Theateraufführung des Heimat- und Geschichtsvereins vom 23. Oktober 2026
Der Heimat- und Geschichtsverein hat für seinen traditionellen Theaterabend erneut eine vielversprechende Theatergruppe gewinnen können. Ähnlich wie „The Bäm“ vor zwei Jahren widmet sich die aufstrebende Truppe des „KompAct theater“ anspruchsvollen literarischen und dramaturgischen Stoffen, die sich im Spannungsfeld zwischen Kammerspiel, bitterböser Komödie und Gesellschaftssatire bewegen. Im Mittelpunkt stehen dabei die menschlichen Schwächen, gesellschaftliche Fassaden und die Abgründe des alltäglichen Miteinanders – mal mit feinem Humor, mal mit beißendem Spott.

„DER GOTT DES GEMETZELS“
Aus dem Französischen in einer deutschen Übersetzung: Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel aus dem Originaltext der Autorin Yasmina Reza
Das Ensemble gründete sich aus der Gruppe The BÄM aus und besteht aus einem fest und professionell eingespielten Team aus vier Schauspielern: Kathrin Magno, Ursula Strickstrock, Jonas Kuley und Valerio Magno und besetzten folgende Rollen:
Veronique Houille – Kathrin Magno
Annette Reille – Ursula Strickstrock
Alain Reille – Jonas Kuley
Michel Houille – Valerio Magno
Technik – Steffen Florl

Zum Inhalt:
Der Gott des Gemetzels – Wenn ein Gespräch völlig aus dem Ruder läuft
Was passiert, wenn ein elfjähriger Junge einem Gleichaltrigen zwei Zähne ausschlägt und sich die bis dahin fremden Eltern anschließend zu einer Aussprache treffen müssen? Eigentlich sollte sich ein solches Gespräch doch zivilisiert führen lassen. Doch was, wenn eine humanistisch geprägte Weltverbesserin auf einen kühl argumentierenden Paragraphenreiter trifft?
Und was, wenn sich in diese ohnehin explosive Mischung auch noch ein ausgesetzter Hamster, ein ununterbrochen klingelndes Handy und der eine oder andere Schluck Rum einmischen? Dann ist das Chaos perfekt – und aus einer gut gemeinten Aussprache wird eine zwischenmenschliche Vollkatastrophe.
Die Aufführung zeigt eine ebenso bissige wie unterhaltsame Komödie. Vor der Pause konnte man hinter der bürgerlichen Fassade nach und nach Vorurteile aufbrechen sehen, verletzte Eitelkeiten und unterdrückte Aggressionen traten hervor. Was als vernünftiger Austausch beginnt, entwickelt sich zu einem Schlagabtausch voller schräger Überraschungen, peinlicher Offenbarungen und intensiver Emotionen.
Nach der Pause nahm das Stück Fahrt auf. Das Stück entwickelte sich lustig, sarkastisch, laut und wild, zugleich aber auch traurig, ernüchternd und bisweilen herrlich zum Fremdschämen. Mit feinem Gespür für menschliche Schwächen zeigt sich, wie schnell die viel beschworene Zivilisiertheit bröckelt, wenn Menschen aufeinandertreffen, die ihre eigenen Überzeugungen für die einzig richtigen halten.
Seine Uraufführung feierte das Stück im Dezember 2006 am Schauspielhaus Zürich. Die französische Erstaufführung folgte im Januar 2008. Auch auf der Kinoleinwand wurde die Geschichte erfolgreich umgesetzt: Regisseur Roman Polanski verfilmte das Theaterstück mit internationaler Starbesetzung.
Erläuterungen:
Glossar zum Gott des Gemetzels
Clafoutis ist eine Süßspeise aus dem französischen Limousin, die sich zwischen Auflauf und Kuchen einordnen lässt. Sie besteht aus Obst und einem gesüßten Eierteig, der einem Pfannkuchenteig ähnelt. Clafoutis steht für den Anspruch auf französische Lebensart, kultivierte Gastlichkeit und bürgerliche Zivilisation.
Hamster sind eine zu den Wühlern gehörende Unterfamilie der Mäuseartigen mit etwa 20 Arten. Ihr Verbreitungsgebiet sind trockene und halbtrockene Gebiete Eurasiens. Der Hamster symbolisiert im Wesentlichen Vorsorge, Genügsamkeit und den Schutz der eigenen Ressourcen.
Ivanhoe – Sir Walter Scott
Ivanhoe ist ein historischer Roman aus dem Jahr 1820 von Sir Walter Scott. Die Hauptperson ist der Kreuzritter Sir Wilfred of Ivanhoe. Er verkörpert typische Eigenschaften eines mittelalterlichen Ritters: Mut, Tapferkeit, Ritterlichkeit, Treue und Gerechtigkeitssinn. Er kämpft für seine Überzeugungen und setzt sich für andere ein.
Monsieur de Pourceaugnac – Molière
Monsieur de Pourceaugnac ist eine Ballettkomödie in drei Akten des französischen Dichters Molière, mit Musik von Jean-Baptiste Lully. Die Titelfigur ist ein wohlhabender, aber leichtgläubiger Mann aus der Provinz, der in Intrigen und Verwechslungen gerät. Das Stück zeichnet sich durch Komik, Spott, Täuschung, Übertreibung und die satirische Darstellung menschlicher Schwächen aus.
John Wayne – US-amerikanischer Schauspieler
John Wayne war einer der bekanntesten und erfolgreichsten Hollywood-Schauspieler seiner Zeit. Berühmt wurde er vor allem durch seine Rollen in Western- und Abenteuerfilmen. Seine Leinwandfiguren verkörperten häufig Härte, Mut, Entschlossenheit, Unabhängigkeit, Gerechtigkeitssinn und Pflichtbewusstsein. Oft spielte er den wortkargen, selbstbewussten Helden, der sich auch in schwierigen Situationen behauptet.
