Für die bislang wenig attraktive Fläche der ehemaligen Schule und dem Grillplatz in Vussem ist eine ökologische Neugestaltung vorgesehen. Ziel ist es, die rund 150 Quadratmeter große Fläche in eine naturnahe und möglichst pflegearme Wildbienen- und Blühfläche umzuwandeln. Dabei sollen offene Bodenbereiche, Sand- und Schotterstrukturen sowie heimische Blühpflanzen Lebensräume und Nahrungsangebote für Wildbienen und andere Insekten schaffen.
Ausgangssituation
Bereits im April 2021 war die Fläche gemeinsam mit der Biologischen Station Euskirchen im Rahmen des LEADER-Projekts „Na-Tür-lich Dorf – Naturschutz vor der Haustür“ begutachtet worden. Damals wurden die vorhandenen Schuttflächen als grundsätzlich geeignet für ein Sandarium und ein Insektenhotel eingeschätzt. Auf den Schuttflächen hatten sich bereits verschiedene Insektenarten angesiedelt.

27.04.2021

Ein Insektenhotel zwischenzeitlich aufgestelltes Insektenhotel wurde in den vergangenen Jahren gut angenommen. Die übrige Fläche blieb weitgehend sich selbst überlassen. Dadurch kam es allerdings zu einer starken Vergrasung und Verbuschung, insbesondere durch Holunder. Außerdem haben sich zwei Pflaumenbaumschösslinge entwickelt.

Die heutige Situation unterscheidet sich deshalb deutlich von der Ausgangslage im Jahr 2021.Bei einer aktuellen Begehung im Juli/ August 2026 konnten neben dem vorhandenen Bienenhotel keine weiteren Niststätten festgestellt werden. Damit besteht die Möglichkeit, die Fläche umfassender neu zu gestalten.
29.06.2026
Geplante Gestaltung
Im Mittelpunkt der Planung steht ein Sandarium, das als Hochbeet angelegt werden soll. Ergänzend sind Blühstreifen, Stauden, Totholz und offene Sandflächen vorgesehen. Das vorhandene Bienenhotel soll erhalten und weiter genutzt werden. Auch der vorhandene Kirschbaum und der Holunder sollen grundsätzlich erhalten bleiben. Der Kirschbaum soll einen Formschnitt erhalten und später von einer Sitzbank umgeben werden. Im Baum soll außerdem ein Vogelnistkasten angebracht werden.
Geplant sind darüber hinaus Kalksplitwege, die den Zugang zu den einzelnen Bereichen ermöglichen und gleichzeitig die darunterliegenden Nistbereiche schützen sollen. Eine Informationstafel soll Besuchern erklären, welche Bedeutung die Fläche für Wildbienen und andere Insekten hat und über das Engagement von Vussem Aktiv sowie die Förderung durch das LANUK NRW informieren.
Als weitere Elemente sind Totholzstämme sowie eine kleine „Naschecke“ mit Himbeer- und Brombeersträuchern vorgesehen. Letztere soll sowohl Kindern und Passanten zugutekommen als auch zusätzlichen Lebensraum für Wildbienen schaffen.

Teilelemente für eine Umgestaltung – so könnte es aussehen:
- Bestehendes Bienenhotel wiederverwenden als Nistgelegenheit
- Blühstreifen an den Hauswänden anlegen um das Trachtangebot erhöhen
- Kirschbaum erhalten (Formschnitt durchführen) als zusätzliches Trachtangebot für Frühjahrsarten, netter Anblick und Ruhestelle (s. 6)
- Vogelnistkasten im Kirschbaum aufhängen
- Holunderbusch erhalten als zusätzliches Trachtangebot und Nistraum für hypergäische Arten
- Sitzbank um den Kirschbaum bauen als Möglichkeit zum Erholen und Verweilen/ Beobachten schaffen
- Sandarium als Hochbeet anlegen ls Nistgelegenheit schaffen, zusätzliche Wärmeexponierung, zentraler Blickfang im Bereich
- Infotafel zur Information über den Standort und das wieso, weshalb, warum geben und auf Vussem Aktiv hinweisen sowie die Förderung durch LANUK NRW
- Kalksplitwege anlegen zur Erreichbarkeit der Positionen 1., 6. und 7. geben und Nistbereich im Boden schützen
- Auffüllen der Restfläche mit Sand ls Nistgelegenheit
- Stauden setzen (z.B. Königskerze, Stockrose, Buschweidenröschchen, ..) als Trachtangebot und optische Anreicherung
- Totholzstämme aufstellen als Nistangebot und Darstellung welche Möglichkeiten, neben einem Hotel bestehen Wildbienen zu fördern
- ‚Naschecke‘ für Kinder/ Passanten aus Himbeer- und Brombeerbüschen und zusätzliches Nistangebot für Wildbienen
Planung und Umsetzung
Die Initiative ging von Vussem Aktiv aus, denen der Schandfleck schon länger ein Dorn im Auge war. Den Startschuss bildete ein Vorbereitungsgespräch von Peter Empt, der den Bauhof der Stadt Mechernich bat, den Schutt und Boden abzufahren, damit die weiteren Aktionen anlaufen können. Die beiden Pflaumenbaum-schösslinge wurden erhalten und sollen später umgesetzt werden.
Bei den Ortsterminen im Sommer 2026 wurden weitere konkrete Details festgelegt. Der aktuelle Plan sieht vor, dass Grauwacken für das Sandarium verwendet werden sollen. Trittsteine werden aus Sicherheitsgründen nicht vorgesehen, sondern stattdessen sollen die Wege mit Kalksplit angelegt und verdichtet werden.


In einem ersten Schritt hat der Bauhof am 01.09. den Schutt und das Unkraut abgeräumt.
Finanzierung
Für die Maßnahme wurde beim LANUK NRW ein „Umweltscheck“ über 2.000 Euro beantragt und am 25. August 2026 bewilligt. Die darüber hinaus erforderlichen Eigenmittel sollen von Vussem Aktiv bereitgestellt werden. Die Arbeitsleistungen werden von Vereinsmitgliedern ehrenamtlich übernommen.
Die Förderung ist an einen festen Zeitraum gebunden: Die Maßnahme muss bis zum 31. Dezember 2026 durchgeführt, abgeschlossen und abgerechnet werden. Für die Bepflanzung dürfen ausschließlich heimische und standortgerechte Pflanzen verwendet werden.
Ausblick
Mit der Neugestaltung soll aus der bislang weitgehend verwilderten Schuttfläche ein ökologisch wertvoller und zugleich attraktiver Bereich im Ortszentrum entstehen. Das Projekt knüpft dabei an die bereits umgestaltete Kiesfläche am Kirchplatz an, die 2025 in eine Sandarium- und Blühfläche umgewandelt wurde. Mit der neuen Fläche soll damit nicht nur zusätzlichen Lebensraum für Wildbienen und andere Insekten geschaffen werden, sondern auch den Besuchern zeigen, wie sich selbst kleine und bislang wenig attraktive Flächen ökologisch aufwerten lassen.
