abgelaufenen Geschäftsjahr für immer verlassen hatte.
Anschließend bedankte sich Willi Schütt beim Chorleiter Gerhard Half und dem Vorstand für die gute, rege Zusammenarbeit, und nachdem keine Einwände oder Änderungswünsche bezüglich der Agenda vorgebracht worden waren, konnte der 1. Vorsitzende nunmehr zur eigentlichen Tagesordnung übergehen.

Unser 1. Schriftführer Wolfgang Schulz las zunächst die Niederschrift der JHV des Geschäftsjahres 2013/2014 vor (TOP 2), bevor sein Stellvertreter, unser Chronist Michael Wielspütz in seinem ca. 20-minütigen Vortrag den Tätigkeitsbericht aus dem Vorjahr (TOP 3) vortrug.

Dann ging das Wort an unseren 1. Kassierer Matthias Vogelsberg. In seinem
(TOP 4) Kassenbericht mussten wir leider erfahren, dass das vergangene Jahr mit einem Minus von EUR 764,31 abgeschlossen hat. Vor allem zu Buche geschlagen hat unser gemütlicher Abend mit Damen, aber er wies auch darauf hin, dass unser Geld praktisch nicht mehr verzinst würde. So zahlt z.B. die VR-Bank uns derzeit für Festgeld noch 0,5 % Zinsen, und laut deren Aussage müssten wir noch froh sein, wenn wir nicht in Zukunft Geld mitbringen müssten.

Matthias Vogelsberg schlug von daher vor, Mitglieder zu werben, hätten wir doch in der jüngsten Vergangenheit zahlreiche vor allem sehr gute Sponsoren verloren. Sehr oft zahlten unsere Inaktiven mehr als den vereinbarten Jahresbeitrag von EUR 13,00. Unser Kassierer schlug vor, z.B. die Partner der Aktiven als Inaktive für uns zu gewinnen; dies hätten einige Sänger bereits gemacht.

Peter Kruse

Geprüft hatten die Kasse am 03.03.2015 Arnold Mies und Peter Kruse (links). Letzterer bescheinigte unserem Kassierer im (TOP 5) Prüfbericht eine klare, deutliche und saubere Buchführung, alle Ein- und Ausgaben seien klar nachgewiesen, so dass er um Entlastung des Kassierers und Vorstands bat. Dieser Bitte wurde einstimmig stattgegeben (eine Enthaltung durch den Kassierer). (Anm.: Der Prüfbericht liegt dem Original dieser Niederschrift bei ebenso wie die Jahresabrechnung des Kassierers).

Fritz Pütz
Heinz Sistig
Klaus Bernitt

Zu neuen Revisoren wurden Fritz Pütz, Heinz Sistig und als Stellvertreter Klaus Bernitt gewählt.
Willi Schütt dankte den Kassenprüfern, und da es jetzt an die Neuwahlen des Vorstands ging, stellt er Peter Kruse die Frage, ob er die Funktion des
(TOP 6) Versammlungsleiters übernehmen möchte. Er stimmte dem Antrag zu. (TOP 7) Wahl der Vorstands: Die Frage ging zunächst an die Vorstandsmitglieder, ob sie sich zur Wiederwahl stellen wollten. Nachdem diese die Frage alle bejaht hatten, schlug der Versammlungsleiter vor, den alten Vorstand „en bloc“ wieder zu wählen. Diesem Vorschlag stimmte die Vollversammlung einstimmig zu. Unser 1. Vorsitzender Willi Schütt bedankte sich im Namen des Vorstands für die Wiederwahl (unten; Foto von 2013).

In 2015 sind derzeit folgende Veranstaltungen geplant (TOP 9):

30. April 2015
Maiansingen in Breitenbenden und Vussem.
28. Juni 2015
Freundschaftssingen in Palmersheim-Flamersheim
10. Oktober 2015
Freundschaftssingen in Sötenich
17. Oktober 2015
Unser Herbstkonzert im Probenraum des Musikvereins in Vussem, das Gerhard Half unter das Motto „Erntedank“ stellen möchte. Wegen der Räumlichkeiten hat Matthias Vogelsberg bereits mit Doris Schmidt gesprochen.
Wolfgang Schulz wies darauf hin, dass unser langjähriger Sänger Bertram Berners im September 90 Jahre alt wird. Sollte es dessen Gesundheit zulassen, sollten wir ihm auf jeden Fall ein Ständchen darbieten. Zur gegebenen Zeit müssten wir uns diesbezüglich mit seinem Sohn Paul kurzschließen.

Unter
(TOP 8) Verschiedenes bat der 1. Vorsitzende zunächst unseren Chorleiter Gerhard Half um einige Worte. Wie immer, bemängelte dieser den schlechten, unregelmäßigen Probenbesuch. Er sei ständig gezwungen, neue Lieder immer wieder neu anzufangen.
Wolfgang Schulz regte an abzufragen, wer überhaupt noch Sänger sei. Müssten wir doch für jeden Aktiven einen erheblichen Anteil unserer Beiträge an den Chorverband abführen; von daher sollten wir Karteileichen aus der Liste der Sänger streichen.

Franz Sebastian sagte offen und klar, dass er nicht mehr singen würde, andere Angesprochene ließen uns leider im Unklaren.
Heinz Sistig fragte unseren Chorleiter, ob er auch in diesem Jahr wieder 6 Wochen in der Ukraine sein würde. Dieser bejahte die Frage, wies aber allerdings auch darauf hin, dass wir ja nicht unbedingt daneben noch eine Sommerpause machen müssten.
Zum leidigen Thema „Probenbesuch“ sagte Josef Keischgens, es seien aber auch viele Sänger regelmäßig anwesend. Udo Greuel äußerte sich dahin gehend, dass man auch für sein Nicht-Erscheinen Gründe habe – und Hans-Hubert Schmidt, Dirigent des Musikvereins sagte, dass alle Vereine wohl das gleiche Problem hätten. Heinz Steffens, der seit 1992 bei uns singt, konnte sich an Zeiten erinnern, wo man im 2. Tenor oft mit nur 2 Leuten gesessen habe.
Leider haben unsere Sänger Dieter Falter und Ernst-Otto Offermann aus gesundheitlichen Gründen ihren Austritt aus dem Verein erklärt, und ob Conny Kriescher wieder singen kommt, ist auch noch ungewiss, so dass wir derzeit 23 Sänger haben mit einem Altersdurchschnitt von 71 Jahren.
Um 21.40 h erklärte der 1. Vorsitzende Willi Schütt die JHV für beendet, dankte aber vorher nochmals den Spendern Norbert Wieder und Wolfgang Schulz für Speis und Trank – und dann folgte der Höhepunkt der Veranstaltung: Albert und Michael Wielspütz verteilten die lang ersehnte Jahreschronik, in die sich die Sänger sofort bei einem Bier vertieften – ein wahrlich friedlicher Ausklang einer JHV.

Vussem, 10.05.2015             
Wolfgang Schulz (1. Schriftführer)

Samstag, 11. April 2014

Hans-Hubert Schmidt für zwei Jubiläen ausgezeichnet

Unser inaktives Mitglied Hans-Hubert Schmidt wurde vom Kreismusikdirigenten Walter Link mit Nadel und Urkunde für 50 Jahre Mitgliedschaft und 30 Jahre Dirigententätigkeit im Musikverein Vussem ausgezeichnet.

1970 in der „Kaserne“: Ständchen „Ohm Hein“ 75 Jahre. Hubba siehe Pfeil. Während Josef Luxen das Trompetensolo „Die Post im Walde spielte“, dirigierte Heinz Sistig die Bläsergruppe. Vorne rechts: der Jugoslawe Drago, den wir Ostern 1973 in seiner Heimat besuchten

Dazu muss man folgendes wissen: Der Musikverein wurde 1962 als Bläsergruppe des MGV 1892 Vussem gegründet. Die Blaskapelle hatte ihren eigenen Vorstand mit Geschäftsführer und separater Kasse, musste aber einen finanziellen Beitrag an den MGV entrichten. Dieser Beitrag diente u. a. dazu, dass die Musiker bei eventuellen Schadensersatzansprüchen bei Veranstaltungen, z. B. bei Hin- und Rückfahrt, versichert waren. Außerdem wurde das Geld für gemeinsame Ausflüge verwendet. Als Josef Luxen, der „beide Vereine“ dirigierte, plötzlich und unerwartet im Jahre 1984 verstarb, brach für die Sänger und Bläser eine Welt zusammen.
1985 machte die Bläsergruppe sich selbständig. „Hubba“, wie Hans-Hubert auch liebevoll genannt wird, trat die Nachfolge als Dirigent von Josef Luxen an, und die Gruppe nannte sich fortan „Musikverein Vussem“. Mittlerweile sind schon 30 Jahre vergangen.

Von links: Josef Luxen, Hans-Hubert Schmidt, Michael Wielspütz, 1977 beim Kindergartenfest in Harzheim.

Ab 1990 wurde „Hubba“ laut Kassenbuch inaktives Mitglied im MGV Vussem und hätte demnach noch ein Fest zu feiern gehabt, nämlich 25-jährige Mitgliedschaft im Männergesangverein. Zählt man aber die 20 Jahre aktive Zugehörigkeit als Bläser im MGV dazu, wären es sogar 45 Jahre. Das Jubiläum im MGV wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Lieber Hans-Hubert!
Ich wünsche Dir von dieser Stelle aus für die Zukunft alles Gute, Gesundheit und weiterhin erfolgreiches Musizieren, denn „Musik ist Sauna für die Seele“, und „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“ (Friedrich Nietzsche).
Michael Wielspütz

PS.: Alles Wissenswerte zum Jubiläum kann man dem nachfolgenden Artikel des „Blickpunkt am Sonntag“ vom 19. April 2015 nachlesen.

Eifelland Show-Blasorchester, gegr. Herbst 1980, Ltg.: Wolfgang Kompalka. Foto vom 17. Juni 1985 im Kurpark Bad Münstereifel. Hans-Hubert: 3. Reihe von oben, 4. Mann von links

Donnerstag, 30. April 2015

Begrüßungsfeiern des Maien in Breitenbenden und Vussem

Einleitung:
Keine Jahreszeit wird so oft und gern besungen wie der Frühling, denn Frühlingslieder gehören zu den beliebtesten Volksliedern überhaupt. Eins davon heißt:

1.) Grüß Gott du schöner Maien,
da bist du wiederum hier.
Tust Jung und Alt erfreuen
mit deiner Blumenzier.
Die lieben Vöglein alle,
sie singen also hell,
Frau Nachtigall mit Schalle
hat die fürnehmste Stell‘!

2.) Die kalten Wind verstummen,
der Himmel ist gar blau;
die lieben Bienlein summen
daher von grüner Au.
O holde Lust im Maien,
da alles neu erblüht,
du kannst mich sehr erfreuen,
mein Herz und mein Gemüt.

Das Lied stammt aus dem 16. Jhdt. und kommt aus dem Rheinland. Ursprünglich hatte es viele Strophen, nur zwei sind geblieben. Franz Wilhelm von Ditfurth überarbeitete den Text und veröffentlichte ihn 1880. Die Melodie nahm er aus einem Chorgesangsbuch von 1877.

Mit Unfug in den Mai:
In früheren Zeiten stand Unfug treiben in der Mainacht auf der „Tagesordnung“. Allerdings hatte dies nichts mit gewalttätigen Ausschreitungen zu tun. Aus einem Eifeldorf werden von 1924 im Schleidener Tageblatt folgende Schelmenstücke beschrieben. Da hatte man einem Bauern Haus- und Hoftür von außen mit Holzblöcken und Ackergeräten verbarrikadiert. Auf dem Dach war der Kamin zugedeckt worden, sodass der Küchenherd heftig qualmte. Hoch in der Dorflinde hingen mehrere Melkstühle, die am frühen Morgen so dringend gebraucht wurden. Alle Ziegen hatte man in einen Stall am Ende des Dorfes zusammengetrieben, wo nun jeder seine Geiß rausklamüsern musste. Die Geschädigten haben sicher über die Scherze gewettert. Vielleicht nahmen sie es aber auch mit dem sprichwörtlichen Eifeler Humor.

Auftritt in Breitenbenden um ca. 17:30 Uhr.

Der Wonnemonat Mai wurde wieder traditionsgemäß vom Musik- und Männergesangverein aus Vussem auf dem Dorfplatz begrüßt. Nachdem die Musikkapelle zur offiziellen Eröffnungsfeier einen Marsch gespielt hatte, ergriff der zweite Vorsitzende des Ortskartells Michael Rudnik das Wort und hieß alle herzlich willkommen. Leider ließ das Wetter zu wünschen übrig.

Im vorigen Jahr hatten wir einen herrlichen Frühlingstag mit angenehmen Temperaturen erwischt. Doch heute hatte Petrus kein Einsehen. Es regnete ununterbrochen und die Temperaturen waren im einstelligen Bereich. Wir ließen uns aber nicht davon entmutigen.

Nach dem wir vor der Nässe und Kälte in einem Zelt Schutz gesucht hatten, wechselten wir uns mit dem Musikverein ab und sangen unter der Leitung von Gerhard Half folgende Mai- und Frühlingslieder: 1. Zur schönen Frühlingszeit, 2. Grüß Gott, du schöner Maien, 3. Was glänzet der Frühling, 4.Heimat, 5. Süß Liebe liebt den Mai, 6. Wir wollen zu Land ausfahren, und 7. Frisch gesungen, wobei Udo Greuel die beiden letzten Lieder auf seiner Quetsch begleitete. Für alle Vorträge gab es herzlichen Applaus von den bei diesem Sauwetter spärlich erschienenen Festgästen. Zum Abschluss der offiziellen Maifeier stimmte die Blaskapelle das Lied „Der Mai ist gekommen“ an, und alle sangen mit. Anschließend konnte man Getränke und Imbiss zu zivilen Preisen an den dafür vorgesehenen Buden käuflich erwerben.

Auftritt in Vussem um ca. 19 Uhr:

Auf dem Junggesellenplatz in Vussem angekommen, wurden wir mit einem Willkommenstrunk herzlich begrüßt, denn der Junggesellenverein Vussem, gegr. 1980, feierte zusätzlich sein 35-jähriges Bestehen. Auf dem neugestalteten Platz an unserer Sängerlinde, hielt der Karnevalsverein Vussem sein traditionelles Grillfest ab. Das Wetter hatte sich nicht gebessert, denn bei unserem Auftritt

mussten wir den Regenschirm aufspannen, damit die Notenmappen nicht allzu sehr durchnässt wurden. Wir sangen nun das gleiche Programm wie in Breitenbenden und erhielten dafür von den wenigen Zuschauern, die trotz des Regenwetters gekommen waren, viel Beifall. Nachdem der bunt geschmückte Maibaum aufgestellt worden war, endete auch hier die offizielle Begrüßungsfeier mit ein paar gesungenen Strophen des „Mailiedes“, das von der Bläsergruppe unter der Stabführung von Hans-Hubert Schmidt angestimmt wurde. Jetzt wurden der Getränkewagen und die Imbissbude gestürmt, denn man hatte mittlerweile großen Durst und Hunger bekommen. – Es sind keine besonderen Vorkommnisse in der Mainacht bekannt geworden.

Samstag, 2. Mai 2015

Mit dem Jubilar Wolfgang Schulz auf Tour!

Der gutaussehende junge Mann auf dem Foto links wurde am 22.04.2015 70 Jahre alt, und er nahm dies zum Anlass, dieses einmalige Ereignis mit seiner Familie und lieben Verwandten, Nachbarn und Freunden zu feiern.

Wir waren herzlich eingeladen worden, um einmal einen entspannenden Tag in unserem schönen Nationalpark Eifel genießen zu können. Bei einem Sektempfang im Hause des Jubilars um 10:30 Uhr lernte man sich gegenseitig kennen, denn einige Gratulanten waren u. a. aus Freiburg, Karlsruhe und Jülich angereist.

Gestartet wurde gegen 11:30 Uhr mit einem historischen Mercedes-Oldtimer-Bus, Baujahr 1956, von der Fa. Schäfer-Reisen aus Mechernich. Im Schneckentempo zuckelten wir über Gemünd, Herhahn-Morsbach und Schöneseiffen in Richtung Höfen. Eine Autoschlange hatte sich hinter uns gebildet, weil der Bus die ansteigende Strecke nur mit großer Mühe schaffte (Höchstgeschwindigkeit auf ebener Strecke 50 km/h). Mit lautem Hupen taten einige Autofahrer ihren Unmut kund, weil sie in der kurvenreichen Straße nicht überholen konnten. Andere winkten uns freundlich zu und waren fasziniert vom Anblick dieses „Wunderwerks der Technik“.

In Höfen wartete schon der Planwagenkutscher mit seinem Gespann, das aus zwei kräftigen, belgischen Kaltblütern bestand, die auch im Wald zum Holzrücken eingesetzt werden. Wolfgang Schulz hatte es sich mit seinem Enkelkind „Katharinchen“ auf dem Bock neben dem Kutscher bequem gemacht. Gemütlich kutschierten wir durch die Höfener Heckenlandschaft und das Monschauer Land (siehe Foto).
Zwischendurch wurden einige Lieder angestimmt und Witze erzählt. Es roch überall nach Frühling, denn nach dem Winter explodiert nun auch in den Höhenlagen der Eifel die Natur. In Feld und Flur sprießt das erste frische Grün; Bäume und Sträucher am Wegesrand stehen in voller Blüte. Auf den Wiesen blühen zahlreiche Blumen, die dem zarten Grün viele Farbtupfer geben. Es war herrlich anzuschauen.

In dem Planwagen waren jeglicher Art von Getränken untergebracht. An dem durchgehenden Tisch waren beidseitig Aluschienen angebracht, in die Löcher gebohrt waren, die dem Durchmesser von Pils und Kölsch Flaschen entsprachen und für sicheren Halt sorgten.

Dann wurde an einem Kinderspielplatz mit Toilettenanlage Rast gemacht. Hier gab es eine kräftige und wohlschmeckende Gulaschsuppe.

Nach der Rückkehr mit dem Planwagen bestiegen wir wieder in bester Laune den Oldtimer-Bus, der uns sicher über Monschau und Simmerath zur Schiffsanlegestelle in Rurberg brachte. Da wir bis zur nächsten Abfahrt des Schiffes noch eine Stunde Zeit hatten, besuchten wir ein nahegelegenes Cafè. Bei Kaffee und leckerem Kuchen hatte man sich viel zu erzählen. Die auswärtigen Gäste waren angetan von unserer Heimat, denn so schön hatten sie sich die Eifel nicht vorgestellt. Gegen 17 Uhr gingen wir an Bord der „Stella Maris“, einem Ausflugsschiff der Rurseeflotte.

Nach 45-minütigem „Cruisen“ auf See landeten wir in Schwammenauel an, wo unser Bus schon startklar auf uns wartete. Der Busfahrer leistete Schwerstarbeit am Steuer, denn der Oldtimer besitzt keine Servolenkung, und die Strecke von Schwammenauel nach Gemünd mit den zahlreichen und engen Kurven hatte es in sich. Im renovierten „Hotel-Restaurant Friedrichs“ ließen wir bei einem exquisiten Abendessen den schönen, erlebnisreichen Tag ausklingen. Danach wurde die Heimfahrt angetreten, und der altbetagte Bus brachte uns sicher gegen 22:30 Uhr nach Hause. Leider ging nun ein schöner Frühlingstag zu Ende, den wir vor allem unserem Jubilar Wolfgang Schulz zu verdanken haben.

Dienstag, 19. Mai 2015

Neue Chorleiterin im Landeschorverband

Sonntag, 28. Juni 2015

Freundschaftssingen im Dorfgemeinschaftshaus Palmersheim

Vorwort:
Vor ca. 4 Monaten, am 27.02.2015, fand im Proberaum in Flamersheim die Gründungsversammlung des neuen Vereins statt. Es wurde beschlossen, dass die beiden Gesangvereine MGV 1848 Flamersheim-Palmersheim und der MGV 1860 Arloff-Kirspenich sich auflösen und zukünftig als MGV Steinbach-Erft 1848/1860 gemeinsam auftreten. Dieser neu gegründete MGV wird die Rechte und Pflichten der beiden alten Vereine übernehmen. Zum Vorsitzenden wurde Rolf Breitbach aus Arloff und zum Schriftführer Heinrich Wolf aus Flamersheim gewählt. Das Amt des Dirigenten übernahm wieder Kreischorleiter Volker Prinz. Geprobt wird dienstags um 20 Uhr im Proberaum in Flamersheim.

Der MGV Vussem vor dem Auftritt: konzentriert  . . . . .

Freundschaftssingen:
Der neu gegründete MGV Steinbach-Erft 1848/1860 hatte zu einem Freundschaftssingen ins schöne Dorfgemeinschafts-haus in Palmersheim eingeladen. Mit dem Veranstalter nahmen noch fünf Vereine teil.
(siehe Programm am Schluss des Berichtes).

. . . . und locker.

Nach der Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden Rolf Breitbach und den Darbietungen des MGV Steinbach-Erft betraten wir zielstrebig in weiß-rot-schwarzem Outfit die Bühne. Wir trugen fünf Seemannslieder vor, die Udo Greuel auf seiner „Quetsch“ fachmännisch begleitete: 1. Das Gorch-Fock-Lied, 2. Old Mauhie, 3. O Bootsmann, 4. Rolling home, Solist: Heinz Sistig, und 5. Finster war die Nacht.

Mit der Auswahl der Lieder hatten wir den Geschmack der aufmerksamen Zuhörer getroffen, und der stürmische Beifall wollte kein Ende nehmen. Leider hatten wir für die Zugabe, die vom Publikum gefordert wurde, keine Noten mehr zur Hand. Als Dank für unsere Teilnahme erhielten wir vom Vorsitzenden eine Literflasche 42prozentigen Trester. Wir waren der einzige Chor aus dem ehemaligen Sängerkreis Schleiden, der zu diesem Freundschaftssingen erschienen war.

Fazit:
Die Seemannslieder sorgten für gute Laune beim Publikum in der vollbesetzten Halle. Der Chor sang die Lieder, wie man sie singen muss: knackig im Rhythmus, melodiös und ein klein wenig ausgelassen. Die Männer waren ganz in ihrem Element, und der Spaß am Singen war ihnen anzuhören. – Ein Magier des Dirigats ist unser Chorleiter Gerhard Half, der seine sehr genauen Vorstellungen vom lebendigen Klangbild umzusetzen wusste. – Udo Greuel am Akkordeon verlieh dem Gesang eine unglaubliche Präsenz und verband Virtuosität von Weltklasseformat mit liebevollem Ausdruck. Dabei strahlte er eine erfrischende Spielfreude aus.

Mit dem Lied „Rolling home“, dass er in Hamburger Plattdeutsch zum Besten gab, begeisterte unser Solist Heinz Sistig das Publikum mit außergewöhnlich feiner Klangfülle und beeindruckender und geschmeidiger Leichtigkeit. – Auch unser Chorleiter war begeistert von unseren Vorträgen der Seemannslieder.

Er lobte unseren disziplinierten und couragierten Auftritt in den höchsten Tönen, was sehr selten vorkommt!

Der MGV Vussem nach dem Auftritt: Gelöst und hochzufrieden.

Freitag, 18. September 2015

Geburtstagsständchen für unser inaktives Mitglied
Bertram („Bertel“) Berners: 90 Jahre

Unser ältestes Gründungsmitglied nach dem Zweiten Weltkrieg, Bertel Berners, feierte heute, genau auf den Tag, im Kreise von Familie, Verwandten und Freunden seinen 90. Geburtstag in der Gaststätte „Kronenberg“ in Vollem. Dazu hatte man auch den MGV 1892 Vussem eingeladen, um der Feier mit Liedvorträgen einen festlichen Rahmen zu geben.

Beim Eintreffen wurden wir zunächst mit einem Willkommenstrunk herzlich begrüßt. Nachdem wir die Notenmappen in Empfang genommen hatten, betraten wir mit 18 Sängern frohgelaunt den festlich geschmückten Saal.

Unter der Leitung von Gerhard Half begannen wir unser Ständchen mit dem Lied:
1. Zum Geburtstag viel Glück

Unser Vorsitzender Willi Schütt überbrachte nun im Namen des MGV die herzlichsten Glück- und Segenswünsche in Form eines Gedichtes und überreichte dem Jubilar, der voller Stolz auf seiner Brust die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ trug, ein Geschenk.
(Dazu mehr im Lebenslauf).

Das Ständchen wurde nun mit folgenden Liedern fortgesetzt: 2. Hab‘ oft im Kreise der Lieben (Frisch gesungen), 3. Aus der Traube in die Tonne, 4. Zeit ist ein Geschenk, 5. Das Elternhaus, 6. Das Morgenrot, 7. Ein Bier, das macht den Durst erst schön.

Diese Vorträge kamen bei den Festgästen sehr gut an, zumal der Jubilar, der von 1950 bis 2000 bei uns die erste Tenorstimme erschallen ließ, einige ihm bekannte Lieder begeistert mitsang.
Nachdem der tosende Applaus verklungen war, hielten einige Sänger noch ein Schwätzchen mit dem Geburtstagskind und den Festgästen, derweil die anderen Sangesbrüder über die bereitgestellten Platten mit gut belegten Brötchen herfielen, alles ratzekahl verputzten und mit einigen Glas Bier hinunterspülten. Die Sbr., die noch etwas geklönt hatten gingen leer aus. Für sie waren nur noch ein paar Salatblätter, die zur Dekoration gedient hatten, übrig geblieben.

Auszüge aus dem bisherigen Lebenslauf von Bertram Berners:
Als Sohn der christlichen Eheleute Wilhelm Berners und Barbara, geb. Hilberath, wurde Bertram (Bertel) Berners in Vussem am 18.09.1925 geboren. Er wuchs mit 9 Geschwistern (7 Brüdern und 2 Schwestern) in einer erbärmlichen Zeit heran, wo Arbeitslosigkeit an der Tagesordnung und Schmalhans der Küchenmeister waren. Trotzdem entwickelte er sich zu einem prächtigen Kerlchen.
Doch schon mit 17 Jahren, in der Blüte seines noch so jungen Lebens, wurde er 1942 zur Luftwaffe eingezogen und kam als Bordfunker nach Lyon in Frankreich (Das Morsen hat er bis heute nicht verlernt). Zwei Jahre später, 1944, gelangte er in Elsaß-Lothringen in französische Gefangenschaft. Von hier wurde er nach Algerien transportiert und nach kurzem Aufenthalt in Richtung Amerika eingeschifft. Als Folge der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945, kehrte der Gefangenentransport, der schon in Sichtweite der amerikanischen Küste war, nach Marseille zurück. Hier war er bis zu seiner Entlassung im März 1949 in der Land- und Forstwirtschaft tätig.
Nach seiner Rückkehr in die geliebte Heimat fand er zunächst eine Arbeitsstelle bei dem Land- und Gastwirt Franz Schneider in Vussem. Doch bald erhielt er eine Anstellung bei der ortsansässigen Maschinenfabrik Peter Girards in der Eisengießerei, wo er bis zu deren Schließung am 31.10.1978 als Kernmacher beschäftigt war. Anschließend stellte er seine Arbeitskraft dem hiesigen Schreinermeister Josef Wagner als Zuschneider zur Verfügung, um dann noch ein Jahr bis zu seiner Pensionierung als Pförtner und Telefonist im Kreiskrankenhaus Mechernich zu absolvieren. Bald nannte man ihn „Dr. Berners“, weil er den Patienten immer mit Rat und Tat zur Seite stand.
Nach seiner Pensionierung im Jahre 1983 genoss er das Rentnerdasein in vollen Zügen, obwohl er als Hausmeister der Turnhalle und der ehemaligen Volksschule in Vussem noch einige Pflichten zu erfüllen hatte. Als zweites Hobby, neben dem Gesang, bestellte er seinen Garten. Weil der nahe an der Kirche lag, vermutet man, dass der Segen Gottes auf dem Acker ruhte, denn er hatte weit und breit die dicksten Kartoffeln, die ja normalerweise nur die dümmsten Bauern haben.
Unvergessen ist aber auch Bertels Gesangssolo: „Auf einem Baum ein Kuckuck saß“, das er bei gemütlichen Veranstaltungen immer wieder zum Besten gab.

Ab 2000 erschien er nur noch sporadisch zu den Chorproben, weil seine Frau Maria, die er 1953 geheiratet hatte, schwer erkrankt war und der häuslichen Pflege bedurfte, bis sie im August 2012 verstarb.Am Donnerstag, dem 27.03.2014 erhielt er für diese aufopferungsvolle Pflege rund um die Uhr von Landrat Günter Rosenke die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Aber auch im MGV 1892 Vussem wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil. Die letzte Auszeichnung erhielt er im Jahre 2010 für 60jährige Mitgliedschaft in unserem Verein in Form einer Anstecknadel und Urkunde.

Nun ist er selbst schwer erkrankt und seit ein paar Monaten in der Betreuungseinrichtung „Casa in Silva“ in Kalenberg untergebracht. Diese Anlage ist mit viel Liebe eingerichtet worden und liegt inmitten eines rund 19000 qm großen Grundstücks. Die Bewohner können Zwischen Einzel- und Doppelzimmer oder drei Appartements wählen. Dabei haben sie die Möglichkeit, die geräumigen Zimmer ganz nach ihren persönlichen Wünschen einzurichten. Helle freundliche Farben und Wandmalereien in den Fluren und Gemeinschaftsräumen schaffen eine besonders gemütliche Atmosphäre. Die hauseigene Küche bietet täglich frische Speisen und Spezialkost. Ein fester Bestandteil der „Casa in Silva“ ist der eigene Tierpark. In der großen Außenanlage befinden sich zahlreiche Tiergehege mit Pfauen, Ziegen, Schafen, Gänsen und Hasen. Die Senioren kümmern sich zum Teil in ihrer Freizeit mit großer Leidenschaft um die Tiere. Außerdem können sie ihre eigenen Haustiere mitbringen.

Das hochmotivierte, fachlich bestens ausgebildete Team kümmert sich liebevoll um die Bewohner und hat immer ein offenes Ohr für ihre Belange. Jeder ist herzlich willkommen (Ich konnte mich selbst davon überzeugen). Menschen mit Demenz können auf dem großen Außengelände sicher ihrem Bewegungsdrang nachgehen.

Ob Kurzzeitpflege oder dauernde stationäre Betreuung steht für das „Casa in Silva“-Team an erster Stelle. Die guten Bewertungen der Einrichtung bestätigen das immer wieder.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass der Jubilar in seiner neuen Umgebung nette Menschen kennen lernt, die ihm auf seinem weiteren Lebensweg helfen, seine Gebrechlichkeit etwas zu lindern, um sie geduldig ertragen zu können.

Samstag, 10. Oktober 2015

Freundschaftssingen des MGV „Liederkranz“ Sötenich im Bürgerhaus

Regelmäßig, alle fünf Jahre, veranstaltet der MGV „Liederkranz“ Sötenich, der 1909 gegründet wurde, ein Freundschaftssingen bzw. ein Konzert. Auch wir waren wieder gerne der Einladung gefolgt, weil wir seit vielen Jahren zum MGV Sötenich ein freundschaftliches Verhältnis pflegen. Mit von der Partie waren der gemischte Chor „Eintracht“ Zingsheim unter Leitung von Annelie König, der Tochter von Bernhard Stoffels, dem Chorleiter des Veranstalters, sowie der Musikverein Sötenich. Nachdem der Vorsitzende Kurt Geschwind die Honoratioren und Gäste begrüßt hatte, eröffnete der ortsansässige Männerchor um ca. 19:45 Uhr den 1. Teil des Konzertes (siehe Reihenfolge im Programm).

Der MGV Vussem in Aktion

Unsere Liedbeiträge wurden mehrmals im Vorfeld getauscht oder durch andere ersetzt, was bei einigen Sangesbrüdern für Unverständnis sorgte. Durch diese Umstellung des Programms kamen im 1. Teil folgende Lieder unter der Leitung von Gerhard Half zum Vortrag: 1. Frisch gesungen, 2. O Bootsmann, 3. Lebe, liebe, lache.
Nach einer halbstündigen Pause begann der Musikverein mit einem zünftigen Marsch den 2. Teil des Konzertes. Danach erfolgte die Jubilarehrung durch Gabriele Heis, Vorsitzende des Kreischorverbandes (KCV) Euskirchen, die aber zuvor eine kurze Ansprache hielt, indem sie u. a. sagte: „Wenn man nach Sötenich kommt, ist es immer so, als wäre man zu einem Familienfest eingeladen“. Damit bescheinigte sie dem MGV, dass er eine eingefleischte Chorgemeinschaft ist. Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher, der Frau Heis bei der Verteilung der Urkunden und Anstecknadeln half, betonte in seiner Rede folgendes: „Wir können uns glücklich schätzen, in unserer Gemeinde einen so aktiven MGV zu haben, der ein wichtiger Träger des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens im Ort Sötenich und darüber hinaus ist.“ Er beendete seine Rede mit den Worten: „Der Verein ist ein bildendes und belebendes Element von unschätzbarem Wert“.
Bei unserem zweiten Auftritt sangen wir die Lieder: 1. Zeit ist ein Geschenk, 2. Slowenischer Weinstrauß, 3. Aus der Traube in die Tonne, und als Zugabe: Rock my soul. Unser Chorleiter war mit den Darbietungen unsererseits sehr zufrieden. Zum Schluss des Konzertes wurde noch gemeinsam das Lied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ gesungen. Es war ein gelungenes Freundschaftssingen, das bei vielen Zuhörern Anklang fand.

Auszüge aus der Vereinschronik des MGV „Liederkranz“ Sötenich:
Schon im Jahre 1905 gründeten Männer aus Sötenich den MGV „Liederkranz“. Erster Dirigent war der Musik- und Gesangslehrer Josef Heinen aus Scheven, der sich nach Ankauf eines von ihm gelieferten Klaviers verpflichtete, den Verein eine gewisse Zeit lang kostenlos zu dirigieren. Später erhielt der Dirigent 30% der Einnahmen, die der Verein bei seinen Veranstaltungen machte.
Aber erst im Sommer des Jahres 1909 begann eine rege Vereinstätigkeit. Da wurde im Rahmen eines großen Sängerfestes die Vereinsfahne, die teils aus Spenden, teils aus Mitteln des Vereins angeschafft wurde, feierlich eingeweiht. Diese Fahne wurde etwa 40 Jahre später restauriert. Hierbei wurde aus Versehen das Jahr der Fahnenweihe als das Gründungsjahr des MGV Sötenich eingestickt.

Nach anfänglich starkem Interesse der Bevölkerung kam die Vereinsarbeit mit Beginn des Ersten Weltkrieges und den nachfolgenden Inflationsjahren zum Erliegen. Erst als nach dem verlorenen Krieg wieder geregelte Verhältnisse eintraten, kamen auch die Sötenicher Männer wieder zu den Chorproben. Die Anzahl der Sänger nahm stetig zu. Unter der Führung des Schreinermeisters Josef Lünebach erlebte der Verein einen sichtbaren Aufschwung.
In der Folgezeit übernahm Josef Heck aus Kall den Dirigentenstab. Im Jahre 1936 trat die Westdeutsche Kalk- und Portlandzementwerke AG Köln, Betriebsabteilung Sötenich, die Schirmherrschaft über den Verein an und übernahm damit gleichzeitig die Honorarzahlung an den Dirigenten. Im Februar 1938 konnte Herr Schmickler aus Kommern als neuer Chorleiter eingestellt werden. Unter seiner Leitung nahm der MGV an den großen Kreissängerfesten im Sängerkreis Schleiden teil, wobei viele Erfolge erzielt wurden. Trotz der 1939 beginnenden Einberufungen zur Wehrmacht konnten die Proben noch bis 1943 weitergeführt werden. Dann kam das Vereinsleben infolge der Kriegswirren zum Stillstand.
Im Jahre 1948 wurde auf Betreiben von Max Ullrich, der den Vorsitz des Vereins übernahm, und unter der Chorleitung von Michael Schmickler, der Gesangsbetrieb wieder aufgenommen. Mit Geschick und großem persönlichen Einsatz führte Herr Ullrich den Verein. Er integrierte die „Neuen“ in die Riege der „Alten“. So versuchte man gemeinsam den Krieg und seine Nachwirkungen zu überbrücken.
Nachdem Herr Schmickler wegen einer schweren Erkrankung das Amt des Chorleiters niedergelegt hatte. trat an seine Stelle der Musikdirektor Heinrich Adams aus Satzvey, der bis zum Jahre 1952 die regelmäßigen Proben und Auftritte leitete. Nach dem Weggang von Herrn Adams geriet der Verein in große Schwierigkeiten. Fast vier Jahre war man ohne Dirigent; infolgedessen fanden auch keine Chorproben mehr statt.
Im Dezember 1956 konnte man endlich den Chorleiter und Organisten Hubert Röttgen aus Kommern für das Amt des Dirigenten gewinnen. Unter dessen Leitung wurde am 13. und 14. Juni 1959 das 50jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Die Jubiläumsfeier (Kommers) begann am Samstagabend im Saal des Urfttal-Hotels Hamelmann. Es wirkten mit de Jubelchor, MGV Kommern, MGV Firmenich und das Streichquartett Stollenwerk aus Olef. Zum Freundschaftssingen am Sonntagnachmittag waren zehn auswärtige Gesangvereine erschienen, darunter auch der MGV 1892 Vussem, „Eintracht“ Hausen, „Eintracht“ Zingsheim, MGV Mechernich, MGV Gemünd und MGV Hellenthal, sowie die heute nicht mehr existierenden Vereine „Frohsinn“ Kalenberg, MGV Blumenthal, „Cäcilia“ Weyer und „Liederkranz“ Strempt.

Die Chorleitung wechselte 1960 auf Josef Hermes und 1964 auf Herrn Chrysantus Müller. Im Jahre 1969 feierte der Verein in einem würdigen Rahmen sein 60jähriges Bestehen. Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet durch regelmäßig stattfindende Konzerte, durch aktive Teilnahme beim Sängerwettstreit des Sängerkreises Schleiden, an Sängerfesten und am kulturellen Leben des Ortes Sötenich.
Am 20.10.1984 feierte der MGV sein 75jähriges Bestehen. Bedauernswerterweise erkrankte kurz vorher der Chorleiter Chrysantus Müller, der den Dirigentenstab niederlegen musste. Kurzfristig konnte Bernhard Stoffels, gebürtig aus Kallmuth, als Dirigent verpflichtet werden. Das Fest begann mit einer hl. Messe für die lebenden und verstorbenen Mitglieder in der Pfarrkirche. Nach der Totenehrung am Friedhofskreuz ging es mit Marschmusik zum Festkommers in den Saal des Urfttal-Hotels. Hier nahm der Vorsitzende des Sängerkreises Schleiden, Hans Pesch, die Ehrung der zahlreichen Sänger vor. Mitwirkende waren: der Jubelverein, MGV Kall, Kirchenchor Sötenich und der Musikverein Sötenich. Bernhard Stoffels, der von dem Fest begeistert war, erklärte sich noch am selben Abend bereit, den Chor längerfristig zu übernehmen.
In kleinerem Rahmen als fünf Jahre zuvor, feierte der MGV Sötenich 1989 sein 80jähriges Gründungsfest. Durch die guten Kritiken, die der Chor in der Öffentlichkeit erhielt, stieg die Zahl der Sänger ständig an. Am Ende des Jahres 1991 zählte der Verein 31 aktive Mitglieder.
Beim 100jährigen Jubiläumsfest des MGV 1892 Vussem marschierte der Sötenicher Chor im Festzug mit und beteiligte sich beim anschließenden Freundschaftssingen erfolgreich. In der Folgezeit verstand es Bernhard Stoffels mit der richtigen Mischung von altem und neuem Liedgut die Sänger zu motivieren.
Anfang 1992 wechselte man in das neue Vereinslokal „Em Backes“, weil das Urfttal-Hotel verkauft werden sollte. Aber wegen des hohen Geräuschpegels in der Gaststätte war ein optimaler Probenablauf nicht mehr möglich. Nach Absprache mit den Wirten wechselte der Verein 1994 wieder ins alte Vereinslokal. Einige Sänger, die mit dem Wechsel nicht einverstanden waren, kamen nicht mehr zur Probe. Vertretungsweise wurde die Tochter des Dirigenten, Annelie Stoffels, in die Chorleitung mit aufgenommen, sodass bei Verhinderung von Bernhard Stoffels der Chor unter der Leitung von Annelie proben oder gar auftreten konnte.
Die letzte Probe im Hotel Hamelmann fand am 19.12.1995 statt. Zum 1.1.1996 wechselte der Besitzer und die Sänger des MGV waren erneut gezwungen, sich nach einem Proberaum umzusehen. Sie fanden ein neues Domizil im Pfarrheim.
Am 7.11.1998 gestaltete der MGV ein Herbstkonzert im Bürgerhaus in Sötenich. Als Gastvereine waren der MGV Kall, der MGV 1892 Vussem, die Musikfreunde Sötenich und der Musikvereins Urft erschienen. Dieses Konzert war das erste in Sötenichs „Guter Stube“ und der Höhepunkt des Jahres 1998, schrieb der Chronist Robert Zahler in seinen Tätigkeitsbericht.
Das 90jährige Stiftungsfest fand am 12. Und 13.6.1999 statt. Sonntags gingen rund um Sötenich schwere Gewitter und Regenfälle nieder, aber die Teilnehmer am Festzug um 13:30 Uhr marschierten trockenen Fußes durch den Ort. Es waren nur vier Chöre in der festlich geschmückten Bürgerhalle erschienen, um dem Jubelchor gesanglich zu gratulieren: MGV Kall, MGV 1892 Vussem, Gemischter Chor Ramscheid und „Eintracht“ Hausen; zwei Chöre hatten kurzfristig abgesagt.
Nachdem der gastgebende Verein und der MGV Kall ihre Vorträge beendet hatten, betrat der MGV 1892 Vussem in seinem schmucken Anzug die Bühne. Sbr. Klaus Reddig überbrachte charmant dem Jubelchor die besten Glückwünsche und verwies auf die freundschaftlichen Beziehungen, die sich zwischen dem MGV Sötenich und dem MGV Vussem aufgebaut hätten. Unter dem Dirigat von Udo Greuel, der den in Urlaub weilenden Heinz Sistig würdig vertrat, kamen die Lieder 1. O Bootsmann, 2. Swanee Ribber, 3. Aus der Traube in die Tonne, und 4. Wir kamen einst von Piemont gekonnt zum Vortrag, die von den aufmerksamen Zuhörern mit viel Applaus honoriert wurden. In Abwesenheit unseres 1. Vorsitzenden, der mit seiner Gattin in Kur war, erhielt unser 2. Vorsitzender Matthias Vogelsberg eine Erinnerungsplakette von Willi Kramer ausgehändigt, der nochmals die gute Freundschaft beider Vereine bekräftigte.
Am 20. Und 21.6.2009 feierte der MGV „Liederkranz“ Sötenich sein 100jähriges Gründungsfest. Am Samstagabend begann die Feier mit einem Festkommers und endete mit dem Großen Zapfenstreich. Am Sonntagmorgen wurden die Feierlichkeiten mit einer hl Messe und um 13 Uhr mit einem Festzug bei strömendem Regen fortgesetzt. Anschließend fand in der Bürgerstube das Freundschaftssingen statt. Auch der MGV 1892 Vussem, der, wie gesagt, mit dem Gastgeber ein gutes Verhältnis pflegt, war unter den Gratulanten. Mit unseren hörenswerten Darbietungen: 1. An einem Sommermorgen, 2. Slowenischer Weinstrauß, Solist Bernd Wenderdel, 3. dem Shanty Old Mauhie, Bearbtg.: Heinz Sistig, und unserem feschen Outfit hinterließen wir einen guten, bleibenden Eindruck. Die Lieder 1 und 3 wurden von Udo Greuel mit dem Akkordeon begleitet.
Mit einer verhältnismäßig kleinen Zahl von 22 bis 26 Sängern ist der MGV Sötenich im Laufe der Jahre nicht nur zu einem musikalischen Verein, sondern auch zu einer menschlichen und kameradschaftlichen Gemeinschaft zusammengewachsen, die man aus dem Dorfleben von Sötenich nicht mehr wegdenken kann. Deshalb muss der Wahlspruch auf der Vereinsfahne „In Freud und Leid zum Lied bereit“ den Sängern eine Verpflichtung sein.

Heinz Sistig (oben, 2. von links) glänzte mit seinem  Solo beim „Slowenischen Weinstrauß“. Rechts: Vorsitzender Geschwind bedankte sich bei unserem Vorsitzenden Willi Schütt in aller Freundschaft.

Samstag, 17. Oktober 2015

Herbstkonzert des MGV 1892 Vussem

Einleitung:
Der Schweizer Dichter Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834) hat einmal das folgende, lebensfrohe Herbstlied 1782 geschrieben, das Johann Friedrich Reichard 1799 vertonte und damit die Verse volkstümlich machte:

1.Bunt sind schon die Wälder,
gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.
2.Wie die volle Traube
aus dem Rebenlaube
purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche mit Streifen,
rot und weiß bemalt.
3.Flinke Träger springen,
und die Mädchen singen,
alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
zwischen hohen Reben
auf dem Hut von Stroh.
4.Geige tönt und Flöte
bei der Abendröte
und im Morgenglanz;
junge Winzerinnen
winken und beginnen
frohen Erntetanz.

Vorwort:
Die Vorbereitungen zu unserem Konzert begannen schon im späten Frühjahr. Viele Sangesbrüder hatten auf die Sommerpause verzichtet, sodass die Chorproben meistens gut besucht waren. Da unser Chorleiter Gerhard Half wieder einige Wochen mit seiner Familie in der Ukraine verbrachte, übernahm Heinz Sistig die Übungsstunden. Nach seiner Wiederkehr aus dem Urlaub, konnte nun der Dirigent mehr Zeit für die Schwachstellen und den Feinschliff investieren, denn Heinz hatte gute Vorarbeit geleistet.

Zum ersten Mal veranstalteten wir ein Konzert in den angemieteten Räumlichkeiten des Vussemer Musikvereins (ehemaliges Schwimmbad). In den Vorstandssitzungen war alles genau geplant worden. Der Aufbau der Bühne und die Bereitstellung der Bestuhlung für 90 Plätze klappte hervorragend. Starke Männer hatten das Klavier herangeschafft. Die Getränke wurden von Matthias Vogelsberg geordert, und für den Ausschank hatte er freundliches Thekenpersonal beschafft. Unser Vorsitzender und „Mann für alle Fälle“, Willi Schütt, zeichnete u. a. für die schöne herbstliche Dekoration verantwortlich, die ans Erntedankfest erinnerte. Übrigens, im Artikel der Kölnischen Rundschau, der auf einer der nächsten Seiten erscheint, wird er irrtümlich mit Willi Schmitt betitelt.
Vor dem Konzert war noch eine Ansingprobe angesagt worden. Doch alle Sänger standen auf heißen Kohlen, weil der Chorleiter sich um eine halbe Stunde verspätete (seine Frau Ludmilla und sein Sohn Alexander hatten sich einen grippalen Infekt eingehandelt). Deshalb wurden noch schnell einige schwierige Passagen angesungen, um dann im Eiltempo die Bühne zu betreten. Unser Programm glich einem bunten Blumenstrauß, denn zum Vortrag gelangten Heimat-, Volks-, Wander-, Wein-, Seemanns-, spanische und kölsche Lieder. Nun hat unser Moderator Wolfgang Schulz das Wort:

Meine Damen und Herren, herzlich willkommen zu unserem Herbstkonzert,
als wir die Idee hierfür hatten, war die Überlegung: Was kann man denn  da überhaupt singen; typische Herbstlieder gibt es nicht viele – aber – Herbst – das heißt ja Goldener Oktober, Wandern und Reisen, Zeit der Ernte, der Weinlese, der Winzerfeste, aber auch  die nahende, dunkle Jahreszeit – keine Angst, wir singen noch keine Weihnachtslieder – auch wenn in den Geschäften schon seit Wochen Weihnachtsgebäck und Weihnachtsdekoration liegen.

Der Herbst ist also eine recht abwechslungsreiche Jahreszeit – und genau so abwechslungsreich soll unser heutiges Programm sein. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!
Doch bevor es musikalisch losgeht, darf ich Ihnen noch vorstellen einige gewichtige Personen – wobei gewichtig hat nichts mit deren Körpergewicht zu tun – sondern mit ihrer Bedeutung für den Chor, nämlich unseren 1. Vorsitzender Willi Schütt, der Sie eingangs schon begrüßt hat, unseren Chorleiter Gerhard Half, am Klavier seine reizende Gattin Ludmilla sowie an der Quetsch Udo Greuel.

Willi Schütt (ganz rechts) begrüßt die Gäste

Genug der Worte, jetzt wird gesungen, und zwar beginnen wir mit den Liedern

Heimat
(Max Steege – Satz Ernst Hansen)

Kling auf, mein Lied
(Melodie ? – Text Max Barthel  – Satz Bernhard Weber

Wie in unserer Einladung erwähnt, ist der Herbst die Zeit des Wanderns, und so wollen wir auch gleich  mit Ihnen – musikalisch – auf Wanderschaft gehen, und Sie sind gerne eingeladen mitzusingen, dürfte das eine oder andere Lied ihnen sicher noch geläufig sein, nämlich 

Wir wollen zu Land ausfahren
Melodie Kurt v. Burkersroda – Text Hjalmar Kutzleb – Satz Walter Höfling

Heia Safari
Melodie Robert Götz – Text A. Aschenborn – Satz Walter Höfling

Rennsteiglied
Melodie Herbert Roth – Text Karl Müller – Satz Heinz Buchold

Müde vom Wandern haben wir uns jetzt eine kleine Verschnaufpause verdient und kehren zu einem Schoppen Wein in die nächste Straußwirtschaft ein, ob an der Ahr, an der Mosel oder in einem der anderen schönen deutschen Weinbaugebiete und fragen:

Herr Wirt, habt Ihr noch kühlen Wein?
Melodie + Satz Fritz Ihlau – Text Erich Behrens

dann verfolgen wir den Weg der Traube vom Rebstock, über’s Fass, den Schlund, den Magen usw. wieder zur Traube in dem  Lied

Aus der Traube in die Tonne
Melodie Kurt Lissmann – Satz Theobald Kerner

und besingen dann den slowenischen Weinstrauß – könnte aber der Mayschosser Weinstrauß sein oder ein anderer

Wie in unserer Einladung erwähnt, ist der Herbst die Zeit des Wanderns, und so wollen wir auch gleich  mit Ihnen – musikalisch – auf Wanderschaft gehen, und Sie sind gerne eingeladen mitzusingen, dürfte das eine oder andere Lied ihnen sicher noch geläufig sein, nämlich 

Slowenischer Weinstrauß
Slowenisches Volkslied – Bearbeitung Walter Pappert

Voll des guten Weines sind wir jetzt in beschwingter Stimmung zu einem kleinen Tänzchen – selbstverständlich  in Ehren – doch manchmal wird aus der „Ehre“ schon mal mehr und es wird geschmust und so – der eine oder andere kennt das sicher aus grauer Vorzeit aus eigener Erfahrung. Tanzen wir zunächst mit Ludmilla Half – natürlich in Ehren – den Herbsttango und dann wird geschmust bei der russischen Romanze.

Herbsttango (Ludmilla Half)

und anschließend die

Russische Romanze (Ludmilla Half)

Ludmilla Half wird jetzt für Sie drei Stücke passend zur Jahreszeit spielen – und meine Damen und Herren, es folgt jetzt eine kleine Überraschung für Sie und auch uns. Hören wir bei einem der Stücke unseren jüngsten Sänger Alex Half zusammen mit seiner Mama. In diesem Zusammenhang erlauben Sie noch eine kleine Anmerkung: Ludmilla und Alex sind erst am vergangenen Sonntag aus der Ukraine, der Heimat von Ludmilla, wieder nach hier gekommen. Trotz 30 stündiger Busfahrt und der Zeit Verschiebung waren beide bei unserer Chorprobe am vergangenen Montagabend anwesend, um mit uns zu proben und obwohl sie beide jetzt ein grippaler Infekt plagt, spielen und singen sie heute Abend für Sie! Ich glaube, dass ist einen Sonderapplaus wert.
Sie hören jetzt

Die Bayrische Polka
Ludmilla, Gerhard und Alexander Half

Der Hühnertanz

Das Kartoffellied
(aus dem Weißrussischen)

Wie Sie den Programmzettel entnehmen können, machen wir eine kleine Pause von etwa 15-20 Minuten, in denen Sie sich bei kühlen Getränken erfrischen können. Wir sehen uns dann gleich gestärkt wieder – aber bitte seien Sie pünktlich, wartet in der zweiten Abteilung noch ein abwechslungsreiches Programm auf Sie.

P a u s e

Rock my soul (Trad.)

Meine Damen und Herren, erlauben Sie uns, unser Programm ein wenig zu ändern, haben wir soeben vernommen, dass wir unter uns ein Geburtstagskind haben, nämlich Katharina Eversheim. Herzlichen Glückwunsch von uns allen und hier unser Geburtstagsständchen

Richard und Geburtstagskind Katharina Eversheim

Lebe, liebe, lache 
(Text + Musik Robert Pappert)

Von Reisen hatten wir gesprochen – und so wollen wir es auch – musikalisch – tun und fahren mit Ihnen zur See – also Männer: „Leinen los“ mit

Santiano (Klavier)
H. Krech. M. Nissen

dann folgt der Shanty

Finster war die Nacht (Akkordeon)
Shanty von Richman/Davis

und anschließend ein in Wort und Weise aus der Schifffahrt mündlich überliefertes Seemannslied, nämlich

Rolling Home
Solist Heinz Sistig

Nach langer Fahrt sind wir in Spanien angekommen und erliegen dem

Zauber des Südens (Klavier)
und dann lassen wir den Tag ausklingen beim

Andalusischen Abendlied (Klavier)

Zwei wunderschöne Stücke mit Melodie von Fritz Kleindiek in einer Bearbeitung von Otto Groll .Als Solisten hören Sie beim Zauber des Südens Heinz Sistig.
Wenn wir von Herbst reden, meinen wir das nicht nur kalendarisch – wir denken auch an den Herbst des Lebens – in dem befinden sich ja einige von uns schon, haben ihn möglicherweise schon wieder hinter sich und befinden sich im nächsten Frühling oder im dritten oder gar vierten Plück – aber dennoch – Sie stimmen mir sicher zu:

He deit et wieh, und do deit et wieh (Akkordeon)
Bläck Fööss – Bearbeitung Michael Kokott (Akkordeon)

und Sie wissen, für zahlreiche Jecke fängt im November die 5. Jahreszeit an –  für einen wirklichen Karnevalsjecken kurz unterbrochen durch Weihnachten – aber keine Angst, so wie wir noch keine Weihnachtslieder singen, werden wir auch noch keine Karnevalslieder anstimmen – doch ein Stück möchten wir gerne vortragen , spiegelt es doch die Sehnsucht der Menschen nach Beständigkeit und Ruhe wieder in dieser unruhigen, sich so rasch wandelnden Zeit, nämlich ein Stück vom unvergessenen Willi Ostermann

Och wat wor dat fröher schön doch in Colonia
Musik + Text Willi Ostermann, Satz Werner Dies

Meine Damen und Herren, wir kommen jetzt zum Ende unseres kleinen Konzerts, das wir beschließen wollen mit dem Lied

Dank am Abend
Musik Robert Pracht – Text Ludwig Mohrbacher

Ja, meine Damen und Herren, liebe Gäste, das war’s für heute. Wir hoffen, dass Ihnen unsere Vorträge gefallen habe? Schönen Dank für Ihr Kommen, Ihre Aufmerksamkeit und dass Sie bis zum Schluss geblieben sind; wie sagte der eine immer nach seinen Shows: Sie waren ein tolles Publikum!
Dank gilt auch unserem Chorleiter Gerhard Half, Ludmilla Half am Klavier, Udo Greuel an der Quetsch und last but not least unserem Solo-Sänger Heinz Sistig.
Bleiben Sie noch etwas bei uns, um bei einem Gläschen – was auch immer – noch „e Büttche Bunt ze wäsche“ – aber wen es schon nach Hause zieht: nochmals schönen Dank für Ihren Besuch, kommen Sie gut nach Hause und hoffentlich bis zum nächsten Mal. Tschüss zusammen!

Zugaben:

Zeit ist ein Geschenk

Alex Half mit seinem Kartoffellied

Fazit:
Mit einem stimmungsvollen Programm unterhielten die Sänger mit ihrer Pianistin Ludmilla Half und dem Akkordeonisten Udo Greuel die Gäste mit einem bunten Strauß von Melodien. Der Einladung waren etwa 90 Personen gefolgt, denn was der MGV Vussem ihnen präsentierte, war eine fesselnde Revue mit internationalem Liedgut in pfiffigen Arrangements im schönsten Wohlklang und mit zündender Dramaturgie. Das Publikum zeigte sich durchweg begeistert von den musikalischen Darbietungen und spendete viel Applaus.
Die Stücke, die Frau Half auf dem Klavier spielte waren recht gefällig; man freute sich darüber und ließ sich auf dem Klangteppich davontragen. Sie zauberte glasklare Töne in scheinbar ungeordneter Intervallfolge aus dem Klavier hervor. Man muss an Ludmilla Halfs Spiel die unglaubliche Technik bewundern, die sich auch in den nuancierten Anschlagskünsten fortsetzte. Bemerkenswert war auch die professionelle Begleitung des Chores bei einigen Stücken mit dem Klavier.

Udo Greuel (Bild rechts im Vordergrund) verstand es meisterhaft, den Wander-, Seemanns- und Kölschliedern durch die hervorragende Begleitung mit seinem Akkordeon noch mehr Resonanz zu verschaffen.

Unser Solist Heinz Sistig überzeugte vor allem in den Mittel-und Höhenlagen mit herrlichem, voluminösem weichen Ton und konnte mit außergewöhnlich reifem Timbre beeindrucken.

Unser jüngster Sänger Alexander Half – 10 Jahre jung – muss man auch lobend erwähnen. Als Debütant sang er trotz grippalen Infekts, begleitet von seiner Mutter Ludmilla am Klavier und Vater Gerhard mit der Posaune das „Kartoffellied“. Da er zunächst ohne Mikrofon sang, konnte man ihn nicht gut verstehen. Beim zweiten Mal – mit Mikrofon – war es schon fast perfekt. Der tosende Applaus war ihm sicher. Für die Ausgewogenheit des Programms, dem eine perfekte Regie zugrunde lag, war der Chorleiter Gerhard Half verantwortlich. Er hatte die Sänger bestens im Griff, denn der Chor überzeugte auf der ganzen Linie. Jeder Vortrag war ein echter Hörgenuss. Die Moderation lag in den bewährten Händen von Wolfgang Schulz. Seine verbindenden Worte trugen sehr zum Verständnis der Chorwerke bei.
Die Zuhörer zeigten sich tief beeindruckt von dem Konzert, und zum Dank steckten sie manchen Euro-Schein in das Sparschwein.

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete am Montag, den 19.10.2015:

Vom Kartoffellied bis Santiano

AUFTRITT Abwechslungsreiches und unterhaltsames Herbstkonzert des Vussemer Männergesangvereins 1892

VON STEFAN LIESER

Mechernich-Vussem. Bunt und abwechslungsreich wie die Farben der Jahreszeit war das Spektrum der ausgewählten Lieder, die der Männergesangverein 1892 Vussem bei seinem Herbstkonzert in der Alten Schule präsentierte. 24 Sänger boten ein unterhaltsames, knapp anderthalbstündiges Pro- gramm.

Für den Verein rückt zudem das große Jubiläum näher. 2017 will die Sängerschar um den Vor-sitzenden Willi Schmitt das 125-jähnge Bestehen groß feiern. Den Hinweis darauf machte Schmitt gleich zu Beginn des Abends im sehr gut gefüllten großen Raum in der Alten Schule.
„Wer um die 50 ist, gilt auch in Vussems Sängerkreis als Bambino“. Wolfgang Schulz.

Ob sich bis zum Jubiläumsjahr das auch in Vussem verbreitete Problem der Überalterung der Aktiven gelöst haben wird, bleibt abzuwarten. „Wer um die 50 ist, gilt auch in Vussems Sängerkreis als „Bambino“, so Schriftführer Wolfgang Schulz. Beim MGV sind die Sänger zwischen 55 und 82 Jahren alt. „Einige sind schon seit 60 Jahren dabei“, so Schulz.

Unter der Leitung von Gerhard Half hatte der Chor im vergangenen halben Jahr einige Standards aus dem Repertoire und neue Lieder einstudiert. Etwa „Rock my soul“, „Zauber des Südens“, das „Andalusische Abendlied“ oder einen Song von Santiano. Dazu kamen bekannte Wein- und Wanderlieder sowie Solistisches von Heinz Sistig.

Ludmilla Half lockerte am Klavier das Programm zusätzlich auf mit einem „Herbsttango“, einer „Russischen Romanze“ und der „Bayerischen Polka“. Ihr Sohn Alex, zehn Jahre alt, war dann der mit großem Abstand jüngste Sänger auf der Bühne mit seinem „Kartoffellied“.

Seine Premiere war der Auftritt aber nicht, er hat schon einige Male beim MGV mitgesungen und die richtige Einstellung fürs Hobby: „Üben? Das muss man ja!“ Bleibt er dabei, wird er vielleicht eines Tages den Altersdurchschnitt des Männergesangvereins deutlich senken.

Samstag, 31. Oktober 2015

Herbstkonzert im „Falkenhorst“ Kommern-Süd

Vorwort:
Das Senioren- und Pflegeheim Falkenhorst wurde 1974 in Betrieb genommen, und im Jahre 1995 erfolgten umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen. Es entspricht nun selbstverständlich den Anforderungen der zuständigen Aufsichtsbehörde und den fachlichen Erkenntnissen zur Gestaltung von stationären Alteneinrichtungen. Heute ist das Falkenhorst ein wohldurchdachtes Haus mit allen strukturellen Voraussetzungen für eine fachliche Pflege.
Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen und tritt oft unverhofft ein. In dieser Situation stehen Angehörige und Betroffene vor vielen offenen Fragen und sind auf schnelle Hilfe angewiesen.
Die Lebenserwartung in Deutschland steigt weiter an. Doch mit ihr wächst auch die Zahl derer, die im Alter Betreuung und Pflege benötigen. Die meisten Betroffenen möchten so lange wie möglich einen Heimaufenthalt vermeiden. Bei der häuslichen Pflege lässt die Gesundheitspolitik Betroffene und ihre Angehörige oftmals im Stich. Bisher hat der deutsche Staat keine bezahlbare Alternative zum Alten- und Pflegeheim im Rahmen der häuslichen Pflege entwickelt. Eine solche Alternative ist der Einsatz einer Betreuungskraft aus Osteuropa. Doch auch hier gibt es Unsicherheiten, etwa über die Rechtssicherheit der Dienste. Hinzu kommt die wachsende Sorge, der neue Mindestlohn verteuere die Angebote und mache sie unattraktiv. Dann besteht die Gefahr, dass Senioren und Angehörige Angebote aus dem Bereich der Schwarzarbeit nutzen. Das ist gefährlich und illegal, weder für Betreuer noch für Betreute gibt es Sicherheiten. Daher sollte man sich tunlichst an seriöse Anbieter wie z. B. das Senioren- und Pflegeheim Falkenhorst wenden.

Zum Konzert:
Nun schon zum dritten Mal in Folge (2013 – 2015) war der MGV 1892 Vussem gerne nach Kommern-Süd gekommen, um im Senioren- und Pflegeheim Falkenhorst ein kleines Konzert für die Heimbewohner zu veranstalten. In den vorherigen Konzerten, die in der Adventszeit stattfanden, wurden überwiegend Advents- und Weihnachtslieder gesungen. Heute, beim Herbstkonzert, standen zum größten Teil Seemannslieder auf dem Programm, die sich die Senioren gewünscht hatten.
Kurz nach 16 Uhr betraten wir unter dem Beifall der Bewohner den großen Aufenthaltsraum und wurden von der Pflegeleiterin Sabine herzlich begrüßt. Bei einigen Liedern begleitete uns wieder unsere Pianistin Ludmilla Half professionell am Klavier. Udo Greuel unterstützte uns vorbildlich beim Vortrag der Seemannslieder. Wolfgang Schulz führte gekonnt durch das einstündige Programm:

Guten Tag meine Damen und Herren,
schon zweimal hatten wir, der MGV 1892 Vussem mit seinem 1. Vorsitzenden Willi Schütt – das Vergnügen, für Sie hier zu singen – beide Male, wie Sie sich erinnern werden, in der Adventszeit. Im Dezember des letzten Jahres hatten wir uns verabschiedet mit den Worten: „Ich hoffe, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder – dann vielleicht auch einmal zu einer anderen Jahreszeit mit einem Frühlings- oder Sommerkonzert“.

Aus diversen Gründen hat es weder im Frühling noch im Sommer geklappt, aber bevor es wieder weihnachtet, wollen wir Sie mit einem kleinen Konzert – Schwerpunkt Seemannslieder – erfreuen, doch werden Sie auch einige andere Stücken, passend zum Thema Seefahrt hören. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen! Bevor es los geht, möchte ich Ihnen noch vorstellen unseren Chorleiter Gerhard Half, am Klavier seine Gattin Ludmilla und an der Quetsch, dem Akkordeon für Nicht-Hiesige Udo Greuel.

Beginnen wollen wir mit dem Lied:

Heimat
(Max Steege – Ernst Hansen)

die wir dann aber gleich verlassen werden, gehen wir ja gemeinsam auf große Fahrt und stellen die Frage

O Bootmann, Bootsmann,

sag‘ uns doch, wo geht die Reise hin?
dann machen wir die Leinen los beim Lied

Santiano

und ab geht es mit dem Segelschulschiff der Bundesmarine,

Der Gorch-Fock

über die Meere – natürlich immer

Über uns der blaue Himmel

Die Seefahrt mag heute nicht mehr so gefährlich sein wie in der Vergangenheit, aber entbehrungsreich und hart ist sie dennoch – wesentlich hektischer als früher, die Verweildauer in den Häfen gleich null, für einen großen Landgang von daher kaum noch Zeit, so dass das folgende Lied in weiten Teilen so heute nicht mehr zutreffen dürfte – nämlich das Lied

Das ist die Liebe der Matrosen

ein Stück von einer Gruppe, die dem einen oder anderen unter Ihnen sicher noch bestens bekannt sein dürfte, den Comedian Harmonists.
Was sich ganz sicher nicht geändert hat, ist die oft wochen- ja monatelange Abwesenheit von zu Hause, denn

Auch Matrosen haben eine Heimat

und in den langen, einsamen Nächten in seiner Kajüte träumt der Matrose von daheim im Lied

Finster war die Nacht

aber wenn es dann nach langer Fahrt wieder auf Heim angeht, freut man sich im Vorfeld auf das Wiedersehen mit den Liebsten zu Hause. Dies alles wird geschildert in den beiden folgenden Shanties also Seemannsliedern

Old Mauhie

Rolling home (Solist Heinz Sistig)

Wir Sänger machen jetzt eine kleine Verschnaufpause und machen Platz für Ludmilla Half, die für Sie zunächst ein Stück auf dem Klavier spielt; und dann kommt unsere kleine Überraschung für Sie: Unser jüngster Sänger Alex Half trägt, begleitet von seiner Mama am Klavier, das Kartoffellied vor, ein Stück aus Weißrussland. Lassen Sie sich überraschen!
Wir haben jetzt unser Schiff verlassen, denn zu jeder großen Kreuzfahrt gehört natürlich auch ein Landgang, um sich die Sehenswürdigkeiten der fremden Länder anzusehen. Wir sind in Spanien angelandet, um den

Zauber des Südens

zu genießen, den Tag ausklingen zu lassen beim

Andalusischen Abendlied

und dann schauen wir mit der Liebsten im Arm der untergehenden Sonne zu beim

Schifferlied

Als Solisten hören Sie beim Lied „Zauber des Südens“ wiederum Heinz Sistig. Das war’s fast für heute. Beschließen wollen wir unser heutiges Konzert mit dem Lied:

Dank am Abend
(Musik Robert Pracht, Text Ludwig Mohrbacher)

Das war’s für heute; ich hoffe, unser kleines Konzert hat Ihnen gefallen?
Schönen Dank unserem Chorleiter Gerhard Half, seiner reizenden Gattin Ludmilla am Klavier, Udo Greuel an der Quetsch sowie unseren Solo-Sängern Alex Half und Heinz Sistig – Dank aber vor allem auch Ihnen für Ihre Einladung, dass wir für Sie wieder singen durften – Sie waren ein tolles Publikum – und wir würden uns freuen, wieder einmal für Sie singen zu dürfen! Tschüss zusammen!

Nachdem der großartige Beifall am Schluss des Konzertes verklungen war, nahm die Teamleiterin das Mikrofon zur Hand und bedankte sich auch beim Chor im Namen der Heimbewohner und dem Pflegepersonal für die schönen Darbietungen.
Es ist noch nachzutragen, dass der Ehemann von Gertrud Miesseler, unser Sbr. Bernhard, z. Zt. Im Krankenhaus liegt und sich von den Strapazen einer Bandscheiben-Operation erholt. Aber am kommenden Mittwoch wird er ebenfalls im Falkenhorst untergebracht, sodass Gertrud und Bernhard wieder vereint sind.

Fazit:
Trotz fehlender sieben Stimmen fiel vor allem der äußerst saubere und präzise Gesang des Chores auf. Die Intonation war sowohl im Einzel- als auch im Zusammenklang fast fehlerlos. Die Sänger vermochten ihre Stimmen flexibel zu bewegen, was sowohl bei der Vokalformung als auch bei den akzentuierten Modulationen auffiel. Gerhard Half war es gelungen, mit den Sängern ein sehr ausgewogenes Verhältnis der einzelnen Stimmsätze, die zwischen vier und fünf schwankten (1. Tenor 5 / 2. Tenor 4 / 1. Bass 4 / 2. Bass 5), einzustudieren.
Frau Half zeigte wieder die ganze Breite ihres differenzierten Anschlagspektrums und verblüffte zudem mit ihrer extremen Treffsicherheit, selbst bei großen Sprüngen. Udo Greuel begleitete die Seemannslieder einfühlsam, zudem technisch einwandfrei und sehr sicher auf dem Akkordeon. Auch die stimmlichen Leistungen des Solisten Heinz Sistig konnten sich hören lassen. Er ließ seine gut ausgebildete Stimme kraftvoll, leidenschaftlich und detail-verliebt erschallen und legte den Grundstein zum Erfolg des Konzertes. Alexander Half erntete mit seinem „Kartoffellied“, das er selbst- und textsicher vortrug, viel Applaus. Auf sympathische und witzige Art und Weise führte Wolfgang Schulz durch das Programm und hatte schnell die Lacher auf seiner Seite.
Es ist noch zu erwähnen, dass Chorleiter Gerhard Half sich eine Erkältung zugezogen hatte, sich nicht wohlfühlte und deshalb alsbald schweißgebadet mit seiner Familie die Heimreise antrat.

Sonntag, 15. November 2015

Volkstrauertag in Vussem und Breitenbenden

Vorwort:
Am heutigen Volkstrauertag wurde der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft beider Weltkriege gedacht. Auch im Eifelland bewiesen zahlreiche Zusammenkünfte, dass der Tag und sein Anliegen auch 70 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges nichts an Aktualität verloren haben, Der Volkstrauertag ist eine zutiefst emotionale Angelegenheit.

Trauerfeierlichkeiten:

In Vussem wurde die Veranstaltung, wie in jedem Jahr, vom Ortskartell organisiert. Um 9.30 Uhr setzte sich der Trauerzug, angeführt von der Freiwilligen Feuerwehr, dem Musikverein, der einen Choral spielte, dem Männergesangverein und ein paar Vussemer Bürgerinnen und Bürger in Richtung Kriegerdenkmal in Bewegung. Dort angekommen legte die FFW im Namen der Vussemer Einwohner einen Kranz nieder und stellte die Ehrenwache. Die Fahnenmasten hatte man nicht beflaggt, weil ein starker, böiger Wind über die Eifelhöhen wehte.

In diesem Jahr hielt Anneliese Klinkhammer die Ansprache, indem sie auszugweise u. a. folgendes sagte: „Der Volkstrauertag ist der Tag des Nachdenkens darüber, wie wir heute auf Krieg und Gewalt reagieren, und was wir ganz persönlich,

aber auch als reiches Land in einem freien und friedlichen Europa, für Freiheit und Menschlichkeit auf der Welt tun können. Aus diesem Grund haben wir uns heute hier am Ehrenmal eingefunden. – Nicht vergessen dürfen wir auch, dass nicht nur Kampf, Verwundung, Gefangenschaft und Tod die Schrecken der Weltkriege waren, sondern auch die Vertreibung der Zivilbevölkerung.
Um Kriege zu verhindern, muss die Förderung von Verständnis und Toleranz an erster Stelle stehen. Dies geschieht jedoch nicht dadurch, das Städtepartnerschaften und Freundschaften geschlossen werden. Toleranz muss auch in unserem Umfeld gelebt werden. Leider sind Krieg, Gewalt und Vertreibung auch heute noch in vielen Teilen der Welt trauriger Alltag. Neue Schreckensnachrichten über Flüchtlingsströme nach Europa erreichen uns täglich. Auf der Suche nach Frieden und Freiheit riskieren viele Menschen ihr Leben.“

Mit zwei Liedvorträgen verlieh der MGV 1892 Vussem der Gedenkfeier einen würdigen Rahmen: 1. Stille, o sei stille; Männerchorsatz von Franz Dies. 2. Harre meine Seele; eine Bearbeitung von Heinz Sistig. Trotz des stürmischen Wetters konnten die Darbietungen sich hören lassen.

Bei den Fürbitten vergaß Anneliese Klinkhammer aber auch nicht die Opfer und Verletzten des Terroranschlags zwei Tage zuvor in Paris mit einzubinden (bis jetzt 129 Tote und Hunderte von Verletzten). Sie endete mit den Worten: „Verneigen wir uns nun in Ehrfurcht und Dankbarkeit vor den Toten, die für uns ihr Leben ließen“. Als Schlusslied spielte der Musikverein unter der Leitung von Hans-Hubert Schmidt „Ich hatt‘ einen Kameraden“.

Anschließend fuhren die selben Akteure nach Breitenbenden, um auch hier die Trauerfeier mit Musik und Gesang zu verschönern. Die Ansprache hielt wieder die Vorsitzende des Bürgervereins Ute Mangold. Leider war ihre Rede durch die starken Windböen und das Blätterrauschen des Waldes nur bruchstückhaft zu verstehen. Sie wurde sprichwörtlich „vom Winde verweht“. Die Fürbitten sprach Bernd Wienand. Dabei gedachte er auch der Toten, die bei der Flucht und Vertreibung ihr Leben ließen und der Opfer bei den Terroranschlägen von Paris. Mit dem „Lied vom guten Kameraden“ endete eine bewegende Gedenkfeier.

Samstag, 28. November 2015

Weihnachtsmarkt an der Kakushöhle

Am ersten Adventswochenende, 28. und 29,11,2015, fand an der Kakushöhle nach fünfjähriger Pause wieder ein Weihnachtsmarkt statt. Vor der beeindruckenden Kulisse der prähistorischen Kartsteinfelsen boten 15 Stände u. a. Kunsthandwerk aus der Region und weihnachtliche Spezialitäten an. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt worden. Voraussetzung dafür war aber, dass neue Verkaufsbuden angeschafft wurden. Im Rahmen des Projekts „RWE Aktiv vor Ort“ stellte der Energieversorger einen Materialkostenzuschlag in Höhe von 2100 € zur Verfügung. Mit freiwilligen Helfern aus Eiserfey waren die neuen Buden in kurzer Zeit aufgebaut worden. Der Erlös von Speisen und Getränken kommt dem Ortskartell Eiserfey zu Gute, das damit u. a. die Energiekosten für die Benutzung der „Alten Schule“ finanzieren will.
Bei unserem Eintreffen herrschte schon reger Betrieb an der Kakushöhle, und eine gespenstische Wohlfühlatmosphäre machte sich breit. Eine angenehme Duftwolke von Zimt, Glühwein und Reibekuchen lag in der Luft. Die Felswände der Kartsteinhöhlen wurden von außen angestrahlt.
Um ca. 17 Uhr war die Dunkelheit vollständig eingetreten. Zum Glück hatten die Verantwortlichen einen Strahler an einer uralten Buche befestigt, der den Aufführungsort fast taghell ausleuchtete. Viele treue Fans hatten sich schon eingefunden, um unseren nachstehenden Darbietungen unter der Leitung von Gerhard Half zu lauschen: 1. O Freude über Freude, 2. Weihnachtsglocken, 3. Engel haben Himmelslieder, 4. Lasst uns lauschen, 5. Trommellied, 6. Weihnachtszauber (Neuaufführung), und 7. Die Abendglocken rufen.
Unsere Vorfahren, die Neandertaler, die hier einmal vor ca. 80.000 Jahren gelebt haben, hätten bestimmt auch Gefallen an unserem Gesang gehabt, denn sie waren intelligente Wesen. Bei Ausgrabungen wurden in der Höhle u. a. Schaber, Spitzen und Doppelspitzen aus Feuerstein und Quarz gefunden, die das beweisen. Außerdem jagten sie hier in der kaltzeitlichen Steppe Mammut, Wisent, Höhlenbär, Hyäne, Moschusochse, Rentier, Wildpferde und anderes Getier mit Pfeil und Bogen. Mit den Knochen der erlegten Beutetiere warfen sie die Nüsse, Äpfel und Birnen von den Bäumen.
Etwa 4000 Jahre v. Chr. Begannen die hier lebenden Menschen sesshaft zu werden und Ackerbau zu betreiben. Ich hatte den Eindruck, dass sie heute Abend als Geister um die Höhle spukten. Oder waren es etwa die Fledermäuse, die hier ihr Winterquartier beziehen?
Der Sage nach soll hier der Riese Kakus gehaust haben (daher der Name Kakushöhle), der den Konkurrenten Herkules in einem erbitterten Kampf besiegte. Schwer verletzt schleppte der sich noch bis zur Gemarkung Holzheim und Weiler am Berge , wo er verstarb. Man kann die jetzt versteinerten Gebeine auf dem Herkelstein besichtigen.

Die Entstehung von Fels und Höhlen
von Willi Brüll aus dem Buch „Eiserfey 867 – 1992“,
Festschrift zum 1125jährigen Ortsjubiläum; Herausgeber: Ortskartell Eiserfey

Im Eiszeitalter, vor 600 000 bis 10 000 Jahren, wechselten mehrfach 50 bis 100 Jahrtausende dauernde Kaltzeiten, in denen hier ein fast arktisches Klima herrschte, mit längeren Warmzeiten ab. In einer dieser Warmzeiten, vor 200 000 bis 300 000 Jahren, flossen von Weyer und den Hauserbenden her sehr kalkreiche Bäche ins Feytal. Sie hatten in den damals sumpfigen Talgründen wenig Gefälle, das Quellwasser erwärmte sich, und der im Wasser enthaltene Kalk setzte sich an Steinen und Pflanzen ab. Wir kennen diesen Vorgang von der Kesselsteinbildung bei erwärmtem Wasser. Der Kalk, der sich an die Pflanzen anlagerte, bildete das poröse Gestein des Kalktuffs, in der Mundart »Duchley« genannt. In diesem Gestein sind noch heute die Hohlräume zu erkennen, die mit Pflanzenstengeln ausgefüllt waren. Der Kalktuff lagerte sich zwischen den Hauserbenden und dem Bereich am heutigen Sportplatz unterhalb von Eiserfey in viele Meter dicken Schichten ab und bildete mehrere Talstufen, die höchste mit heute 30 Metern Höhenunterschied am Kartstein. Außer dem Kalktuff entstanden auch festere Schichten, Travertin genannt, aus dem die Kalkfelsen des Kartsteins aufgebaut sind. In den Warmzeiten war das ganze Tal bis zu 70 Meter hoch mit Kalktuff und Travertin angefüllt, der dann in Kaltzeiten wieder ausgewaschen wurde. Die heutige Talform entstand wohl erst seit der letzten Eiszeit.
Wir können uns eine recht genaue Vorstellung von der Entstehung des Gesteins machen, da es in der Eifel eine Stelle gibt, an der man heute noch die Entstehung von Kalktuffgestein ausgezeichnet beobachten kann, am Wasserfall im Ahbachtal bei Ahütte.
Die unteren Schichten des Felsmassivs am Kartstein wurden teilweise vom Wasser wieder ausgewaschen. Vor etwa 60000 Jahren bildeten sich die heutigen Höhlen, und an der Talseite brachen kleinere und größere Felsbrocken ab. Die Wasserläufe, die die Felsen am Kartstein bildeten, sind heute abgesunken und münden unterirdisch in den Hauserbach.
Der Fels ist aber trotzdem noch in Bewegung. Messungen ergaben, dass das ganze Felsmassiv auf dem schräg darunterliegenden mitteldevonischen Gestein langsam zu Tal rutscht. Die Geröllschicht des ehemaligen Bachbettes zwischen dem alten Gestein und dem aufliegenden Travertin ist am Zugang zur großen Höhle über dem Boden der Felswand noch zu erkennen. Um den Besuchern weiterhin einen gefahrlosen Zugang zu den Höhlen zu ermöglichen und den Einsturz zumindest aufzuhalten, wurde das Gelände 1977 durch Stützmauern und Pfeiler aus Stahlbeton gesichert. Im Bereich dieser notwendigen Baumaßnahmen wurden öffentliche Mittel für sogenannte Notgrabungen zur Verfügung gestellt, und die systematischen und sorgfältigen Grabungen der Archäologen führten zu aufschlussreichen Neuentdeckungen zur Geschichte der Höhlen und ihrer Bewohner.

Fotos von Horst Ziethen aus dem Buch „Erlebnisreise durch die wildromantische Eifel“, erschienen im Ziethen-Panorama-Verlag.

Samstag, 5. Dezember 2015

Seniorennachmittag in Vussem

Der Einladung zum alljährlichen, traditionellen Seniorentreffen, das im Volksmund auch „Schnabeltassenparty“ genannt wird und in den Räumlichkeiten des Musikvereins von Mitgliedern des Bürgervereins ausgerichtet wurde, waren ca. 50 Personen gefolgt. Beim Kaffee trinken wurden die Gäste leise von Herrn Hoffmann aus Zingsheim mit Liedern auf dem Akkordeon unterhalten. Nachdem alle Senioren die Köstlichkeiten der reichlich gedeckten Kaffeetafel genossen hatten, begrüßte der Vorsitzende des Ortskartells Hans-Hubert Schmidt die älteren Herrschaften aufs Herzlichste und wünschte Ihnen ein paar schöne, vergnügliche Stunden in froher Runde. Franz-Josef (Franjo) Schmidt, Vorsitzender des Musikvereins, hatte wieder ein unterhaltsames Bespassungsprogramm zusammengestellt, durch das Moderator Michael Merten zum ersten Mal führte.

Die Bambini-Tanzgruppe des Karnevalsvereins zeigte nun zur Begeisterung der Senioren einen Tanz aus dem Gangstermilieu nach der Musik vom „rosaroten Panther. Danach hatte der MGV seinen mit Spannung erwarteten Auftritt (Bild oben). Laut Programm durften nur zwei Karnevalslieder gesungen werden: 1. He deit et wieh on do deit et wieh (Bläck Fööss), und 2. Och wat wor dat fröher schön en däm Colonia (Willi Ostermann). Für diese gelungenen Vorträge gab es tosenden Applaus. Enttäuschung machte sich aber unter vielen Zuhörern breit als wir uns danach dezent zurückzogen. Sie hätten gerne noch ein paar Weihnachtslieder gehört.

Die Bläsergruppe „Kapelle-Köpp“, die im Laufe des Nachmittags zahlreiche Auftritte hatte und gemäß der Musik entsprechende Kopfbedeckungen trug, spielte u. a. bekannte Melodien aus Winnetou-Filmen, woraus Ausschnitte auf der Videowand zu sehen waren. Zwischendurch erzählten einige Frauen aus Vussem Geschichten und trugen Gedichte vor.

Das siebenjährige Tanz-Mariechen der Bambinis, Nora Merten, führte den Saaleinmarsch des neuen Prinzenpaares an. Nora wurde schon mit vielen Preisen ausgezeichnet. Es erhielt für den sehenswerten Solo-Tanz stehende Ovationen.

Das Motto von Prinz Peter  I.  (Empt) und seiner Ehefrau Prinzessin Marika  I. lautete: „Möt Spaß on Humor fiere me en Vossem des Johr“. Der 48jährige Prinz ist bei Procter & Gamble beschäftigt. Seine Hobbys sind Familie, Pferde und der 1. FC Köln. Marika I. ist den Vussemer Karnevalisten schon seit 20 Jahren eng verbunden. Die ebenfalls 48jährige ist von Beruf Altenpflegerin im Mobilen Pflegedienst. Sie ist in Vussem vor allem als Garden-Trainerin bekannt. Aktuell bildet sie die Bambini-Garde aus. Tollitätenerfahrung hat die Prinzessin schon vor drei Jahren gesammelt. Sie war der Bauer im Dreigestirn der Session 2012/13. Ein alter Karnevalsfilm wurde nun gezeigt, wo die Frauen bei einem Weiberfastnachts-Umzug mit anschließender Einkehr ins Lokal fröhlich feierten, tanzten und schunkelten. U. a. waren da bereits verstorbene Personen zu sehen. Der Film stimmte einen nachdenklich und Erinnerungen wurden wieder wach.

Dann spielten die „Kapelle-Köpp“ das Arrangement „Weihnachten in unserem Veedel“. Es bestand aus Weihnachts- und kölschen Karnevalsliedern, die abwechselnd ineinandergriffen und so für Verwirrung und Unverständnis bei dem älteren Semester sorgten.
Anneliese Klinkhammer erzählte in Eifeler Platt einige Erlebnisse aus ihrer Kindheit. So z. B. wie es damals zu Weihnachten in ihrer Familie zuging, oder ihr Vater zu Fuß zur Arbeit für Hin- und Rückweg jeweils anderthalb Stunden brauchte. Herr Hoffmann begleitete nun zum Abschluss mit dem Akkordeon Weihnachtslieder, die alle mitsingen konnten.
Der Moderator Michael Merten, der seine Sache gut machte, wünschte allen einen guten Nachhauseweg und fröhliche Feiertage. Fazit: Dieser Seniorentag trug sehr zur Förderung des Gemeinschaftssinnes bei und ist eine gute Medizin gegen den eintönigen Alltag.

Freitag, 18. Dezember 2015

Trauerfeier für unser langjähriges Mitglied Bertram Berners

Am Donnerstag, dem 10. Dezember 2015 verstarb unser inaktives Mitglied und ehemaliger Sänger Bertram („Bertel“) Berners im Hospiz Stella Maris in Mechernich friedlich im Kreise seiner Familie. Heute fand in der Vussemer Pfarrkirche St. Margareta für den Verstorbenen ein Wortgottesdienst statt, der von der Gemeindereferentin Maria Jentges abgehalten wurde. In ihrer Ansprache sagte sie u. a. am Schluss: „Es heißt, das die Zeit alle Wunden heile und den Schmerz vergessen mache. Noch ist diese Zeit nicht gekommen. Aber es gibt, gottlob, einen Trost für uns. Wir wissen, dass Bertram nun in Frieden ausruht, und diesen Frieden gönnen wir ihm von Herzen.
Anschließend fand die Beerdigung von der Trauerhalle in Vussem aus statt. Außer den Familienangehörigen hatte sich eine kleine Anzahl von Freunden, Mitgliedern des MGV und Vussemer Bürgern eingefunden, um ihm das letzte Geleit zu geben. Er wurde neben seiner Frau Maria, geb. Hein, die im August 2012 verstarb, beigesetzt. Anstelle von freundlichst zugedachten Blumen und Kränzen, bat die Familie im Sinne des Verstorbenen um eine Spende an das indische Kinderheim von Pater Leo.
Nach dem Begräbnis wurde in die Gaststätte Kronenberg in Vollem zu einem Kaffeeschmaus eingekehrt. Hier, an gleicher Stelle, hatten wir unter Mitwirkung des MGV Vussem, am 18.9.2015, also vor drei Monaten, noch gemeinsam seinen 90. Geburtstag gefeiert. Über seinen Lebenslauf hatte ich ausführlich berichtet und will es auch damit bewenden lassen. Bertel, tschüss, maach et jot!

Vatertag1957: v. l. Fritz Gerhards, Bertel Berners, Alex Wielspütz, Anna Donner.
JHV 1986: Bertel Berners (Mitte) singt sein berühmtes Kuckuckslied.
Von links: Chorleiter Kurt Carstens, Anno Hein, Hans Nellesen (vorne), Josef Kaltwasser, Bertel Berners, Matthias Schmidt.

Dienstag, 22. Dezember 2015

Eröffnungsfeier der 36. Kunstausstellung in Mechernich

Die 36. Kunstausstellung „einheimischer Künstler“ wurde heute unter Mitwirkung des MGV 1892 Vussem und der Musikgruppe „Die Evangelischen“ aus Nöthen um 19 Uhr von Schirmherr Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick eröffnet.

Von den 28 teilnehmenden Künstlern werden vielfältige Kunstwerke während der Weihnachtsferien im Foyer des Gymnasiums am Turmhof (GAT) präsentiert. Die Palette der Werke reicht von Ölmalerei über Aquarelle, Tuschzeichnungen, Ikonen, Keramikarbeiten, Skulpturen, Coudragen, Schnitzereien und Textilkunst, wobei alle Stilrichtungen vertreten sind.

Zur Einstimmung sang der Chor zunächst unter dem Dirigat von Heinz Sistig zwei Lieder: 1. O Freude über Freude, 2. Laßt uns lauschen, heilige Engel.

Vor der Begrüßungsansprache dankte der Bürgermeister dem Organisator der Vernissage, Paul Weiermann, für seine 25jährige Tätigkeit und überreichte ihm ein Geschenk. „Ich mache das so lange noch, wie Du Bürgermeister bist“, scherzte der Jubilar.

Schick fuhr nun in seiner Rede fort und empfahl u. a. folgendes: „Nehmen Sie sich ein wenig Zeit, und vergessen Sie einmal den Alltag. Betrachten und genießen Sie die Werke unserer einheimischen Künstler“. Das neu einstudierte Lied „Weihnachtszauber“ brachte nun der Chor zur Freude der zahlreich erschienenen Festgäste unter der Leitung unseres Dirigenten Gerhard Half, der mittlerweile eingetroffen war, zur Aufführung. Die Verspätung des Chorleiters rührte daher, weil er seine Frau dringend in eine Zahnklinik bringen musste.. Erwähnenswert ist es, dass Dr. Schick zum 15. Mal die Ausstellung eröffnete und der MGV 1892 Vussem zum 9. Mal im zweijährigen Turnus mitwirkte.
Zu den Eröffnungsfeierlichkeiten war auch der Landrat Günther Rosenke gekommen, der die Ausstellung als „kulturellen Dauerbrenner“ bezeichnete. Weiter sagte er u. a. sinngemäß: „Kunst ist eine schöpferische Tätigkeit, die zugleich Ausdruck ihrer Zeit und somit stetem Wechsel unterworfen ist. Es gab Zeiten, in denen Mäzene und Mächtige es sich angelegen sein ließen, ihr Kunstverständnis darin auszudrücken, die Künstler zu unterstützen und an die Höfe zu rufen. Die Mäzene vergangener Jahrhunderte sind in unserer Zeit seltener geworden. Diejenigen, die in der Lage wären, große Mittel für den Erwerb eines Kunstwerkes auszugeben, legen oft aus falsch verstandener Repräsentationssucht und Eitelkeit Wert darauf, ihre Räume mit den Bildern und Plastiken auswärtiger Künstler zu schmücken, oder sich im Glanz bekannter Namen zu sonnen“.
Die „Evangelischen“ in der Besetzung 3 Trompeten, Akkordeon und Tuba, spielten nun ein besinnliches Stück aus ihrem Repertoire. Im Anschluss ergriff der neu gewählte Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Kultur und Soziales, Marcel Hembach, das Wort und meinte: „Diese Ausstellung hat einen doppelten Sinn: Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, jungen, zum Teil unbekannten Künstlern Gelegenheit zu geben, ihre Werke der breiten Öffentlichkeit vorzuführen. Gleichzeitig sollen die Besucher mit den Künstlern diskutieren und auch die Möglichkeit des Ankaufs der ausgestellten Werke nutzen können“.
Zum Schluss wünschte Paul Weiermann allen Teilnehmern, Ausstellern und Besuchern ein frohes, gnadenreiches Weihnachtsfest und ein gesegnetes, gesundes Neues Jahr. Mit dem Lied „Dank am Abend“ beendete der MGV 1892 Vussem die Eröffnungsfeier der Kunstausstellung. Während die Gäste noch zu einem kleinen Umtrunk eingeladen wurden, spielten die Bläser gekonnt noch einige Weisen auf ihren Instrumenten.

Silvester, 31. Dezember 2015

Jahresrückblick:

Wie mannigfaltig und verschieden voneinander waren doch die Wünsche, die wir vor 12 Monaten dem Jahre 2015 mitgaben. Haben sie sich alle erfüllt? Gewiss nicht; wir dürfen schon froh und dankbar sein, wenn einige kleine Wünsche in Erfüllung gingen. Die größten Werte des Lebens, Gesundheit, Frieden und Spaß an der Freude hat das vergangene Jahr den meisten Sangesbrüdern erhalten. Deshalb wollen wir auf das vergangene Jahr besinnlich zurückblicken und uns nicht fragen: „Was ist uns das alte schuldig geblieben?“ Wir sollten uns lieber die Frage stellen: „Was sind wir diesem Jahr schuldig geblieben?“ Welche unserer guten Vorsätze haben wir auch wirklich durchgeführt?

Freitag, 8. Januar 2016

Jahresabschlussfeier (JAF) des MGV 1892 Vussem

Wie man in der Sängerzeitschrift „Haste Töne“ nachlesen kann, war es wieder ein erfolgreiches, aber stressiges Jahr für den MGV. Dafür wollen wir uns heute Abend mal selbst mit einem schmackhaften, gut bürgerlichen Essen und Getränken belohnen. Dabei soll der Spaß an der Freud‘ auch nicht zu kurz kommen.

Zur Einstimmung der JAF nahm der Chor Aufstellung und sang ohne Noten unter dem Dirigat von Gerhard Half zwei Lieder: 1.Lebe, liebe, lache, 2. Rock my soul. In seiner nun folgenden Ansprache konnte unser Vorsitzender Willi Schütt – man höre und staune – alle Sänger am heutigen Abend begrüßen und außerdem den amtierenden Chorleiter Gerhard Half mit seinem Sohn Alexander, sein Stellvertreter Heinz Sistig und unseren Kameramann Albert Wielspütz.

Willi Schütt bedankte sich nun bei den Dirigenten für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr und beim Vorstand für die gute Zusammenarbeit. Für das anstehende Jahr wünschte er allen Chormitgliedern mit ihren Familien viel Erfolg, Gesundheit, Glück und Segen.
Folgende Sangesbrüder beglückwünschte er noch im Nachhinein zu ihrem Geburtstag: Bernhard Mießeler, 28.12.2015  82 Jahre; Klaus Bernitt, 31.12.2015  62 Jahre; Hubert Hamacher, 01.01.2016  75 Jahre. Er stiftete 20 Ltr. Bier.

Peter Kruse war schon am 19.06.2015  75 Jahre alt geworden und spendete 100 € in die Vereinskasse. Vielen Dank! Willi gab noch bekannt, dass die Getränkekasse im vergangenen Jahr ein Plus von 645 € zu verzeichnen hätte.

Sbr. Bernhard Mießeler, der z. Zt. mit seiner Frau im Pflegeheim „Falkenhorst“ in Kommern lebt, vermeldete Erfreuliches: Er will wieder Singen kommen. Alex Half hatte ihm ein selbst gemaltes Bild geschenkt, worüber er sich sehr gefreut hatte und ließ es reihumgehen.

Die Bilder zeigen die Geburtstagskinder Hubert Hamacher, Klaus Bernitt, Peter Kruse und Bernhard Mießeler mit Alex Half und dessen selbst gemaltem Bild

Nun wurde das leckere Büffet eröffnet, welches aus Kasseler, Sauerkraut und Kartoffelpüree bestand und von der Cateringfirma Hostel auf Bestellung angeliefert wurde. Der Pudding zum Nachtisch durfte natürlich auch nicht fehlen.
Nachdem man die lukullischen Schlemmereien genossen hatte, ging man zum gemütlichen Teil über.
1.) Als erster ging Klaus Bernitt in die „Bütt“. Er sucht Arbeit und muss für die Bewerbung einen Antrag ausfüllen. Dabei kam es zu einigen lustigen Unstimmigkeiten.
2.) Wolfgang Schulz überlegt, wie man schnell reich werden kann, denn von den kleinen Zinserträgen kann man z. Zt. nicht leben. Er hat schnell die „Lösung“ gefunden. Bei den Angeboten in den Prospekten kann man bis zu 70 % sparen und ordert Unmengen von Waren.
3.) Auf einer Smartphone Messe hat Wolfgang beim Rubbeln eines Gewinnspiels den 1. Preis gewonnen. Bei der Ortsbegehung zuhause stellt man fest, dass einiges im Argen liegt: Es muss alles neu verdrahtet werden.
4.) Klaus muss mit der Lehrerin zum Direktor gehen und wird getestet, ob er für den Unterricht geeignet ist.
5.) Vortrag von Heinz Sistig: Weihnachten 1946. Nach dem Kriege gibt es nicht viel zu essen. Da kommt ein Päckchen von einer Tante aus Amerika gerade recht. Auf allen Lebensmitteln waren Zettel angebracht, die auf den Inhalt hinwiesen, nur auf einer Dose mit Pulver nicht. Die Mutter, die annahm, es wäre Milchpulver, kochte daraus Knüddelchesbrei, der allen gut mundete. Nach den Feiertagen klärt sich alles auf. Ein Brief war angekommen, der beinhaltete, dass Onkel Schorsch gestorben war. In der Dose war seine Asche, die auf dem Friedhof beigesetzt werden sollte. Die Familie wird nie vergessen, dass sie am Heiligabend ihren Onkel gegessen hat.

Diese Drei massierten ordentlich die Lachmuskeln der Sänger: Klaus Bernitt, Wolfgang Schulz und Heinz Sistig.

6.) Wolfgang erzählt eine Geschichte aus der Zeit, als es noch viel Schnee gab: Im Schneegestöber Schnee geschaufelt. Straßen vereist, ausgerutscht, wehgetan. Strom weg: fast erfroren. Schneepflug kam und warf wieder alles zu. Schneefräse vom Nachbarn geliehen. Schneepflug warf erneut alles zu. Weihnachten 60 cm Neuschnee. Der Mann vom Schneepflug bat um ein „Neujährchen“. Schaufel auf seinem Kopf zerschlagen. Fahrer verklagt ihn. Dach eingestürzt wegen der Schneemassen. Frau weggelaufen. In Haft genommen. Hier endet meine Kurzfassung.
7.) Klaus referiert über „Was ist Politik?“
8.) Wolfgang berichtet über die Arbeit und meint am Schluss: „Wenn du einen Hammer hast, schmeiß ihn weg, so weit es geht“.

Als sich die Lachmuskeln wieder etwas beruhigt hatten, konnte man beim Wichteln schöne Preise gewinnen. Wer eine Sechs würfelte, konnte sich eine Tüte aussuchen. Einige Sänger hatten nach einer Viertelstunde noch kein Würfelglück, doch bekamen schließlich alle ihren Preis.

Danach spielte Udo Greuel auf seiner Quetsch einige Lieder mit gefälschten Texten, z. B.: „Trinkst du den Wein vom Rhein, gib acht auf den Stuhlgang“. Anschließend erzählte er u. a. wahre und lustige Geschichten über einen Zeitgenossen, der des Singens nicht mächtig war. So endete gegen Mitternacht eine harmonisch und fröhlich verlaufene JAF, die der Förderung der Kameradschaft sicherlich sehr dienlich war.

×